Andreas Vojta

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Andreas Vojta beim 1. Steffl-Turmlauf in Wien
Andreas Vojta neben Haile Gebrselassie beim Vienna City Marathon 2011

Andreas Vojta (* 9. Juni 1989) ist ein österreichischer Mittelstreckenläufer aus Gerasdorf bei Wien. Der Österreichische Leichtathlet des Jahres 2010 und Elfte bei den Europameisterschaften von Barcelona feierte seine bisher größten Erfolge über 1500 Meter.

Vojta startet für das team2012.at und wird von Wilhelm Lilge trainiert. Er ist Sohn des Gerasdorfer Bürgermeisters Alexander Vojta.

Sportliche Laufbahn[Bearbeiten]

Andreas Vojta begann seine Laufkarriere beim LCC Wien. Dort wurde er zunächst von Renata Sitek trainiert und stieg dann in die Trainingsgruppe des sportlichen Leiters Wilhelm Lilge auf. Diesem folgt Vojta, nach dessen Trennung vom LCC Wien, zu seinem neuen Verein team2012.at.[1]

2009 erzielte Vojta seinen ersten Staatsmeistertitel in der allgemeinen Klasse. Die 1500 Meter wurden in den nächsten Jahren zu seiner Spezialdisziplin.

Im Jahr 2010 etablierte sich Vojta an der nationalen Spitze im Mittelstreckenlauf. Am 3.Juli 2010 stellte er beim Memorial Leon Buyle in Oordegem (Belgien) seine damalige Bestzeit über 1500 Meter auf und erfüllte in 3:40,79 min die Limite für die Europameisterschaften in Barcelona.[2] Dort erreichte Vojta das Finale, in dem er den 11. Platz belegte.[3][4] Vojta wurde zum Österreichischen Leichtathleten des Jahres 2010 gewählt und erhielt den "Goldenen Emil".[5]

In der Hallensaison 2011 scheiterte Vojta zunächst beim Indoor Classic Vienna knapp an der Norm von 3:43,50 min für die Leichtathletik-Halleneuropameisterschaften 2011 in Paris.[6] Beim darauffolgenden Sparkassen Cup in Stuttgart erfüllte er jedoch die Limite mit 3:41,85 min.[7] Bei den Halleneuropameisterschaften schied Vojta im Vorlauf aus und belegte insgesamt den 21. Platz. Am 2. Juli gelang Vojta ein weiterer großer Fortschritt in seiner Karriere: Der Gerasdorfer lief beim Meeting in Uden (Niederlande) mit 3:37,82 min eine neue persönliche Bestzeit und unterbot dabei das Limit für die Olympischen Spiele 2012 in London. Gleichzeitig qualifizierte er sich mit dieser Zeit auch für die Weltmeisterschaften 2011 in Daegu.[8]. Zwei Wochen später verpasste er bei den U23-Europameisterschaften in Ostrava nur hauchdünn eine Medaille. Im Finallauf am 17. Juli 2011 belegte er nach einem taktischen Rennen mit extrem schneller Schlussrunde, nur 33 Hundertstelsekunden hinter Sieger Florian Carvalho (FRA), Platz vier. [9]

2012 konzentrierte sich Vojta ganz auf die Olympischen Spiele in London. Beim Indoor Classic Vienna am 31. Januar verbessert er seine Indoor-Bestleistung um 2,86 Sekunden auf 3:38,99 min und setzt sich damit zu diesem Zeitpunkt an die Spitze der Europarangliste und auf Platz 3 der Weltjahresbestenliste. [10] Bei den Europameisterschaften in Helsinki lief Vojta im Semifinale die schnellste Zeit aller Teilnehmer, im Finale musste er sich aber aufgrund eines Sturzes 200 Meter vor dem Ziel mit Platz 10 begnügen. [11] Bei den Olympischen Spielen in London konnte er sich seinen Traum vom Semifinaleinzug nicht erfüllen. Für ihn war im Vorlauf Endstation. [12] Allerdings sorgte Vojta in anderer Hinsicht für positive Schlagzeilen. Er trug wesentlich dazu bei, dass der Marokkaner Amine Laalou des Dopings überführt wurde und bei den Olympischen Spielen nicht antreten durfte. [13] Nach London glänzte Vojta noch über die 1000 Meter. Binnen weniger Tage verbesserte er zwei Mal seine Bestmarke und blieb beim Gugl-Meeting mit einer Zeit von 2:18,34 min nur 14 Hundertstelsekunden über dem 30 Jahre alten ÖLV-Rekord von Robert Nemeth.[14]

Am 21. Februar 2013 startete Vojta bei der top-besetzten XL-Gala in Stockholm und verbesserte dort den österreichischen Hallenrekord über 1000 Meter um ca. 3 Sekunden. Bei den Halleneuropameisterschaften im schwedischen Göteborg erreichte Vojta nach einem Sturz im Vorlauf nur den 14. Platz. Im Sommer war für ihn bei den Freiluft-Weltmeisterschaften in Moskau im Vorlauf ebenso Endstation, wie 2014 bei den Hallen-Weltmeisterschaften in Sopot.[15] und auch bei den Europameisterschaften 2014, wo er zudem wegen Behinderung eines Kontrahenten disqualifiziert wurde.[16]

Erfolge[Bearbeiten]

