Angola

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Angola (Begriffsklärung) aufgeführt.
República de Angola (portugiesisch)

Repubilika ya Ngola (Kimbundu, Umbundu und Kikongo)
Republik Angola

Flagge Angolas
Wappen Angolas
Flagge Wappen
Wahlspruch: Virtus Unita Fortior
(lat. „Vereinigte Tapferkeit ist stärker“)
Amtssprache Portugiesisch, offizielle Landessprachen daneben Umbundu, Kimbundu, Kikongo, TuChokwe, Ngangela, Ukwanyama
Hauptstadt Luanda
Staatsform Republik
Regierungssystem Präsidialsystem[Anmerkung 1]
Staatsoberhaupt, zugleich Regierungschef Präsident
José Eduardo dos Santos
Fläche 1.246.700 km²
Einwohnerzahl 20.900.000 [1]
Bevölkerungsdichte 10,5 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nominal)
  • BIP/Einw. (KKP)
2011[2]
  • $ 100,9 Milliarden (61.)
  • $ 115,6 Milliarden (66.)
  • $ 5.144 (93.)
  • $ 5.895 (108.)
Human Development Index 0,508 (148.)[3]
Währung Kwanza (AOA)
Unabhängigkeit 11. November 1975
(von Portugal)
Nationalhymne Angola Avante
Zeitzone UTC+1 (WAT)
Kfz-Kennzeichen ANG
ISO 3166 AO, AGO, 024
Internet-TLD .ao
Telefonvorwahl +244
Ägypten Tunesien Libyen Algerien Marokko Mauretanien Senegal Gambia Guinea-Bissau Guinea Sierra Leone Liberia Elfenbeinküste Ghana Togo Benin Nigeria Äquatorialguinea Kamerun Gabun Republik Kongo Angola Demokratische Republik Kongo Namibia Südafrika Lesotho Swasiland Mosambik Tansania Kenia Somalia Dschibuti Eritrea Sudan Ruanda Uganda Burundi Sambia Malawi Simbabwe Botswana Äthiopien Südsudan Zentralafrikanische Republik Tschad Niger Mali Burkina Faso Jemen Oman Vereinigte Arabische Emirate Saudi-Arabien Irak Iran Kuwait Katar Bahrain Israel Syrien Libanon Jordanien Zypern Türkei Afghanistan Turkmenistan Pakistan Griechenland Italien Malta Frankreich Portugal Madeira Spanien Kanaren Kap Verde Mauritius Réunion Mayotte Komoren Seychellen Îles Éparses Madagaskar São Tomé und Príncipe Sri Lanka Indien Indonesien Bangladesch Volksrepublik China Nepal Bhutan Myanmar Antarktika Südgeorgien (Vereinigtes Königreich) Paraguay Uruguay Argentinien Bolivien Brasilien Frankreich (Französisch-Guayana) Suriname Guyana Kolumbien Kanada Dänemark (Grönland) Island Mongolei Norwegen Schweden Finnland Irland Vereinigtes Königreich Niederlande Barbados Belgien Dänemark Schweiz Österreich Deutschland Slowenien Kroatien Tschechische Republik Slowakei Ungarn Polen Russland Litauen Lettland Estland Weißrussland Moldawien Ukraine Mazedonien Albanien Montenegro Bosnien und Herzegowina Serbien Bulgarien Rumänien Georgien Aserbaidschan Armenien Kasachstan Usbekistan Tadschikistan Kirgisistan RusslandAngola on the globe (Africa centered).svg
Über dieses Bild

Angola (deutsch [aŋˈgoːla], portugiesisch [ɐŋˈgɔlɐ]; auf Kimbundu, Umbundu und Kikongo Ngola genannt)[Anmerkung 2] ist ein Staat in Südwest-Afrika. Nationalfeiertag ist der 11. November, Tag der Unabhängigkeit (1975). Angola grenzt an Namibia, Sambia, die Republik Kongo, die Demokratische Republik Kongo und den Atlantischen Ozean. Die zu Angola gehörige Exklave Cabinda liegt im Norden zwischen der Demokratischen Republik Kongo und der Republik Kongo am Atlantik.

Der Name Angola leitet sich von dem Titel Ngola der Könige von Ndongo, einem östlich von Luanda gelegenen Vasallenstaat des historischen Kongoreiches, ab. Die Region um Luanda erhielt diesen Namen im 16. Jahrhundert durch die ersten portugiesischen Seefahrer, die an der dortigen Küste anlandeten und ein Padrão, ein steinernes Kreuz, errichteten, als Zeichen der Inbesitznahme für den portugiesischen König. Die Bezeichnung wurde Ende des 17. Jahrhunderts auf die Region um Benguela ausgedehnt, im 19. Jahrhundert dann auf das (damals noch nicht umgrenzte) Territorium, dessen koloniale Besetzung sich Portugal vornahm.

Geographie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geographie Angolas

Die Republik Angola liegt zwischen 4° 22’ und 18° 02’ südlicher Breite sowie 11° 41’ und 24° 05’ östlicher Länge. Das Land gliedert sich grob in eine schmale Niederung entlang der Atlantikküste, die in Richtung Osten, zum Landesinneren hin, zum Hochland von Bié ansteigt: Es macht den größten Teil Angolas aus, ist im Süden flach und in der Landesmitte bergig. Der höchste Berg ist der in diesem Hochland liegende Môco mit 2619 m über dem Meeresspiegel. Der Osten Angolas wird vom Sambesi durchflossen.

Klima[Bearbeiten]

Angola ist in drei Klimazonen eingeteilt:

An der Küste und im Norden des Landes ist es tropisch, das heißt, es gibt das ganze Jahr hohe Tagestemperaturen zwischen 25 und 30 °C, nachts ist es nur unwesentlich kühler. Von November bis April ist Regenzeit. Das Klima wird stark durch den kühlen Benguelastrom (17–26 °C) beeinflusst, so dass Nebel häufig ist. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge liegt bei 500 mm, im Süden kaum bei 100 mm jährlich.

Das Hochland im Zentrum und Süden des Landes ist gemäßigt-tropisch, es gibt vor allem im Winter deutliche Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. So liegen etwa in Huambo die Temperaturen im Juli zwischen 25 °C tagsüber und 7–8 °C nachts, dazu kommt noch eine enorme Trockenheit. Ähnlich wie an der Küste ist die Regenzeit von Oktober bis April. Es fallen im Schnitt rund 1000 mm Regen pro Jahr.

Im Südosten des Landes ist es überwiegend heiß und trocken mit kühlen Nächten im Winter und Hitze und gelegentlichen Niederschlägen im Sommer. Die Jahresniederschläge schwanken um 250 mm.

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Die Schwarzen Steine von Pungo Andongo in Malange

Die Vegetation reicht klimabedingt von tropischem Regenwald im Norden und in Cabinda über Baumsavannen im Zentrum bis zur trockenen Grassavanne, die durchsetzt ist mit Euphorbien (Wolfsmilchgewächsen), Akazien und Affenbrotbäumen. Von Namibia ausgehend, zieht sich entlang der Südwestküste ein Wüstenstreifen. Die Fauna Angolas ist reich an Wildtieren, es finden sich Elefanten, Flusspferde, Geparden, Gnus, Krokodile, Strauße, Nashörner und Zebras. Die Ausweitung der Landwirtschaft, aber auch die Zerstörungen durch die Bürgerkriege und der Handel mit Elfenbein gefährden das Überleben vieler Arten.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung x1000

Zur Bevölkerung Angolas gibt es keine gesicherten Zahlen. Die Vereinten Nationen schätzen die Zahl auf weit über 20,6 Millionen im Jahre 2012.[Anmerkung 3] Die Volkszählung 2014 wird erstmals seit der Unabhängigkeit Angolas gesicherte Bevölkerungsdaten liefern.

Ein akutes demografisches Problem, mit unabsehbaren wirtschaftlichen, sozialen und politischen Folgen, hat sich in Angola aus dem Kriegszustand ergeben, der sich über vier Jahrzehnte hingezogen hat.[Anmerkung 4] Um 2000 war ein erheblicher Teil der Landbevölkerung in die Städte, in unwegsame Gebiete (Berge, Wald, Sumpfland) oder ins benachbarte Ausland (Namibia, Botswana, Sambia. Kongo-Kinshasa, Kongo-Brazzaville) geflohen. Entgegen allen Erwartungen ist es nach dem Friedensschluss nicht zu einem massiven Rückfluss gekommen. Zwar ist ein Teil der Bevölkerung in ihre Ursprungsorte zurückgekehrt, aber – wie die Erhebungen der letzten Jahre zeigen[4] – per Saldo hat das Binnenland sogar weiter an Bevölkerung verloren und ist über weite Strecken fast menschenleer. Dies hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass sich die Wirtschaft – mit Ausnahme der Landwirtschaft und der Förderung von Diamanten – ganz überwiegend auf den Küstenstreifen konzentriert.

Volksgruppen[Bearbeiten]

Karte der Volksgruppen in Angola, 1970
Ein „Quimbo“, ein typisches Dorf entlang der Luanda-Uíge Überlandstraße, Oktober 2008.

Die meisten Angolaner sind Bantu und gehören drei Ethnien an: mehr als ein Drittel sind Ovimbundu, ansässig auf dem Zentralhochland, dem angrenzenden Küstenstreifen und nunmehr ebenfalls stark präsent in allen größeren Städten auch außerhalb dieses Gebietes; ein knappes Viertel sind Ambundu (Sprache: Kimbundu), die in einem breiten Landstrich von Luanda bis Malanje überwiegen; schließlich gehören 10 bis 15 % den Bakongo an, einem Volk, das im Westen von Kongo-Brazzaville und der Demokratischen Republik Kongo sowie im Nordwesten Angolas angesiedelt ist und nunmehr auch in Luanda eine starke Minderheit darstellt.[5]

Zahlenmäßig kleinere Volksgruppen sind die Ganguela, eigentlich ein Konglomerat aus kleineren Gruppen Ostangolas, dann Nyaneka-Nkhumbi im Südwestens, die zumeist Hirtenbauern sind, die Ovambo (Ambo) und Herero Südangolas (mit Verwandten in Namibia) sowie die Tshokwe (einschließlich der Lunda) aus dem Nordosten Angolas (und Süden der DR Kongo sowie Nordwesten Sambias), die im Verlaufe des letzten Jahrhunderts in kleinen Gruppen südwärts gewandert sind. Einige kleine Gruppen im äußersten Südwesten werden als Xindonga bezeichnet. Schließlich gibt es noch residuale Gruppen der Khoisan (San), die verstreut in Südangola leben und nicht zu den Bantu gehören.

