Angelika Beer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Angelika Beer auf der 40. Münchner Sicherheitskonferenz 2004
Angelika Beer 1987 im Bundestag

Angelika Beer (* 24. Mai 1957 in Kiel) ist eine deutsche Politikerin. Sie war von 2002 bis 2004 Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben und Beruf

Nach der Mittleren Reife absolvierte Angelika Beer eine Ausbildung zur Arzthelferin und anschließend eine zur Rechtsanwalts- und Notarsgehilfin.

Von 1992 bis 1994 war sie Koordinatorin der internationalen Kampagne zur Ächtung von Landminen / medico international.

Angelika Beer ist seit 2003 mit dem Oberstleutnant der Bundeswehr Peter Matthiesen verheiratet. Aus einer früheren Ehe ist sie Mutter eines Sohnes.[1] Ihr Vater Herbert Beer war GB/BHE-Landtagsabgeordneter in Schleswig-Holstein.

[Bearbeiten] Politische Laufbahn

Angelika Beer gehörte 1980 zu den Mitbegründern der Partei Die Grünen in Neumünster. Vorher war sie im Kommunistischen Bund (KB) aktiv gewesen. Sie gehörte von 1991 bis 1994 dem Bundesvorstand an und war von Dezember 2002 bis Oktober 2004 gemeinsam mit Reinhard Bütikofer Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen.

Von 1987 bis 1990 sowie von 1994 bis 2002 war Angelika Beer Mitglied des Deutschen Bundestages, wobei sie stets über die Landesliste Schleswig Holstein einzog. Im Bundestag war sie seit 1994 verteidigungspolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Für die Bundestagswahl 2002 wurde sie von ihrer Partei nicht erneut nominiert. Hintergrund war der Vorwurf, die frühere Friedens-Aktivistin habe sich zunehmend zur Militär-Freundin entwickelt, etwa durch ihr engagiertes Eintreten für eine deutsche Beteiligung am Luftkrieg gegen Serbien 1999, durch öffentlich geäußerten „Stolz“ auf „unsere Soldaten“, aber auch vor dem Hintergrund ihrer Ende 2001 bekannt gegebenen Liaison mit einem Bundeswehroffizier.[2]

Von der Europawahl 2004 an war sie Mitglied des Europäischen Parlaments. Hier gehörte sie dem Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten und dessen Unterausschuss für Sicherheits- und Verteidigungspolitik an. Außerdem war sie Vorsitzende der Iran-Delegation des Europäischen Parlaments. Auf dem Bundesparteitag der Grünen für die Europawahl 2009 verpasste Beer im Januar 2009 mehrfach mit Wahlergebnissen unter 10 Prozent eine erneute Platzierung auf der Europaliste ihrer Partei.

Am 28. März 2009 teilte Beer auf einem schleswig-holsteinischen Landesparteitag in Bad Oldesloe ihren Austritt aus Bündnis 90/Die Grünen mit.[3] Parteifreunde reagierten mit Unverständnis.[4]

Am 25. September 2009 erklärte sie, die Piratenpartei zu unterstützen und dass sie diese bei der Bundestagswahl 2009 bereits gewählt habe. Im November 2009 trat sie der Piratenpartei bei.[5] Sie kandidiert für die Partei bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein 2012 auf dem sechsten Platz der Landesliste sowie als Direktkandidatin im Wahlkreis Neumünster.[6]

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Angelika Beer liebt Oberstleutnant, Spiegel Online vom 23. Dezember 2001
  2. Financial Times: Angelika Beer und Reinhard Bütikofer: Schwerer Stand. (6. Dezember 2002).
  3. Erklärung von Angelika Beer zum Austritt aus Bündnis 90/ Die Grünen. (PDF) Website von Angelika Beer.
  4. Hamburger Abendblatt 30. März 2009: Spitzenkandidat Trittin: Beer-Austritt unverständlich.
  5. Piratenpartei Schleswig-Holstein: „Piratenpartei begrüßt mit Angelika Beer ein prominentes neues Mitglied“
  6. Henning Baethge: Comeback einer Ex-Grünen. Angelika Beer will als Piratin in den Landtag. In: Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, 11. Oktober 2011. Abgerufen am 15. Oktober 2011.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Angelika Beer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen