Angelbachtal

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Angelbachtal (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Angelbachtal
Angelbachtal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Angelbachtal hervorgehoben
49.2316666666678.775159Koordinaten: 49° 14′ N, 8° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Rhein-Neckar-Kreis
Höhe: 159 m ü. NHN
Fläche: 17,92 km²
Einwohner: 4870 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 272 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 74916–74918
Vorwahl: 07265
Kfz-Kennzeichen: HD
Gemeindeschlüssel: 08 2 26 102
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schloßstraße 1
74918 Angelbachtal
Webpräsenz: www.angelbachtal.de
Bürgermeister: Frank Werner (CDU)
Lage der Gemeinde Angelbachtal im Rhein-Neckar-Kreis
Bayern Hessen Rheinland-Pfalz Heidelberg Heilbronn Landkreis Heilbronn Landkreis Karlsruhe Mannheim Neckar-Odenwald-Kreis Eberbach Altlußheim Angelbachtal Bammental Brühl (Baden) Dielheim Dossenheim Eberbach Eberbach Eberbach Edingen-Neckarhausen Edingen-Neckarhausen Epfenbach Eppelheim Eschelbronn Gaiberg Heddesbach Heddesheim Heiligkreuzsteinach Helmstadt-Bargen Hemsbach Hirschberg an der Bergstraße Hockenheim Ilvesheim Ketsch Ladenburg Laudenbach (Bergstraße) Leimen (Baden) Leimen (Baden) Lobbach Malsch (bei Wiesloch) Mauer (Baden) Meckesheim Mühlhausen (Kraichgau) Neckarbischofsheim Neckargemünd Neidenstein Neulußheim Nußloch Oftersheim Plankstadt Rauenberg Reichartshausen Reilingen Sandhausen St. Leon-Rot Schönau (Odenwald) Schönbrunn (Baden) Schriesheim Schwetzingen Schwetzingen Sinsheim Spechbach Waibstadt Walldorf (Baden) Weinheim Weinheim Wiesenbach (Baden) Wiesloch Wilhelmsfeld ZuzenhausenKarte
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Angelbachtal ist eine Gemeinde mit etwa 5000 Einwohnern im Kraichgau, zwischen Sinsheim und Bruchsal. Der Name der Gemeinde, die aus einer Vereinigung der Ortschaften Eichtersheim und Michelfeld hervorging, leitet sich ab vom gängigen Talnamen des Kraichgaugewässers Waldangelbach, der durch die Gemeinde fließt.

Geographie[Bearbeiten]

Lage und Naturraum[Bearbeiten]

Angelbachtal liegt südlich von Heidelberg im Kraichgauer Hügelland im Rhein-Neckar-Kreis (Baden-Württemberg). Durch die Gemeinde fließt der Waldangelbach nach Nordwesten, der verkürzt auch nur Angelbach genannt wird. Das Flusstal endet bei Rauenberg, wo der Oberrheingraben beginnt. Dessen mildes Klima ist der Landwirtschaft förderlich.

Der höchste Punkt mit 283 m ü. NN ist der Gipfel des Roßbergs. Tiefster Punkt, 159 m ü. NN, ist der Grund des Angelbachs. Die Gemarkung erstreckt sich über 1792 Hektar. Davon sind 15,5 Prozent Siedlungs- und Verkehrsfläche, 60,4 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt und 22,6 Prozent sind bewaldet.[2]

Der Schlosspark Eichtersheim steht aufgrund seiner alten Baumbestände unter Landschaftsschutz. Ebenso der Westliche Kraichgau, ein 930 Hektar großes Gebiet, an dem neben Angelbachtal auch Mühlhausen, Rauenberg und Dielheim Anteil haben, als typische Kraichgaulandschaft mit sanften Lösshügeln, ausgeprägten Tälern und vielfältiger Nutzung mit Acker-, Wein- und Obstbau und Wald als Lebensraum wildlebender Tier- und Pflanzenarten. Darüber hinaus ist der Hermannswald als flächenhaftes Naturdenkmal eingestuft.[3]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Orte grenzen an Angelbachtal. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt. Die Sinsheimer Stadtteile Eschelbach, Dühren und Waldangelloch, Östringen (Landkreis Karlsruhe) und Mühlhausen. Alle Orte außer Östringen liegen im Rhein-Neckar-Kreis.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Angelbachtal besteht aus den ehemaligen Gemeinden Eichtersheim und Michelfeld. Im Gemeindeteil Michelfeld liegt die abgegangene Kapelle Weibronn oder Wihenbronnen.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Friedrich-Hecker-Haus in Eichtersheim

Auf dem heutigen Gemeindegebiet wurden mehrere Gräber aus der Latènezeit gefunden.