Etwa 2 % der Bevölkerung sind mestiços, also Mischlinge von Afrikanern und Europäern. Die Portugiesen waren mit 320.000 bis 350.000 Menschen am Ende der Kolonialzeit die größte europäischstämmige Volksgruppe im Land.[6] Stark die Hälfte von ihnen war im Lande geboren, nicht selten in der zweiten oder dritten Generation, und fühlten sich mehr Angola zugehörig als Portugal. Die anderen waren in der spätkolonialen Phase zugewandert oder als Angestellte/Beamte staatlicher Einrichtungen (einschließlich des Militärs) nach dort versetzt worden. Unabhängig hiervon flohen die meisten Portugiesen kurz vor oder nach der Unabhängigkeitserklärung Angolas nach Portugal, Brasilien oder Südafrika, doch ist ihre Zahl inzwischen wieder auf mehr als 100.000 angewachsen, zu denen eine möglicherweise ähnlich große Zahl anderer Europäer sowie Latein- und Nordamerikaner kommt.[7] Zu den Europäern kommt inzwischen eine große, auf etwa 300.000 Menschen geschätzte Gruppe von Chinesen, die im Zuge einer Immigrationswelle nach Afrika kamen und kommen.[8] Bis 1974/75 lebten auch etwa 130 deutsche Familien (Angola-Deutsche) als Farmer oder Unternehmer im Land, vor allem in den Regionen um Huambo und Benguela; in der Stadt Benguela gab es seinerzeit sogar eine deutsche Schule. Fast alle haben seither aber das Land verlassen.

Die ethnischen Unterschiede haben, im Gegensatz zu anderen (afrikanischen und nichtafrikanischen) Ländern, in Angola nur in Maßen für gesellschaftlichen Zündstoff gesorgt. Als Bakongo, die in den 1970er Jahren in den Kongo-Kinshase geflohen waren, sich bei ihrer Rückkehr in hellen Scharen in Luanda niederließen, hat das zwar zu gegenseitigem „Fremdeln“ zwischen ihnen und den ansässigen Ambundu geführt, nicht aber zu massiven oder gar gewalttätigen Konflikten. Als sich im Bürgerkrieg Ambundu und Ovimbundu gegenüberstanden, bekam dieser auf seinem Höhepunkt auch ethnische Untertöne; seit Frieden herrscht, sind diese deutlich abgeklungen. Bei Konflikten aller Art können solche Abgrenzungen aber wieder ins Spiel kommen. Außerdem ist das Problem der Rassenbeziehungen zwischen Schwarzen, Mischlingen und Weißen noch in keiner Weise ausgestanden, zumal es von der Politik her manipuliert wird und seinerseits die Politik bedingt.[9]

Sprachen[Bearbeiten]

Fast alle der in Angola gesprochenen Sprachen gehören zur Bantu-Sprachfamilie. Portugiesisch ist Amtssprache in Angola und wird heute von etwa 30 % der Angolaner – vor allem in der Hauptstadt Luanda – auch als Muttersprache gesprochen; unter den afrikanischen Sprachen am weitesten verbreitet sind das Umbundu, von der ethnischen Gruppe Ovimbundu gesprochen, das Kimbundu der Ambundu und das Kikongo der Bakongo sowie dessen Kreolvariante Kituba (siehe oben).[10] Andere Sprachen sind Chilunga, Lingála, Ngangela, Oshivambo (Kwanyama, Ndonga), Otjiherero und Chokwe. In Angola werden insgesamt (je nach Einteilungskriterien) rund 40 verschiedene Sprachen/Idiome/Dialekte gesprochen.[11][12]

Religionen[Bearbeiten]

Wallfahrtskirche „Nossa Senhora da Conceição“ aus dem 16. Jahrhundert am Rio Kwanza, November 2009.

In Angola gibt es knapp 1000 Religionsgemeinschaften.[13] Zur Anzahl der Mitglieder der Religionsgemeinschaften sind nur grobe Schätzungen möglich. Etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung dürften Anhänger der römisch-katholischen Kirche sein. Rund ein Viertel gehören den während der Kolonialzeit gegründeten protestantischen Kirchen und Freikirchen an. Methodisten sind besonders im Gebiet von Luanda bis Malanje vertreten, Baptisten im Nordwesten und Luanda. In Zentralangola und den angrenzenden Küstenstädten ist vor allem die Igreja Evangélica Congregacional de Angola (Evangelisch-kongregationale Kirche Angolas) vertreten. Aus der Kolonialzeit stammen auch verschiedene kleinere Gemeinschaften, so Lutheraner (z. B. in Südangola) und Reformierte (vor allem in Luanda).[14] Dazu kommen Adventisten, neuapostolische Christen sowie (nicht zuletzt durch Einflüsse aus Brasilien) seit der Unabhängigkeit eine Vielfalt pfingstlich-charismatischer Freikirchen und die Zeugen Jehovas. Die neuen Gemeinschaften sind besonders in den größeren Städten entstanden und haben teilweise erheblichen Zulauf; dies gilt vor allem für die „Igreja Unida do Reino de Deus“ (IURD, Vereinigte Kirche des Reichs Gottes), die in Brasilien entstand und sich von dort aus in die anderen portugiesischsprachigen Länder ausbreitete.[15] Aufgrund von Einflüssen aus Südafrika und Namibia hat sich in den 2000er Jahren ein kleiner Ableger der anglikanischen Kirche des südlichen Afrika gebildet. Schließlich gibt es zwei christlich-synkretistische Gemeinschaften, die in der DR Kongo verwurzelten Kimbangisten[16] und die im kolonialen Angola entstandenen Tokoisten.[17]

Nur noch ein verschwindend geringer Teil der Bevölkerung hängt ausschließlich Naturreligionen an, aber unter den Christen finden sich nicht selten Bruchstücke von Vorstellungen, die aus diesen Religionen stammen. Der Anteil der Muslime (fast alle sunnitisch) beträgt schätzungsweise ein bis zwei Prozent. Er setzt sich aus Einwanderern aus verschiedenen, meist afrikanischen Ländern zusammen, die aufgrund ihrer Verschiedenartigkeit keine Gemeinschaft bilden. Saudi-Arabien bemüht sich in letzter Zeit um eine Ausbreitung des Islams in Angola. So hat es 2010 angekündigt, dass es in Luanda die Errichtung einer islamischen Universität finanzieren werde.[18] Im November 2013 wurde dem Islam und zahlreichen anderen Organisationen die Anerkennung als Religionsgemeinschaft verweigert. Zudem wurden Gebäude, die ohne Baugenehmigung errichtet wurden, zum Abriss vorgesehen. Berichten zufolge stünde u .a. die Schließung von mehr als 60 Moscheen (fast ausschließlich bescheidensten Ausmaßes) im Land bevor.[19]

Die katholische Kirche, die traditionellen protestantischen Kirchen und die eine oder andere Freikirche unterhalten soziale Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, Mängel in der gesellschaftlichen oder staatlichen Versorgung auszugleichen. Die katholische Kirche und die traditionellen protestantischen Kirchen äußern sich gelegentlich zu politischen Fragen und finden dabei unterschiedliches Gehör.[20]

Soziales[Bearbeiten]

Angolanische Kinder in einem Dorf

Gesundheitsversorgung[Bearbeiten]

Die Ernährungs- und Gesundheitssituation der angolanischen Bevölkerung ist - aus europäischer Perspektive - größtenteils katastrophal. Nur rund 30 % der Bevölkerung haben Zugang zu grundlegender medizinischer Versorgung und nur 40 % haben Zugang zu ausreichend reinem Trinkwasser. Jährlich sterben tausende Menschen an Krankheiten wie Durchfallerkrankungen oder Atemwegsentzündungen. Daneben sind Malaria, Meningitis, Tuberkulose und Erkrankungen durch Wurmbefall verbreitet. Die Infektionsrate mit HIV liegt nach Schätzungen von UNAIDS bei 2 %[21] und damit für die Region sehr niedrig. Als Grund hierfür wird die Abschottung des Landes während des Bürgerkrieges genannt.

Etwa ein Drittel der Bevölkerung ist teilweise oder vollständig von ausländischen Nahrungsmittelhilfen abhängig.

Die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren ist die zweithöchste der Welt, statistisch stirbt alle drei Minuten ein Kind in Angola. Aufgrund der mangelnden medizinischen Versorgung ist auch die Zahl der Frauen, die während der Geburt sterben, extrem hoch. Die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt wird mit 48[22] bis 52,2[23] Jahren angegeben. Lepra bleibt in Angola eine große Sorge der Gesundheitsbehörden im Land. Im Jahr 2010 wurden insgesamt 1.048 Fälle dieser chronisch infektiösen Krankheit festgestellt.[24]

Bildungswesen[Bearbeiten]

Schulklasse in Kuito

Während der Kolonialzeit wurde das Bildungswesen bis auf das letzte Jahrzehnt vernachlässigt und war stets ein Instrument der Kolonialpolitik.[25] Nach der Unabhängigkeit setzte ein systematischer Neubeginn an, bei dem die Zusammenarbeit mit Kuba eine wichtige Rolle spielte.[26] Der Bürgerkrieg behinderte diese Anstrengungen sehr; er führte zur Zerstörung vieler Schulen und zum Tode oder zur Flucht zahlreicher Lehrer, vor allem auf dem Lande.[27] Der Aufbau eines neuen Bildungswesens wurde insgesamt jedoch fortgesetzt, besonders in den Städten, in denen sich nach und nach die Hälfte der Bevölkerung konzentrierte. Seit dem Frieden 2002 wurden und werden große Anstrengungen unternommen, um die Situation zu verbessern und die enormen Defizite auszuräumen.[28] In der gleichen Zeit begann in Angola eine Schulreform mit der Absicht, die Inhalte der Schule für die Kinder relevanter zu machen und bessere Ergebnisse zu erzielen.

