Andrei Alexandrowitsch Golubew

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Andrei Golubew Tennisspieler
Andrei Golubew
Spitzname: Andrea
Nationalität: KasachstanKasachstan Kasachstan
2008−
RusslandRussland Russland
2005−2008
Geburtstag: 22. Juli 1987
Größe: 185 cm
Gewicht: 77 kg
1. Profisaison: 2005
Spielhand: Rechts
Trainer: Juri Schtschukin
Preisgeld: 2.211.422 US-Dollar
Einzel
Karrierebilanz: 61:98
Karrieretitel: 1
Höchste Platzierung: 33 (4. Oktober 2010)
Aktuelle Platzierung: 59
Grand-Slam-Bilanz
Doppel
Karrierebilanz: 26:42
Höchste Platzierung: 72 (9. Juni 2014)
Aktuelle Platzierung: 79
Grand-Slam-Bilanz
Letzte Aktualisierung der Infobox: 21. Juli 2014
Quellen: offizielle Spielerprofile bei der ATP/WTA und ITF (siehe Weblinks)

Andrei Alexandrowitsch Golubew (russisch Андрей Александрович Голубев, engl. Transkription: Andrey Golubev; * 22. Juli 1987 in Wolschski, Sowjetunion) ist ein kasachischer Tennisspieler russischen Ursprungs.

Leben und Karriere[Bearbeiten]

bis 2006: Werdegang und erste Erfolge als Junior und auf Future-Turnieren[Bearbeiten]

Andrei Golubew begann das Tennisspielen mit sechs Jahren. Im Alter von 15 Jahren zog er auf Empfehlung eines Freundes nach Italien nach Bra, wo er seitdem lebt und in der Matchball Tennis Academy von Massimo Puci trainiert. Ab 2003 spielte er auf Satellite- und Future-Turnieren, und erreichte 2004 erstmals ein Future-Finale. Zudem konnte er auf der Juniorentour in Salsomaggiore Terme ein Turnier gewinnen, wobei er im Finale Robin Haase besiegte.

2005 gewann Golubew in Italien zwei Future-Turniere und erreichte dadurch eine Position in den Top 500 der Tennis-Weltrangliste. Im folgenden Jahr erreichte er insgesamt sechs Future-Finals, von denen er zwei in Frankreich und Spanien gewinnen konnte.

2007: Erstes Challenger-Finale und ATP-Debüt[Bearbeiten]

Im Jahr 2007 versuchte Andrei Golubew erstmals, sich für ATP-Turniere zu qualifizieren, und erreichte dabei unter anderem die dritte Qualifikationsrunde in Wimbledon. Zudem spielte er nun vermehrt Turniere der ATP Challenger Tour, und konnte im Juli 2007 in Recanati erstmals ein Finale erreichen, das er jedoch gegen Wang Yeu-tzuoo verlor. Zwei Wochen vorher hatte er in Mantua an der Seite von Francesco Piccari bereits seinen ersten Doppel-Titel gewonnen. Beim ATP-Turnier von Basel konnte er sich für das Hauptfeld qualifizieren, und gewann daraufhin sein erstes Match auf ATP-Ebene gegen Amer Delić. In der zweiten Runde konnte er gegen Paul-Henri Mathieu den ersten Satz gewinnen, verlor dann jedoch noch in drei Sätzen. Dennoch beendete er erstmals ein Jahr in den Top 200 der Weltrangliste.

2008–2009: Challenger-Titel, Grand-Slam-Debüt, erstes ATP-Finale und Einstieg in die Top 100[Bearbeiten]

Das Jahr 2008 begann mit einer erfolgreichen Qualifikation in Adelaide, wo er in der ersten Runde Ernests Gulbis unterlag. Drei Wochen später folgte in Heilbronn der erste Challenger-Titel. Nachdem er in der zweiten Runde den topgesetzten Florian Mayer ausgeschaltet hatte, profitierte Golubew im Finale von der Aufgabe seines Gegners Philipp Petzschner. In den folgenden Monaten versuchte er immer wieder, sich für ATP-Turniere zu qualifizieren, schaffte jedoch nur in Toronto und Los Angeles den Sprung ins Hauptfeld, wo er jeweils in der ersten Runde ausschied. Im August 2008 scheiterte Andrei Golubew bei der Qualifikation für die US Open in der dritten Runde an Stéphane Bohli, rückte jedoch als Lucky Loser trotzdem erstmals in das Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers. Dort besiegte er in der ersten Runde Brendan Evans, verlor dann aber in der zweiten Runde gegen den an Position 7 gesetzten David Nalbandian. Da er für sich keine Chance sah, in das russische Davis-Cup-Team berufen zu werden, hatte Golubew im Sommer 2008 (genau wie seine Landsmänner Juri Schtschukin und Michail Kukuschkin) die kasachische Staatsbürgerschaft angenommen, und so konnte er im September 2008 gegen die Philippinen erstmals für Kasachstan antreten.[1] Sowohl im Einzel als auch im Doppel gewann er mühelos und steuerte somit zwei Punkte zum 5:0-Sieg bei. Seitdem hat Golubew in bislang sechs Davis Cup-Partien eine Bilanz von 12:2 Siegen. Im Oktober 2008 folgte der bis dahin größte Erfolg in Andrei Golubews Karriere: In Sankt Petersburg qualifizierte er sich für das Hauptfeld und zog nach Siegen über Olivier Rochus, Marat Safin, Mischa Zverev und Victor Hănescu bis ins Finale ein, wo er jedoch dem topgesetzten Andy Murray deutlich unterlegen war. Zwei Wochen später gewann Golubew das Challenger-Turnier von Astana, dabei besiegte er im Finale den Franzosen Laurent Recouderc. Daraufhin stieg er erstmals in die Top 100 der Weltrangliste ein, und rückte bis zum Jahresende bis auf Position 89.

