Anglican Church of Canada

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Wappen der Anglican Church of Canada
Anglican Church of Canada Flag.svg
Anglican Church of Canada Badge.svg

Die Anglican Church of Canada ist eine Mitgliedskirche der Anglikanischen Gemeinschaft in Kanada und mit über 800.000 Mitglieder[1] die drittgrößte Kirche in Kanada. Sie besteht aus 30 Bistümern – dabei ist das Bistum Cariboo im „Central-Interior“-Bereich von British Columbia derzeit inaktiv und wird verwaltet von einem Suffraganbischof des Erzbischofs von British Columbia & the Yukon –, die in vier Kirchenprovinzen eingeteilt sind. Primas der Anglican Church of Canada ist Fred Hiltz, der vom 1. März 2002 bis zum 20. September 2007 Bischof von Neuschottland und der Prinz-Edward-Insel war.[2] Höchste Autorität ist die Generalsynode, die alle drei Jahre zusammentritt.

Die Volkszählung von 2001 ergab, dass sich 2,04 Mio. Bewohner von Kanada als Anglikaner identifizieren. Dies sind 6,9 % der Gesamtbevölkerung. Allein in der Provinz Ontario lebten 985.110 Anglikaner.[3]

Offizielle Namen der Anglican Church of Canada[Bearbeiten]

Der derzeitige Name der Kirche wurde 1955 angenommen. Bis dahin hieß die Kirche „The Church of England in Canada“. Auf französisch ist der Name der Kirche seit 1989 l'Église Anglicane du Canada[4]. Zwischen 1977 (die kanonischen Kirchengesetze wurden erst 1983 entsprechend angepasst) und 1989 hieß sie offiziell auf französisch „l'Église Episcopale du Canada“.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprünge der anglikanischen Kirche im britischen Nordamerika[Bearbeiten]

Die ersten Kleriker der noch vorreformatorischen englischen Kirche waren Kaplane, die der Expedition von John Cabot 1497 begleiteten. Unter den nordamerikanischen Loyalisten, die nach der amerikanischen Revolution nach Kanada flohen, waren sehr viele Anglikaner, und die Zugehörigkeit zur anglikanischen Kirche war charakteristisch für die herrschende Elite in den britischen Kolonien in Nordamerika in der Zeit als die Kolonialregierungen nicht von einem Kolonialparlament gewählt wurden (bis ca. 1848). Bis in die 1830er Jahre war die anglikanische Kirche in Kanada Teil der Church of England: Bischöfe wurden in England ernannt und Priester wurden von dort entsandt, und auch die Finanzierung der Kirche wurde vom britischen Parlament getragen. Die ersten kanadischen Synoden kamen in den 1850er Jahren zusammen, womit die kanadische Kirche ein gewisses Grad an Autonomie erhielten. 1861, als Ergebnis der Entscheidung des Justizausschusses des Privy Councils Long v. Gray, wurden alle anglikanische Kirchen in Kolonien des Britischen Empires autonom. Dennoch wurde die erste Generalsynode für ganz Kanada erst 1893 abgehalten. Dort wurde Robert Machray als erster Primate gewählt.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Im ersten Teil des 20. Jahrhunderts verstärkte die ACC ihre traditionelle Rolle als Establishment Kirche, obwohl es zunehmend auch Einflüsse von der sich auch in Kanada wurzelnden Social Gospel Bewegung gab, und auch der christliche Sozialismus von Teilen der Church of England kamen in Kanada zum Ausdruck. Diese Einflüsse mündeten 1958 in der Schaffung von etwas, das später als Primate's World Relief and Development Fund bekannt werden würde. Gegen Ende der 1960er Jahre wurde Veränderung schneller, als Mainline Churches die erste Welle des Mitgliederschwunds und Abnahme der Kirchenbesucherzahlen zu spüren bekamen. Ökumenische Beziehungen wurden intensiviert, mit dem Ziel der vollen Kirchengemeinschaft.

Struktur[Bearbeiten]

Das oberste Gremium der Kirche ist die Generalsynode, die alle drei Jahre zusammenkommt und aus Laien, Klerus und Bischöfe aus jedem der 30 Bistümern besteht.

Kathedrale[Bearbeiten]

Die meisten anglikanischen Kathedralen in Kanada sind bescheidene Gemeindekirchen, mit Ausnahme der Kathedralen von Toronto, Halifax, St. John's und Victoria, die über größere Dimensionen oder beeindruckende Architektur verfügen, obwohl selbst diese eher bescheiden sind nach den Standards von Europa oder gar australische Standards. Diözesanfunktionen werden daher oft in römisch-katholische oder United Church of Canada Kirchengebäuden abgehalten wegen der begrenzten Zahl an Sitzplätze in den meisten anglikanischen Kathedralen. Christ Church Cathedral in Ottawa, obwohl es keine nationale Designation hat wie Washington National Cathedral hat, ist dennoch der übliche Standort für Staatsanlässe, die in kirchlicher Umgebung stattfinden sollen, wie z.B. Staatstrauerfeiern für nicht-römische Katholiken.

Primates[Bearbeiten]

Bistümer[Bearbeiten]

Bistum Kathedrale Sitz Bischof Gründungsjahr
Kirchenprovinz Kanada
Zentralneufundland St. Martin's Cathedral Gander David Torraville 1976
Ostneufundland und Labrador Cathedral Church of St. John the Baptist St. John’s Cyrus Pitman 1976 (1839)
Fredericton Christ Church Cathedral Fredericton Claude Miller 1845
Montreal Christ Church Cathedral Montreal Barry Clarke 1850
Nova Scotia and Prince Edward Island All Saints' Cathedral Halifax Susan Moxley 1787
Quebec Cathedral of the Holy Trinity Quebec Dennis Drainville 1793
Westneufundland Cathedral of St. John the Evangelist Corner Brook Percy Coffin 1976
Kirchenprovinz British Columbia und der Yukon
Anglican Parishes of the Central
Interior (Cariboo 1914–2001)
St. Paul's Cathedral Kamloops Barbara Andrews 2002
British Columbia Christ Church Cathedral Victoria James A. J. Cowan 1875
Caledonia St. Andrew's Cathedral Prince Rupert William John Anderson 1879
Kootenay St. Michael and All Angels Cathedral Kelowna John Privett 1899
New Westminster Christ Church Cathedral Vancouver Michael Ingham 1879
Yukon Christ Church Cathedral Whitehorse Larry Robertson 1891
Kirchenprovinz Ontario
Algoma St. Luke's Cathedral Sault Ste. Marie Stephen Andrews 1873
Huron St. Paul's Cathedral London Robert Bennett 1857
Moosonee St. Matthew's Cathedral Timmins Tom Corston 1872
Niagara Christ Church Cathedral Hamilton Michael A. Bird 1875
Ontario St. George's Cathedral Kingston George L. R. Bruce 1862
Ottawa Christ Church Cathedral Ottawa John Holland Chapman 1896
Toronto St.-James-Kathedrale Toronto Colin Johnson 1839
Kirchenprovinz Ruperts Land
Arctic St. Jude's Cathedral Iqaluit Andrew Atagotaaluk 1933
Athabasca St. James' Cathedral Peace River Fraser Lawton 1876
Brandon St. Matthew's Cathedral Brandon James Njegovan 1913
Calgary Cathedral Church of the Redeemer Calgary 1888
Edmonton All Saints' Cathedral Edmonton Jane Alexander 1913
Keewatin St. Alban's Cathedral Kenora David N. Ashdown 1902
Qu'Appelle St. Paul's Cathedral Regina Gregory Kerr-Wilson 1884
Ruperts Land Cathedral of St. John Winnipeg Donald D. Phillips 1849
Saskatchewan St. Alban's Cathedral Prince Albert Michael Hawkins 1874
Saskatoon St. John's Cathedral Saskatoon David Irving 1874

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]