Eichtersheim[Bearbeiten]

Eichtersheim wurde erstmals 838 als Uhtritesheim im Lorscher Codex erwähnt. Um 1200 gehörte das Dorf den Rittern von Steinach. Im 14. Jahrhundert war Eichtersheim ein pfälzisches Lehen. Ab 1541 übten die Freiherren von Venningen die Grundherrschaft aus. Ab 1779 gehörte der Ort zum Ritterkanton Kraichgau. 1806 gelangte Eichtersheim zu Baden und gehörte dort von 1807 bis 1810 zum Oberamt Waibstadt, dann zum Bezirksamt Neckarbischofsheim, ab 1813 zum Amt Wiesloch und ab 1850 zum Bezirksamt Sinsheim. 1939 wurden 654 Einwohner gezählt, Ende 1945 waren es 887.[5]

Michelfeld[Bearbeiten]

Michelfeld wurde 831 als Michilunfelt erstmals im Lorscher Codex erwähnt. Nachdem bereits der Germersheimer Vogt Keckhans von Gemmingen im 15. Jahrhundert einen Teil des Ortes erworben hatte, kam dessen Sohn Orendel von Gemmingen 1508 in den Besitz des gesamten Ortes. Die Herren von Gemmingen-Michelfeld starben 1613 im Mannesstamm aus, nach ihnen übten die Herren von Gemmingen-Hornberg die Herrschaft über den Ort, der zum Ritterkanton Kraichgau gehörte, bis zum Übergang zu Baden 1806 aus. In Baden gehörte Michelfeld wie Eichtersheim zunächst zum Amt Wiesloch und ab 1850 zum Bezirksamt Sinsheim. Friedrich Hecker, in Eichtersheim geboren und aufgewachsen, hatte während der Badischen Revolution großen Rückhalt in der Bevölkerung. Der Volksverein im etwa 750 Einwohner zählenden Eichtersheim hatte 126 Mitglieder, der in Michelfeld 87, aus allen Berufsgruppen. Die preußischen Strafaktionen nach der gescheiterten Revolution trafen beide Orte hart. 1939 wurden 1142 Einwohner gezählt, Ende 1945 waren es 1442.[5]

Gemeinde Angelbachtal seit 1972[Bearbeiten]

Am 1. April 1972 vereinigten sich Eichtersheim und Michelfeld zur Gemeinde Angelbachtal. Im Zuge der baden-württembergischen Kreisreform wurde 1973 der Landkreis Sinsheim aufgelöst und die Gemeinde dem neugebildeten Rhein-Neckar-Kreis angegliedert. Mit Sinsheim und Zuzenhausen ging Angelbachtal eine vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft ein.

Als sich Eichtersheim und Michelfeld 1972 zur neuen Gemeinde Angelbachtal zusammenschlossen, rückte die Frage nach einem gemeinsamen Rathaus in den Mittelpunkt, da die bisherigen Rathäuser der Gemeinden nur noch unbefriedigend waren. Zunächst erwog man, die beiden im Gemeindebesitz befindlichen Schlösser, Schloss Eichtersheim und Schloss Michelfeld, zu verkaufen und zwischen den beiden Gemeindeteilen ein neues Rathaus zu errichten, wofür man 1973 auch Grundstücke erworben hat. Das Schloss in Michelfeld wurde dann 1975 verkauft, für das Schloss Eichtersheim konnte bis 1977 kein geeigneter Käufer gefunden werden. Im Sommer 1977 entschied sich die Gemeinde dann, das Schloss in Eichtersheim zum Sitz der Gemeindeverwaltung umzubauen. Nach zweijähriger Bauzeit wurde das Schloss 1980 seiner neuen Bestimmung übergeben.[6]

Das Wachstum der Gesamtgemeinde war begleitet von weiteren Infrastrukturmaßnahmen wie dem Bau von Feuerwehrhaus und Aussegnungshalle, der Anlage von Sportplatz und Schulsportanlage sowie der Ausweisung neuer Wohngebiete und eines Gewerbegebiets in Michelfeld.

