Andros (Bahamas)

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Andros
South Andros, bei Tiamo
South Andros, bei Tiamo
Gewässer Atlantischer Ozean
Geographische Lage 24° 40′ N, 77° 55′ W24.666666666667-77.916666666667Koordinaten: 24° 40′ N, 77° 55′ W
Andros (Bahamas)
Andros
Anzahl der Inseln
Hauptinsel North Andros
Gesamtfläche 5957 km²
Einwohner 7686 (2000)

Andros zählt mit 5.957 km² als größte Insel der Bahamas. Sie ist 167 km lang und an der breitesten Stelle 64 km breit. Andros hat das drittgrößte Barriere-Riff der Welt, es ist über 225 km lang.

Bei genauerer Betrachtung handelt es sich bei Andros um eine Inselgruppe zahlreicher eng benachbarter Inseln. Die ausgedehntesten sind North Andros (3.439 km², sechstgrößte Insel der Karibik), South Andros (1.447 km²) und Mangrove Cay.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Spanier landeten 1550 auf der Suche nach Sklaven auf Andros und haben dabei die einheimische Bevölkerung der Lucayner, eines Stammes der Arawak-Indianer, durch Gewalttaten und Krankheiten ausgelöscht. Die Insel erhielt von den Spaniern den Namen Espiritu Santo (Insel des heiligen Geistes), aber wurde auf einer Karte von 1782 auch als San-Andreas-Insel bezeichnet. Der heutige Name soll auf Sir Edmund Andros zurückgehen, der 1672 Kommandant der königlichen Streitkräfte auf Barbados war und im folgenden Gouverneur von New York, Neu England, Virginia, Maryland und Guernsey war.

Es ist auch möglich, dass die Insel ihren Namen nach den Einwohnern von St. Andro Island (siehe: San Andrés (Kolumbien)) an der Moskito-Küste erhalten haben könnte, da sich 1400 von ihnen im Jahr 1787 auf Andros niedergelassen haben.

Während der 1700er wurde die Insel von Piraten besetzt. Im späten 18. Jahrhundert ließen sich Loyalisten auf Andros nieder und brachten Sklaven mit dorthin.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Bevölkerung von Andros beträgt rund 7000 Einwohner. Die Insel hat die geringste Bevölkerungsdichte aller Bahamas-Inseln. Die meisten Bewohner leben an der Ostküste der Insel in drei größeren Städten: Nicholls Town, Congo Town, und Andros Town.

Natur[Bearbeiten]

Die Insel ist von großer landschaftlicher Schönheit. Vor der Insel liegt das mit 225 km Länge zweitgrößte Riff der nördlichen Hemisphäre und das drittgrößte weltweit. Das Riff liegt im Durchschnitt vier Meter unter der Wasseroberfläche. Auf der Insel gibt es über 104 km² Regenwald und Sumpfland, das von mehr als 50 Orchideenarten besiedelt wird. Andros besteht eigentlich aus zahlreichen Inseln, die durch dieses Sumpfland verbunden sind. Zweihundert Vogelarten sind auf der Insel heimisch. Andros ist auch die Heimat der Chickcharnies, die von manchen für eine ausgestorbene Spezies von flügellosen Eulen gehalten werden, wahrscheinlicher handelt es sich dabei jedoch nur um ein Fabeltier.

Anders als auf den meisten Bahamas-Inseln ist das Innere der Insel weitgehend von Tourismusbauten verschont geblieben und hat sich einen Großteil seiner landschaftlichen Schönheit bewahrt.

Die Insel verfügt über große Mengen an Süßwasser, von denen fast 20 Millionen Liter täglich nach Nassau verschifft werden.[1] Auf Andros gibt es Tausende Kilometer an Flüssen, die aus unterirdischen Höhlen, in denen sich im Landesinneren das Regenwasser sammelt, gespeist werden.

Andros wird im Durchschnitt alle zweieinhalb Jahre von einem Hurrikan heimgesucht.

Tourismus[Bearbeiten]

Die Insel zieht jährlich tausende Besucher an. Angler kommen aus der ganzen Welt, um vor Andros zu fischen. Die der Insel vorgelagerten Flats (Flachwasserzonen, zum Teil nur knietief) gelten unter Fliegenfischern als allererste Wahl für die Fischerei auf Grätenfische (Albula vulpis). Taucher besuchen Andros, um Tauchgänge am Riff mit all seinen Korallen-Formationen und Meerestieren zu unternehmen. Es gibt viele Urlaubsorte und Hotels auf der Insel.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Androsia, die regionale Mode der Einwohner der Bahamas, die üblicherweise in sehr hellen und starken Farben gehalten ist, wird auf Andros hergestellt. Die Insel ist auch der Sitz der Bahama Lumber Company, die die ganzen Bahamas mit Bauholz versorgt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Michael Carr: Water, Precious Water. 2. September 2004, abgerufen am 13. Juli 2010.