Andritz

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Andritz (Begriffsklärung) aufgeführt.
Andritz
12. Stadtbezirk von Graz
Wappen Graz.svg
Basisdaten [1]
Fläche: 18,46 km²
Einwohner: 18.339 (1. Jänner 2012)
Bevölkerungsdichte: 985 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 8010, 8043, 8044,
8045, 8046, 8054
Geografische Lage: 47° 6′ N, 15° 25′ O47.10638888888915.420555555556Koordinaten: 47° 6′ N, 15° 25′ O
Lage in Graz
Karte von Andritz
Bezirksamt: Andritzer Reichsstraße 38
8045 Graz
Bezirksvorsteher: Johannes Obenaus (ÖVP)[2]
1. Bezirksvorsteher-Stv.: Herbert Zlöbl (SPÖ)[2]
2. Bezirksvorsteher-Stv.: Karin Reimelt (KPÖ)[2]
Öffentliche Verkehrsmittel: Straßenbahnlinien: 4, 5
Buslinien: 41, 41/53, 42, 43, 45, 47, 52, 53
N5
Foto
Pfarrkirche St.Veit
Pfarrkirche St.Veit
Das oft noch als Schloss St. Gotthard bezeichnete nunmehrige St. Veiter Schlössl (2008), ehemals Schloss Eckhofen

Andritz (slawisch jendrica – „schnell fließendes Wasser“) ist der 12. und flächenmäßig größte Grazer Stadtbezirk. Er liegt im Norden von Graz und besteht aus den alten Dörfern Oberandritz, Unterandritz und St. Veit sowie der Streusiedlung Neustift.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet des heutigen Bezirks Andritz war schon zur Römerzeit besiedelt. Ein Friedhof aus spätrömischer Zeit lag in Weinzödl. Der Name Andritz wird 1265 erstmals urkundlich als "Endritz" erwähnt. Viele Siedlungs- und Flurnamen sind hier slawischen Ursprungs: Gabriach (von Gabraw) alter Name für St. Veit, Weinitzen (von vinica); Zapuden, Schuritz, Glim und Rannach.[3]

Die alten Bauerndörfer änderten ihre Charakteristik, als 1852 Josef Körösi eine Eisengießerei und eine Maschinenfabrik ansiedelte (Maschinenfabrik Andritz AG, heute Andritz AG). 1913 folgte die Papierfabrik Kranz, die aus einer seit 1790 bestehenden Papiermühle hervorgeht. Diese wurde 1939 von der Industriellenfamilie Arland übernommen und hatte bis 1990 Bestand.

Auch Andritz wurde 1850 eine selbstständige Gemeinde, kam aber gemeinsam mit St. Veit und dem südlichen Teil von Weinitzen 1938 zu Graz. Mit der Eingemeindung wurde auch ein neuer Name eingeführt (Graz Nord). 1946 wurden durch einen Gemeinderatsbeschluss die heutigen Bezirksgrenzen und der heutige Name Andritz festgelegt.[4]

Neben der alten Pfarre in St. Veit entstand 1961 ein weiteres religiöses Zentrum in Andritz mit einem modernen Kirchenbau (Pfarre zur heiligen Familie).[5]

Der Quelle bei St. Ulrich im Süden wurden seit alters her Heilkräfte zugeschrieben.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Andritz

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Pfarrkirche St. Veit
  • Schloss St. Gotthard
  • Kapelle St. Ulrich: Nach der Legende soll Graf Ulrich von Gösting durch das Wasser der dortigen Quelle geheilt worden sein, worauf er eine kleine Gedenkstätte errichten ließ. 1689 wurde daraus eine Kapelle, die 1735 erweitert wurde.

Naturschutzgebiet[Bearbeiten]

Der Riel-Teich (auch Rielteich geschrieben) und die angrenzenden Wiesenflächen an der Stattegger Straße sind Naturschutzgebiet. Der Schutz beruht darauf, dass die im Teich vorkommenden Tiere in ihrer Vielfalt einzigartig sind, es sind allein 49 Arten von Libellen gefunden worden. Das Naturschutzgebiet ist 11.734 m² groß.[6]

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

  • Andritz AG (früher Maschinenfabrik Andritz)
  • zahlreiche kleine Industriebetriebe
  • im Westen eine große Anzahl an Einkaufsmöglichkeiten
  • einige landwirtschaftliche Flächen
  • Pferdezucht und Reitställe
  • Straßenbahnlinien 4 und 5
  • Buslinien 41, 45, 47, 52, und 53

Sonstiges[Bearbeiten]

In Andritz befindet sich das Trainingszentrum des Traditionsklubs GAK. Zudem ist in Andritz der lokale SV Andritz beheimatet.

Musikalisch ist der Musikverein St.Veit - Andritz - Stattegg ein fixer Bestandteil bei Festivitäten und Veranstaltungen die in Andritz stattfinden.

Seit 2006 gibt es auch einen lokalen Basketball-Verein namens Pommes de Terre.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Andritz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bezirke auf graz.at
  2. a b c Bezirksräte im Bezirk Andritz auf graz.at
  3. Gerhard Michael Dienes: Andritz und seine Geschichte, Graz 1984.
  4. BIG - Bürger-Information Graz, 16. Mai 2002, S. 1.
  5. http://www.kath-kirche-graz.org/cms/content/download/1610/7334/file/Kirchenführer_Graz_Andritz.PDF
  6. Verordnung des Bürgermeisters vom 17. September 1979 in der Fassung vom 15. September 2011, Zl. 029959/2011/0003. Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark, 209. Jahrgang 2013. 19. Stück, ausgegeben 10. Mai 2013. ZDB-ID 1291268-2 S. 249–251.