In Angola gehen weniger als zwei Drittel der Kinder im schulpflichtigen Alter zur Schule. In den Grundschulen wiederholen 54 % der Kinder eine oder mehrere Klassen. Wenn die Kinder die fünfte Klasse erreichen, gehen nur noch 6 % der Kinder ihrer Altersgruppe in die Schule. Diese hohe Schulabbrecherquote entspricht dem Mangel an Schulen mit fünfter und sechster Klasse.

In Zusammenarbeit mit dem angolanischen Bildungsministerium betreibt die Hilfsorganisation Ajuda de desenvolvimento de Povo para Povo em Angola sieben Lehrerausbildungsstätten in Huambo, Caxito, Cabinda, Benguela, Luanda, Zaire und Bié, die so genannten Escolas dos Professores do Futuro, an denen bis Ende 2006 mehr als 1000 Lehrer für den Einsatz in den ländlichen Gebieten ausgebildet wurden. Bis 2015 sollen acht weitere dieser Lehrerausbildungsstätten eingerichtet und 8000 Lehrer ausgebildet werden.[29]

Das Hochschulwesen bestand bis in die späten 1990er Jahre aus der staatlichen Universidade Agostinho Neto, deren etwa 40 Fakultäten über das ganze Land verteilt waren und sich insgesamt in einem schlechten Zustand befanden.[30] Daneben gab es lediglich noch die Universidade Católica de Angola (UCAN) in Luanda. Inzwischen gibt es (vor allem in Luanda) eine wachsende Anzahl privater Universitäten. Zu nennen sind einmal die Universidade Lusíada de Angola,[31], die Universidade Lusófona de Angola[32] und die Universidade Jean Piaget de Angola,[33] sämtlich mit engen Verbindungen zu den gleichnamigen Universitäten in Portugal. Mit Unterstützung einer Lissaboner Universität ist auch die Angola Business School entstanden.[34] Rein angolanische Initiativen sind die Universidade Privada de Angola,[35] seit kurzem auch die Universidade Metodista de Angola,[36] die Universidade Metropolitana de Angola,[37] die Universidade Independente de Angola,[38] die Universidade Técnica de Angola,[39] die Universidade Gregório Semedo,[40] die Universidade Óscar Ribas,[41] die Universidade de Belas,[42] und das Instituto Superior de Ciências Sociais e Relações Internacionais.

Alle diese Universitäten sind in Luanda angesiedelt, obwohl einige auch „pólos“ genannte Außenstellen in anderen Städten haben, so die Universidade Privada de Angola in Lubango, die Universidade Lusófona de Angola in Huambo und die Universidade Jean Piaget in Benguela. Im Sinne einer Dezentralisierung des Hochschulwesens war es jedoch entscheidend, dass 2008/9 aus der Universidade Agostinho Neto sechs Regionaluniversitäten mit je eigenem Namen ausgegliedert wurden, die die bestehenden Fakultäten übernahmen und meist weitere gründeten, und die innerhalb ihres jeweiligen Zuständigkeitsgebiets in anderen Städten „pólos“ einrichteten. In Benguela entstand so die Universidade Katyavala Bwila, in Cabinda die Universidade 11 de Novembro, in Huambo die Universidade José Eduardo dos Santos mit „pólo“ in Bié, in Lubango die Universidade Mandume ya Ndemufayo mit „pólo“ in Ondjiva, in Malanje mit Saurimo und Luena die Universidade Lueij A’Nkonde und in Uíge die Universidade Kimpa Vita.

In den meisten Fällen waren die Namensgeber afrikanische Führungsfiguren aus vorkolonialer Zeit oder aus der Zeit des Primärwiderstands gegen die koloniale Eroberung. Sämtliche Universitäten haben mit Aufbauschwierigkeiten zu kämpfen. Der Zuständigkeitsbereich der Universidade Agostinho Neto wurde auf die Provinzen Luanda und Bengo beschränkt. Die qualitativen Unzulänglichkeiten des Hochschulwesens sind durch diese Entwicklung jedoch bislang nur teilweise überwunden worden. In Luanda haben aufgrund der Vielfalt der Universitäten einige von ihnen mit einer abnehmenden Nachfrage zu kämpfen.

Geschichte[Bearbeiten]

Königin Nzinga von Matamba verhandelt mit portugiesischen Kolonialherren
Hauptartikel: Geschichte Angolas

Die ersten Bewohner des heutigen Angola waren Khoisan, die später weitgehend von Bantu-Volksgruppen verdrängt wurden. 1483 begann die Errichtung von portugiesischen Handelsposten an der Küste, vor allem in Luanda und Hinterland,[43] ein Jahrhundert später auch in Benguela. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts begann die systematische Eroberung und Besetzung des heutigen Territoriums, die erst Mitte der 1920er Jahre abgeschlossen war.[44]

Von der Mitte der 1920er Jahre bis Anfang der 1960er Jahre war Angola einem „klassischen“ Kolonialsystem unterworfen. Die Kolonialmacht Portugal war von 1926 bis zur Nelkenrevolution 1974 von einer Militärdiktatur regiert (bis 1932 Carmona, bis 1968 Salazar, bis 1974 Caetano).[45]

Die wichtigste ökonomische Grundlage Angolas war bis zum Ende der Kolonialzeit die Landwirtschaft und Viehzucht, die sowohl in Großbetrieben von europäischen Siedlern stattfand als auch in den Familienbetrieben der Afrikaner. Die Förderung von Diamanten war für den Kolonialstaat von zentraler Bedeutung. Eine weitere wichtige Komponente war der Handel. Zu einer bescheidenen Industrialisierung und Entwicklung des Dienstleistungssektors kam es erst in der spätkolonialen Phase, also in den 1960er und 1970er Jahren. In den 1950er Jahren wurden auf dem Festland Erdölvorkommen geortet, in den 1960er Jahren auch im Meer vor Cabinda, doch kam es erst ganz am Ende der Kolonialzeit zu einer Förderung größeren Ausmaßes.[46]

In den 1950er Jahren begann sich ein nationalistischer Widerstand zu formieren, der 1961 in einen bewaffneten Befreiungskampf mündete (1960 – im „Afrika-Jahr“ – hatten 18 Kolonien in Afrika (14 französische, zwei britische, je eine belgische und italienische) die Unabhängigkeit von ihren Kolonialmächten erlangt; siehe auch Dekolonisation Afrikas).

Ab 1962 führte Portugal deswegen einschneidende Reformen durch und leitete eine spätkoloniale Phase ein, die in Angola eine qualitativ neue Situation schuf[47] die jedoch den Unabhängigkeitskrieg nicht zum Einhalten brachte. Der Unabhängigkeitskrieg kam abrupt zu einem Ende, als am 25. April 1974 ein Militärputsch in Portugal die Nelkenrevolution auslöste und die dortige Diktatur zum Einsturz brachte und das neue demokratische Regime sofort mit der Entkolonisierung begann.

Der Umsturz in Portugal löste in Angola bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen den Befreiungsbewegungen FNLA, MPLA und UNITA aus, deren ethnische Verwurzelung im Lande durchaus unterschiedlich war.[48] In diese Auseinandersetzungen griffen die USA, Zaire (seit 1997 „Kongo“) und Südafrika (noch unter dem Apartheid-Regime) aufseiten von FNLA und UNITA ein, die Sowjetunion und Kuba aufseiten der MPLA. Letztere behielt die Oberhand und rief 1975 in Luanda die Unabhängigkeit aus, gleichzeitig FNLA und UNITA in Huambo.[49]

Die „Gegenregierung“ von FNLA und UNITA löste sich zwar rasch auf, aber sofort nach der Unabhängigkeitserklärung setzte ein Bürgerkrieg zwischen den drei Bewegungen ein, aus dem die FNLA nach kurzer Zeit ausschied, während ihn die UNITA bis zum Tode ihres Anführers Jonas Savimbi im Jahre 2002 weiterführte. Gleichzeitig errichtete die MPLA ein politisch-ökonomisches Regime, das dem der damals sozialistischen Länder nachempfunden war.[50]

Dieses Regime wurde 1990/91 während einer Unterbrechung des Bürgerkriegs zugunsten eines Mehrparteiensystems aufgegeben.[51] 1992 fanden Wahlen statt, an denen auch die UNITA teilnahm. Die MPLA erreichte dabei im Parlament die absolute Mehrheit, während ihr Präsidentschaftskandidat, José Eduardo dos Santos, nur die relative Mehrheit erhielt und nach der Verfassung ein zweiter Wahlgang (gegen Jonas Savimbi) notwendig gewesen wäre.

Es ergab sich daraus eine bizarre Situation, die bis 2002 anhielt. Einerseits nahmen Vertreter der UNITA und der FNLA am Parlament und sogar der Regierung teil,[52] andererseits nahm der militärische Arm der UNITA den bewaffneten Kampf sofort nach der Wahl wieder auf. Das politische System entwickelte sich zu einer autoritären Präsidialdemokratie, während im Lande Zerstörungen z.T. erheblichen Ausmaßes vor sich gingen.[53]

Nachdem Jonas Savimbi 2002 im Osten des Landes von der Armee entdeckt und erschossen worden war, stellte die UNITA den Kampf sofort ein. Sie löste ihren militärischen Arm auf, der zu einem Teil in die angolanische Armee übernommen wurde.[54] Unter einem neuen Vorsitzenden, Isaias Samakuva, hat sie die Rolle einer normalen Oppositionspartei übernommen. 2008 kam es zu erneuten Parlamentswahlen, bei denen die MPLA knapp über 80 % der Stimmen erhielt und UNITA sowie FNLA kaum noch zahlenmäßiges Gewicht erhielten.