Vojta mit dem Leichtathletik-Team und Bundespräsident Heinz Fischer vor den Olympischen Spielen 2012

2006[Bearbeiten]

  • 1. Platz 3000 m Österreichische Hallenmeisterschaften U18
  • 1. Platz 2000 m Hindernis Österreichische Jugendmeisterschaften U18

2008[Bearbeiten]

  • 1. Platz Österreichische Meisterschaften 10 km Straßenlauf U20
  • 1. Platz 1500 m Österreichische Juniorenmeisterschaften U20
  • 1. Platz Österreichische Staatsmeisterschaften Crosslauf U20
  • 1. Platz Internationaler Wiener Silvesterlauf

2009[Bearbeiten]

  • Teilnahme an den Crosslauf-Europameisterschaften 2009 in Dublin (IRE) (57. Platz U23)
  • 1. Platz 1500 m Österreichische Staatsmeisterschaften
  • 1. Platz 3000 m Österreichische Staatsmeisterschaften U23
  • 1. Platz Österreichische Meisterschaften 10 km Straßenlauf U23

2010[Bearbeiten]

  • Österreichischer Leichtathlet des Jahres
  • 11. Platz 1500 m Europameisterschaften in Barcelona
  • 2. Platz 1500 m Team Europameisterschaften - 2. Liga
  • Teilnahme an der Crosslauf-Europameisterschaften 2010 in Albufeira (POR) (46.Platz U23)
  • 1. Platz 1500 m Österreichische Staatsmeisterschaften
  • 1. Platz Österreichische Staatsmeisterschaften Crosslauf Kurzstrecke, allg. Klasse und U23
  • 1. Platz 1500 m Österreichische Hallen-Staatsmeisterschaften
  • 1. Platz Österreichische Meisterschaften 10 km Straßenlauf U23
  • 2. Platz 800 m Österreichische Staatsmeisterschaften
  • 1. Platz 1500 m Grote Prijs Stad Lokeren (BEL)

2011[Bearbeiten]

2012[Bearbeiten]

  • 1. Platz 10.000 m Österreichische Staatsmeisterschaften
  • 16. Platz Studenten-Crosslauf-Weltmeisterschaften in Lodz [18]
  • 1. Platz Österreichische Staatsmeisterschaften Crosslauf Kurzstrecke
  • 1. Platz 1500 m Österreichische Hallen-Staatsmeisterschaften
  • 1. Platz 3000 m Österreichische Hallen-Staatsmeisterschaften
  • 1. Platz 1500 m Indoor Classic Vienna
  • 10. Platz 1500 m Europameisterschaften in Helsinki
  • 36. Platz 1500 m Olympische Spiele in London

2013[Bearbeiten]

  • 3. Platz 800 m Universiade in Kazan

2014[Bearbeiten]

  • 12. Platz 1500 m Hallenweltmeisterschaften in Sopot

Persönliche Bestzeiten[Bearbeiten]

  • 800 m: 1:46,59 min, 15. Juni 2013, Salzburg - Wiener Landesrekord
    • Halle: 1:47,14 min, 1. Februar 2013, Linz
  • 1000 m: 2:18,34 min, 20. August 2012, Linz - Wiener Landesrekord
    • Halle: 2:19,20 min, 21. Februar 2013, Stockholm
  • 1500 m: 3:36,11 min, 12. Juli 2014, Glasgow - Wiener Landesrekord
    • Halle: 3:38,99 min, 31. Januar 2012, Wien
  • 3000 m: 7:58,73 min, 22. Mai 2011, Pliezhausen
    • Halle: 8:16,02 min, 4. Februar 2010, Linz
  • 5000 m: 13:53,47 min, 23. Mai 2012, Koblenz

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. "Doping-Gegner Lilge vom Pumper-Klub LCC gekündigt" auf diepresse.com
  2. "Andreas Vojta läuft zur EM" auf team2012.at
  3. "Moseley zu langsam, Vojta überrascht" auf derstandard.at
  4. "Bisher zweitbestes ÖLV Ergebnis" auf sport.orf.at
  5. "Andreas Vojta & Andrea Mayr sind Österreichs Leichtathleten des Jahres 2010" auf oelv.at
  6. "Indoor Classic Vienna 2011" auf oelv.at
  7. "Wohin führt Vojtas Lauf" auf noen.at
  8. "Wahnsinn: Vojta läuft Olympia-Limit" auf HDsports.at
  9. "Blech für Vojta bei U-23 EM " auf HDsports.at
  10. "Vojta mit Europa-Saisonbestzeit über 1500m" auf kurier.at
  11. "Vojta stürzt im EM-Finale" auf HDsports.at
  12. HDsports.at: Majewski und Dibaba verteidigen Titel. 3. August 2012
  13. HDsports.at: Vojta mit couragierter Anti-Doping-Aktion. 6. August 2012
  14. HDsports.at: Jahresweltbestleistung in Linz; Vojta und Franzmair sensationell!. 20. August 2012
  15. HDsports.at: Vojta im WM-Vorlauf out. 7. März 2014
  16. http://sport.orf.at/stories/2214029/2214028/
  17. "Andreas Vojta & Beate Schrott sind Österreichs Leichtathleten des Jahres 2011" auf oelv.at
  18. "Studenten Cross WM - Vojta wird 16" auf team2012.at