Andrej Kurkow

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Andrei Kurkow (2010)

Andrei Jurjewitsch Kurkow (russisch Андрей Юрьевич Курков, ukrainisch Андрій Юрійович Курков/Andrij Jurijowytsch Kurkow; * 23. April 1961 in Budugoschtsch, Oblast Leningrad) ist ein russischsprachiger Schriftsteller aus Kiew.

Leben[Bearbeiten]

Kurkow, geboren in Russland, lebte seit frühester Kindheit in Kiew und machte 1983 am dortigen Staatlichen Pädagogischen Fremdspracheninstitut einen Abschluss. Er spricht elf – nach eigenen, jüngeren Angaben heute nur noch sieben – Fremdsprachen und arbeitete in unterschiedlichen Berufen, darunter Redakteur, Gefängniswärter und Kameramann. Seit 1988 ist er Mitglied des Londoner PEN-Clubs, seit 1996 lebt er zeitweise in London. Rund 18 Dokumentar- und Spielfilmdrehbücher stammen aus seiner Feder; seine Romane wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, darunter Deutsch, Französisch, Niederländisch, Spanisch und Türkisch.

Seine Romane zeichnen sich durch einen scharfen, ironischen Blick auf das Leben in der postsowjetischen Gesellschaft aus. Trotz abstruser, ins Extreme oder Surreale verfremdeter Situationen aus dem ukrainischen oder russischen Alltag verliert Kurkow nie den ernsthaft-liebevollen Blick auf seine Figuren.

Im Zusammenhang mit dem Euromaidan veröffentlichte Andrej Kurkow erstmals Auszüge aus seinen Tagebüchern, die er seit dreißig Jahren führt. Er bezieht darin deutlich Stellung gegen Wiktor Janukowytsch, äußert sich aber auch durchaus kritisch über Julia Timoschenko und Viktor Juschtschenko.[1]

Werke[Bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten]

  • (Не приведи меня в Кенгаракс, 1991)
  • (11 необыкновенностей, 1991)
  • als Mitautor (Бикфордов мир, 1993)
  • Picknick auf dem Eis, 1999 (Смерть постороннего, 1996; spätere Auflage unter dem Titel: Пикник на льду, 2005), ISBN 3-257-23255-1 – deutsch von Christa Vogel
  • Petrowitsch, 2002 (Добрый ангел смерти, 1997), ISBN 3-257-06247-8 – deutsch von Christa Vogel
  • Ein Freund des Verblichenen, 2001 (Милый друг, товарищ покойника) ISBN 3-257-06239-7 – deutsch von Christa Vogel
  • Pinguine frieren nicht (2003), ISBN 3-257-06377-6 – deutsch von Sabine Grebing
  • Keine Angst vor der Dunkelheit, 2004, ISBN 3-908713-06-4 – deutsch von Angelika Schneider
  • Die letzte Liebe des Präsidenten (Последняя любовь президента, 2005, ISBN 5-94278-920-7), 2005, ISBN 3-257-06486-1 – deutsch von Sabine Grebing
  • (Закон улитки, 2005, ISBN 5-94278-967-3)
  • (Любимая песня космополита, 2006, ISBN 5-367-00271-4)
  • (Сады господина Мичурина, 2006, ISBN 5-367-00172-6)
  • Myzelistan oder: „… die globale Erwärmung an einem vereinzelt herausgegriffenen Punkt“ (zweisprachig Deutsch und Russisch, in der Übersetzung von Judith Merkushev). Berlin: Katzengraben-Presse 2006, ISBN 3-910178-59-6
  • Herbstfeuer, 2007, ISBN 978-3-257-06606-7 – deutsch von Angelika Schneider
  • Der Milchmann in der Nacht, Diogenes-Verlag, Zürich 2009, ISBN 978-3-257-06727-9 – deutsch von Sabine Grebing
  • Der wahrhaftige Volkskontrolleur, Haymon Verlag, Innsbruck 2011, ISBN 978-3-85218-679-5 – deutsch von Kerstin Monschein
  • Der Gärtner von Otschakow, Diogenes-Verlag, Zürich 2012, ISBN 978-3-257-06814-6 – deutsch von Sabine Grebing
  • Der unbeugsame Papagei, Haymon Verlag, 2013, ISBN 978-3709970126 – deutsch von Sabine Grebing
  • Ukrainisches Tagebuch. Aufzeichnungen aus dem Herzen des Protests, Haymon Verlag, 2014, ISBN 978-3-7099-7154-3 – deutsch von Steffen Beilich

Filmdrehbücher[Bearbeiten]

  • (Исход, 1990)
  • The Pit, (Яма, 1991, Drama)
  • (Воскресный побег, 1992)
  • (Ночь о любви, 1992)
  • (Елисейские поля, 1993, Melodram)
  • Picknick auf dem Eis (Смерть постороннего, 1996)
  • A friend of the deceased (Приятель покойника, 1997)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Andrej Kurkow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ulrich M. Schmid: Am Ende der Unmündigkeit. Ukrainische Autoren über den «Euromaidan». Neue Zürcher Zeitung, 9. Juli 2014, abgerufen am 19. Juli 2014.