Unterdessen ist der Wiederaufbau der zerstörten Städte, Dörfer und Infrastrukturen im Gange; es kommt vielerorts zu einem Aufbau, der deutlich über den Zustand am Ende der Kolonialzeit hinausgeht. Dank der Erdölförderung und des hohen Ölpreises gibt es dafür genug Devisen. [55]

Eine im Januar 2010 verabschiedete neue Verfassung [56] stärkt inzwischen die Stellung der MPLA und besonders des Staatspräsidenten in einem Maße, das es rechtfertigt, von einem stark autoritären Präsidialsystem zu sprechen.

Politik[Bearbeiten]

Politische Verhältnisse[Bearbeiten]

Zurzeit ist die politische Macht auf die Präsidentschaft konzentriert. Die Exekutive besteht aus dem Präsidenten, José Eduardo dos Santos, der zugleich Oberkommandierender der Streitkräfte und Regierungschef ist, und dem Ministerrat. Der Ministerrat, bestehend aus allen Regierungsministern und Vizeministern, trifft sich regelmäßig, um über politische Themen zu diskutieren. Die Gouverneure der 18 Provinzen werden vom Präsidenten ernannt und handeln nach seinen Vorstellungen. Das Verfassungsrecht von 1992 begründet die wesentlichen Merkmale der Regierungsstruktur und nennt die Rechte und Pflichten der Bürger. Das Rechtssystem, das auf dem portugiesischen Recht und dem Gewohnheitsrecht basiert, ist schwach und bruchstückhaft. Gerichte sind nur in zwölf von mehr als 140 Stadtverwaltungen tätig. Das oberste Gericht dient als Rechtsmittelinstanz. Ein Verfassungsgericht – mit der Fähigkeit einer unparteiischen Bewertung – wurde bis 2010 nicht ernannt, obwohl es das Gesetz vorsieht.

Die 2010 vom Parlament angenommene Verfassung hat die autoritären Züge des politischen Systems nochmals verschärft. Hervorzuheben ist, dass die Präsidentschaftswahl abgeschafft wurde und in Zukunft der Vorsitzende und der stellvertretende Vorsitzende derjenigen Partei, die bei den Parlamentswahlen die meisten Stimmen erhält, automatisch Staatspräsident bzw. Vizepräsident sind. Der Staatspräsident kontrolliert über verschiedene Mechanismen sämtliche Staatsorgane, einschließlich des nunmehr geschaffenen Verfassungsgerichts; von einer Gewaltenteilung kann man infolgedessen nicht sprechen. Es handelt sich also nicht mehr um ein Präsidialsystem, wie es das etwa in den USA oder Frankreich gibt, sondern um ein System, das verfassungsrechtlich in dieselbe Kategorie fällt, wie die zäsaristische Monarchie Napoleon Bonapartes, das korporative System António de Oliveira Salazars nach der portugiesischen Verfassung von 1933, die brasilianische Militärregierung nach der Verfassung von 1967/1969 sowie verschiedene autoritäre Regime im gegenwärtigen Afrika.[57]

Der 27 Jahre andauernde Bürgerkrieg in Angola hat die politischen und gesellschaftlichen Einrichtungen des Landes stark beschädigt. Die UN vermutet, dass es in Angola 1,8 Millionen Flüchtlinge gab. Mehrere Millionen Menschen waren direkt von Kriegshandlungen betroffen. Täglich spiegelten die Lebensbedingungen im ganzen Land, besonders in Luanda (durch immense Landflucht ist die Hauptstadt auf über fünf Millionen Einwohner angewachsen), den Zusammenbruch der Verwaltungsinfrastruktur und der vielen gesellschaftlichen Einrichtungen wider. Krankenhäuser hatten oft weder Medikamente noch eine Grundausstattung, Schulen hatten keine Bücher und Angestellte im öffentlichen Dienst besaßen keine Ausstattung, um ihrer täglichen Arbeit nachzugehen. Seit dem Ende des Bürgerkriegs im Jahre 2002 sind massive Bemühungen um Wiederaufbau unternommen worden, doch finden sich dessen Spuren bis heute überall im Lande. Die vielfältigen Probleme und Möglichkeiten des Wiederaufbaus werden in großer Ausführlichkeit beschrieben vom Angolaportugiesen José Manuel Zenha Rela.[58]

Die zwei einflussreichsten Gewerkschaften sind:

  • UNTA (União Nacional dos Trabalhadores Angolanos); Nationale Union der angolanischen Arbeiter
  • CGSILA (Confederação Geral dos Sindicatos Independentes e Livres de Angola); Allgemeiner Bund der freien und unabhängigen Gewerkschaften Angolas

Parlament[Bearbeiten]

Am 5. und 6. September 2008 wählten die Angolaner erstmals seit Ende des Bürgerkrieges eine neue Nationalversammlung. Nach Auffassung von Wahlbeobachtern der SADC und der Afrikanischen Union (AU) verlief die Wahl „allgemein frei und fair“.[59] Beobachter der EU wiesen zwar auf die sehr gute technische und logistische Vorbereitung der Wahlen, die hohe Wahlbeteiligung sowie den friedlichen Prozess der Stimmabgabe hin. Kritisiert wurde allerdings die chaotische Abhaltung der Wahlen vor allem in der Hauptstadt Luanda. Nach Auffassung internationaler Beobachter bestanden in der Zeit vor den Wahlen keine freien und für alle Parteien gleichen Voraussetzungen für faire Wahlen. Es wird von fast allen Beobachtern übereinstimmend hervorgehoben, dass die staatlichen Medienanstalten massiv zugunsten der MPLA missbraucht wurden, freier Zugang zu den elektronischen Medien für die Oppositionsparteien außerhalb Luandas nicht gegeben war. Die angolanische Zivilgesellschaft spricht von staatlich finanzierten Wahlgeschenken der MPLA und Einschüchterungen durch deren Sympathisanten.[60] Die MPLA gewann die Wahl mit knapp 82 % der abgegebenen Stimmen, während die UNITA etwas mehr als 10 % der Stimmen auf sich vereinigen konnte.[61] Die größte Oppositionspartei legte zunächst Beschwerde gegen die Wahl ein, gestand nach deren Ablehnung jedoch ihre Niederlage ein.[62]

Folgende Parteien verfügten nach dieser Wahl über Sitze im Parlament:

Das Regime bestätigte 2011/2012 emphatisch seine Absicht, 2012 erneut Parlamentswahlen abzuhalten und so zum ersten Mal die verfassungsmäßige Bestimmung zu achten, nach der Wahlen alle vier Jahre stattfinden müssen. Außer den gegenwärtig im Parlament vertretenen Parteien waren weitere 67 Parteien berechtigt, bei diesen Wahlen anzutreten.[63] José Eduardo dos Santos hat wiederholt seine Absicht kundgetan, bei diesen Wahlen nicht erneut zu kandidieren, sodass sich die Frage stellte, wer sein Nachfolger als Staatspräsident sein würde.

Die Wahlen haben dann am 31. August 2012 stattgefunden. Im Gegensatz zu seinen vorherigen Erklärungen war José Eduardo dos Santos erneut Spitzenkandidat des MPLA. Nach den vorläufigen Ergebnissen[64] erhielt das MPLA etwas mehr als 70 % der Stimmen – also weniger als 2008, aber immer noch eine sehr komfortable Mehrheit, die nicht zuletzt José Eduardo dos Santos das Verbleiben im Amt garantiert. Die UNITA erhielt um die 18 % und die Neugründung CASA (Convergência Ampla de Salvação de Angola) rund 6 %. Weitere Parteien werden nicht ins Parlament einziehen, da keine auch nur 2 % der Stimmen erreichte. Bemerkenswert sind die starken Unterschiede zwischen den Regionen, besonders in Hinsicht auf die Resultate der Opposition: so erhielt diese rund 40 % in den Provinzen Luanda und Cabinda, in denen das Niveau der Politisierung besonders hoch ist.

Menschenrechte[Bearbeiten]

2008 kam es laut Amnesty International wiederholt zu willkürlichen Festnahmen von Personen, die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung bzw. auf Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit wahrgenommen hatten.[65] Ein staatliches soziales Sicherungssystem gibt es nicht. Alleinstehende Frauen stehen vor allem in den ländlichen Gebieten vor zusätzlichen Schwierigkeiten. In einigen Gemeinden ist es Frauen traditionell untersagt, eigenes Land zu besitzen und dieses zu kultivieren.[66] Homosexualität gilt in Angola als „Verstoß gegen die öffentliche Moral“, ist illegal und kann mit bis zu drei Jahren Haft oder Arbeitslager bestraft werden.[67][68][69][70]

In einem offenen Brief forderten mehrere Menschenrechtsgruppen und Persönlichkeiten des Landes die US-amerikanische Außenministerin Hillary Clinton auf, den Zustand der Demokratie in Angola auf ihrer Afrikareise 2009 anzusprechen. „Weltweit ist die Vorstellung in Umlauf, dass Angola große demokratische Fortschritte macht. In Wirklichkeit werden die Menschen mit anderen Ideen (als jene der Regierung) verfolgt und festgenommen. Das Kundgebungsrecht existiert nicht“, klagte David Mendes von der Organisation „Associação Mãos Livres“ (Vereinigung der Freien Hände). China bekomme immer mehr Einfluss in Angola.[71] „Und jeder weiß, dass China die Menschenrechte nicht respektiert“, sagte Mendes.[72][73] Amnesty International rief bereits 2007 in einem offenen Brief an die EU auf, die schwierige Situation der Menschenrechte in Angola anzusprechen und auf ihre Agenda zu setzen.[74]

Politischer Protest[Bearbeiten]

Offenbar unter dem Einfluss der Volksaufstände in arabischen Ländern, gab es Versuche am 7. März und dann wieder zu einem späteren Zeitpunkt in Luanda eine Großdemonstration gegen das politische Regime in Angola zu organisieren.[75] Es handelte sich um Versuche, Protest unabhängig von den Oppositionsparteien zu artikulieren.[76] Die MPLA hat am 5. März in Luanda eine „präventive Gegendemonstration“ mit vorgeblich 1 Mio. Anhängern veranstaltet. Während der folgenden Monate fanden Proteste im Internet und bei Rapveranstaltungen statt. Am 3. September 2011 wurde dann erneut die Erlaubnis zu einer regimekritischen, vor allem gegen die Person des Staatspräsidenten gerichteten Demonstration erteilt, die dann jedoch unter Einsatz von Schlagstöcken und Schusswaffen gewaltsam aufgelöst wurde, als sie den ihr zugestandenen Bereich zu überschreiten begann.[77]. Etwa 50 Personen wurden verhaftet und sehen einer summarischen Verurteilung entgegen.[78]

Außenpolitik[Bearbeiten]

Angola ist seit 1976 Mitglied der Vereinten Nationen, seit 1996 Mitglied der WTO[79],und seit 2007 bei der OPEC sowie Gründungsmitglied der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft SADC, als auch bei der AU (Afrikanische Union) und der CPLP, der Gemeinschaft der Staaten portugiesischer Sprache.

