Andrei Pleșu
Andrei Gabriel Pleșu (* 23. August 1948 in Bukarest) ist ein rumänischer Philosoph, Kunsthistoriker und Politiker. Er zählt zu den bedeutendsten Schülern Constantin Noicas.
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[Bearbeiten] Leben und Werke
Nach seiner Promotion 1980 mit einer Dissertation über "Das Naturgefühl in der europäischen Kultur" war er zunächst Dozent an der Akademie der Schönen Künste in Bukarest, wo er Vorlesungen über die Geschichte der modernen rumänischen Kunst hielt, musste 1982 aber aus politischen Gründen den Bildungsbereich verlassen. 1989 wurde er in das Dorf Tescani verbannt, weil er Kontakt zu dem oppositionellen Dichter Mircea Dinescu pflegte. Nach der Revolution 1989 und dem Sturz der Regierung war er bis 1991 Kulturminister. Er erhielt 1991 einen Ruf als Professor für Religionsphilosophie in Bukarest, hatte Gastprofessuren an der University of California, Berkeley und in Berlin (Fellow im Wissenschaftskolleg 1991/1992).
1993 hat Pleșu die bedeutende wöchentliche Zeitschrift "Dilema" gegründet (jetzt "Dilema veche").
Andrei Pleșu war 1994 Mitgründer des New Europe College, das er nach dem Vorbild des Institute for Advanced Study in Princeton, New Jersey, ausbaute und bis heute leitet. Zu den Unterstützern dieser wissenschaftlichen Vereinigung zählt Wolf Lepenies - bei der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2006 an ihn hielt Pleșu die Laudatio.
Von 1997 bis 1999 war Andrei Pleșu parteiloser Außenminister Rumäniens und intensivierte die Annäherung an den Westen. Er ist Mitglied in verschiedenen wissenschaftlichen Akademien. Für seine politische und literarische Tätigkeit erhielt er zahlreiche Preise.
Das Buch 'Das Schweigen der Engel' gilt als ein Fundament für die heutige Angelologie. Der rumänische Philosoph Andrei Pleșu, eine geistige Autorität weit über sein Land hinaus, hat den kommunistischen Ungeist mit seiner gewalttätigen ›Entweder-Oder-Ideologie‹ noch kennengelernt. Engel zeigen sich dem Menschen dagegen in den Zwischenräumen, sie sind ihr Widerschein. Wenn Andrei Pleșu über Engel schreibt, über das, was scheinbar nicht von dieser Welt ist, dann denkt er über den Menschen in dessen scheinbar aufgeklärter Kultur nach.
[Bearbeiten] Bücher in Deutscher Sprache
- Reflexion und Leidenschaft, Wien : Deuticke, 1992
- Eliten - Ost und West, Berlin, de Gruyter, 2000
- Wer in der Sonne steht, wirft Schatten, Ostfildern vor Stuttgart, ed. Tertium, 2000
- Die Toleranz und das Intolerable, Basel, Schwabe, 2004
- Das Schweigen der Engel, Berlin University Press, Berlin 2007.
[Bearbeiten] Auszeichnungen
- 1990 - Commandeur des Arts et des Lettres, Paris
- 1993 - New Europe Prize for Higher Education and Research, Berlin
- 1996 - Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
- 1999 - Corvinus-Preis des Budapester Europainstitutes
- 1999 - Ordre national de la Legion d'Honneur, Paris (März Commandeur; Dezember Grand Officier)
- 2000 - Dr. honoris causa der Albert Ludwigs-Universität, Freiburg
- 2001 - Dr. honoris causa der Humboldt Universität, Berlin
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Andrei Pleșu im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- HR Online: Andrei Plesu hält Laudatio für Wolf Lepenies
- Die Zeit: Pleşus Laudatio im Wortlaut
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pleșu, Andrei |
| ALTERNATIVNAMEN | Pleșu, Andrei Gabriel (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | rumänischer Philosoph, Kunsthistoriker und Politiker |
| GEBURTSDATUM | 23. August 1948 |
| GEBURTSORT | Bukarest |