Dadurch war er bei den Australian Open 2009 direkt qualifiziert, verlor aber in der ersten Runde gegen Fabio Fognini. Bis zum Mai 2009 konnte Golubew nur ein einziges Match auf ATP-Ebene gewinnen, und fiel daher wieder aus den Top 100 heraus. Dennoch rückte er bei den French Open 2009 als Ersatz ins Hauptfeld, und traf nach einem Erstrundensieg über Denis Gremelmayr in der zweiten Runde auf den ehemaligen Weltranglistenersten Lleyton Hewitt, dem er glatt unterlegen war. In Wimbledon hieß der Erstrundengegner Jo-Wilfried Tsonga, gegen den er in vier knappen Sätzen verlor. Im Juli 2009 erreichte Andrei Golubew wie schon zwei Jahre zuvor das Finale des Challenger-Turniers von Recanati, konnte dort jedoch gegen Stéphane Bohli erneut nicht den Titel gewinnen. Zudem stand er auch in der Doppelkonkurrenz zusammen mit Adriano Biasella im Finale, verlor jedoch auch dieses. Beim Canada Masters in Montreal konnte Golubew mit Radek Štěpánek erstmals einen Spieler aus den Top 20 besiegen. In der zweiten Runde schied er gegen Stanislas Wawrinka aus, erreichte in der folgenden Woche aber mit Rang 56 seine bis dahin beste Platzierung in der Weltrangliste. Im Oktober 2009 verlor Golubew in Sankt Petersburg bereits in der ersten Runde gegen Michail Juschny, und verlor daher die im Jahr zuvor hier gesammelten Weltranglistenpunkte. Auch die erfolgreiche Challenger-Titelverteidigung in Astana durch einen Sieg über Ilja Martschenko konnte nicht verhindern, dass Golubew wieder aus den Top 100 herausfiel.

2010: Erster ATP-Titel und Einstieg in die Top 50[Bearbeiten]

Zu Beginn des Jahres 2010 trat Andrei Golubew zusammen mit Jaroslawa Schwedowa beim Hopman Cup an. Dabei gewann er zwei von drei Einzeln und eins von zwei Mixed-Doppeln. Für die Australian Open bekam Golubew als bestplatzierter asiatischer Spieler unter 23 eine Wildcard. Nachdem er in der ersten Runde Mardy Fish in vier Sätzen besiegt hatte, schied er in der zweiten Runde gegen den an Position 24 gesetzten Ivan Ljubičić aus. Zwei Wochen später erreichte Golubew beim Challenger-Turnier von Heilbronn das Finale, welches er gegen Michael Berrer verlor. Die nächsten Monate verliefen ohne größere Erfolge: Nur bei den ATP-Turnieren von Casablanca und Monte Carlo konnte Golubew die zweite Runde erreichen. Bei den French Open und in Wimbledon schied er jeweils in der ersten Runde aus. Im Juli 2010 folgte dann der bisherige Höhepunkt in Andrei Golubews Karriere: An seinem 23. Geburtstag traf er bei den German Open am Hamburger Rothenbaum nach Siegen über Mischa Zverev und Marcel Granollers im Achtelfinale auf den topgesetzten Nikolai Dawydenko. Diesen besiegte er genauso wie danach Denis Istomin, Florian Mayer sowie im Finale Jürgen Melzer glatt in zwei Sätzen, und gewann damit seinen ersten ATP-Titel. In der Weltrangliste machte Golubew daraufhin einen Sprung von Platz 82 bis auf Platz 36. Die folgenden Monate verliefen ohne große Höhepunkte; bei den US Open schied Golubew in der ersten Runde gegen den späteren Halbfinalisten Michail Juschny aus. Zwei Wochen später steuerte er im Davis Cup zum 5:0-Sieg über die Schweiz zwei Einzel- sowie einen Doppelsieg bei. Kasachstan schaffte damit erstmals den Einzug in die Weltgruppe. Im Oktober 2010 konnte Golubew in Kuala Lumpur nach Siegen unter anderem über den topgesetzten Robin Söderling sowie David Ferrer zum zweiten Mal in dieser Saison ein ATP-Finale erreichen. Dort verlor er trotz 1:0-Satzführung erneut gegen seinen „Angstgegner“ Michail Juschny.

2011: Niederlagenserie[Bearbeiten]

Das Jahr 2011 begann für Andrei Golubew bei den Australian Open mit einer Erstrundenniederlage gegen den Qualifikanten Grigor Dimitrov. Nach einem eher enttäuschenden Saisonstart war das erste Highlight der Saison der 3:2-Sieg im Davis Cup über Tschechien. Dabei steuerte Golubew zwei Einzelsiege bei, unter anderem über den Top-10-Spieler Tomáš Berdych. Beim Masters-Turnier in Indian Wells im März 2011 verlor Golubew nach einem Erstrundensieg über Florian Mayer in der zweiten Runde gegen den späteren Turniersieger Novak Đoković. Der Sieg gegen Mayer sollte für lange Zeit sein letzter auf ATP-Level bleiben: Bis zum August 2011 verlor Andrei Golubew 18 ATP-Matches in Folge, unter anderem bei den French Open, in Wimbledon sowie in Hamburg, wo er im Vorjahr noch den Titel gewonnen hatte. Dadurch fiel er in der Weltrangliste weit zurück und aus den Top 100 heraus. Erst beim Masters-Turnier in Cincinnati konnte Golubew die Niederlagenserie mit einem Sieg über den an Position 16 gesetzten Stanislas Wawrinka stoppen. Er verpasste damit knapp den Negativrekord von Vincent Spadea, der im Jahr 2000 21 ATP-Matches in Folge verloren hatte.

Erfolge[Bearbeiten]

Legende (Anzahl der Siege)
Grand Slam
ATP World Tour Finals
ATP World Tour Masters 1000
ATP World Tour 500 (1)
ATP International Series
ATP World Tour 250
ATP Challenger Tour (9)

Einzel[Bearbeiten]

Turniersiege[Bearbeiten]

ATP World Tour[Bearbeiten]
Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Endergebnis
1. 25. Juli 2010 DeutschlandDeutschland Hamburg Sand OsterreichÖsterreich Jürgen Melzer 6:3, 7:5
ATP Challenger Tour[Bearbeiten]
Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Endergebnis
1. 27. Januar 2008 DeutschlandDeutschland Heilbronn Teppich (i) DeutschlandDeutschland Philipp Petzschner 2:6, 6:1, 3:1 Aufg.
2. 8. November 2008 KasachstanKasachstan Astana (1) Hartplatz (i) FrankreichFrankreich Laurent Recouderc 1:6, 7:5, 6:3
3. 8. November 2009 KasachstanKasachstan Astana (2) Hartplatz (i) UkraineUkraine Ilja Martschenko 6:3, 6:3
4. 30. Juni 2013 DeutschlandDeutschland Marburg Sand ArgentinienArgentinien Diego Sebastián Schwartzman 6:1, 6:3
5. 24. November 2013 RusslandRussland Tjumen Hartplatz (i) RusslandRussland Andrei Kusnezow 6:4, 6:3
6. 23. Februar 2014 KasachstanKasachstan Astana Hartplatz (i) LuxemburgLuxemburg Gilles Müller 6:4, 6:4

Finalteilnahmen[Bearbeiten]

ATP World Tour[Bearbeiten]
Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Endergebnis
1. 26. Oktober 2008 RusslandRussland Sankt Petersburg Hartplatz (i) Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Andy Murray 1:6, 1:6
2. 3. Oktober 2010 MalaysiaMalaysia Kuala Lumpur Hartplatz (i) RusslandRussland Michail Juschny 7:67, 2:6, 6:73

Doppel[Bearbeiten]

Turniersiege[Bearbeiten]

ATP Challenger Tour[Bearbeiten]
Nr. Datum Turnier Belag Partner Finalgegner Endergebnis
1. 15. Juli 2007 ItalienItalien Mantua Sand ItalienItalien Francesco Piccari ItalienItalien Leonardo Azzaro
ItalienItalien Marco Crugnola
6:3, 6:2
2. 17. Juni 2012 ItalienItalien Monza Sand KasachstanKasachstan Juri Schtschukin RusslandRussland Teimuras Gabaschwili
ItalienItalien Stefano Ianni
7:64, 5:7, [10:7]
3. 29. Juni 2013 DeutschlandDeutschland Marburg Sand KasachstanKasachstan Jewgeni Koroljow NiederlandeNiederlande Jesse Huta Galung
AustralienAustralien Jordan Kerr
6:3, 1:6, [10:6]

Abschneiden bei Grand-Slam-Turnieren[Bearbeiten]

Einzel[Bearbeiten]

Turnier 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 Bilanz Karriere
Australian Open - 1 2 1 2 - 1 2:5 2
French Open - 2 1 1 - - 1 1:4 2
Wimbledon - 1 1 1 - - 1 0:4 1
US Open 2 1 1 1 - - 1:4 2

Doppel[Bearbeiten]

Turnier 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 Bilanz Karriere
Australian Open - - - 1 - - 1 0:2 1
French Open - - 2 AF - - HF 7:3 HF
Wimbledon - - 2 1 - - 1 1:3 2
US Open - 1 1 - - - 0:2 1

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Neu in den Top 100: Andrej Golubew (21), Kasachstan

Weblinks[Bearbeiten]