Andrei Georgijewitsch Bitow

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Andrei Bitow

Andrei Georgijewitsch Bitow (russisch Андрей Георгиевич Битов; * 27. Mai 1937 in Leningrad) ist ein bedeutender sowjetisch-russischer Schriftsteller der Postmoderne.

Biografie[Bearbeiten]

Bitow stammt aus der Familie eines Architekten und einer Juristin. Er wuchs in Leningrad auf. Während der Blockade der Stadt im Zweiten Weltkrieg wurde er in den Ural und nach Zentralasien evakuiert.

1957 nahm er sein Studium am Bergbauinstitut Leningrad auf und erwarb dort 1962 einen Abschluss als Geologe. Seit 1959 veröffentlicht er Erzählungen, Essays, Romane und Reiseberichte. 1965 wurde er Mitglied des sowjetischen Schriftstellerverbands.

1979 gehörte er neben Wassili Aksjonow, Fasil Iskander, Wiktor Jerofejew und Jewgeni Popow zum Redaktionskollegium des Untergrund-Literaturalmanachs Metropol. Daraufhin wurden bis 1986 keine Werke von ihm veröffentlicht. Erst mit dem Einsetzen der Perestroika konnten seine Bücher wieder erscheinen.

Bitow übte die unterschiedlichsten Funktionen aus, u. a. als Vizepräsident (ab 1989) und später Präsident (seit 1991) des Russischen PEN-Zentrums, Vorstandsvorsitzender der Nabokow-Stiftung (seit 1992). Darüber hinaus war er Mitarbeiter in den Redaktionskollegien verschiedener Zeitschriften und Almanache.

Bitow lebt heute in Moskau und Sankt Petersburg.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Bitow erhielt für sein Schaffen zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen, u. a. 1989 den Alexander-Puschkin-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung, 1996 den Staatspreis der Russischen Föderation und 2006 den Iwan-Bunin-Preis. 2008 wurde er für Das Puschkinhaus (mit seiner Übersetzerin Rosemarie Tietze) mit dem Brücke Berlin-Preis ausgezeichnet.

Seit 1997 ist Bitow Ehrenbürger von Jerewan und erhielt gleichzeitig die Ehrendoktorwürde der Staatlichen Universität Jerewan.

Andrei Bitov 2.jpg

Bücher[Bearbeiten]

  • Das Puschkinhaus. Roman, DTV Deutscher Taschenbuch 1988, ISBN 3-423-61800-0; Neuübersetzung aus dem Russischen von Rosemarie Tietze, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-518-41922-9
  • Der rote Luftballon, Heliopolis-Verlag 1990, ISBN 3-87324-096-3
  • Das Licht der Toten. Erinnerungen an die Realität, Luchterhand Literaturverlag 1990, ISBN 3-630-86721-9
  • Die Vögel. Oder Neues vom Menschen, Pendo Verlag 1991, ISBN 3-85842-192-8
  • Die ungeliebte Albina. Erzählungen, Aufbau-Verlag, Berlin, 1982
  • Die ungeliebte Albina. Erzählungen, Fischer- Taschenbuch-Verlag, Frankfurt/Main 1990, ISBN 3-596-10032-1
  • Mensch in Landschaft. Eine Pilgerfahrt, Rowohlt Taschenbuch-Verlag 1997, ISBN 3-499-22151-9
  • Puschkins Hase, Insel-Verlag Frankfurt 1999, ISBN 3-458-16958-X
  • Die Rolle. Roman, Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt/Main 2002, ISBN 3-596-29578-5
  • Armenische Lektionen. Eine Reise aus Russland, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-518-41319-8
  • Georgisches Album. Auf der Suche nach der Heimat, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-518-41478-X
  • Geschmack. Novelle, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-518-41641-3
  • Der Symmetrielehrer - Roman Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2004, ISBN 978-3-518-42329-5

Sekundärliteratur[Bearbeiten]

  • Ellen Chances: Andrei Bitov: The Ecology of Inspiration (Cambridge Studies in Russian Literature), Cambridge UP, 2006, ISBN 0-521-02527-3

Weblinks[Bearbeiten]