Angelo Ferrari

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Angelo Ferrari um 1928 auf einer Fotografie von Alexander Binder

Angelo Ferrari (* 14. August 1897 in Fara Gera d’Adda[1], Italien; † 1945[2] in Berlin, Deutschland) war ein italienischer Schauspieler mit intensiver Aktivität als Kleindarsteller beim deutschen Film.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Der gebürtige Lombarde hatte als Jugendlicher (1913 und 1914) die italienische Rollschuhmeisterschaft gewonnen und lernte dabei die Filmschauspielerin Diana Karenne kennen, die ihn 1916 an ihre Seite in dem Film Sofia di Kravonia holte. Nach seinem Militärdienst 1916-18 setzte Angelo Ferrari seine Filmtätigkeit fort, unter anderem als Partner der Leinwanddiva Francesca Bertini.

1922 folgte Ferrari einem Angebot aus Berlin. Seitdem arbeitete er bis kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs in deutschen Ateliers, nahezu durchgehend in kleinen bis Kleinstrollen in rund 200 Filmen. Man sah ihn als Adeligen und Offizier, als Kellner und Inspizient, als Heerführer und Reporter, als Schiedsrichter und Polizeikommissar, als Hotel- und Operndirektor. Sein letzter Film, das Verwechslungslustspiel Verlobte Leute, war im November 1944 abgedreht und lief erst 1950 unter dem Titel Das Dementi in Ostberlin an.

Die Umstände seines Todes sind bis heute nicht geklärt. Angelo Ferrari starb möglicherweise an einem Schlaganfall, wahrscheinlicher aber ist, dass er im Endkampf um Berlin ums Leben kam.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1916: Sofia di Kravonia
  • 1916: La sepolta viva
  • 1919: La serata di Buffalo
  • 1920: La farina del diavolo
  • 1921: L’incatenata
  • 1921: Sansone
  • 1922: La donna nuda
  • 1922: Cyrano von Bergerac (Cirano di Bergerac)
  • 1923: Die grüne Manuela
  • 1923: Die Geliebte des Mörders
  • 1924: Der Rächer von Davos
  • 1924: Prater
  • 1924: Das goldene Kalb
  • 1925: Die Motorbraut
  • 1925: Die Zirkusprinzessin
  • 1925: Der Mann im Sattel
  • 1925: Eifersucht
  • 1925: Frauen und Banknoten
  • 1926: Junges Blut
  • 1926: Zirkus Renz
  • 1926: Die Flucht in die Nacht
  • 1926: Das Lebenslied
  • 1926: In Treue stark
  • 1927: Eheferien
  • 1927: Die Sünderin
  • 1927: Dr. Bessels Verwandlung
  • 1927: Frühere Verhältnisse
  • 1927: Stolzenfels am Rhein
  • 1927: Die glühende Gasse
  • 1927: Orientexpreß
  • 1928: Weib in Flammen
  • 1928: Fünf bange Tage
  • 1928: Das Karussell des Todes
  • 1928: Villa Falconieri
  • 1928: Die Dame und ihr Chauffeur
  • 1928: Marter der Liebe
  • 1929: Die Halbwüchsigen

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Andere Quellen benennen Rom als Geburtsort
  2. fälschlicherweise ist oftmals das Jahr 1954 zu lesen, was auf einem von zahlreichen Sekundärquellen übernommenen Zahlendreher beruht

Literatur[Bearbeiten]

  • Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 2: C – F. John Paddy Carstairs – Peter Fitz. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 653 f.

Weblinks[Bearbeiten]