Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in den Vereinigten Staaten
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Aufgrund des föderalen Aufbaus des politischen Systems und der starken politischen Brisanz des Themas ist die rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in den Vereinigten Staaten sehr unterschiedlich ausgestaltet.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Überblick
Im föderalen System der Vereinigten Staaten fällt die Begründung der Ehe in den alleinigen Zuständigkeitsbereich der Bundesstaaten. Die Rechtsfolgen der Ehe können sich dagegen sowohl im Recht der Bundesstaaten als auch im Recht des Bundes auswirken.
Heute existieren insgesamt vier verschiedene Formen der Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften:
- die gleichgeschlechtliche Ehe in Massachusetts und Kalifornien (im Folgenden mit „GGE“ abgekürzt)
- eingetragene Partnerschaften in Form von Civil Unions
- eingetragene Partnerschaften in Form von Domestic Partnerships
- eingetragene Partnerschaften in Form der Reciprocal Beneficiary Relationship in Hawaii
Während Civil Unions den eingetragenen Partnerschaften ähneln, die in vielen europäischen Ländern existieren (z.B. in Deutschland und in der Schweiz), sind Domestic Partnerships in der Regel weniger umfassend (z.B. werden zur Begründung keine Zeremonien abgehalten, sondern lediglich ein Formular eingeschickt).
[Bearbeiten] Politische Brisanz
Die rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften ist eines der umstrittensten Themen in der Gesellschaft, das viele Wahlkämpfe bestimmt. Liberale und konservative Gruppen treten z.T. sehr emotional für die jeweilige Seite ein. Die Auseinandersetzungen finden dabei vor Gericht, in den Parlamenten und an der Wahlurne statt.
Allgemein spielt Religion im täglichen Leben noch eine größere Rolle als in Europa; amerikanische Christen sind insgesamt konservativer als europäische.
Die Ehe zwischen Homosexuellen ist in den meisten Bundesstaaten durch einfache Gesetze (sog. statuatory laws) verboten. In einigen Staaten ist das Verbot sogar in der Verfassung verankert. Die gesellschaftspolitische Divergenz macht sich hier auch geografisch bemerkbar: Während eingetragene Partnerschaften oder die GGE in den liberaleren Regionen existieren (Neuengland, Westküste), bestehen verfassungsrechtliche Verbote in den konservativeren Gegenden (Bible Belt, Mittlerer Westen).
Parteipolitisch wird die Ehe von einigen Demokraten unterstützt (z.B. Edward Kennedy, Nancy Pelosi[1], Gavin Newsom, Eliot Spitzer, David Paterson), eingetragene Partnerschaften von den meisten Demokraten (z.B. Hillary Clinton, Barack Obama, John Edwards, Howard Dean) und vielen (moderaten) Republikanern (z.B. Mary Jodi Rell, John McCain). Gegen eine Anerkennung in jeglicher Form sind vor allem konservative Republikaner.
[Bearbeiten] Anerkennung auf Bundesstaatenebene
[Bearbeiten] Gleichgeschlechtliche Ehe
Der erste Versuch, die GGE zu legalisieren, fand 1972 statt. In Baker v. Nelson entschied der Oberste Gerichtshof Minnesotas, dass die Ehe in diesem Bundesstaat als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert sei. Die Revision wurde vom Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten „mangels einer grundsätzlichen bundesrechtlichen Frage“ nicht zur Entscheidung angenommen.
In der Sache Goodridge v. Department of Public Health entschied der Oberste Gerichtshof von Massachusetts am 18. November 2003, dass es verfassungswidrig sei, gleichgeschlechtlichen Paaren die Ehe zu verweigern. Das Gericht ordnete an, dass das Familienrecht entsprechend geändert werden muss, andernfalls würde die Anordnung nach einer Frist von 180 Tagen automatisch in Kraft treten. Als das Parlament am 17. Mai 2004 noch nichts unternommen hatte, wies der damalige Gouverneur Mitt Romney die Standesämter an, Ehelizenzen an gleichgeschlechtliche Paare auszugeben.
