Andreas Raymond Dombret

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Andreas Dombret

Andreas Raymond Dombret (* 16. Januar 1960 in Des Moines, Iowa[1]) ist ein deutsch-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und Bankmanager. Von 2005 bis 2009 war er in führender Rolle bei der Bank of America tätig. Seit 1. Mai 2010 ist er Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank. Andreas Dombret besitzt die deutsche und die amerikanische Staatsbürgerschaft. Ihm wurde 2007 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. 2012 wurde er mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet.[2] 2013 wurde er für seine Verdienste mit dem Hessischen Verdienstorden [3] sowie der Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am Main[4] gewürdigt.

Ausbildung[Bearbeiten]

Andreas Dombret, Sohn des Bankdirektors Max Raymond Dombret (1925–2012) und der Ärztin Dr. Charlotte Dombret, geb. Genschow (1924-1996), absolvierte nach dem Abitur am Städtischen Gymnasium Ahlen zunächst eine Ausbildung zum Bankkaufmann[1] bei der Dresdner Bank und schloss an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster das Studium der Betriebswirtschaftslehre als Diplom-Kaufmann ab. Er wurde an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg bei Wolfgang Gerke mit einer Arbeit über „Übernahmeprämien im Rahmen von M&A-Transaktionen" promoviert. Mehrere Jahre war er dort Lehrbeauftragter am Lehrstuhl für Bank- und Börsenwesen.

Beruf und Karriere[Bearbeiten]

Andreas Dombret begann seine Karriere 1987 in der Zentrale der Deutschen Bank. Er arbeitete zehn Jahre bei JP Morgan in London sowie in Frankfurt und war hier als Mitglied der Geschäftsleitung verantwortlich für die Betreuung deutscher Finanzinstitute. Danach war er vier Jahre lang als Co-Sprecher der Geschäftsleitung und Partner bei Rothschild in Deutschland tätig. Von 2005 bis 2009 war er bei der Bank of America als Vice Chairman Europa und Vorsitzender der Geschäftsleitung für Deutschland, Österreich und die Schweiz verantwortlich. Zum 30. September 2009 verließ Dombret die Bank of America. 2009 wurde er als Honorarprofessor an die EBS Universität für Wirtschaft und Recht in Oestrich-Winkel berufen, wo er Vorlesungen zu den Finanzmärkten und zur aktuellen Finanzmarktkrise hält. Seit 1. Mai 2010 ist er als Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank zuständig für Finanzstabilität, Märkte und Statistik; seit 1. Dezember 2010 für Finanzstabilität, Statistik und Risiko-Controlling.

Ehrenämter und Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Andreas Dombret ist unter anderem Kuratoriums- bzw. Beiratsmitglied des Center for Financial Studies an der Universität Frankfurt, des Konvents für Deutschland, des Fördervereins der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, des Vereins für Bankberufsbildung im Bundesverband deutscher Banken, des Euroforums, der Schirn Kunsthalle Frankfurt, des Frankfurter Kultur Komitees, des Museums Wiesbaden, der Museumsinsel Berlin sowie der Österreichischen Bankwissenschaftlichen Gesellschaft. Weiter ist er Schatzmeister der Atlantikbrücke und des Vereins für Socialpolitik, Mitglied des Verwaltungsrates der Liko-Bank/Frankfurt sowie der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ)/Basel, Mitglied der Börsensachverständigenkommission des BMF, Mitglied im Board des International Centre for Monetary and Banking Studies (ICMB)/Genf sowie Mitherausgeber der Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen.

Spendentätigkeiten[Bearbeiten]

Andreas Dombret finanziert das von ihm gegründete Andreas Dombret-Center for Students Initiatives (CSI) an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Zum Center gehören mehrere durch ihn finanzierte Räume. Außerdem stiftet er dort einen Promotionspreis, der jedes Jahr für eine Dissertation vergeben wird, die am besten Wissenschaft und Praxis miteinander verbindet.[5] Für seine Verdienste um die Förderung der Universität wurde Andreas Dombret 2009 mit der WWU-Universitätsmedaille ausgezeichnet. Für seine Förderung des Arnulf Rainer-Museums in Baden bei Wien wurde ihm im Januar 2010 das große silberne Stadtwappen der Stadt Baden verliehen.

Publikationen[Bearbeiten]

  • Dombret, A.R. (2013): "Criteria for Financial Stability - The European View", in Dombret, A.R./Lucius, O.(Hg.): "Stability of the Financial System - Illusion or Feasible Concept?", Cheltenham, UK und Northampton, USA, 2013.
  • Dombret, A.R. (2013): "Solving the Too-Big-To-Fail-Problem for Financial Institutions", in: Dombret, A.R./Kenadjian, P. (Hg.): "The Bank Recovery and Resolution Directive - Europe's Solution for 'Too Big To Fail'?", Berlin und Boston, 2013.
  • Dombret, A.R./Vogt, J. (2008): "Bank Valuation", in: Dombret, A.R./Schiereck, D./Voigt, C. (Hg.): "M&A in the European Banking Industry", Oestrich Winkel, 2008.
  • Dombret, A.R. (2008): "Übernahmeprämien im internationalen Vergleich", in: Kley, M.D./Rudolph, B. (Hg.): "Aktien-Finanzplatz-Kapitalmarkt Festschrift zum 65. Geburtstag von Prof. Dr. Rüdiger von Rosen", Frankfurt am Main, 2008.
  • Dombret, A.R. (2008): "L’Évaluation des Banques: a la Fois un Art et une Science", in Tournois, N/Fischer, M. (Hg.): "La Création de Valeur dans la Banque", Paris, 2008.
  • Dombret, A.R. (2006): "Übernahmeprämien im Rahmen von M&A-Transaktionen - Bestimmungsfaktoren und Entwicklungen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA", Wiesbaden, 2006.
  • Dombret, A.R./Bolek, A. (2004): "Unternehmensverkauf aus Insolvenzen heraus", in: Zschocke, C./Schuster, S. (Hg.): "Übernahmerecht", Frankfurt am Main, 2004.
  • Dombret, A.R./Gossow, P./Häcker, J. (2004): "Valuation of Banks – Both Art and Science", in: Fischer, M. (Hg.): "Handbuch Wertmanagement in Banken und Versicherungen", Wiesbaden, 2004.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Porträt in den Westfälischen Nachrichten vom 15. Januar 2009
  2. Ordensverleihung: Dr. Andreas Dombret erhält das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst vom 19. November 2011
  3. Hessischer Verdienstorden für Prof. Dr. Andreas Raymond Dombret aus Bad Homburg vom 21. Mai 2013
  4. Ehrenplaketten für verdiente Frankfurter, Frankfurter Neue Presse vom 1. November 2013.
  5. [1] Westfälische Wilhelms-Universität Münster