Andrew Jackson

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Dieser Artikel behandelt den Präsidenten der Vereinigten Staaten. Für den gleichnamigen britischen Toningenieur und Musiker siehe Andrew Jackson (Toningenieur).
Andrew Jackson
Unterschrift von Andrew Jackson
Andrew Jackson als Offizier
Jacksons offizielles Porträt im Weißen Haus
Jackson kämpft mit dem vielköpfige Monster, die private Notenbank, der Bankier Nicholas Biddle ist in der Mitte, mit dem Zylinder.
Eine Pro-Jackson Satire, Uncle Sam bejubelt Jackson für seine Zerstörung der privaten Notenbank. Nicolas Biddle ist als Teufel dargestellt, zusammen mit anderen Spekulanten und Söldnern, die fliehen, als die Bank zusammenbricht. Lithographie von Edward W. Clay, 1833.
Porträt Andrew Jacksons von Ralph Eleaser
Daguerreotypie Andrew Jacksons von 1844
Grabmal von Andrew Jackson
Andrew Jackson auf einem Präsidentendollar

Andrew Jackson (* 15. März 1767 in den Waxhaws; † 8. Juni 1845 nahe Nashville, Tennessee) war von 1829 bis 1837 der 7. Präsident der Vereinigten Staaten und ist der Gründer der Demokratischen Partei der USA. Jackson trug den Spitznamen „Old Hickory“ und ging als einer der prägenden Präsidenten in die Geschichte der USA ein. Zum einen war er der erste Präsident, der nicht aus der Elite des US-amerikanischen Unabhängigkeitskrieges stammte. Während seiner Regierungszeit nahm er umfangreiche Änderungen an der Staatsorganisation vor. Jackson gilt als Hauptverantwortlicher für die gewaltsame Vertreibung der „fünf zivilisierten Indianernationen“ mit ungezählten Todesopfern.

Leben bis zur Präsidentschaft[Bearbeiten]

Kindheit, Jugend und Ausbildung[Bearbeiten]

Seine Eltern, Andrew Jackson senior (* ca. 1730; † Februar 1767) und Elizabeth „Betty“ Hutchinson (* ca. 1740; † November 1781), emigrierten 1765 aus Carrickfergus im heutigen Nordirland in die USA. Das Andrew Jackson Centre bei Carrickfergus zeigt noch heute eine Ausstellung über die elterliche Familie des siebten Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Jackson genoss eine nur dürftige Erziehung und Ausbildung und arbeitete seit seinem 18. Lebensjahr bei einem Rechtsanwalt. 1786 wurde er zur Praxis zugelassen und ließ sich in Nashville, Tennessee, nieder. Ab 1788 wurde er Staatsanwalt für das westliche North Carolina, das heißt für das Gebiet des späteren Tennessee. 1791 heiratete er Rachel Donelson Robards; da die Scheidung von ihrem ersten Mann noch nicht vollzogen gewesen war, heirateten sie 1794 erneut. Nachdem er Mitglied der verfassunggebenden Versammlung des neuen US-Staats Tennessee geworden war, zog er 1796 als einer der ersten Vertreter des Staates in das US-Repräsentantenhaus und im Jahr darauf in den Senat der Vereinigten Staaten ein. Ab 1798 wurde er bis 1804 Richter am Tennessee Supreme Court. Auseinandersetzungen mit dem amtierenden Präsidenten Thomas Jefferson führten zu seinem zeitweiligen Rückzug aus dem politischen Leben. Zwischen 1805 und 1812 bewirtschaftete er seine Farm. Jackson tötete am 30. Mai 1806 in einem Duell Charles Dickinson, einen regional bekannten Schützen, wurde aber auch selbst schwer verletzt: eine Kugel durchschlug zwei Rippen, verfehlte das Herz knapp und blieb lebenslang im Brustkorb stecken. Dickinson hatte Jacksons Frau verleumdet, was Anlass für das Duell war. Jackson setzte sich weiter häufig Zweikämpfen aus, eine weitere Schussverletzung führte zu dauerhaften Bauchschmerzen, wahrscheinlich durch eine Bleivergiftung.[1][2]

Militärische Laufbahn[Bearbeiten]

1812 erhielt Jackson den Oberbefehl über alle Milizen des Staates Tennessee und vertrieb die ansässigen Muskogee-Indianer nach Florida. Als die Engländer 1815 New Orleans bedrohten, erhielt Jackson dort den Befehl über die Linientruppen und wurde zum Generalmajor befördert.

