Angelika Express

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Angelika Express
Angelika Express live auf der SIGINT 2009 in Köln
Angelika Express live auf der SIGINT 2009 in Köln
Allgemeine Informationen
Genre(s) Indie, Punk-Pop
Gründung 2002
Auflösung 2005
Neugründung 2008
Website www.angelika-express.de
Gründungsmitglieder
Gesang, Gitarre
Robert Drakogiannakis
E-Bass, Gesang
Jens Bachmann
Schlagzeug, Gesang
Alex Jezdinsky
Aktuelle Besetzung
Gesang, Gitarre, Bass, Schlagzeug
Robert Drakogiannakis
Dani „das Bassmädchen“ Hilterhaus
Schlagzeug, Hintergrundgesang
Mirco „Caddy“ Cardeneo
Valentin Mayr
Gitarre, Gesang
Annick Manoukian

Angelika Express ist der Name einer 2002 vom Sänger, Gitarrist und Songschreiber Robert Drakogiannakis gegründeten Formation.

Ihren Stil definierte die Gruppe einst mit den Worten: „Wir haben Diskoterror und lärmendes Massaker mit dem Zuckerguss des ewigen Popsongs überzogen.“ Dabei werden Popmelodien mit Gitarre, Bass und Schlagzeug sehr hart und laut im Punkstil gespielt, die Texte umreißen meist fragmentarisch Alltagssituationen und Erlebniswelten im Leben junger Erwachsener.

Bandgeschichte[Bearbeiten]

Erste Phase (2002–2005)[Bearbeiten]

Das Trio machte seit 2002 mit einer eigenen Website auf sich aufmerksam, auf der sie einige Songs anbot. So wurde das Wuppertaler Musiklabel Paul auf die Gruppe aufmerksam und veröffentlichte das Debüt-Album, das wie die Band Angelika Express hieß. Die Gruppe übernahm hierbei so viele Aufgaben wie möglich selbst, von der Produktion bis zur Gestaltung des Artworks. Das Album erhielt vor allem in der Independent-Szene einige Anerkennung und wurde in Musikzeitschriften zum Teil sehr positiv besprochen, es erlangte keine Aufmerksamkeit einer breiteren Öffentlichkeit.

Für die thematisch sehr politische EP Ich bin kein Amerikaner (2003) und das zweite Album Alltag für Alle (2004) holte sich die Gruppe Unterstützung vom renommierten Musikproduzenten Jem und ließ auch das Design von Profis machen. Auch diese Platten wurden von einem kleinen Publikum sehr positiv aufgenommen. Ende 2004 erschien noch eine EP (Titel Phantome), die stilistisch deutlich anders als ihre Vorgänger ist: die Melodien sind langsamer, die Arrangements komplexer. Die letzte Veröffentlichung als Band war 2005 das Livealbum Pornographie (benannt nach einem Stück auf dem Debütalbum).

Trennung (2005–2008)[Bearbeiten]

Im August 2005 gaben Angelika Express ihre vorläufige Auflösung in der Musiksendung Newcomer TV (hr-Fernsehen und WDR Fernsehen, Moderation: Raffaela Jungbauer) bekannt, in der sie zu Anfangszeiten ihr erstes TV-Interview gegeben hatten und im Sommer 2005 ihren letzten TV-Auftritt hatten. Sänger Robert Drakogiannakis setzte seine Karriere als eine Hälfte des Elektropop-Duos Planetakis fort, Jens Bachmann und Alex Jezdinsky machen als Overschmidt weiterhin gemeinsam Musik. Beide spielen auch in anderen Bands, Bachmann zum Beispiel kurzzeitig bei Neuser, Jezdinsky bei Klee.

Rückkehr als Soloprojekt (seit 2008)[Bearbeiten]

Im April 2008 kündigte Drakogiannakis im Planetakis-Newsletter an, dass er wieder unter dem Namen Angelika Express Musik macht, jedoch ohne (Zitat) “die althergebrachte Routine von Plattenvertrag, Albumrelease und Promokarussell“. Auf dem Angelika Express Blog veröffentlichte er von da an bis Ende August 2008 im Wochenrhythmus neue Songs zum freien Download. Live wird Drakogiannakis von Dani Hilterhaus von der Punkband LiLi am Bass unterstützt, ein Schlagzeuger war in Martell Beigang gefunden, der jedoch wegen anderer Verpflichtungen wieder aus der Gruppe austreten musste und durch Mirco "Caddy" Cardeneo, der schon bei Casanovas Schwule Seite, The Wohlstandskinder sowie Schrottgrenze gespielt hat, ersetzt wurde. Cardeneo wird wegen seiner vielen Nebenprojekte seit Mai 2009 gelegentlich durch Valentin Mayr (Kinzki) vertreten.

