Andy Griffith

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Andy Griffith im Jahr 2005, als er die Presidential Medal of Freedom erhielt

Andrew Samuel Griffith (* 1. Juni 1926 in Mount Airy, North Carolina; † 3. Juli 2012 in Manteo, Roanoke Island[1]) war ein US-amerikanischer Schauspieler, Schriftsteller, Filmproduzent und Country-/Gospel-Sänger.

In Deutschland wurde Griffith vor allem durch seine Verkörperung der Titelrolle in der Fernsehserie Matlock bekannt.

Werdegang[Bearbeiten]

Griffith begann seine Karriere als Stand-up-Comedian. Sein erster Erfolg war 1953 die Live-Aufzeichnung einer von ihm vorgetragenen Geschichte mit dem Titel What it was, was football („Was es war, war Football“). Sie handelte von einem Landjungen und seinem ersten Football-Spiel, über die „großen orangefarbenen Getränke“ und die Jungs, die rauf und runter laufen auf der Kuhweide in „dem schrecklichsten Kampf, den ich jemals sah“ und „diesen quirligen Mädchen, die diese winzigkleinen Röcke tragen, und herumtanzen“. Die Single What It Was, Was Football kam im Januar 1955 erstmals in die US-Singlescharts und erreichte Platz 9.[2] Im selben Jahr nahm er Number One Street auf, die Geschichte einer ländlichen Familie, die auf dem U.S. Highway 1 nach Florida reist.

1954 ging er an den Broadway und trat in dem Theaterstück No Time for Sergeants („Keine Zeit für Unteroffiziere“) auf, das von einem Landjungen in der United States Air Force handelt. 1959 wurde das Stück verfilmt und war außerdem die Vorlage für die spätere Fernsehserie Gomer Pyle, U.S.M.C. (1964–1969).

Griffith hatte 1957 sein Kinodebüt in dem Film Ein Gesicht in der Menge. Ein weiteres Mal spielte er den Jungen vom Land und einen Entertainer, der als Psychopath sein trottelhaftes Auftreten dazu nutzt, politische Macht zu erlangen. Dieser Film zeigte Griffiths Talent als dramatischer Schauspieler. Der Film von Elia Kazan setzte sich kritisch mit dem damals noch jungen Medium Fernsehen auseinander und zeigte bereits damals dessen Möglichkeiten zur politischen Beeinflussung. Er selbst war die Vorlage für die Hanna-Barbera-Zeichentrickfigur Huckleberry Hound in der Zeichentrickserie Hucky und seine Freunde, die zum ersten Mal 1958 im Fernsehen zu sehen war.

Ab 1960 wurde Griffith mit seiner Andy Griffith Show bekannt, die ein sehr großer Erfolg in den USA war. Die Zuschauer identifizierten sich mit Sheriff Taylor, seinem Sohn „Opie“ (Ron Howard), „Tante Bee“ (Frances Bavier), Deputy „Barney Fife“ (Don Knotts), „Gomer Pyle“ (Jim Nabors), Goober Pyle (George Lindsey) und der ganzen Stadt Mayberry.

Nach dem Ende seiner Show 1968 war Griffith in verschiedenen Serien zu sehen, die allerdings nicht so erfolgreich waren: The Headmaster (Der Schulleiter) (1970), Die neue Andy-Griffith-Show (1971) und Salvage I (1979). Außerdem wirkte er in verschiedenen Fernsehproduktionen mit, wie in Strangers in 7a (1972), Winter Kill (1974) Pray for the Wildcats (1974) und Colorado Saga (1978). 1981 wurde Griffith für seine Rolle in dem Fernsehfilm Murder in Texas für einen Emmy nominiert.

Mit der Fernsehserie Matlock, die 1986 startete und mit über neun Fernsehstaffeln bis in das Jahr 1995 produziert wurde, konnte Griffith an frühere Erfolge anschließen. In dieser Serie spielte er einen älteren, schlitzohrigen Strafverteidiger in Atlanta, der damit beschäftigt ist, unschuldige Angeklagte in Mordfällen zu verteidigen. In der jeweiligen abschließenden Gerichtsszene gelingt es ihm jedes Mal, den wahren Mörder zu entlarven und so seinen Klienten freizubekommen. Auch wenn die Dramaturgie der Serie simpel und die Handlung vorhersehbar war, konnte Griffith sich und sein Talent in dieser Rolle so umfassend einbringen wie seinerzeit in der Andy Griffith Show, was den großen Erfolg der Serie begründete.

Nach dem Ende der Serie wirkte Griffith noch in verschiedenen amerikanischen Fernsehproduktionen mit; so war er unter anderem als „Joe“ in der Tragikomödie Waitress (2007) zu sehen. 2008 hatte Griffith, der auch ein bekannter Country- und Gospelsänger war, einen Gastauftritt in dem Videoclip für den Song Waitin' on a Woman des Countrysängers Brad Paisley. Bereits 1997 hatte Griffith einen Grammy für sein Album I Love to Tell the Story – 25 Timeless Hymns erhalten.

2005 war ihm von US-Präsident George W. Bush die Freiheitsmedaille („The Presidential Medal of Freedom“), die höchste zivile Auszeichnung in den USA, überreicht worden.

Griffith starb in den Morgenstunden des 3. Juli 2012 in seinem Haus in Manteo auf Roanoke Island im Alter von 86 Jahren, er erlag den Folgen eines Herzinfarkts[3]. Sein Leichnam wurde nur wenige Stunden später auf seinem Anwesen beigesetzt.[4]

Filmografie (Auszug)[Bearbeiten]

Filme[Bearbeiten]

Fernsehserien[Bearbeiten]

Musikalben[Bearbeiten]

  • What it Was, Was Football (1953)
  • Just for Laughs (1958)
  • Shouts the Blues and Old Timey Songs (1959)
  • Andy and Cleopatra (1964)
  • Somebody Bigger Than You and I (1972)
  • American Originals (1993)
  • Precious Memories: 33 Timeless Hymns (1995)
  • I Love to Tell the Story: 25 Timeless Hymns (1996)
  • Sings Favorite Old-Time Songs (1997)
  • Just as I Am: 30 Favorite Old Time Hymns (1998)
  • Wit & Wisdom of Andy Griffith (1998)
  • Favorite Old Time Songs (2000)
  • Absolutely the Best (2002)
  • Back to Back Hits (2003)
  • The Christmas Guest (2003)
  • Bound for the Promised Land: The Best of Andy Griffith Hymns (2005)
  • The Collection (2005)
  • Pickin' and Grinnin': The Best of Andy Griffith (2005)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Andy Griffith – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Spiegel Online: Andy Griffith ist tot, abgerufen am 3. Juli 2012.
  2. Die Single erschien unter der US-Katalognummer: Capitol 2693. Chartplatzierung nach Whitburn, Joel: Top Pop Records 1940–1955. Menomonee Falls, Wisconsin: Record Research, 1973, S. 25
  3. E! Online: Andy Griffith: Heart Attack Cited as Cause of Death, 5. Juli 2012.
  4. twifordfh.com: Nachruf auf der Website des Bestattungsunternehmens, abgerufen am 4. Juli 2012