Evangelische Kirche Eichtersheim

Religionen[Bearbeiten]

Um 1525 wurde in Eichtersheim und Michelfeld die Reformation eingeführt. Während in Michelfeld bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs die überwiegende Mehrheit der Einwohner evangelisch war, wechselten die Herren von Venningen dem Vorbild des kurpfälzischen Hofs folgend nach 1700 wieder zum Katholizismus, wodurch sich Eichtersheim konfessionell gemischt entwickelte. Die evangelische Gemeinde gehört zum Kirchenbezirk Kraichgau der Evangelischen Landeskirche in Baden und die katholische Pfarrgemeinde Heilig-Kreuz zum Dekanat Kraichgau des Erzbistums Freiburg.

Seit dem 18. Jahrhundert gab es Juden in Eichtersheim und Michelfeld. Der Höchststand wurde 1839 erreicht mit 149 bzw. 242 jüdischen Einwohnern. Anschließend setzte eine starke Abwanderung ein. In Eichtersheim gab es von 1840 bis 1876 eine jüdische Elementarschule. Außerhalb von Eichtersheim besteht ein 1781 angelegter und in Michelfeld ein 1868 zentral angelegter jüdischer Friedhof. Bei den Deportationen in der Zeit des Nationalsozialismus kam von den 1933 hier wohnhaften jüdischen Einwohnern mindestens fünf Personen ums Leben. Die beiden Synagogen wurden vor den Novemberpogromen 1938 an Privatleute verkauft und blieben daher unversehrt.[7][8]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts zogen viele Eichtersheimer und Michelfelder als Arbeiter in die durch die Industrialisierung begünstigten Städte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden zahlreiche Heimatvertriebene aufgenommen, die zum Teil aber wieder abwanderten. Begünstigt durch die zunehmende Automobilisierung konnten viele Pendler beide Orte als Wohnort wählen und es setzte in den 1960er Jahren ein stetiger Bevölkerungszuwachs ein. 2007 wurden erstmals mehr als 5000 Einwohner in Angelbachtal gezählt.

Die nachfolgende Tabelle fasst die Einwohner auf dem heutigen Gebietsstand zusammen und basiert auf den Volkszählungsergebnissen bzw. deren amtlichen Fortschreibungen.

Jahr 1871 1890 1910 1939 1950 1961 1970 1987 1995 2000 2005 2010
Einwohner[9] 2154 2101 2207 1796 2991 2737 3296 3724 4427 4792 4917 4960

Politik[Bearbeiten]

Im Eichtersheimer Schloss befindet sich das Rathaus.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat hat neben dem vorsitzenden Bürgermeister 14 Sitze und wird in direkter Wahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Bei der letzten Kommunalwahl 2009 gab es folgendes Ergebnis:

Gemeinderat 2009
Partei Stimmen Sitze
FWV 60,5 % (+8,1) 9 (+2)
CDU 39,5 % (-0,8) 5 (-1)
Andere 00,0 % (-7,4) 0 (-1)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bürgermeister wird in direkter Wahl für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt.

Von 1979 bis zu seinem Tod am 1. September 2008 amtierte Fritz Brandt (CDU). Zu seinem Nachfolger wurde am 30. November 2008 mit 62,4 Prozent der abgegebenen Stimmen der Diplom-Verwaltungswirt und bisherige Hauptamtsleiter in Kronau Frank Werner (CDU) gewählt. Er setzte sich bei einer Wahlbeteiligung von 73,4 Prozent gegen fünf Mitbewerber durch.

  •  ?–1979: Johann Jenne
  • 1979–2008: Fritz Brandt (CDU)
  • ab 2008: Frank Werner (CDU)

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: In Blau zwei goldene Wellenbalken, belegt mit zwei schräggekreuzten roten Lilienstäben, die Kreuzung überdeckt mit einem blauen Herzschild, worin ein zunehmender goldener Halbmond mit Gesicht.

