Angerdorf

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Angerdorf Schilda in Brandenburg

Ein Angerdorf ist ein planmäßig um einen Platz (in Form eines Auges) angelegtes Dorf, dessen bezeichnendes Merkmal der Anger, ein im Gemeindebesitz befindlicher Platz, ist. Die Gehöfte umschließen den Anger, der dazu bestimmt war, als Gemeindeweide mit Dorfteich und als Standort für zentrale Einrichtungen wie Dorfkirche und Schmiede (wegen der Feuergefahr) zu dienen.

Angerdörfer kommen in Mitteleuropa vor allem auf Grundmoränenplatten und in Lössgebieten vor, in Deutschland vor allem in Ost- und Ostmitteldeutschland. Sie wurden oft während der deutschen Ostkolonisation im Mittelalter angelegt und sind darum in vielen westungarischen Dörfern (so etwa im heute burgenländischen Loretto, dem größten Anger Europas) noch unverbaut erhalten.

In Österreich überwiegt diese Dorfform im Waldviertel und Weinviertel Niederösterreichs, im Wiener Becken, im Burgenland sowie in der Ost- und Süd-Steiermark.[1]

Es gibt sie auch in Lothringen in der Nähe der deutsch-französischen Sprachgrenze (z. B. Sommerviller) und in Nordengland (z. B. Maulds Meaburn).

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dorf im Österreich-Lexikon

Weblinks[Bearbeiten]