Am 15. Mai 2008 erklärte der Oberste Gerichtshof Kaliforniens die verschiedengeschlechtliche Definition der Ehe in diesem Staat für verfassungswidrig (s.u.). Damit ist Kalifornien neben Massachusetts der zweite Bundesstaat, der die Ehe für homosexuelle Paare geöffnet hat.
[Bearbeiten] Civil Unions
Der erste Bundesstaat, der das Rechtsinstitut der Civil Union einführte, war Vermont im Jahre 2000. In der Entscheidung Baker v. Vermont urteilte der Oberste Gerichtshof Vermonts, dass es verfassungswidrig sei, homosexuellen Paaren die Rechte und Pflichten der Ehe zu verweigern. Das Gericht legte allerdings nicht fest, ob die Ehe geöffnet werden muss oder ob eine gleichwertige Form der Anerkennung geschaffen werden kann. Das Parlament von Vermont entschied sich für die letztere Variante und Gouverneur Howard Dean unterzeichnete das Gesetz am 26. April 2000.
Weitere Bundesstaaten, die Civil Unions einführten, sind: Connecticut (2005), New Jersey (2007) und New Hampshire (2008).
[Bearbeiten] Domestic Partnerships
Der erste Bundesstaat, der Domestic Partnerships einführte, war Kalifornien im Jahre 1999.
Weitere Bundesstaaten mit Domestic Partnerships sind: District of Columbia (2000), New Jersey (2004), Maine (2004), Washington (2007) und Oregon (2007).
[Bearbeiten] Reciprocal Beneficiary Relationship
Im Jahr 1993 entschied der Oberste Gerichtshof Hawaiis in Baehr v. Lewin, dass es verfassungswidrig sei, homosexuellen Paaren die Ehe zu veweigern. Das Gericht ordnete jedoch nicht sofort die Ausgabe von Ehelizenzen an, sondern gab der Regierung Gelegenheit, sich zu rechtfertigen. Im Jahr 1997 führte Hawaii das erste und bisher einzigartige Rechtsinstitut der Reciprocal Beneficiary Relationship (dt. sinngemäß „Beziehung zur gegenseitigen Nutznießung“) ein. 1998 trat allerdings ein Verfassungszusatz in Kraft, nach dem die Regierung die Ehe auf heterosexuelle Paare beschränken kann. Diese Art der Formulierung ist in den Vereinigten Staaten einzigartig: Ähnliche Verfassungszusätze, die später in anderen Bundesstaaten folgten, enthielten stets ein zwingendes Verbot der GGE.
[Bearbeiten] Verfassungsrechtliche Verbote
Nach der Gerichtsentscheidung in Hawaii begannen einige Bundesstaaten, Verfassungszusätze zu verabschieden, die die GGE verbieten. Der erste Bundesstaat, der einen solchen Zusatzartikel einführte, war Alaska im Jahr 1998.
Nach der Entscheidung Baker v. Vermont folgten Nebraska (2000) und Nevada (2002).
Nach der Entscheidung Goodridge v. Department of Public Health in Massachusetts setzte eine weitere Welle ein. Es folgten im Jahr 2004: Arkansas, Georgia, Kentucky, Louisiana, Michigan, Mississippi, Missouri, Montana, North Dakota, Ohio, Oklahoma, Oregon, und Utah. Im Jahr 2005 folgten Kansas und Texas, und 2006 schließlich Alabama, Colorado, Idaho, South Carolina, South Dakota, Tennessee, Virginia und Wisconsin.
Der einzige Bundesstaat, in dem die Volksabstimmung über einen Verfassungszusatz bisher scheiterte, war Arizona.