Jackson wurde zu einem damals nur noch von George Washington übertroffenen Nationalhelden, nachdem er die Briten in der Schlacht von New Orleans am 8. Januar 1815 besiegt hatte.[2] Jackson und seinen Gegnern war nicht bekannt, dass zu diesem Zeitpunkt bereits der Friede von Gent geschlossen worden war. Seine Popularität stieg, als er die Seminolen im ersten Seminolen-Krieg (1817/18) besiegte.[3]

Präsidentschaftskandidatur 1824[Bearbeiten]

Jackson kehrte nun ins politische Leben zurück. Er wurde zum Militärgouverneur von Florida ernannt, das gerade von den Spaniern abgetreten worden war, und 1823 bis 1825 erneut US-Senator für den Staat Tennessee. Bei den Präsidentschaftswahl von 1824 kandidierte Jackson erstmals für das Amt des US-Präsidenten und erreichte landesweit die meisten Stimmen im Popular Vote. Da jedoch dieses Mal insgesamt vier politisch schwergewichtige Kandidaten aus der Demokratisch-Republikanischen Partei antraten, gelang es keinem Bewerber, die notwendige Mehrheit an Stimmen im Wahlmännergremium auf sich zu vereinen. Verfassungsgemäß hatte nun das amerikanische Repräsentantenhaus den Präsidenten und der Senat den Vizepräsidenten zu wählen. Als sich der viertplatzierte Kandidat Henry Clay für John Quincy Adams aussprach, konnte sich dieser letztlich durchsetzen und wurde zum Präsidenten gewählt. Jackson bezichtigte beide der Korruption, da Adams Clay zum Außenminister ernannt hatte.[4][5] In der Folge spaltete sich die damals stärkste Partei in die Demokraten um Jackson und Van Buren und die National Republican Party um Adams.

Präsidentschaft[Bearbeiten]

Vier Jahre nach seiner Wahlniederlage gegen John Quincy Adams kandidierte Jackson für die Wahl 1828 erneut für das Amt des Präsidenten, wobei es ihm gelang, Adams deutlich zu besiegen. 56 Prozent der Wähler hatten sich für ihn ausgesprochen, wobei er 178 Stimmen im Wahlmännergremium verbuchen konnte (Adams erhielt 83 Stimmen). Noch bevor Jackson sein neues Amt antrat, starb im Dezember 1828 seine Frau Rachel.

Das Präsidentenamt übernahm er gemäß der damaligen gesetzlichen Regelung am 4. März 1829. Er gilt als Begründer des Spoils system. In seine Amtszeit fällt der Indian Removal Act, die Abschaffung des Zensuswahlrechts sowie die Nullifikationskrise.

Für die Präsidentschaftswahl 1832 stellte er sich erfolgreich zur Wiederwahl und trat im März 1833 seine zweite Amtsperiode an. Nachdem 1832 Vizepräsident John C. Calhoun zurückgetreten war, bestimmte die Demokratische Partei Jacksons Vertrauten Martin Van Buren zum neuen Vizepräsidentschaftskandidaten. Van Buren wurde an der Seite Jacksons somit 1832 zum Vizepräsidenten gewählt. Im Jahre 1836 verzichtete Jackson, der mit knapp 70 Jahren zu diesem Zeitpunkt der älteste amtierende Präsident war, auf eine erneute Wiederwahl und sprach sich für seinen Stellvertreter Martin Van Buren als Nachfolger aus. Nachdem Van Buren sich bei der Präsidentschaftswahl 1836 durchgesetzt hatte, löste er Jackson turnusgemäß am 4. März 1837 ab.[6]

Einfluss[Bearbeiten]

Andrew Jackson war der erste Präsident, der nicht aus dem Kreis der amerikanischen Revolution kam. George Washington, John Adams, Thomas Jefferson, James Madison und James Monroe waren anerkannte Persönlichkeiten, die im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gekämpft hatten und die Verfassung der Vereinigten Staaten geprägt hatten, John Quincy Adams war der Sohn von John Adams. Die Wahl Andrew Jacksons bedeutete einen Bruch mit der Vergangenheit. Jackson stammte nicht aus der großagrarischen Gründerelite der USA, sondern vertrat die kleinbürgerlichen Interessen der neuen Immigranten. Nach dem Erfolg seiner zwei Amtszeiten befragt antwortete er: „Ich tötete die Bank.“ Damit ist die private US-Notenbank „Second Bank of the United States“ gemeint.[7]

Indianerpolitik[Bearbeiten]

Andrew Jackson galt während seiner gesamten militärischen und politischen Karriere als Indianerhasser. Darin unterscheidet er sich von den Gründungsvätern der USA, die zumindest den Fünf zivilisierten Nationen noch Rechte zugebilligt hatten, und auch von seinem direkten Vorgänger John Quincy Adams.

Bereits während des Britisch-Amerikanischen Kriegs von 1812 hatte Jackson die Erfahrung gemacht, dass die Briten mit indianischen Verbündeten gegen die USA gekämpft hatten. Dies bestärkte ihn wohl in seiner Haltung, den Ureinwohnern Gleichberechtigung zu verweigern und sie wo immer möglich zugunsten von weißen Siedlern zu vertreiben. Nach seinem Sieg als General der Tennessee-Miliz über die Muskogee (Creek) in der Schlacht am Horseshoe Bend im Jahr 1814 wurde er im Mai des gleichen Jahres zum Major General der United States Army ernannt.[2] Später erzwang er im Vertrag von Fort Jackson die Abtretung eines Großteils des Indianerlands, darunter auch Gebiete von Indianern, die auf der Seite der USA gekämpft hatten.

1817–1818 marschierte Jackson nach Florida ein, das damals unter spanischer Herrschaft stand. Als Begründung gab er das Ziel an, entlaufene schwarze Sklaven, die sich zum Stamm der Seminolen geflüchtet hatten, einzufangen.[8] Die Seminolen wurden besiegt und zunächst nach Süd- und Mittel-Florida in eine Reservation umgesiedelt, aus der sie aber später auch wieder vertrieben wurden.

In der Wahlkampagne von 1828 machte Andrew Jackson neben anderen Kandidaten der neuen Demokratischen Partei die Indianer-Umsiedlung zum Hauptthema. Das Interesse der weißen Siedler am Land der Indianer war, besonders in den Südstaaten, möglicherweise ein Hauptgrund für seinen Wahlsieg.

Unter Jacksons Präsidentschaft verabschiedeten der Senat und das Repräsentantenhaus 1830 den Indian Removal Act. Formal ermächtigte ihn das Gesetz nur, Verhandlungen über den Tausch der Indianergebiete im fruchtbaren südöstlichen Waldland der Südstaaten gegen Gebiete im kargen, trockenen sogenannten Indianer-Territorium (heute Oklahoma) zu führen. Jackson nutzte diese Vollmacht jedoch, um Umsiedlungs-Verträge zu erzwingen, bei denen die Indianer alles verloren. Weigerten sich die gewählten Häuptlinge, wurde mit anderen, zumeist nicht legitimierten Vertretern verhandelt. Die Umsiedlung selbst führte durch Krankheiten, schlechte Verwaltung, unzureichende Versorgung sowie die völlige Rechtlosigkeit der Indianer zu unzähligen Todesopfern auf dem Pfad der Tränen. Der einzige Stamm, der sich weigerte, die Seminolen in Florida, wurde in einem jahrelangen und auch für das US-Militär äußerst verlustreichen Krieg fast vernichtet.[7][9]

Attentat[Bearbeiten]

Andrew Jackson war der erste US-Präsident, auf den ein Attentat verübt wurde: Am 30. Januar 1835 verließ Jackson das Kapitol, als der arbeitslose englische Anstreicher Richard Lawrence zwei Pistolen auf ihn richtete. Beide Pistolen ließen sich jedoch nicht abfeuern, und angeblich konnte Jackson selbst den Attentäter mit seinem Spazierstock verprügeln. Der unzurechnungsfähige Täter wurde später in die Psychiatrie eingewiesen und nie wegen des Attentats angeklagt.

Letzte Jahre und Tod[Bearbeiten]

Nachdem Jackson das Weiße Haus verlassen hatte zog er sich aus der Politik weitestgehend zurück. 1840 sprach er sich - vergeblich - für die Wiederwahl seines Vertrauten und Nachfolgers Martin Van Buren aus. Jackson hatte sich ebenfalls für eine Aufnahme von Texas in die Vereinigten Staaten ausgesprochen, die im März 1845 vollzogen wurde. Zuvor unterstützte er 1844 die Kandidatur des Demokraten James K. Polk, der Jackson als Vorbild betrachtete, zum Präsidenten. Jackson hatte 1844 sogar den amtierenden Präsidenten John Tyler in einem Brief erfolgreich darum gebeten, seine Kandidatur für eine Splittergruppe der Demokraten zurückzuziehen um so Polk den Sieg gegen Jacksons politischen Intimfeind Henry Clay zu ermöglichen.

Andrew Jackson starb am 8. Juni 1845 im Alter von 78 Jahren und wurde neben seiner 1828 verstorbenen Frau Rachel bei Nashville beigesetzt.[10]

Filmografie[Bearbeiten]

Eine biografische Darstellung des Lebens von Andrew und Rachel Jackson basiert auf dem Roman von Irving Stone The President’s Lady, der 1953 in die Kinos kam mit Susan Hayward, Charlton Heston, John McIntire und Carl Betz in den Hauptrollen, Regie: Henry Levin.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Etwa 19 Kilometer östlich von Nashville steht das historische Anwesen The Hermitage. Es war der Wohnsitz von Andrew Jackson, und befindet sich an der U.S. Route 70N. Es wurde 1966 vom NRHP als Denkmal aufgenommen (NRHP-ID 66000722).
  • 1805 wurde Jackson in den Bund der Freimaurer aufgenommen. Von 1822 bis 1824 und 1839 bekleidete er das Amt des Großmeisters der Großloge von Tennessee.
  • Andrew Jackson ist auf der 20 Dollar-Note abgebildet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • James G. Barber (Hrsg.): Old Hickory. A life sketch of Andrew Jackson. National Portrait Gallery, Washington, D.C. 1889, ISBN 0-295-97081-2.
  • Irving Stone: Über den Tod hinaus. Roman. Droemer Knaur, München 1981, ISBN 3-426-00768-1, (Originaltitel „The President's lady“).
  • Robert V. Remini: The Life of Andrew Jackson. Harper & Row, New York 1988, ISBN 0-06-015904-9.
  • Arthur M. Schlesinger, jr.: The Age of Jackson. Little, Brown, Boston, Mass. 1988, ISBN 0-316-77343-3.
  • Donald B. Cole: The Presidency of Andrew Jackson. University Print of Kansas, 1993, ISBN 0-7006-0961-X.
  • H. W. Brands: Andrew Jackson. His Life and Times. Anchor, 2006, ISBN 1-4000-3072-2.
  • Christof Mauch: Die amerikanischen Präsidenten. 6. Auflage. C.H. Beck, München 2013, ISBN 978-3-406-58742-9

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Andrew Jackson – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Andrew Jackson – Quellen und Volltexte (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Christof Mauch: Die amerikanischen Präsidenten C.H. Beck München, ISBN 978-3-406-58742-9, S. 117–119.
  2. a b c Daniel Feller: Andrew Jackson– Life Before the Presidency. In: Webpräsenz millercenter.org. University of Virginia, abgerufen am 27. März 2014 (englisch).
  3. Christof Mauch: Die amerikanischen Präsidenten C.H. Beck München, ISBN 978-3-406-58742-9, S. 118 ff.
  4. Christof Mauch: Die amerikanischen Präsidenten C.H. Beck München, ISBN 978-3-406-58742-9, S. 120–121.
  5. Daniel Feller: Andrew Jackson– Campaigns and Elections. In: Webpräsenz millercenter.org. University of Virginia, abgerufen am 27. März 2014 (englisch).
  6. Christof Mauch: Die amerikanischen Präsidenten C.H. Beck München, ISBN 978-3-406-58742-9, S. 123 ff.
  7. a b Daniel Feller: Andrew Jackson– Domestic Affairs. In: Webpräsenz millercenter.org. University of Virginia, abgerufen am 27. März 2014 (englisch).
  8. Howard Zinn: A People’s History of the United States. Harper Perennial, 2005, ISBN 0-06-083865-5, S. 129.
  9. Christof Mauch: Die amerikanischen Präsidenten C.H. Beck München, ISBN 978-3-406-58742-9, S. 130 ff.
  10. Daniel Feller: Andrew Jackson– Life after the Presidency. In: Webpräsenz millercenter.org. University of Virginia, abgerufen am 27. März 2014 (englisch).