Andrew Wood (Musiker)

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Andrew Wood (Andrew Patrick „Andy“ Wood; * 8. Januar 1966 in Columbus, Mississippi; † 19. März 1990 in Seattle, Washington) war ein US-amerikanischer Rockmusiker und Sänger.

Leben[Bearbeiten]

Andrew Wood war der dritte Sohn des Navy-Offiziers David Wood. Nach etlichen Umzügen, unter anderem auch einem Aufenthalt in Deutschland wurde David Wood auf Brainbridge Island (vor der Küste Seattles) stationiert.

Nach einem Konzert der Rockgruppe Kiss 1977 beschlossen er und sein älterer Bruder Kevin, dass sie Rockmusiker werden wollen. Zusammen mit dem Schulfreund Regan Hagar gründeten sie die Band Malfunkshun mit Andrew als Sänger und Bassist, Kevin an der Gitarre und Regan Hagar als Schlagzeuger.

Wood ließ sich vor allem im Auftreten von den damaligen Glamour Stars wie Freddie Mercury, Elton John, David Bowie beeinflussen. Schon beim ersten Auftritt kam er grell geschminkt auf die Bühne. Er legte sich den Künstlernamen L’Andrew zu und fungierte als Frontman.

Der Band gelang es nie einen eigenen Plattenvertrag zu bekommen, sie steuerte aber 1985 das Lied With Yo’ Heart (Not Yo’ Hands) zum Sampler Deep Six des gerade gegründeten Independent Labels C/Z Records bei, in dem auch andere Bands der Szene, z. B. U-Men, Soundgarden oder Green River ihre ersten musikalischen Gehversuche festhielten.

Nach acht Jahren Malfunkshun begann Wood alleine als L’Andrew the Lovechild durch die Clubs von Seattle zu ziehen. Er saß am Klavier und die Begleitmusik kam von einem Tonband, das er zu Hause aufgenommen hatte. Zu dieser Zeit trennte sich die bis dahin bekannteste Band der Szene Green River, und Andrew Wood wurde von dem Gitarristen Stone Gossard und dem Bassisten Jeff Ament angesprochen, ob er nicht deren Frontman bei einer neuen Gruppe werden wolle. Nach Zögern, wahrscheinlich aus Rücksicht gegenüber seinem Bruder Kevin, sagte er zu.

Zusammen mit Regan Hagar und Bruce Fairweather, dem zweiten Gitarristen der Band Green River, gründeten sie 1987 die Gruppe Lords of the Wasteland.

Hagar verließ die neue Band bereits im selben Jahr und wurde durch Greg Gilmore ersetzt, der bereits bei Ten Minutes Warning das Schlagzeug gespielt hatte. Sie benannten sich erneut um in Mother Love Bone. Der Legende nach soll Wood den Namen aus dem Lied Capricorn Sister den anderen im Bandraum so lange vorgesagt haben, bis diese endlich zustimmten.

Als Frontman von Mother Love Bone legte Wood die Schminke und damit L’Andrew zur Seite und ahmte niemanden mehr nach. Er zeichnete für alle Texte der Band verantwortlich und arbeitete zudem an der Musik mit.

Anfang 1988 gingen sie zunächst ins Studio um die EP Shine bei einem bandeigenen Indielabel aufzunehmen und anschließend auf Tour. Bis zum Jahresende hatte die Band einen Vertrag bei Polygram. Mittlerweile setzte der Hype auf Bands aus Seattle und Umgebung an.

Mitte 1989 begab sich Wood zum zweiten Mal in eine Entzugsklinik für Heroin-Abhängige. Er hatte bereits als Teenager Drogenprobleme und sich nach seinem ersten Kurzaufenthalt in Seattle zum ersten Mal in eine Klinik begeben. Nach seiner Entlassung trat Mother Love Bone am 29. Dezember 1989 zum letzten Mal auf. Anschließend begann man mit den Arbeiten an der LP Apple. Am 16. März 1990, zwei Wochen vor Erscheinen des Albums, wurde Wood im komatösen Zustand von seiner Freundin in deren Wohnung aufgefunden. Wood hatte nach drei Monaten einen Rückfall und spritzte sich eine Überdosis Heroin. Nach drei Tagen entschloss sich die Familie zusammen mit Freunden und der Band, die lebenserhaltenden Geräte abzuschalten.

Musikalischer Stil[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu den meisten seiner Alterskollegen in Seattle komponierte Andy Wood keine Metal-Songs, sondern Rockmusik, die unter anderem von Glamrock wie T. Rex und Slade inspiriert wurde. Bei Mother Love Bone wurde dies noch verstärkt mit den zündenden Grooves von Aments Bassspiel. Seine größten Lichtblicke hatte er aber bei den von ihm eigens komponierten Klavierballaden wie Bone China und vor allem bei Chloe Dancer/Crown Of Thorns.

Diskographie[Bearbeiten]

  • 1988 Shine (mit Mother Love Bone)
  • 1990 Apple (mit Mother Love Bone)
  • 1992 Mother Love Bone (Shine und Apple zusammen + 1 Single), posthum
  • 1996 Return to Olympus (mit Malfunkshun), posthum von Stone Gossard erstellt

Weblinks[Bearbeiten]