[Bearbeiten] Anerkennung unter den Bundesstaaten
Traditionell sind die Bundesstaaten unter der Full Faith and Credit Clause der US-Verfassung dazu verpflichtet, sich bundestreu zu verhalten und ihre Rechtsinstitute gegenseitig anzuerkennen. Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten erkannte jedoch schon immer eine Ausnahme bei Gesetzen zur sogenannten public policy an, wozu auch die rechtlichen Bedingungen für eine Ehe zählen.
Im Jahr 1996 verabschiedete der US-Kongress mit Unterstützung der Regierung Clinton den Defense of Marriage Act, nach dem kein Bundesstaat verpflichtet ist, GGE aus anderen Bundesstaaten anzuerkennen. Die Verfassungsmäßigkeit des Gesetzes ist umstritten. Je nachdem, wie die Full Faith and Credit Clause ausgelegt wird, ist das Gesetz entweder überflüssig, weil die Ausnahme der public policy greift, oder verfassungswidrig, weil sie Full Faith and Credit und/oder andere Verfassungsbestimmungen verletzt. Bisher ist das Gesetz noch nicht vor dem Obersten Gerichtshof angegriffen worden und niedrigere Instanzen haben es für verfassungsgemäß befunden.
Trotzdem erkennen einige Bundesstaaten, die selbst keine GGE schließen, solche aus anderen Bundesstaaten an. Dazu gehören Rhode Island und New Mexico. In New York hat ein Gericht im Februar 2008 entschieden, dass eine in Kanada geschlossene GGE in New York anerkannt werden muss. Diese Entscheidung wurde im Mai 2008 rechtskräftig.[2] Am 28. Mai 2008 wies Gouverneur David Paterson die New Yorker Behörden an, außerhalb des Staates geschlossene GGE anzuerkennen.[3][4]
[Bearbeiten] Anerkennung auf Bundesebene
[Bearbeiten] Defense of Marriage Act
Historisch gab es auf Bundesebene nie eine Definition der Ehe und wenn eine Ehe in einem Bundesstaat gültig war, so wurde sie auch von der Bundesregierung anerkannt. Dies änderte sich erst 1996 mit dem Defense of Marriage Act (s.o), nach dem die Bundesregierung keine gleichgeschlechtlichen Ehen anerkennen darf.
[Bearbeiten] Federal Marriage Amendment
Ein von der Regierung Bush unterstützter Zusatzartikel zur US-Verfassung hätte ein verfassungsrechtliches Verbot der GGE auf Bundesebene geschaffen. Ein entsprechendes Gesetz wurde bisher dreimal im US-Kongress eingeführt, doch wurde es jedes Mal - auch mit den Stimmen vieler republikanischer Abgeordneter - abgelehnt. Zuletzt ist es 2006 im Repräsentantenhaus mit 236 zu 187 Stimmen gescheitert.
[Bearbeiten] Anerkennung ausländischer GGE
Die Bundesstaaten, die GGE aus anderen Bundesstaaten anerkennen, erkennen auch GGE an, die im Ausland geschlossen wurden. Insbesondere sind hier GGE aus Kanada von Relevanz.
[Bearbeiten] Adoption
Zu den Bundesstaaten, in denen gleichgeschlechtliche Paare legal Kinder adoptieren können, zählen Vermont, Massachusetts, New Hampshire[5], New York, New Jersey, Ohio, Wisconsin, New Mexico, Kalifornien, Colorado [6] und Washington. Ausdrücklich verboten ist gleichgeschlechtlichen Paaren eine Adoption in Florida, Mississippi, Oklahoma und Utah.
2007 erzogen schwule oder lesbische Eltern vier Prozent aller adoptierten Kinder in den USA. Dies entspricht einer Entlastung des amerikanischen Haushaltes um 130 Millionen US-Dollar[7].
[Bearbeiten] Zukunft
Es gibt sowohl Tendenzen zur Anerkennung als auch zur Nichtanerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. In acht Bundesstaaten gibt es Bestrebungen, die GGE zu legalisieren; in anderen wird über Civil Unions oder Domestic Partnerships diskutiert. In einer dritten Gruppe von Staaten werden Volksentscheide zum Verbot der GGE und/oder eingetragener Partnerschaften vorbereitet.
