Andrew Plummer

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Andrew Plummer (* 23. September 1697 (nach anderen Quellen 1698); † 16. April 1756 in Edinburgh) war ein schottischer Mediziner und Chemiker. Er war von 1726 bis 1755 Professor für Chemie an der University of Edinburgh.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Andrew Plummer war der Sohn von Gavin Plummer, einem Kaufmann und Stadtrat und Schatzmeister seiner Gemeinde, und dessen Frau Elisabeth. Andrew hatte drei Geschwister, Joannet, Elisabeth und Jean, die mit ihm alle innerhalb von vier Jahren auf die Welt kamen.[1]

Plummer besuchte das Arts curriculum of the University of Edinburgh von 1712 bis 1717, machte aber dort keinen Abschluss. Dann begann er seine medizinische Ausbildung in Edinburgh, beendete sie aber in Leyden. So immatrikulierte er sich am 5. September 1720 für ein Medizinstudium an der Universität von Leyden (Niederlande). Sein Studium beendete Plummer mit einem medizinischen Abschluss in Leyden am Donnerstag den 23. Juli 1722. Der Titel seiner Promotionsarbeit lautete Dissertatio medica inauguralis de phthisi pulmonali à catarrho orta.

Er kehrte am 25. Februar 1724 nach Schottland zurück und bestand sein Examen am Royal College of Physicians of Edinburgh. Diese Qualifikation war unbedingt notwendig, um als Arzt in Edinburgh zu praktizieren. Am 3. November 1724 wurde er zusammen mit den Ärzten Andrew Sinclair (1726–1757), John Innes (1726–1755) und John Rutherford als Mitglied am Royal College aufgenommen.[2] Plummer, Rutherford, Sinclair und Innes erwarben am Ende des Robertson's Close etwa 100 Meter von der Universität entfernt ein Haus, in dem sie Vorträge hielten und ein Laboratorium etablierten.

In der Chemie schuf er Überlegungen über anziehende und abstoßende Kräfte, die bei der Entstehung chemischer Körper beteiligt seien (chemische Affinität). Diese Ideen hatten Einfluss auf seine Nachfolger William Cullen und Joseph Black.

Plummer´s pills[Bearbeiten]

Er entwickelte die sogenannten „Plummers Pillen“ („Plummer´s pills“)[3], eine Mischung aus Kalomel und Antimonsulfid mit Guajak. Die Pillen wurden ursprünglich zur Behandlung von Psoriasis verwendet, später dann auch zur antisyphilitischen Therapie.[4]

In dem The Book of Health. A compendium of domestic medicine. (London, 1828) findet sich eine Anleitung für die Zubereitung der Plummer´s pills. Folgende Rezeptur wird beschrieben:

„(...) Dr Plummer´s pills.- Take of calomel, fifteen grains; precipitate sulphurate of antimony, fifteen grains; gum guaiacum, half a drachm: rub them in a mortar together for ten minutes, then, with a little conserve, form then into fifteen pills. On to be taken every night and morning.(...)“

The Book of Health. A compendium of domestic medicine. London (1828), p.102 ,Google-Books

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Dissertatio medica inauguralis de phthisi pulmonali à catarrho orta. (1722)
  • Remarks on chemical solutions and precipitations. G. Hamilton and J. Balfour, Edinburgh (1754)
  • Experiments on neutral salts, compounded of different acid liquors, and alcaline salts, fixt and volatile. G. Hamilton and J. Balfour, Edinburgh (1754)

Literatur[Bearbeiten]

  • Cunningham, Andrew; French, Roger: The Medical Enlightenment of the Eighteenth Century. Cambridge University Press (1990). ISBN 9780521382359 S. 57 (Online bei Google Books)
  • Doyle, D.: Edinburgh doctors and their physic gardens. J R Coll Physicians Edinb 2008; 38:361–7 (PDF; 450 kB)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Biographie aus der University of Edinburgh von WP Doyle (englisch); abgerufen: 10. Februar 2013
  2. Mackenzie, John E.: The chair of chemistry in the University of Edinburgh in the XVIIIth and XIXth centuries. J. Chem. Educ. (1935) 12 (11), S. 503
  3. Swiderski, Richard M.: Calomel in America: Mercurial Panacea, War, Song and Ghosts. BrownWalker Press (2009), pp. 113
  4. Robert Sept.Peart: The Indigestibility Of Plummer´s Pills. The Lancet, Volume 169, Issue 4349, Page 52, 6 July 1907 doi:10.1016/S0140-6736(01)10823-8