Das Wappen nimmt Bezug auf die alten Wappen der beiden Ortsteile und symbolisiert gleichzeitig Lage und Name der Gemeinde. Die Lilienstäbe entstammen dem Eichtersheimer Ortswappen und verweisen auf die ehemalige Ortsherrschaft der Freiherren von Venningen. Der Halbmond wurde dem Michelfelder Wappen entnommen, das mit den Farben Blau und Gold auf die Freiherren von Gemmingen anspielt. Die Wellenbalken symbolisieren den Waldangelbach.

Die Flagge ist Gelb-Blau und wurde zusammen mit dem Wappen am 30. April 1985 vom Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis verliehen.[10]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schlosskirche in Eichtersheim
Schloss Michelfeld
Evangelische Kirche Michelfeld
Heilig-Kreuz-Kirche

Bauwerke[Bearbeiten]

Das Schloss Eichtersheim wurde im 16. Jahrhundert von den Herren von Venningen errichtet. Der Rundturm mit einem Sterngewölbe stammt von 1596. 1767 ließ Karl Philipp von Venningen das Schloss umbauen. Aus dieser Zeit stammt die barocke Haupttreppe im Innern. 1963 erwarb die Gemeinde Eichtersheim das Schloss. Von 1978 bis 1980 wurde es saniert und umgebaut, seitdem befinden sich dort das Rathaus der Gemeinde Angelbachtal und ein Restaurant. Der alte Festsaal wird als Bürgersaal benutzt. Eine ständige Ausstellung informiert über Friedrich Hecker. Der Schlosspark um das Schloss ist 6,75 Hektar groß und wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wahrscheinlich von Friedrich Ries im englischen Stil angelegt. Zahlreiche alte Bäume und botanische Raritäten können hier bewundert werden.

Gegenüber dem Schlosspark steht die ehemalige katholische Schlosskirche Eichtersheim, die 1782 von Carl Philipp von Venningen (1728−1797) und Maria Anna von Hutten zu Stolzenberg († 1781) erbaut wurde. In ihr befindet sich die Venningensche Familiengruft. In der unmittelbaren Nachbarschaft sind der historische Marstall, die Schlossapotheke und das sogenannte Heckerhaus, das ehemalige Rentamt, zu finden.

Die evangelische Kirche von Eichtersheim befindet sich erhöht auf einem Hügel. Der an eine Wehrkirche erinnernde Sandsteinbau wurde 1792 im barocken Stil errichtet und ersetzte die alte Kirche von 1452. Der Turm wurde 1886 erneuert. Die älteste Glocke stammt von 1506.

Im historischen Ortskern von Eichtersheim befinden sich außerdem mehrere barocke Häuser und Gehöfte insbesondere aus dem 18. Jahrhundert. Hervorzuheben sind der alte Gutshof aus dem Jahr 1768, in dem ein Seniorenstift untergebracht ist, und das alte Rathaus von 1773. Beide werden geschmückt vom Wappen der Venningen-Hutten.

Das Schloss Michelfeld stammt von 1753. Es wurde von den Herren von Gemmingen-Hornberg errichtet und diente als Stammsitz der Grundherrschaft. Im angrenzenden Gutshof befindet sich heute ein Hotel. Ganz in der Nähe befindet sich auch das Michelfelder Jägerhaus (erbaut 1752), welches früher als Amtshaus zum Michelfelder Schloss gehörte.

Die evangelische Kirche in Michelfeld wurde ab 1767 errichtet. Am Portal des Barockbaus befindet sich das hessische Wappen und am Turm das Wappen der von Gemmingen, die für ihn baupflichtig waren. Die Kanzel, die Orgel und die gemalten zwölf Apostel stammen noch im Original aus dem 18. Jahrhundert.

Die katholische Heilig-Kreuz-Kirche wurde 1968 zwischen Eichtersheim und Michelfeld erbaut. Die Kirche weist einen sechseckige Grundriss und einen freistehenden Glockenturm auf. Auf dem Vorplatz befindet sich eine Augustinus-Skulptur aus Bronze von Jürgen Goertz.