Zur Finanzierung eines neuen Albums wurden nach dem Vorbild von Aktiengesellschaften Anteile an dem Projekt vorher an Fans verkauft, die damit zu 80 % direkt an den Einnahmen beteiligt sind. Die 500 Anteile waren bereits nach einem Tag zu ungefähr 70 % verkauft[1]. Dieses Crowdfunding weckte in Zeiten der Finanzkrise und des Niedergangs der Tonträgerindustrie breites mediales Interesse, bis hin zur Berichterstattung in der heute-Sendung des ZDF.

Der Titel des so finanzierten Albums stand mit Goldener Trash schon früh fest, im Vorfeld erschien eine EP mit dem Titel Was wollt ihr alle?. 2009 wurde außerdem ein Musikvideo zum Lied Dich gibt's nicht produziert und im Internet veröffentlicht, die geplante Singleveröffentlichung fand aber nicht statt.

Ende 2009 wurden 40 unveröffentlichte Aufnahmen aus der frühen Phase der Band unter dem Titel Hosen runter! Die Angelika Demos 2002–2005 als freier Download ins Netz gestellt.

Auch für das 2010 erschienene Album "Die dunkle Seite der Macht" ging Drakogiannakis wieder einen Sonderweg über das Internet und legte der "Special Edition" des Albums CD-Rohlinge und einen Freischalt-Code bei, mit dem die Käufer dieser Version sich ab Januar 2011 den sogenannten "zweiten Teil" des Albums in Form von acht zusätzlichen Songs herunterladen und selbst auf die CD brennen konnten.

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

  • Angelika Express (LP/CD, 10. März 2003)
  • Alltag für alle (LP/CD, 29. März 2004)
  • Pornographie: Eine Nacht mit Angelika Express im Gleis 22 (Live-Album CD, 4. April 2005)
  • Goldener Trash (Rohversion zum Download auf der Homepage, 29. August 2008)
  • Goldener Trash (13. Februar 2009)
  • Die dunkle Seite der Macht (26. November 2010, auch als limitierte Sonderedition mit Bonus-CD, Poster und T-Shirt)
  • Die dunkle Seite der Macht (Zweiter Teil) (nur als Download, 1. Januar 2011)
  • Die feine englische Art (12. Juli 2012, bereits im Juni 2012 als "Angelika Box" mit dem Album als Compact Disc, Schallplatte, Compact Cassette, einem großformatigem Booklet und ArtPrints von Drakogiannakis nur auf Bestellung erschienen)

EPs[Bearbeiten]

  • Ich bin kein Amerikaner (10"/CD, 24. November 2003)
  • Phantome (CD, 15. November 2004)
  • Was wollt ihr alle? (CD, 28. November 2008)
  • Hände hoch (CD auf 100 Stück limitiert mit 10 Bonus-Tracks/ Download, 20.Juli 2010)
  • Besoffen im Park (CD, 13. Juni 2014)

Singles[Bearbeiten]

  • Geh doch nach Berlin (Maxi-CD, 24. Februar 2003)
  • Eigentlich, eigentlich (Maxi-CD, 26. Mai 2003)
  • Nimm mich mit (7"-Single/Maxi-CD, 22. März 2004)
  • Rock Fucker Rock (CD, 7. Juni 2004)
  • Was wollt ihr alle (2008)
  • Dich gibt's nicht (2009)
  • CDU und du / Christin (Doppelsingle) (2011)
  • 20 Jahre Intro – Damals Teil 8: Retro (7"-Single als Picture-Disc, limitiert auf 100 Stück, September 2011)
  • Rekordversuch (Download-Single; Januar 2012)
  • Matt Damon (2013)

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Informationen zur "Angelika-Aktie" im Bandblog