Am 15. Oktober 2013 wurde die strategische Partnerschaft mit Portugal von Angola aufgekündigt. Präsident dos Santos erklärte die Beziehungen zwischen den beiden Ländern wären nicht gut.[80] Die Ursache ist der Umstand, dass die portugiesische Justiz einige politisch gewichtige Angolaner, die zum engeren Umkreis des Staatspräsidenten gehören, aufgrund von in Portugal begangenen Delikten (vor allem massiver Geldwäsche) unter Anklage gestellt hat.

Verwaltung[Bearbeiten]

Gliederung[Bearbeiten]

Angola gliedert sich in 18 Provinzen (portugiesisch: províncias, Singular – província):

Nr. Provinz Hauptstadt Nr. Provinz Hauptstadt Karte
1 Bengo Caxito 10 Huíla Lubango Angola Provinces numbered 300px.png
Namibia Sambia Republik Kongo Demokratische Republik Kongo Botswana Provinz Cabinda Provinz Zaire Provinz Luanda Provinz Uíge Provinz Bengo Provinz Cuanza Norte Provinz Cuanza Sul Provinz Malanje Provinz Lunda Norte Provinz Lunda Sul Provinz Moxico Provinz Huambo Provinz Benguela Provinz Bié Provinz Namibe Provinz Huíla Provinz Cunene Provinz Cuando CubangoKarte
Über dieses Bild
2 Benguela Benguela 11 Luanda Luanda
3 Bié Kuito 12 Lunda Norte Lucapa
4 Cabinda Cabinda 13 Lunda Sul Saurimo
5 Cuando Cubango Menongue 14 Malanje Malanje
6 Cuanza Norte N’dalatando 15 Moxico Luena
7 Cuanza Sul Sumbe 16 Namibe Namibe
8 Cunene Ondjiva 17 Uíge Uíge
9 Huambo Huambo 18 Zaire M’banza Kongo

Diese 18 Provinzen untergliedern sich weiter in 157 Municípios und 618 Kommunen.

Größere Städte[Bearbeiten]

Wie bereits erwähnt, gibt es in Angola für die nachkoloniale Zeit keine zuverlässigen Bevölkerungsstatistiken; das gilt nicht zuletzt für die Einwohnerzahlen der Städte.[Anmerkung 5] Von der Veröffentlichung der Erhebung des Instituto Nacional de Estatística aus dem Jahr 2008, die nach 2011 zur Verfügung stand, wurde ein qualitativer Fortschritt erwartet. Gesicherte Daten zur Bevölkerung in Angola wird erst die Volkszählung 2014 liefern. Bis dahin ist man auf geschätzte Größenordnungen angewiesen, die vor allem die vom Bürgerkrieg verursachte oder verschärfte Landflucht in Rechnung stellen.[Anmerkung 6] Dabei ergibt sich folgendes Bild:

  • Luanda als Hauptstadt ist geradezu explosiv gewachsen. Die Stadt hat heute mindestens 4 Millionen Einwohner, nach Maximalschätzungen sogar 5 Millionen.[Anmerkung 7]
  • Das zweitstärkste Wachstum ist bei den nahe beieinander liegenden Küstenstädten Benguela und Lobito zu beobachten, von denen jede inzwischen mehrere Hunderttausend Einwohner hat.
  • Cabinda hat eine vergleichsweise geringere Zuwanderung erlebt als der Durchschnitt der Städte und liegt gegenwärtig bei einer Viertelmillion.
  • Huambo ist nach der Unabhängigkeit zunächst zur zweitgrößten Stadt Angolas geworden, wurde dann aber weitgehend zerstört und entvölkert. Seit 2002 ist ihre Einwohnerzahl wieder auf 300.000–400.000 angewachsen.
  • Lubango hat von allen größeren Städten die relativ geringsten nachkolonialen Erschütterungen zu verzeichnen gehabt, ist aber gerade deswegen durch den Zufluss nicht nur aus dem engeren und weiteren Umland, sondern vor allem aus dem Zentralhochland auch auf etwa 300.000 Einwohner angewachsen,
  • Kuito ist noch erheblich stärker zerstört worden als Huambo und hat gegenwärtig wieder zwischen 100.000 und 150.000 Einwohner.

Militär[Bearbeiten]

Die Streitkräfte Angolas unterhalten ein etwa 110.000 Mann starkes Militär, die Forças Armadas Angolanas (FAA). Die jährlichen Ausgaben betragen etwa 180 Mio. US-Dollar. Es gibt drei Teilstreitkräfte: Heer, Marine sowie Luftwaffe und Luftabwehrkräfte, wovon das Heer zahlenmäßig die größte darstellt. Militärisches Gerät stammt hauptsächlich aus der ehemaligen Sowjetunion. Kleine Kontingente sind in der Republik Kongo und der Demokratischen Republik Kongo stationiert. Generalstabschef ist seit Oktober 2010 ein ehemaliger General der UNITA, Geraldo Sachipengo Nunda.[81]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 114,2 Milliarden US-Dollar (2012)[82] ist Angola nach Südafrika und Nigeria die drittgrößte Volkswirtschaft Subsahara-Afrikas.[83] Gleichzeitig lebt ein großer Teil der Bevölkerung in Armut.[84]

Angolas Wirtschaft leidet unter den Folgen des jahrzehntelangen Bürgerkriegs. Dank seiner Bodenschätze – vorrangig der Ölvorkommen – gelang dem Land jedoch während der letzten Jahre ein großer wirtschaftlicher Aufschwung. Das Wirtschaftswachstum Angolas ist momentan das größte in Afrika. Allerdings kommen die Einkünfte aus den Rohstoffvorkommen nicht bei dem Großteil der Bevölkerung an, sondern bei korrupten Nutznießern innerhalb der politisch und ökonomisch Herrschenden des Landes sowie einer sich langsam bildenden Mittelschicht. Nicht zu Unrecht preisen daher in- und ausländische Unternehmer Angola als eine Art Paradies.[85] Ein großer Teil der Bürger ist arbeitslos und etwa die Hälfte leben unterhalb der Armutsgrenze, wobei es drastische Unterschiede zwischen Stadt und Land gibt. Eine Erhebung des Instituto Nacional de Estatística von 2008 kommt zu dem Ergebnis, dass auf dem Lande rund 58 % als arm zu betrachten waren, in den Städten jedoch nur 19 %, insgesamt 37 %. Die Gesamtbevölkerung wird auf 16 bis 18 Millionen geschätzt.[86] In den Städten, in denen sich inzwischen mehr als 50 % der Angolaner zusammenballen, ist die Mehrheit der Familien auf Überlebensstrategien angewiesen.[87] Dort wird auch die soziale Ungleichheit am deutlichsten greifbar, insbesondere in Luanda.[88] Im Human Development Index der UNO nimmt Angola stets einen Platz unter den letzten ein.[89] 2008 wies Angola auf dem Gini-Index, der die Einkommensunterschiede in einem Land misst, den (sehr hohen) Wert von 0,62 auf.[90]

Die wichtigsten Handelspartner für den Export von Gütern und Rohstoffen sind die USA, China, Frankreich, Belgien und Spanien. Importpartner sind überwiegend Portugal, Südafrika, USA, Frankreich und Brasilien. 2009 entwickelte sich Angola für Portugal zum größten Exportmarkt außerhalb Europas, und rund 24.000 Portugiesen übersiedelten in den letzten Jahren nach Angola, suchten dort Beschäftigung oder gründeten Unternehmen.[91] Erheblich wichtiger ist jedoch die Präsenz Chinas in Form einer ganzen Reihe großer Unternehmen.[92]

Von grundlegender Bedeutung für die Bevölkerung Angolas ist die Schattenwirtschaft, die sich schon während der „sozialistischen“ Phase entwickelte[93] und in der Phase der Liberalisierung exponentiell angewachsen ist[94] und die zurückzudrängen sich die Regierung gegenwärtig bemüht.