Kunst[Bearbeiten]

In Angelbachtal sind im Schlosspark Eichtersheim und auf dem Friedrich-Hecker-Platz mehr als zehn teilweise großformatige Skulpturen des in der ehemaligen Eichtersheimer Schlosskirche wirkenden Künstlers Jürgen Goertz aufgestellt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Pfingstmarkt mit Schlossparkbeleuchtung
  • Mittelalterliches Ritterturnier
  • Töpfer- und Künstlermarkt
  • Schlossparkserenade
  • Kerwe (Kirchweih)
  • Highland Games
  • Weihnachtsmarkt

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch Angelbachtal führen die beiden Bundesstraßen 292 und 39 (die zugleich die Umgehung 68 der Bundesautobahn 6 darstellt). Die B 292 verläuft von Bruchsal kommend über Östringen durch Angelbachtal/Eichtersheim nach Sinsheim und weiter Richtung Mosbach. Die B 39 führt von Wiesloch über Mühlhausen durch Angelbachtal/Eichtersheim nach Sinsheim und weiter Richtung Heilbronn. Auf dem Abschnitt Angelbachtal-Sinsheim verlaufen beide Straßen gemeinsam. Die Landesstraße 551 führt von Angelbachtal/Michelfeld nach Waldangelloch Richtung Eppingen; die Kreisstraße 4177 führt von Angelbachtal/Michelfeld nach Dühren.

Von Angelbachtal führen Buslinien nach Mühlhausen und Sinsheim. In Sinsheim besteht Anschluss an die Elsenztalbahn Heidelberg–Heilbronn. Angelbachtal gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar.

Der Personenverkehr auf der Bahnstrecke Wiesloch-Waldangelloch wurde 1980 endgültig eingestellt, so dass Angelbachtal nicht mehr mit dem Schienennetz verknüpft ist.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

In der Gemeinde gibt es ein Altenwohn- und ein Pflegeheim.

Bildung[Bearbeiten]

Die Sonnenbergschule in Angelbachtal ist eine Grund- und Hauptschule mit integrierter Werkrealschule. Weitere weiterführende Schulen sind im näheren Umkreis in Östringen, Wiesloch und Sinsheim zu finden. Des Weiteren gibt es in der Gemeinde eine Außenstelle der Volkshochschule Sinsheim, eine Musikschule und eine katholische Bücherei. Für die jüngsten Einwohner gibt es zwei kommunale und zwei evangelische Kindergärten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Skulptur von Jürgen Goertz im Schlosspark

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Friedrich Ratzel (1844–1904), Zoologe und Geograph, absolvierte in der Eichtersheimer Schlossapotheke seine Apotheker-Lehre und setzte „seinem Dorf“ in dem Buch „Glücksinsel und Träume“ ein Denkmal.
  • Jürgen Goertz (* 1939), Skulpturenkünstler, lebt und arbeitet in Angelbachtal. Viele seiner Skulpturen sind hier aufgestellt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Angelbachtal - Zwei Dörfer, eine Gemeinde. Angelbachtal 1994
  • Adolf M. Hirn, Gabriele Süskind (Red.), Jürgen Schütz (Hrsg.): Der Rhein-Neckar-Kreis. Stuttgart 1991, ISBN 3-8062-0597-3
  • Joachim Hahn, Jürgen Krüger: Synagogen in Baden-Württemberg. Band 2, Stuttgart 2007, S. 10-13

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stand: 31. Dezember 2004
  3. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg
  4. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2, S. 413–415
  5. a b Mitteilungen des Württ. und Bad. Statistischen Landesamtes Nr. 2: Ergebnisse der Einwohnerzählung am 31. Dezember 1945 in Nordbaden
  6. Gemeindeverwaltung Angelbachtal (Hrsg.): Rathaus Angelbachtal 1980, Angelbachtal 1980.
  7. Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum: Eichtersheim
  8. Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum: Michelfeld
  9. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
  10. Herwig John, Gabriele Wüst: Wappenbuch Rhein-Neckar-Kreis. Ubstadt-Weiher 1996, ISBN 3-929366-27-4, S. 38

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Angelbachtal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien