Andrew Murray (Adeliger)

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Andrew Murray (* 1298; † 1338), auch bekannt als Andrew Moray oder Andrew Murray of Bothwell, war ein schottischer Militärführer im Schottischen Unabhängigkeitskrieg und Guardian of Scotland.

Leben[Bearbeiten]

Andrew Murrays Vater war Andrew de Moray, der zusammen mit William Wallace die schottischen Truppen in der Schlacht von Stirling Bridge im Ersten Schottischen Unabhängigkeitskrieg geführt hatte. Sein Vater starb wenige Monate vor seiner Geburt an den Verwundungen, die er sich in der Schlacht zugezogen hatte. Seine Mutter war Christina Bruce, eine der Schwestern von Robert the Bruce, dem späteren schottischen König.

Nachdem es im Jahre 1332 erneut zum Ausbruch von Feindseligkeiten zwischen England und Schottland kam, gehörte Andrew Murray schnell zu einem der prominentesten Führer der schottischen Loyalisten. Von 1332 bis zu seiner Gefangennahme durch die Engländer im folgenden Jahr hatte er das Amt des Guardian of Scotland inne. Bereits Ende 1334 oder im Frühjahr 1335 wurde er wieder freigelassen. Vermutlich hofften Edward III. und Edward Balliol zu diesem Zeitpunkt, eine Verhandlungslösung mit dem schottischen Adel erreichen und Andrew Murray als Vermittler nutzen zu können. Tatsächlich führte Murray – erneut in das Amt des Guardian of Scotland berufen – im Namen der verbliebenen schottischen Loyalisten Friedensgespräche mit Edward III. Eine ernste Absicht zu einer Einigung mit dem englischen König zu gelangen scheint es aber nicht gegeben zu haben. Vielmehr konnten sich die Loyalisten so Zeit erkaufen, um gegen ihre innerschottischen Gegner vorzugehen.

Noch 1335 schlug Andrew Murray David III. Strathbogie, einen der wichtigsten schottischen Unterstützer von Balliol, in der Schlacht von Culblean vernichtend. In den folgenden Jahren führte Murray einen Guerillakrieg gegen die Engländer. Er wich jeder offenen Feldschlacht aus und überfiel die englischen Garnisonen in Südschottland. Bis 1338 verloren diese so nach und nach fast alle ihre Stützpunkte dort. Nach dem Ausbruch des Hundertjährigen Kriegs zwischen England und Frankreich, sah Edward III. sich gezwungen, seine Truppen bis auf weiteres fast vollständig aus Schottland zurückzuziehen. Im gleichen Jahr starb Andrew Murray in Avoch Castle überraschend an einer Krankheit. Seine sterblichen Überreste wurden in der Abtei Dunfermline beigesetzt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ranald Nicholson: Edward III and the Scots. The formative years of a military career, 1327-1335., Oxford University Press: Oxford 1965. ISBN 978-0198218227
  • W. Douglas Simpson: The Campaign and Battle of Culblean, A.D. 1335, in: Proceedings of the Society of Antiquarians in Scotland, Volume 64, 1929-30, S.201-217. Online-Ausgabe (PDF; 1,0 MB)
  • Bruce Webster: Scotland without a King, 1329-1341, in: Medieval Scotland: Crown, Lordship and Community, Alexander Grant, G.W.S. Barrow (Hrsg.), The University Press: Cambridge 1993. ISBN 0 7486 1110 X
Vorgänger Amt Nachfolger
Domhnall II. Guardian of Scotland
1332–1333
Archibald Douglas
John Randolph,
Robert Stewart
Guardian of Scotland
1335–1338
Robert Stewart