Andreas Hartauer

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Andreas Hartauer (1890)

Andreas Hartauer (* 28. November 1839 in Stachauer Hütte, Böhmen; † 18. Januar 1915 in St. Pölten, Niederösterreich) war ein böhmischer Glasarbeiter und Verfasser des Böhmerwaldliedes: Tief drin im Böhmerwald.

Leben[Bearbeiten]

Hartauer wuchs in Goldbrunn, in der Nähe seines Geburtsortes auf. Seine Eltern Andreas und Elisabeth Hartauer (geb. Gottermeier) hatten insgesamt acht Kinder. Im Ort Goldbrunn gab es eine Glashütte, die seit 1799 Hohlglas erzeugte. Auch Hartauer sollte den Beruf des Glasmachers erlernen, er wurde dazu in die Lehre auf die Glashütte nach Eleonorenhain geschickt, einige Stunden von Goldbrunn entfernt. In Eleonorenhain blieb er zwei Jahre, die nach eigenen Angaben zur schönsten Zeit seines Lebens gehörten. Es folgten die Wanderjahre, die ihn u.a. als Glasmaler nach Johannesdorf in Nordböhmen verschlagen hatte. Hier ehelichte er am 27. November 1865 Anna Oppitz aus Bürgstein. Im Jahre 1883 siedelte sich Hartauer mit seiner Frau Anna in St. Pölten, Niederösterreich an, wo er auch sesshaft wurde. Hier eröffnete er eine Glasmalerei mit einer Glas- und Porzellanhandlung, die ihm zu Wohlstand verhalf. Er wohnte im Haus Nr. 50 in der Daniel-Gran-Straße. Seine Ehe blieb kinderlos, deshalb nahm er seine Nichte Berta als Ziehkind an.

Die Liebe zum Böhmerwald ließ ihn nicht los, in tiefer Sehnsucht schuf er so das Böhmerwaldlied. Dieses Lied bekam für die vertriebenen deutschen Böhmerwäldler nach 1945 besondere Bedeutung, es ist bei dieser Volksgruppe emotional tief verwurzelt.

Wiedereinweihung des Hartauer-Denkmals[Bearbeiten]

Am 20. Juli 1937 wurde in Eleonorenhain auf einer Anhöhe das Denkmal für Andreas Hartauer eingeweiht. Bilder und Zeitungsartikel aus dieser Zeit dokumentieren, dass bei der Einweihung über 5.000 Menschen anwesend waren. Das Denkmal bestand aus einer großen, etwa 4 m hohen Steinsäule mit Inschrift in deutscher Sprache und einem kleineren Felsstein mit Inschrift in tschechischer Sprache. Nach 1945 versuchte jemand mit einer Spitzhacke das Denkmal mit deutscher Sprache zu zerstören, da dies nicht gelang, wurde der kleinere Felsstein mit tschechischer Inschrift zerstört.

Am 28. Juli 2007 wurde ein neuer Felsstein mit tschechischer Inschrift eingeweiht. Sowohl ehemalige Bewohner von Eleonorenhain als auch heutige Einwohner von Lenora nahmen an diesem Festakt teil. Vor der Enthüllung des Steins durch die Bürgermeisterin wurde das Böhmerwaldlied nacheinander in tschechischer und deutscher Sprache von einem Chor gesungen.

Text des Böhmerwaldliedes[Bearbeiten]

Tief drin im Böhmerwald, da ist mein Heimatort,
es ist schon lange her, dass ich von hier bin fort,
doch die Erinnerung, die bleibt mir stets gewiß,
daß ich den Böhmerwald gar nie vergiß.
Das war im Böhmerwald, wo meine Wiege stand,
im schönen, grünen Böhmerwald.


O sel’ge Kindheitszeit, nur einmal kehr’ zurück,
wo spielend ich genoß das allerhöchste Glück,
wo ich am Vaterhaus auf grüner Wiese stand
und weithin schaut’ hinaus aufs Heimatland.
Das war im Böhmerwald, wo meine Wiege stand,
im schönen, grünen Böhmerwald.


Nur einmal noch, o Herr, laß mich die Heimat sehn,
den schönen Böhmerwald, die Täler und die Höh’n,
dann scheid’ ich gern von dir und rufe freudig aus:
Behüt’ Gott, Böhmerwald, ich geh’ nachhaus!
Das war im Böhmerwald, wo meine Wiege stand,
im schönen, grünen Böhmerwald.

Weblinks[Bearbeiten]