Andromache

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Andromache (Begriffsklärung) aufgeführt.
Andromache beweint Hektor von Jacques-Louis David, 1783
Andromache in Gefangenschaft von Frederic Leighton, ca. 1886.

Andromache (altgriechisch Ἀνδρομάχη, die Männer bekämpfende) ist in der griechischen Mythologie die Frau des trojanischen Helden Hektor und in der Ilias von Homer die Mutter des Astyanax. Literarisch symbolisiert Andromache eine Frau, die schwer vom Schicksal geprüft wurde.

Herkunft[Bearbeiten]

Sie ist die Tochter des kleinasiatischen Königs Eetion von Theben in Kilikien.

Leben in Troja[Bearbeiten]

Ihr Vater und ihre sieben Brüder werden von Achilleus während der neunjährigen Belagerung von Troja bei der Plünderung Thebens getötet, ihr Gatte Hektor fällt in einem für die trojanische Niederlage vorentscheidenden Zweikampf gegen Achilleus, ihr Sohn wird nach dem Fall Trojas von der Stadtmauer gestürzt, sie selbst wird versklavt und muss Achilleus Sohn Neoptolemos als Konkubine in die Fremde folgen.

Leben im Exil[Bearbeiten]

Neoptolemos zeugt mit Andromache die Söhne Molossos, Pielos und Pergamos, den späteren Gründer Pergamons.[1] Da die Ehe zwischen Neoptolemos und seiner legitimen griechischen Frau Hermione, die eine Tochter Helenas ist, kinderlos bleibt, wird Andromache beschuldigt, Hermione unfruchtbar gemacht zu haben, und wird beinahe Opfer eines von Hermione und deren Vater Menelaos geführten Mordkomplotts.

In Vergils Aeneis wird Andromache bei der Heirat von Neoptolemos und Hermione dem ebenfalls entführten trojanischen Seher Helenos zur Gattin gegeben, der wie Hektor ein Sohn des Priamos und der Hekabe ist. Pausanias dagegen folgert aus den Quellen, dass Andromache Helenos erst nach dem Tode des Neoptolemos heiratete und dann Königin von Epirus wurde;[2] möglicherweise verbrachte sie ihren Lebensabend aber auch bei einem ihrer Söhne im neu gegründeten Pergamon, wo ihr nach dem Tod ein Heroon errichtet wurde.[3]

Künstlerische Bearbeitungen[Bearbeiten]

Antike[Bearbeiten]

Neuzeit[Bearbeiten]

In seiner Tragödie Andromache hat Jean Racine ihr Schicksal für seine Zwecke geändert. Nach dieser Version konnte sie ihren Sohn Astyanax durch eine List retten. Neoptolemos - der bei Racine Pausanias 1, 11, 1–2 folgend den zweiten Namen des Neoptolemos, Pyrrhus, führt - droht damit, Astyanax den Griechen auszuliefern, um Andromache zu zwingen, seine Frau zu werden. Racine hielt diese Änderung des Mythos für nötig, weil Andromache inzwischen als Vorbild für eheliche Liebe und Treue über den Tod hinaus galt. Als Dramenheldin konnte sie nicht Gemahlin eines anderen Mannes als Hektors werden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Andromaque – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pausanias 3, 20, 8.
  2. Pausanias 1, 11, 1.
  3. Pausanias 1, 11, 2.