[Bearbeiten] Einführung der Ehe oder eingetragener Partnerschaften
[Bearbeiten] Connecticut
Die 2005 eingeführte und zur Ehe gleichwertige Civil Union soll mit der Ehe zusammengeführt werden. Die republikanische Gouverneurin M. Jodi Rell, die das Civil-Union-Gesetz unterzeichnete, hat ihr Veto angekündigt. Währenddessen steht eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs von Connecticut zu der Sache noch aus.
[Bearbeiten] Hawaii
Im März 2008 soll ein Gesetz in das Repräsentantenhaus eingebracht werden, das die derzeitige Reciprocal Beneficiary Relationship zur Civil Union erweitern soll. Ein ähnliches Gesetz hatte es 2007 nicht bis zur Abstimmung im zuständigen Ausschuss geschafft.
[Bearbeiten] Illinois
|Im März 2007 hat ein Gesetz zur Einführung von Civil Unions den zuständigen Ausschuss des Repräsentantenhauses passiert. Es kam jedoch nicht zur Abstimmung.[8] Im Februar 2008 wurde ein ähnliches Gesetz im Senat eingeführt.[9] Gouverneur Rod Blagojevich hat in der Vergangenheit Unterstützung signalisiert.
[Bearbeiten] Iowa
Im Dezember 2005 begann ein Prozess vor Gericht. Am 30. August 2007 wurde Iowas Defense of Marriage Act in erster Instanz für verfassungswidrig erklärt.[10] Einen Tag später erhielt das erste homosexuelle Paar eine Ehelizenz.[11] Der Anwalt des Countys, in dem die Entscheidung fiel, beantragte Berufung gegen diese Entscheidung beim Obersten Gerichtshof Iowas. Der erstinstanzliche Richter verhängte daraufhin einen einstweiligen Stopp gegen die Ausgabe weiterer Lizenzen. Das oberste Gericht könnte nun den Fall selbst annehmen, ihn an ein Gericht zweiter Instanz verweisen, oder den Berufungsantrag abweisen.
[Bearbeiten] Kalifornien
Im Februar 2004 sorgte der neu gewählte Bürgermeister von San Francisco Gavin Newsom für Aufsehen, als er den County Clerk anwies, Ehelizenzen an gleichgeschlechtliche Paare auszugeben, mit der Begründung, dass dies durch den Gleichheitssatz der Staatsverfassung geboten sei. Bis März hatten ca. 4000 Paare geheiratet. Am 11. März entschied jedoch der Oberste Gerichtshof des Staates, dass Newsom seine Kompetenzen überschritten hatte und erklärte die Ehen für ungültig.
Kurze Zeit später begannen die Stadt San Francisco sowie 15 schwule und lesbische Paare einen Prozess vor Gericht, in dem die bestehenden Ehegesetze für verfassungswidrig erklärt werden sollten. Am 14. März entschied der San Francisco Superior Court in erster Instanz für die Kläger. Dagegen legte der Staat Kalifornien Berufung ein.
Im Jahr 2005 beschloss das kalifornische Parlament ein Gesetz zur Umformung der Domestic Partnership zur Ehe. Gegen dieses legte Gouverneur Arnold Schwarzenegger sein Veto ein. Er berief sich dabei auf die sogenannte „Proposition 22“, eine Gesetzesänderung, die im Jahr 2000 durch einen Volksentscheid eingeführt wurde. Sie ergänzte die damals ohnehin schon verschiedengeschlechtliche Definition der Ehe dahingehend, dass nur heterosexuelle Ehen in Kalifornien gültig seien oder anerkannt würden. Schwarzenegger argumentierte, er wolle durch das Gesetz zur Eheöffnung dem in Proposition 22 ausgedrückten Willen des Volkes nicht widersprechen. Die Frage, ob Proposition 22 auch auf in Kalifornien geschlossene Ehen anwendbar ist, oder nur auf außerhalb des Staates geschlossene, wurde später von Gerichten unterschiedlich bewertet.