Die Wirtschaft ist natürlich — in Angola wie anderswo — nicht losgelöst von Politik und Gesellschaft zu verstehen. Dass sie vor allem von den Kräften und Gruppen bestimmt wird, die sich in beiden Bereichen durchgesetzt haben, ist in diesem Land besonders deutlich — wie auch, dass diejenigen, die nicht dazugehören, eine Unzahl von Überlebensstrategien entwickeln.[95]

Regionale Disparitäten[Bearbeiten]

Straßenszene in Porto Amboim, Mai 2010

Ein strukturelles Problem der angolanischen Wirtschaft sind die extremen Unterschiede zwischen den verschiedenen Regionen, die zum Teil auf den langanhaltenden Bürgerkrieg zurückzuführen sind. Rund ein Drittel der wirtschaftlichen Tätigkeit konzentriert sich auf Luanda und die angrenzende Provinz Bengo, die immer stärker zum Expansionsraum der Hauptstadt wird. Auf der anderen Seite herrscht in verschiedenen Regionen des Binnenlandes Stillstand oder gar Rückschritt.[96] Mindestens ebenso gravierend wie die soziale Ungleichheit sind die krassen wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den Regionen.[97] 2007 konzentrierten sich in Luanda 75,1 % aller geschäftlichen Transaktionen und 64,3 % der Arbeitsplätze in (öffentlichen oder privaten) Wirtschaftsunternehmen. 2010 waren 77 % aller Unternehmen in Luanda, Benguela, Cabinda, der Provinz Kwanza Sul und Namibe angesiedelt. Das BIP pro Kopf war 2007 in Luanda samt angrenzender Provinz Bengo auf rund 8000 USD angewachsen, während es im westlichen Mittelangola dank Benguela und Lobito etwas unter 2000 USD lag, im übrigen Land jedoch deutlich unter 1000 USD. Die Tendenz zur Ballung der Wirtschaft im Küstenstreifen, insbesondere im „Wasserkopf“ Luanda/Bengo, hat seit dem Ende des Bürgerkriegs nicht etwa abgenommen, sondern sich fortgesetzt und bringt eine „Entleerung“ eines großen Teils des Binnenlandes mit sich. Die globalen Wachstumszahlen täuschen also darüber hinweg, dass die Wirtschaft Angolas unter extremen Ungleichgewichten leidet.

Korruption[Bearbeiten]

Eines der am stärksten ausgeprägten Merkmale des heutigen Angola ist eine allgegenwärtige Korruption. In den Erhebungen von Transparency International erscheint das Land regelmäßig unter den weltweit korruptesten, in Afrika in einer Kategorie mit Somalia und Äquatorialguinea.[98] In den ersten fünf Jahren des 21. Jahrhunderts wurde geschätzt, dass Öleinnahmen im Wert von 4 Milliarden US-Dollar oder 10 % des damaligen Bruttoinlandsprodukts durch Korruption versickerten.[99]

Seit Jahren steht der Kampf gegen die Korruption im Regierungsprogramm, doch nur ganz selten ist nachzuweisen, dass diese Absichtserklärung in die Tat umgesetzt wird. Eine aufsehenerregende Ausnahme war Ende 2010 die Entlassung von 10 Abteilungsleitern und fast 100 Beamten der Fremden- und Grenzpolizei SME (Serviço de Migrações e Estrangeiros), die nicht nur für die Grenzkontrolle, sondern auch für die Erteilung von Einreise-, Aufenthalts- und Ausreisegenehmigungen zuständig ist.[100]

Wirtschaftszweige[Bearbeiten]

Erdölplattform vor Luanda
  • Natürliche Ressourcen: Angola besitzt reiche Erdöl-Vorkommen sowie Diamanten und Mineralien, die in Minen im Nordosten des Landes gefördert werden. Die Bodenschätze machen das Land zu einem der reichsten Länder Afrikas. Der Großteil der angolanischen Wirtschaft lebt vom Öl und seinen Produkten. Das Land ist nach Nigeria Afrikas zweitgrößter Erdölproduzent und -exporteur.[101][102] Die Erlöse aus dem Handel mit Erdöl machen etwa 98 % der Exporte und ca. 70 % des Bruttoinlandsproduktes Angolas aus.[102] Die tägliche Fördermenge betrug 2010 rund 1,755 Millionen Barrel.[103] Wichtigster Abnehmer von Erdöl ist die Volksrepublik China, die seit einigen Jahren die Vereinigten Staaten als Haupthandelspartner ablösten. Zum 1. Januar 2007 wurde Angola als 12. Mitglied der OPEC aufgenommen, nimmt an dem Quotaregime allerdings erst seit März 2007 teil.[104] 1975 wurden zusätzlich Uranvorkommen an der Grenze zu Namibia entdeckt.
  • Landwirtschaft: Etwa 85 % der arbeitenden Bevölkerung sind in der Landwirtschaft tätig. Das wichtigste Agrarprodukt für den Export ist Kaffee, gefolgt von Zuckerrohr. Weitere wichtige Ausfuhrgüter sind Mais und Kokosöl. Die Produktion von Kartoffeln, Reis und Kakao ist ebenfalls erwähnenswert. Die Zucht von Rindern und Ziegen ist relativ weit verbreitet. Insgesamt leidet die Landwirtschaft immer noch schwer unter den Folgen des Bürgerkrieges. Wegen der Gefahr durch übriggebliebene Landminen weigern sich viele Bauern, ihre Felder zu bewirtschaften. So reicht die agrarische Produktion nicht aus, um den eigenen Bedarf zu decken, und das Land ist auf den Import von Lebensmitteln angewiesen. Die Landwirtschaft befindet sich in einem leichten Aufschwung.
  • Industrie: Die Industrie des Landes ist kaum entwickelt und litt unter dem Bürgerkrieg. Der tragende Industriezweig Angolas ist die Verarbeitung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse, vorrangig Getreide, Fleisch, Baumwolle, Tabak und Zucker; zusammen mit der Raffinierung von Erdöl. Wichtige Produkte sind weiterhin Dünger, Zellulose, Klebstoffe, Glas und Stahl.

Wirtschaftskennzahlen[Bearbeiten]

Das Bruttoinlandsprodukt und der Außenhandel Angolas sind in den letzten Jahren aufgrund steigender Einkünfte durch die Erdölausfuhr massiv gewachsen.

Die wichtigen Wirtschaftskennzahlen Bruttoinlandsprodukt, Inflation,[105] Haushaltssaldo und Außenhandel entwickelten sich folgendermaßen:

Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), real
in % gegenüber dem Vorjahr
Jahr 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010
Veränderung in % gg. Vj. 3,2 3,0 3,1 14,4 3,3 11,2 20,6 19,5 23,9 13,8 2,4 1,6
Quellen: bfai, CIA, WKÖ[106][107][108] ˜≈ = geschätzt
Entwicklung des BIP (nominal)
absolut (in Mrd. US$) je Einwohner (in Tsd. US$)
Jahr 2003 2004 2005 Jahr 2003 2004 2005
BIP in Mrd. US$ 14 20 33 BIP je Einw. (in Tsd. US$) 1,0 1,3 2,1
Quelle: bfai[109]
Entwicklung der Inflationsrate Entwicklung des Haushaltssaldos
in % gegenüber dem Vorjahr in % des BIP
(„minus“ bedeutet Defizit im Staatshaushalt)
Jahr 2008 2009 2010 2011 Jahr 2008 2009 2010 2011
Inflationsrate 6,0 13,7 14,7 ≈11,7 Haushaltssaldo -7,2 -1,0 ≈ 6,6 ≈ 4,3
Quelle: bfai[110] ˜≈ = geschätzt
Entwicklung des Außenhandels
in Mrd. US$ und seine Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %
2003 2004 2005
Mrd. US$  % gg. Vj. Mrd. US$  % gg. Vj. Mrd. US$  % gg. Vj.
Einfuhr 3,0 53 3,3 8 8,5 159
Ausfuhr 8,5 17 11,5 35 20,1 81
Saldo 5,5 8,2 12,2
Quelle: bfai[111]

Staatshaushalt[Bearbeiten]

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 27,91 Milliarden US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 30,82 Milliarden US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsüberschuss in Höhe von 4,2 % des BIP.[112]

Angolas Schulden beliefen sich im Dezember 2011 auf insgesamt 31,4 Milliarden Dollar. Nahezu die Hälfte davon, ca. 17,8 Milliarden, waren nach Aussage von Finanzminister Carlos Alberto Lopes Auslandsschulden. Hauptgläubiger der angolanischen Regierung waren China mit 5,6 Milliarden, Brasilien mit 1,8 Milliarden, Portugal mit 1,4 Milliarden und Spanien mit 1,2 Milliarden. Die Inlandsschulden in Höhe von 13,6 Milliarden Dollar resultieren hauptsächlich aus Anleihen und Schatzanweisungen zur Unterstützung der laufenden staatlichen Investitions-Programme.[113]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

Auslandsinvestitionen[Bearbeiten]

Seit Ende des Bürgerkriegs steigen die privaten Investitionen von Angolanern im Ausland ständig an. Dies hängt damit zusammen, dass sich im Lande die Akkumulation auf einen kleine gesellschaftliche Gruppe konzentriert und dieser daran gelegen ist, ihren Besitz aus Gründen der Sicherheit und der Profitmaximierung zu streuen. Bevorzugtes Anlageziel ist Portugal, wo angolanische Anleger (einschließlich des Familie des Staatspräsidenten) in Banken und Energieunternehmen, in der Telekommunikation und in der Presse präsent sind, aber auch z. B. Weingüter und Tourismusobjekte aufkaufen.[115]

Verkehr[Bearbeiten]

Angola mit Straßen- und Schienennetz

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Hauptartikel: Schienenverkehr in Angola

Der Schienenverkehr in Angola ist auf die Häfen ausgerichtet. Er wird auf drei Netzen betrieben, die nicht verbunden sind. Eine weitere, nicht mit den drei Netzen verbundene Strecke wurde inzwischen eingestellt. Es finden sowohl Güter- als auch Personenverkehr statt. Die gesamte Streckenlänge beträgt 2764 Kilometer, davon 2641 Kilometer in der im südlichen Afrika üblichen Kapspur und 123 Kilometer in 600-Millimeter-Spur (Stand 2010).[116] Alleiniger Betreiber ist die staatliche Gesellschaft Caminhos de Ferro de Angola (CFA).

Kultur[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einige bekannte angolanische Schriftsteller sind Mário Pinto de Andrade, Luandino Vieira, Arlindo Barbeitos, Alda Lara, Agostinho Neto, Pepetela, Ondjaki und José Eduardo Agualusa.

