Anglesey
| Anglesey Principal Area | |
|---|---|
| Verwaltungssitz | Llangefni |
| Fläche | 714 km² |
| Einwohner | 69.751[1] (2011) |
| Walisischsprachige | 70,4 % |
| ISO 3166-2 | GB-AGY |
| ONS-Code | 00NA |
| Website | www.anglesey.gov.uk |
Anglesey (walisisch Ynys Môn; auch Anglesea, Mona) ist eine Insel vor der Nordwestküste von Wales in der Irischen See und eine gleichnamige Grafschaft. Verwaltungssitz ist Llangefni, größte Stadt ist jedoch der Fährhafen Holyhead. Über die Menaistraße führen zwei Brücken (Menai-Brücke und Britanniabrücke), die Anglesey mit der „Insel Großbritannien“ verbinden. Vom Hafen Holyhead verkehren Fähren nach Dublin (u. a. die M/S Ulysses, eine der größten Fähren der Welt) und Dun Laoghaire in der Republik Irland. Die Landschaft ist von Hügeln geprägt. Vorwiegend werden Rinder und Schweine gezüchtet. Holy Island (vormals Holyhead Island) ist Anglesey westlich vorgelagert und mit Anglesey über eine Brücke und einen künstlich angelegten Damm verbunden.
Inhaltsverzeichnis |
Name [Bearbeiten]
Der englische Name der Insel (Anglesey) stammt vom altnordischen „Ungoll’s Ey“, die Insel des Ungoll. Der Name hat keinen Bezug zum historischen Volk der Angeln.
Geschichte [Bearbeiten]
Am Ende der Vorzeit war Anglesey ein Zentrum der Druiden, weshalb sie „Insel der Druiden“ genannt wurde. Im Jahre 61 n. Chr. zerstörten die Römer unter Gaius Suetonius Paulinus das dortige Heiligtum, um den anhaltenden, durch die Priesterschaft geförderten Widerstand der keltischen Bevölkerung zu brechen. Sie nannten die Insel Mona, wie sie auch früher genannt worden war. Die Engländer fügten Anglesey im 13. Jahrhundert ihrem Königreich hinzu.
Anglesey ist eine der dreizehn traditionellen Grafschaften von Wales. 1974 wurde Anglesey ein District der neugebildeten Grafschaft Gwynedd und seit 1996 ist Anglesey eine Unitary Authority mit dem Status eines County.
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Anglesey ist ein beliebtes Touristenziel. Unter den erhaltenen ragen die Megalithanlagen von Barclodiad-y-Gawres (eine Anlage des Maes Howe bzw. Newgrange Typs bei Aberffraw), Plas Newydd, Trefignath und die restaurierte Anlage von Bryn Celli Ddu heraus. Die beiden etwa 3 Meter hohen nadelartigen Menhire von Penrhos Feilw sind 2 von 39 Menhiren auf der Insel. Din Lligwy ist Platz eines hochrangigen megalithischen und eines eisenzeitlichen Denkmals. Bei Aber Alaw ist das Steingrab Bedd Branwen zu sehen, in dem die Königin Branwen aus dem Mabinogion begraben sein soll. Auf der Insel fand sich der eisenzeitliche Opferfundort Llyn Cerrig Bach und mit Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch der Ort mit dem längsten Ortsnamen Europas. Anglesey ist als Area of Outstanding Natural Beauty klassifiziert. Des Weiteren steht auf der Insel die Burgruine Beaumaris Castle.
Ungefähr einen Kilometer vor der Insel Anglesey ist eine Farm aus fünf Gezeitenkraftwerken mit jeweils zwei Megawatt Leistung in Planung, die voraussichtlich ab 2015 Elektrizität für 10.000 Haushalte in Wales produzieren soll. Bei den Anlagen handelt es sich um Meeresströmungskraftwerke, wie sie bereits im Gezeitenkraftwerk Strangford in einer Meerenge vor Nordirland verbaut wurden. Rotoren werden dabei ähnlich wie bei einem Windrad von der Meeresströmung angetrieben und erzeugen so elektrischen Strom. Das 70 Millionen Pfund teure Projekt ist inzwischen genehmigt und wird mit 10 Millionen Pfund staatlich gefördert.[2] Die vorhandene Infrastruktur des Hafens Holyhead soll beim Bau, Betrieb und bei der Wartung der Anlagen genutzt werden und so die wirtschaftliche Bedeutung des Hafens weiter stärken. Außerdem erhofft man sich, dass Wales so eine Vorreiterrolle im Bereich erneuerbare Energien übernehmen kann.[3][4]
Die Pagan-Metal-Band Eluveitie schrieb ein Lied (Inis Mona) über die Insel und die Druiden.
Siehe auch [Bearbeiten]
Weblinks [Bearbeiten]
- Skerries Tidal Stream Array project (englisch)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Amtliche Bevölkerungszahlen 2011 (MS Excel; 291 kB)
- ↑ £70m tidal power scheme off Anglesey wins approval. In: BBC News. 27. Februar 2013, abgerufen am 20. Mai 2013 (englisch).
- ↑ Sion Barry: Go ahead for Wales' first commercial tidal energy farm. In: Wales Online. 27. Februar 2013, abgerufen am 20. Mai 2013 (englisch).
- ↑ Edward Gent: Minister announces £20m marine energy prize. In: Engineering and Technology Magazine. 27. Februar 2013, abgerufen am 20. Mai 2013 (englisch).
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