Am 10. Juli 2006 entschied ein Berufungsgericht, dass die bestehenden Ehegesetze nicht gegen die Verfassung verstoßen. Daraufhin ging die Stadt San Franciso vor dem Obersten Gerichtshof Kaliforniens in Berufung.
Im Jahr 2007 beschloss das kalifornische Parlament erneut ein Gesetz zur Öffnung der Ehe (Staatsversammlung: 8. Juni[12], Senat: 7. September[13]). Zunächst lag keine Stellungnahme von Schwarzenegger selbst vor, ob er diesmal unterzeichnen würde. [14] Am 18. September kündigte er jedoch für diesen und jeden weiteren Versuch sein Veto an [15] und am 13. Oktober machte er seine Ankündigung wahr[16].
Im September 2007 hatten sich die kalifornischen Stadte Los Angeles, Long Beach, San José, Oakland, Santa Cruz sowie San Diego mit Amici Couriae am Verfahren vor dem Obersten Gerichtshof beteiligt. [17] [18] Die mündliche Verhandlung fand am 4. März 2008 statt.[19]
Am 15. Mai 2008 erklärte der Oberste Gerichtshof in der Entscheidung In re Marriage Cases die verschiedengeschlechtliche Definition der Ehe mit 4 zu 3 Stimmen für verfassungswidrig und ordnete die Öffnung der Ehe an.[20][21] Gouverneur Schwarzenegger teilte mit, dass er das Urteil akzeptieren werde.
Am 4. Juni lehnte das Gericht einen Antrag von konservativen Gruppen ab, die Vollstreckung des Urteils bis zum Referendum über einen Verfassungszusatz (s.u.) auszusetzen.[22] Damit konnten die ersten Ehelizenzen an gleichgeschlechtliche Paare am 16. Juni, um 17.00 Uhr Ortszeit, ausgegeben werden. Im Vorfeld waren bereits die entsprechenden Formulare geändert worden, welche nun mit „Partei A“ und „Partei B“ beschriftet sind, statt mit „Braut“ und „Bräutigam“.[23] [24]
[Bearbeiten] Maryland
Eine Klage war vor dem obersten Gericht Marylands anhängig. In erster Instanz wurde das diskriminierende Ehegesetz des Staates für verfassungswidrig erklärt. Am 18. September 2007 wurde die Klage mit vier zu drei Stimmen abgewiesen.[25]
Im Parlament von Maryland liegen derzeit drei Gesetzesvorschläge vor. Diese würden entweder die Ehe öffnen, Civil Unions einführen, oder die Ehe generell abschaffen und einheitlich durch Domestic Partnerships ersetzen. Das Gesetz über Civil Unions findet unter den Abgeordneten bisher am meisten Zuspruch, und auch Gouverneur Martin O’Malley hat sich dafür ausgesprochen. Ein republikanischer Abgeordneter hat allerdings auch einen Verfassungszusatz vorgeschlagen, der die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau definieren würde.[26]
[Bearbeiten] New Jersey
Im Februar 2007 wurde durch die Einführung von Civil Unions ein Urteil des Obersten Gerichtshofs umgesetzt, nach dem homosexuelle Paare die gleichen Rechte wie in einer Ehe erhalten müssen. Nun prüft eine Kommission, ob diese eingetragenen Partnerschaften ausreichen, um die Entscheidung des Gerichts umzusetzen. Viele Paare berichteten aber, dass in ihrem täglichen Leben – etwa beim Arbeitgeber – die Unterscheidung zwischen „Ehe“ und „Civil Union“ einen großen praktischen Unterschied bedeute. Es wird erwartet, dass die Kommission die Öffnung der Ehe empfehlen wird. Nach Ansicht von Gouverneuer Jon Corzine ist es nur eine Frage der Zeit, bis das Parlament ein entsprechendes Gesetz verabschieden wird.[27]
[Bearbeiten] New Mexico
Im Januar 2008 verabschiedete das Repräsentantenhaus von New Mexico ein Gesetz zur Einführung von Domestic Partnerships. Wie die Abstimmung im Senat ausfallen wird ist ungewiss, jedoch ist der demokratische Mehrheitsführer „vorsichtig optimistisch“. Gouverneur Bill Richardson unterstützt das Gesetz.[28]
[Bearbeiten] New York
Nachdem eine Klage vor dem obersten Gericht New Yorks abgewiesen wurde, löste der 2006 neu gewählte Gouverneur Eliot Spitzer ein Wahlversprechen ein und brachte eine entsprechende Gesetzesinitiative in das Parlament ein. Am 19. Juni 2007 wurde das Gesetz im Repräsentantenhaus verabschiedet.[29] Im republikanisch dominierten Senat kam es jedoch nicht zur Abstimmung und am 9. Januar 2008 wurde es an das Repräsentantenhaus zurückverwiesen.[30]
2008 könnte das Gesetz durch eine Machtübernahme der Demokraten eine neue Chance erhalten, auch den Senat zu passieren. Im März betrug der Vorsprung der Republikaner in dieser Kammer nur noch 2 Stimmen.
Nachdem Gouverneur Spitzer am 12. März 2008 seinen Rücktritt wegen einer Prositutionsaffäre angekündigt hatte, wird erwartet, dass sein bisheriger Stellvertreter und Nachfolger David Paterson das Projekt fortführt.[31]
Am 28. Mai 2008 wies Paterson die New Yorker Behörden an, außerhalb des Staates geschlossene gleichgeschlechtliche Ehen anzuerkennen.[3][4]
[Bearbeiten] Rhode Island
Das Parlament von Rhode Island behandelt derzeit mehrere Initiativen zur eingetragenen Partnerschaft oder Ehe.
[Bearbeiten] Vermont
Eine Kommission des Staates beschäftigt sich mit der Frage, ob die im Jahr 2000 eingeführte Civil Union zur Ehe umgewandelt werden soll. Ein entsprechendes Gesetz wird jedoch nicht vor den Wahlen von 2009 erwartet.[32]
[Bearbeiten] Referenden über verfassungsrechtliche Verbote
[Bearbeiten] Arizona
Nachdem ein Referendum über einen Verfassungszusatz im Jahr 2006 gescheitert war, passierte ein neuer Entwurf am 12. Mai 2008 das Repräsentantenhaus des Staates und am 27. Juni den Senat. Die Abstimmung wird somit im November erfolgen. Meinungsumfragen zufolge lehnt zwar eine Mehrheit die GGE ab, will dies jedoch nicht in der Verfassung verankern.[33] [34]
[Bearbeiten] Florida
In Florida wird es im Jahr 2008 ein Referendum geben. Da für diese Abstimmung ein neues 60%-Quorum gilt, wird mit einem knappen Ausgang gerechnet.
[Bearbeiten] Kalifornien
Während das Verfahren vor dem Obersten Gerichtshof um die Öffnung der Ehe lief, sammelten konservative Gruppen Unterschriften für einen Verfassungszusatz zum Verbot der GGE. In der Vergangenheit wurde dies schon mehrmals versucht, jedoch wurde die erforderliche Unterschriftenzahl nie erreicht. Im April 2008 wurden die gesammelten Unterschriften den zuständigen Behörden übergeben[35] und am 2. Juni gab das Innenministerium bekannt, dass sich der Antrag qualifiziert hat.[36] Damit wird die Abstimmung parallel zur Präsidentschaftswahl im November stattfinden. Gouverneur Schwarzenegger erklärte, dass er sich gegen die Verfassungsänderung einsetzen werde.[37]
[Bearbeiten] Pennsylvania
In Pennsylvania müssen Verfassungsänderungen in zwei aufeinanderfolgenden Legislaturperioden in beiden Kammern des Parlaments verabschiedet werden, bevor sie den Wählern zur Abstimmung vorgelegt werden können. Im Mai 2008 wurde ein solcher Verfassungszusatz im zuständigen Ausschuss des Senates verabschiedet. Eine Umfrage zeigte, dass zwar eine Mehrheit gegen die GGE ist, aber gleichzeitig eingetragene Partnerschaften befürwortet.[38]
[Bearbeiten] Siehe auch
- Homosexualität in den Vereinigten Staaten
- Geschichte der Homosexualität in den Vereinigten Staaten
- Gesetze zur Homosexualität
[Bearbeiten] Einzelnachweis
- ↑ Kommentar Pelosis zur Öffnung der Ehe in Kalifornien (englisch)
- ↑ 365gay.com: NY High Court Refuses Gay Marriage Case, 6. Mai 2008
- ↑ a b queer.de: New York erkennt schwul-lesbische Ehen an
- ↑ a b 365gay.com: NY Gov. Orders State to Recognize Gay Marriage
- ↑ queer.de: New Hampshire: Parlament pro Adoption, 22. März 2007
- ↑ 365gay.com: 365gay.com Colorado Gay Adoption Bill Passes, 11. April 2007
- ↑ queer.de: Ein Drittel der Lesben sind Mütter, 28. März 2007
- ↑ Outguidechicago.com
- ↑ http://365gay.com/Newscon08/02/022908il.htm
- ↑ http://365gay.com/Newscon07/08/083007iowa.htm
- ↑ http://365gay.com/Newscon07/08/083107imar.htm
- ↑ http://www.queer.de/news_detail.php?article_id=7045
- ↑ http://365gay.com/Newscon07/09/090707calif.htm
- ↑ http://365gay.com/Newscon07/09/091507arnold.htm
- ↑ http://365gay.com/Newscon07/09/091807arnold.htm
- ↑ http://365gay.com/Newscon07/10/101307veto.htm
- ↑ http://www.365gay.com/Newscon07/09/090507sade.htm
- ↑ http://365gay.com/Newscon07/09/092007sandiego.htm
- ↑ http://365gay.com/Newscon08/02/020608court.htm
- ↑ queer.de: „Kalifornien: Das Verbot der Homo-Ehe ist verfassungswidrig“
- ↑ Text der Entscheidung als PDF (englisch)
- ↑ 365gay.com: Calif. Supreme Court Refuses To Delay Gay Marriage Ruling
- ↑ 365gay.com: Some Calif. Clerks To Issue Licenses Earlier
- ↑ [http://www.welt.de/politik/article2120296/Liebe_in_Kalifornien.html Welt: Liebe in Kalifornien Gleichgeschlechtliche Paare lassen sich trauen]
- ↑ http://365gay.com/Newscon07/09/091807maryland.htm
- ↑ http://365gay.com/Newscon08/02/020808md.htm
- ↑ http://365gay.com/Newscon07/09/092707nj.htm
- ↑ http://365gay.com/Newscon08/01/012508nm.htm
- ↑ 365gay: NY Gay Marriage Bill Declared 'Dead On Arrival' In Senate
- ↑ New York State Assembly: Bill Summary - A08590
- ↑ queer.de: Sexaffäre: Gouverneur Spitzer tritt ab
- ↑ http://365gay.com/Newscon07/08/082307vemar.htm
- ↑ 365gay.com: Anti-Gay Amendment Heads To Arizona Senate
- ↑ http://365gay.com/Newscon08/06/062808az.htm
- ↑ 365gay.com: Calif. Group To Submit Anti-Gay Referendum Signatures
- ↑ 365gay.com: Gay Marriage Ban Qualifies For Calif. Ballot
- ↑ 365gay.com: Governator To Fight Anti-Gay Amendment
- ↑ 365gay.com: Anti-Gay Amendment Advances In Pennsylvania

