Andrejs Pumpurs

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Andrejs Pumpurs (* 10. Septemberjul./ 22. September 1841greg. im kurländischen Teil der früheren Gemeinde Lieljumprava, heute Birzgale in Lettland; † 23. Junijul./ 6. Juli 1902greg. in Rīga) war ein lettischer Dichter. Er schrieb das lettische Nationalepos Lāčplēsis (Der Bärentöter) nieder und war eine wichtige Figur in der politisch-literarischen Bewegung Jungletten.

Andrejs Pumpurs Büste in Daugavpils

Leben[Bearbeiten]

Pumpurs wuchs an den Ufern der Düna (lett: Daugava) auf. Er war eines von drei Kindern aus der Gemeinde, die vom lutherischen Geistlichen für die Deutsch-Klasse der Kirchenschule in Lielvārde ausgewählt wurden. Danach konnte er seine Ausbildung wegen der Armut seiner Familie nicht fortsetzen. Er arbeitete als Flößer und verrichtete mit seinem Vater Gelegenheitsarbeiten. Dabei kam er mit der mündlichen Überlieferung von lettischen Geschichten und Legenden in Berührung, die in der Gegend seines Geburtsortes besonders verbreitet ist und seine späteren Arbeiten prägen sollte. Seine ersten Gedichte und frühe Skizzen für das Epos schrieb er zwischen 1867 und 1872 in Vecpiebalga, einem ländlichen Mittelpunkt der lettischen Bildung und des kulturellen Lebens.

Nach einem kurzen Aufenthalt in Riga ging er 1876 nach Moskau und wurde von Fricis Brīvzemnieks dem Slawophilen Iwan Sergejewitsch Aksakow und dem Herausgeber Michail Nikiforowitsch Katkow vorgestellt. Als dritter Lette stellte sich Pumpurs freiwillig auf die Seite der Serben im russisch-türkischen Krieg. Die Erlebnisse in Serbien hatten einen starken Einfluss auf seinen ohnehin schon leidenschaftlichen Nationalismus. Seine militärische Laufbahn brachte ihn später nach Sewastopol und Odessa, wo er eine Offiziersausbildung erhielt. 1882 ging er in das Gouvernement Livland zurück. Er diente in der Einheit, die später zum Ust-Dwinsk-Regiment wurde und nahm an Geheimtreffen der Narodnaja Wolja-Bewegung teil. Von 1895 an arbeitete er als Quartiermeister in Dwinsk (lett: Daugavpils). Um die russischen Truppen zu versorgen, unternahm er weite Reisen, im Anschluss an eine dieser Reisen nach China starb er an Rheumatismus.

Literarisches Werk[Bearbeiten]

Das erste Gedicht Pumpurs wurde 1869 in der Zeitschrift "Baltijas Vēstnesis" veröffentlicht. Sein bekanntestes Werk, das Epos "Lāčplēsis" erschien 1895 zum 3. lettischen Sängerfest. 1895 wurden seine gesammelten Werke unter dem Titel "No Daugavas līdz Donavai" (Von der Düna bis zur Donau) herausgegeben. Im Rahmen der Lāčplēsis-Tage 1988 erschien eine deutsche Linearübersetzung des Lāčplēsis von Gunārs Cīrulis im Verlag des Schriftstellerverbands der Lettischen SSR.

Literatur[Bearbeiten]

  • Viktors Hausmanis, ed.: Latviešu rakstniecība biogrāfijās. Rīga: LZA, 1992.
  • Anita Rožkalne (Hg.): Latviešu rakstniecība biogrāfijās. 2., rev. und erw. Aufl.- Rīga: Zinātne, 2003.
  • Teodors Zeiferts: Latviešu rakstniecības vēsture. Rīga: 1922. Erhältlich unter latviešu valodas tekstu korpuss.
  • Arveds Švābe: Latvijas vēsture 1800-1914. Uppsala: Daugava, 1958.
  • Arveds Švābe, ed.: Latvju enciklopēdija. Stockholm: Trīs Zvaigznes, 1952-1953.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Andrejs Pumpurs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien