Andy Warhols Frankenstein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Andy Warhols Frankenstein
Originaltitel Carne per Frankenstein
Produktionsland Italien, Frankreich
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1973
Länge 94 Minuten
Altersfreigabe FSK 18
Stab
Regie Paul Morrissey
Drehbuch Paul Morrissey
Produktion Andy Warhol
Musik Claudio Gizzi
Kamera Luigi Kuveiller
Schnitt Jed Johnson
Franca Silvi
Besetzung

Andy Warhols Frankenstein (Originaltitel: Carne per Frankenstein) ist ein Horrorfilm des Regisseurs Paul Morrissey aus dem Jahr 1973, der in italienisch-französischer Koproduktion entstand.

Handlung[Bearbeiten]

Baron Frankenstein will ein neues Menschengeschlecht erschaffen. Aus Leichenteilen hat er einen Mann und eine Frau geschaffen. Die Frau braucht nur noch zum Leben erweckt zu werden, dem Mann fehlt noch der passende Kopf.

Unterdessen hat Frankensteins nymphomanisch veranlagte Ehefrau/Schwester Katrin ein Auge auf den Landarbeiter Nicholas geworfen, der ihr sehr potent erscheint. Sie bestellt ihn zu sich. Am Abend vorher geht Nicholas mit seinem Freund Sascha ins Bordell. Sascha kann dem Treiben nichts abgewinnen, Nicholas betrinkt sich. Als die beiden gehen, werden sie vom Baron und dessen Gehilfen Otto überfallen. Aufgrund einer Verwechslung ist der Baron von Saschas augenscheinlicher Potenz begeistert und hält ihn für einen adäquaten Kandidaten, denn das von ihm geschaffene Paar soll sich ja vermehren. Die Angreifer überfallen die beiden und schneiden Sascha den Kopf ab.

Als Nicholas aus seinem Rausch erwacht und den Schock des Anblicks seines kopflosen Freundes überwunden hat, verscharrt er ihn kurzerhand und macht sich auf den Weg zur Baronin. Diese stellt ihn ein und geht mit ihm ins Bett. Derweil hat Frankenstein der Kreatur den Kopf angenäht. Das Paar wird mit Strom zum Leben erweckt, doch der Mann zeigt keinerlei Interesse an der Frau.

Der Baron stellt seine Geschöpfe beim Abendessen vor. Doch das Abendessen endet tödlich. Die Baronin will Sex mit dem männlichen Geschöpf, wird von dem Kraftprotz erdrückt. Das weibliche Geschöpf stirbt, als Otto sie sexuell missbrauchen will. Der Baron erwürgt seinen Gehilfen, wird dann von seinem Geschöpf erstochen. Das Monstrum reißt sich danach selber den zusammengenähten Leib auf. Nicholas, der zwischenzeitlich gefesselt wurde, sieht die Kinder des Barons auf sich zukommen. Beide haben Skalpelle in der Hand und töten ihn.

Kritiken[Bearbeiten]

Der film-dienst beschreibt diesen Film als "die erste von zwei in Italien entstandenen Produktionen, mit denen Warhols Hausregisseur Morrissey, indem er stereotype Situationen des Horrorfilms bis zum greulichen Exzeß steigerte, das Kino der Schrecken ad absurdum zu führen hoffte. [...] Ein Versuch im 3-D-Verfahren, inszeniert als Blut- und Sex-Moritat."[1]

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Film wurde in einem 3D-Verfahren namens Spacevision gedreht.

Gerüchte entstanden, dass nicht Morrissey, sondern der Second-Unit-Regisseur Antonio Margheriti - auch unter dem Pseudonym Anthony M. Dawson bekannt - der eigentliche Regisseur des Filmes sei. Udo Kier bezeugte, dass dem nicht so gewesen sei.

Der Nachfolgefilm Andy Warhols Dracula wurde überwiegend in den gleichen Sets und mit der gleichen Crew und Besetzung (Dallesandro, Kier, Jürging) gedreht.

Das Set befand sich in Serbien.

Der Film wurde in vielen angelsächsischen Staaten (USA, Großbritannien u. a.) als Pornografie verboten, während er in Deutschland ungeschnitten aufgeführt wurde.

Literatur[Bearbeiten]

  • Stephen Koch: Stargazer. The Life, World and Films of Andy Warhol. London 1974; Aktualisierte Neuauflage Marion Boyars, New York 2002, ISBN 0-7145-2920-6.
  • Bernard Blistène (Hrsg.): Andy Warhol, Cinema: à l'occasion de l'Exposition Andy Warhol Rétrospective (21 juin - 10 septembre 1990) organisée à Paris par le Musée National d'Art Moderne au Centre Georges Pompidou. Éd. du Centre Georges Pompidou, Paris 1990, ISBN 2-908393-30-1.
  • Debra Miller: Billy Name: Stills from the Warhol films. Prestel, München 1994, ISBN 3-7913-1367-3.
  • Astrid Johanna Ofner (Hrsg.): Andy Warhol - Filmmaker. Eine Retrospektive der Viennale und des Österreichischen Filmmuseums 1. bis 31. Oktober 2005. Wien 2005, ISBN 3-85266-282-6.
  • Callie Angell: Andy Warhol Screen Tests. Abrams Books, 2006, ISBN 0-8109-5539-3.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Andy Warhols Frankenstein im Lexikon des Internationalen Films