Andrew Bertie

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Großmeisterwappen Andrew Berties

Fra′ Andrew Willoughby Ninian Bertie (* 15. Mai 1929 in London; † 7. Februar 2008 in Rom) war vom 8. April 1988 bis zu seinem Tod der 78. Großmeister des Malteserordens.

Sein voller Titel lautete „Seine Hoheit und Eminenz, Fra′ Andrew Bertie, Fürst und Großmeister des Souveränen Ritter- und Hospitalordens des Hl. Johannes von Jerusalem von Rhodos und von Malta“.

Familie[Bearbeiten]

Bertie stammte aus englischem-schottischem Adel. Sein Großvater war Montagu Arthur Bertie, 7. Earl of Abingdon (1836–1928). Berties Vater James Willoughby (1901–1966) nahm als Offizier der Royal Navy an beiden Weltkriegen teil, seine Mutter war Lady Jean Crichton-Stuart (1908–1995), jüngste Tochter des 4. Marquess of Bute.

Frühe Jahre[Bearbeiten]

Schule und Studium absolvierte Bertie am Ampleforth College der Benediktiner in York und am Christ Church College in Oxford, wo er in „Geschichte der Neuzeit“ promovierte. Weitere Studien in afrikanischen und orientalischen Studien führten ihn an die Universität von London. Seinen Militärdienst leistete er bei den Scots Guards von 1948 bis 1950 ab, ab 1949 als Offizier. Er war zunächst als Wirtschaftsjournalist tätig und dann 23 Jahre als Lehrer für moderne Sprachen (vor allem Französisch und Spanisch) an der Worth School, dem Lyzeum der Benediktiner in Sussex; Bertie beherrschte u.a. fünf Sprachen und hatte einen Schwarzen Gürtel in Judo.

Ordensleben[Bearbeiten]

1956 wurde er in den Souveränen Malteserorden aufgenommen und legte 1981 die ewigen Gelübde ab. Damit wurde er Professritter und Mönch im Sinne des Kirchenrechtes. Im gleichen Jahr wurde er in den Souveränen Rat des Ordens („Ordensregierung“) gewählt. Seit 8. April 1988 schließlich war er als erster Brite in der Geschichte des Malteserordens dessen Großmeister.

Als Großmeister betrieb Bertie vor allem die Ausweitung humanitärer Projekte des Ordens und führte die von seinem Vorgänger Angelo de Mojana di Cologna begonnene Modernisierung der inneren Strukturen des Ordens fort. In seiner Amtszeit verdoppelte sich die Zahl der Staaten, mit denen der Orden in diplomatischen Beziehungen steht, von 49 auf 100. Auch die Anzahl der Ordensmitglieder steigerte sich.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Des Weiteren war Bertie Ehrenbürger von Rapallo (1992), Veroli (1993), Lourdes (1999), Magione (2002), Vittoriosa (2003) und Santa Severina (2003). Im Jahr 2002 wurde er in Bolivien zum Huesped Ilustre (La Paz, El Alto und Santa Cruz) ernannt. Er erhielt den Path to Peace-Preis (2005) sowie den Matteo Ricci-Preis (2006).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.orderofmalta.org/site/notizia.asp?idlingua=2&IDNotizia=350&anno=2006 (Link nicht abrufbar)
  2. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)
  3. AAS 91 (1999), n. 10, p. 1014.
Vorgänger Amt Nachfolger
Angelo de Mojana di Cologna Großmeister des Malteserordens
1988–2008
Matthew Festing