Musik[Bearbeiten]

Das berühmteste angolanische Volkslied ist Kumbaya (Kumbaya, my Lord). Der Ursprung des Volksliedes ist jedoch umstritten. Einige Sprachforscher glauben, dass dieses Lied in Gullah, einer Kreolsprache von der Küste Georgias bzw. South Carolinas, entstand. Falls diese These stimmt, muss das Lied nach Angola gebracht worden sein. Demnach könnten es höchstwahrscheinlich amerikanische Missionare gewesen sein, die das Lied nach Angola brachten, wo es zu einer späteren Zeit wiederentdeckt wurde.

Zu den bekanntesten Pop-Musikern zählen Waldemar Bastos, Paulo Flores, Bonga, Vum Vum Kamusasadi, Maria de Lourdes Pereira dos Santos Van-Dúnem, Ana Maria Mascarenhas, Mario Gama, Pérola und Yola Semedo

Medien[Bearbeiten]

Fernsehen

Televisão Pública de Angola (angolanisch, staatlich), TV Zimbo (angolanisch, privat), AngoTV (angolanisch, privat), Rádio Televisão Portuguesa (portugiesisch, öffentlich-rechtlich), Rádio Televisão Portuguesa Internacional (portugiesisch, öffentlich-rechtlich), Televisão Comercial de Angola (angolanisch, staatlich), ZON Multimédia (privat), TV Record (brasilianisch, privat) TV Globo (brasilianisch, privat), Televisão de Moçambique (TVM) (mosambikanisch, staatlich)

Radio

RNA (Rádio Nacional de Angola) (staatlich), Rádio LAC (Luanda Antena Comercial), Rádio Ecclesia (katholischer Radiosender), Rádio Cinco (Sportradio), Rádio Despertar (der UNITA nahestehend), Rádio Mais (privat), TSF (portugiesisches Radio), Rádio Holanda (auf Portugiesisch)

Zeitungen

Jornal de Angola (staatlich)

Wochenzeitungen (alle privat): Semanário Angolense, O País, A Capital, Folha 8, Agora, Angolense, Actual, Independente, Cara, Novo Jornal, O Apostolado (kirchlich), Gazeta de Luanda

Wirtschaftswochenzeitungen: Jornal de Economia & Finanças (staatlich), Semanário Económico (privat), Expansão (privat)

Zeitschriften

Exame (privat), Rumo (Wirtschaftszeitschrift, privat)

Nachrichtenagenturen

Agência Angola Press (ANGOP; staatlich)

Sport[Bearbeiten]

Fußball[Bearbeiten]

Fans der angolanischen Nationalmannschaft bei der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland 2006
Hauptartikel: Fußball in Angola

Am 8. Oktober 2005 gelang es der angolanischen Fußballnationalmannschaft, sich unerwartet für die WM 2006 in Deutschland zu qualifizieren. Ein knappes 1:0 beim Gruppenletzten in Ruanda reichte aus, um das Ticket zu lösen und Nigeria, das seit 1994 an jeder WM-Endrunde teilnahm, aus dem Wettbewerb zu werfen. Das angolanische Team nahm damit zum ersten Mal an einer WM-Endrunde teil, wo es nach einem 0:1 gegen Portugal, einem 0:0 gegen Mexiko und einem 1:1 gegen den Iran als Gruppendritter in der Vorrunde ausschied. Weiterhin nahm die Mannschaft in den Jahren 1996, 1998, 2006 und 2008 an der Afrikameisterschaft teil, die es 2010 sogar ausrichtete.

Basketball[Bearbeiten]

Die angolanische Basketballnationalmannschaft der Herren hat elf der letzten dreizehn Austragungen der Afrikameisterschaft gewonnen, womit sie die erfolgreichste Mannschaft der Wettbewerbsgeschichte ist. Daher nimmt sie regelmäßig an der Weltmeisterschaft und den Olympischen Spielen teil. Bei den Spielen 1992 war Angola der erste Gegner des US-amerikanischen Dream Teams. Größter sportlicher Erfolg war bislang das Überstehen der Vorrunde bei den Weltmeisterschaften 2002, 2006 und 2010.

Handball[Bearbeiten]

Die Frauen-Handballnationalmannschaft hat bereits elfmal den Afrikameistertitel geholt und ist zudem als erste afrikanische Mannschaft bei einer WM in die Endrunde gelangt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Patrick Alley (1999): Angolas Reichtum ist sein Verhängnis. In: Arbeitsgemeinschaft Kirchlicher Entwicklungsdienst (Hrsg.): Der Überblick. 2/99. Leinfelden-Echterdingen, S. 37–40.
  • Association of Episcopal Conferences of the Central African Region ACERAC (2002): The Church and Poverty in Central Africa: The Case of Oil. Malabo.
  • Anton Bösl (2008): Die Parlamentswahlen in Angola 2008. Ein Land auf dem Weg in die Ein-Parteien-Demokratie. KAS Auslandsinformationen 10/2008.
  • Jakkie Cilliers, Christian Dietrich (Hrsg.)(2000): Angola’s war economy. Pretoria.
  • Michael Cromerford (2005), The Peaceful Face of Angola: Biography of a Peace Process (1991 to 2002), Luanda
  • Bettina Decke (1981): A terra é nossa – Koloniale Gesellschaft und Befreiungsbewegung in Angola. Bonn.
  • Manuel Ennes Ferreira (1999): A indústria em tempo de guerra: Angola 1975–1991, Lissabon
  • Fernando Florêncio, ‚No Reino da Toupeira‘, in idem (Hrsg.), Vozes do Universo Rural: Reescrevendo o Estado em África. Lissabon
  • Global Witness (1999): A Crude Awakening: The Role of the Oil and Banking Industries in Angola’s Civil War and the Plunder of State Assets. London
  • Global Witness (1998): A rough trade: The Role of Companies and Governments in the Angolan Conflict. London
  • Global Witness (2000): Conflict Diamonds: Possibilities for the Identification, Certification and Control of Diamonds. London
  • Global Witness (2002): Os Homens dos Presidentes’. London
  • Jonuel Gonçalves (2011): A economia ao longo da história de Angola, Luanda
  • Fernando Andresen Guimarães (1998): The Origins of the Angolan Civil War: Foreign Intervention and Domestic Political Conflict, Houndsmills, Basingstoke + New York
  • Franz-Wilhelm Heimer (1980), Der Entkolonisierungskonflikt in Angola, München
  • Franz-Wilhelm Heimer (1973), Social Change in Angola, München
  • Tony Hodges (2001): Angola from Afro-Stalinism to Petro-Diamond Capitalism, London + Bloomington, Indianapolis.
  • Tony Hodges (2004): The Anatomy of an Oil State, Oxford + Bloomington, Indianapolis
  • Human Rights Watch (2001): The Oil Diagnostic in Angola: An Update Complete Report. New York.
  • International Monetary Fund (1999): IMF Staff Country Report No. 99/25: Angola: Statistical Annex. Washington, D.C..
  • International Monetary Fund (2002): Mission Concluding Statements: Angola-2002 Article IV Consultation, Preliminary Conclusions of the IMF mission. Washington D.C.
  • Manfred Kuder, Wilhelm Möhlig, Hrsg. (1994): Angola. München.
  • Manfred Kuder (2003): Erdöl und Diamanten:Angolas umkämpfte Exportgüter. In: Geographische Rundschau, Jg. 55, Heft 7/8. Braunschweig, S. 36–38.
  • Brank Lazitch, Angola 1974–1988: Eine Niederlage des Kommunismus, Stuttgart: Meyers Verlagsgesellschaft, 1989
  • Yves Loiseau, Pierre-Guillaume Roux (1989): Jonas Savimbi. Köln.
  • Lukonde Luansi (2001): Angola – Das Scheitern des Transitionsprozesses. In: Wolf-Christian Paes, Heiko Krause (Hrsg.): Zwischen Aufbruch und Zusammenbruch – Demokratisierung im Südlichen Afrika. Bonn, S. 153–179.
  • Jean-Michel Mabeko-Tali (2005): Barbares et citoyens: L’identité nationale à l’épreuve des transitions africaines: Congo-Brazzaville, Angola, Paris: L’Harmattan
  • Assis Malaquias (2007): Rebels and Robbers: Violence in Post-Colonial Angola, Uppsala: Nordiska Afrikainstitutet
  • Médecins sans frontières (2002): Angola uma população sacrificada. Brüssel.
  • Christine Messiant (2008):L’Angola post-colonial: Guerre et paix sans démocratisation, Paris: Karthala
  • Christine Messiant (2009): L’Angola post-colonial: Sociologie politique d’une oléocratie. Paris: Karthala
  • Michel Offermann (1988): Angola zwischen den Fronten, Pfaffenweiler: Centaurus
  • Wolf-Christian Paes (2000): Reiches Land, Armes Land: Ölproduktion und der Krieg in Angola. In: Illoyal – Journal für Antimilitarismus, Nr.12. Berlin, S.8.
  • Alfredo Pinto Escoval (2004): Angola. In: Wolfgang Gieler (Hrsg.): Handbuch der Außenwirtschaftspolitiken. Bonn.
  • Alfredo Pinto Escoval (2004): Staatszerfall im südlichen Afrika: Das Beispiel Angola, Berlin
  • Hermann Pössinger (1968), Landwirtschaftliche Entwicklung in Angola und Moçambique, München: Weltforum Verlag
  • Manuel Alves da Rocha, Economia e Sociedade em Angola, 2. Ausg., Luanda: Nzila, 2009.
  • Martin Schümer (1984): Angola-Konflikt. In: Dieter Nohlen (Hrsg): Internationale Beziehungen, Pipers Wörterbuch zur Politik. Bd. 5. München, S.44-46.
  • Keith Somerville (1986): Angola: Politics, Economics and Society, London + Boulder, Colorado
  • Inge Tvedten (2002): La scène angolaise. Limites et potentiel des ONG. In: Lusotopie 2002/1. Paris, S. 171–188.
  • UN (2000): Final Report of the UN Panel of Experts on violations of Security Council sanctions against Unita. In: UN Security Council document S/2000/203. New York.
  • UN (1999): UNITA-Renovada holds party congress. In: UN: The Angolan Mission Observer. Bd. Feb. 1999. New York.
  • UNDP (2002): A Descentralização de Angola. Luanda.
  • UNHCHR (1999): Report on the question of the use of mercenaries as a means of violating human rights and impending the exercise of the right of peoples to self-determination, submitted by Mr. Enrique Ballesteros (Peru), Special Rapporteur pursuant to Commission resolution 1998/6. Genf.
  • UNICEF (1998): Angola – Multiple Indicator Cluster Survey 1996. Luanda.
  • François Xavier Verschave (1995): Dunkelmänner, schwarz und weiß. In: Der Überblick. Jg. 31 Heft 2/95. Leinfelden-Echterdingen, S. 74–77.
  • Nuno Vidal & Justino Pinto de Andrade (Hrsg.)(2008): O processo de transição para o multipartidarismo em Angola, 3. Ausd, Luanda
  • Nuno Vidal & Justino Pinto de Andrade (Hrsg.)(2008): Sociedade civil e política em Angola: Enquadramento regional e internacional, Luanda
  • Alex Vines (1994): Planmäßige Verwüstung Angolas. In: Der Überblick. Jg. 30 Heft 4/94. Leinfelden-Echterdingen, S. 99–101.
  • Wilhelm Wess (2001): Vor Zehn Jahren verließen die Kubaner Angola. In: Deutsche Gesellschaft für die afrikanischen Staaten portugiesischer Sprache (Hrsg.): DASP-Heft Angola. DASP-Reihe Nr. 96. Bonn, S. 6.
  • Elmar Windeler (2008), Angolas blutiger Weg in die Moderne: Portugiesischer Ultrakolonialismus und angolanischer Dekolonisationsprozess. trafo Verlag, Berlin.
  • Rainer Grajek: Religion in Angola, In: Handbuch der Religionen der Welt, Prof. Dr. Markus Porsche-Ludwig und Prof. Dr. Jürgen Bellers (Herausgeber), Bautz Verlag 2012
  • Rainer Grajek: Angola, In: Handbuch Sozialpolitiken der Welt, Prof. Dr. Markus Porsche-Ludwig, Prof. Dr. Wolfgang Gieler, Prof. Dr. Jürgen Bellers (Herausgeber), LIT Verlag 2013, S. 82–87

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Angola – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Angola – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Angola – Reiseführer
 Wikimedia-Atlas: Angola – geographische und historische Karten

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. „Präsidialsystem“ ist nicht als Variation eines demokratischen Systems zu verstehen, da die Verfassung von 2010 das demokratische Grundprinzip der Gewaltenteilung aufhebt und der Präsident die übrigen Verfassungsorgane beherrscht.
  2. In Angola selbst ist die Aussprache im Portugiesischen wie in den meisten afrikanischen Sprachen [aŋˈgɔːla]
  3. Einige Quellen sprechen von 17 Millionen, so Quelle 1, oder BBC. Die Vereinten Nationen schätzen die Zahl auf weit über 18 Millionen im Jahre 2009; siehe UN, Tabelle A.1 (PDF; 780 kB). Es kann inzwischen davon ausgegangen werden, dass diese Schätzungen der Wirklichkeit näher kommen als die bisher angenommenen Zahlen von 12–13 Millionen. Eine angolanische Webseite, die zur CAN 2010 herausgegeben wurde, spricht offiziell von 15,1 Millionen Menschen in Angola.
  4. Anti-kolonialer Krieg 1961–1974, Entkolonisierungskonflikt 1974/75, Bürgerkrieg 1975–2002.
  5. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/bevoelkerungsstatistik.de[3] entbehren der Glaubwürdigkeit, da sie nach unrealistischen Kriterien Fortschreibungen der letzten Kolonialstatistiken vornehmen. Ihre vorgeblich exakten Zahlen stellen im Grunde reine Fiktion dar
  6. Einen gewissen Anhaltspunkt bieten die Annahmen von UNHabitat. Siehe etwa The State of African Cities 2010: Governance, Inequality, and Urban Land Markets, Nairobi: UNEP/UNHabitat, 2010, online http://unhabitat.org/documents/SACR-ALL-10-FINAL.pdf. Dort wird davon ausgegangen, dass Mitte dieses Jahrhunderts 80 % der Bevölkerung Angolas in den Städten wohnen wird.
  7. Hierbei ist das Umland (einschließlich Teile der angrenzenden Provinz Bengo), das heute zusammen mit der Stadt „Groß Luanda“ darstellt, nicht mit einbezogen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. DSW Datenreport 2012
  2. World Economic Outlook Database, April 2012 des Internationalen Währungsfonds
  3. Human Development Index, abgerufen am 10. Oktober 2013
  4. Siehe die weiter unten zitierte Untersuchung von Manuel Alves da Rocha.
  5. CIA World fact Book Angola. Abgerufen am 21. August 2011.
  6. Gerald Bender, Stanley Yoder: Whites in Angola on the Eve of Independence: The politics of numbers. Africa Today, 21 (4) 1974, S. 23–37
  7. Franz-Wilhelm Heimer, Cristina Udelsmann Rodrigues, Carlos Manuel Lopes: Angola Country Report in: Bertelsmann Stiftung (Hrsg.): Bertelsmann Transformation Index 2010. Verlag Bertelsmann Stiftung, Gütersloh 2010 (Text auf DVD; siehe auch http://www.bertelsmann-transformation-index.de/bti/laendergutachten/laendergutachten/oestliches-und-suedliches-afrika/angola)
  8. Dilma Estêves, Relações de cooperação China – África: O caso de Angola, Lissabon 2008; Chinas Griff nach Afrika. Abgerufen am 9. August 2010 (deutsch).
  9. Siehe die Dissertation eines jungen angolanischen Historikers, Fidel Raul Carmo Reis, Das politicas de classificação à classificações políticas (1950–1996): A configuração do campo político angolano. Contributo para o estudo das relações raciais em Angola, Lissabon: ISCTE-Instituto Universitário de Lisboa, 2010.
  10. Angola, Gesellschaft und Kultur
  11. Languages of Angola Ethnologue: Languages of the World, Fifteenth edition (englisch)
  12. Karte der ethnischen Gruppen in Angola
  13. Fátima Viegas: Panorama das Religiões em Angola Independente (1975–2008). Ministério da Cultura/Instituto Nacional para os Assuntos Religiosos, Luanda 2008
  14. Lawrence W. Henderson: The Church in Angola: A river of many currents. Pilgrim Press. Cleveland/Ohio 1989; Benedict Schubert: Der Krieg und die Kirchen: Angola 1961–1991. Exodus, Luzern 1997.
  15. Siehe http://www.iurdangola.com/
  16. Siehe http://www.kimbanguisme.net/
  17. Siehe http://www.insjcm-tokoistas.org/
  18. O País Online (Luanda) Ausgabe vom 11-10-2010
  19. http://www.spiegel.de/politik/ausland/afrika-angola-geht-gegen-islam-vor-und-schliesst-moscheen-a-935788.html
  20. Siehe den Hirtenbrief der katholischen Bischofskonferenz von Angola und São Tomé und Príncipe vom März 2011, in O País (Luanda) vom 29. März 2011, auch online unter http://www.opais.net/pt/opais/?id=1929&det=19918&utm_medium=email&utm_campaign=Newsletter+O+Pas+29-03-11+O+Jornal+da+Nova+Angola&utm_content=Newsletter+O+Pas+29-
  21. http://www.unaids.org/en/regionscountries/countries/angola/
  22. http://hdrstats.undp.org/en/countries/profiles/AGO.html
  23. http://apps.who.int/ghodata/?vid=60030
  24. Lepra besiegen in Angola 3. Februar 2011 (englisch)
  25. Siehe Elisete Marques da Silva, „O papel societal do sistema de ensino na Angola colonial (1926 — 1975)“, „Revista Internacional de Estudos Africanos“, 16/17, 1992–1994, S. 103–120.
  26. Siehe Christine Hatzky, „Kubaner in Angola: Süd-Süd-Kooperation und Bildungstransfer 1976–1991”, Habilitationsschrift in Geschichte, Universität Duisburg-Essen, 2009, 423 S.
  27. http://chalkboard.tol.org/angola
  28. Siehe etwa bei O País online: http://www.opais.net/pt/opais/?id=1657&det=17348&mid=&utm_medium=email&utm_campaign=O6E+bilioes.
  29. Ajuda de Desenvolvimento de Povo para Povo em Angola (ADPP, eine NGO); Expansionsplan des Ministeriums mit ADPP (PDF; 1,9 MB)
  30. Vgl. Franz-Wilhelm Heimer, Paulo de Carvalho, Víctor Kajibanga: Angola. In: D. Teferra, P. Altbach (Hrsg.): African Higher Education: An International Reference Handbook. Bloomington & Indianapolis: Indiana University Press, 2003, S. 162–175
  31. Universidade Lusíada de Angola
  32. Siehe [http;//wwww.grupolusofona.pt Universidade Lusófona de Angola]
  33. Universidade Jean Piaget de Angola
  34. Angola Business School
  35. Universidade Privada de Angola
  36. Universidade Metodista de Angola
  37. Universidade Metropolitana de Angola
  38. Universidade Independente de Angola
  39. Universidade Técnica de Angola
  40. Universidade Gregório Semedo,
  41. Universidade Óscar Ribas
  42. Universidade de Belas
  43. David Birmingham, — Trade and Conflict in Angola. The Mbundu and their Neighbours under the Influence of the Portuguese. 1483–1790. Oxford 1966
  44. René Pélisier: Les guerres grises, Band I, Résistance et revoltes en Angola (1845–1941). Eigenverlag, Montamets/Orgeval 1977. 1885 wurde das heutige Cabinda als Portugiesisch-Kongo unter portugiesische Herrschaft gestellt.
  45. Franz-Wilhelm Heimer, Der Entkolonisierungskonflikt in Angola, München: Weltforum Verlag, 1979 und René Pélissier, Band II, La colonie du minotaure: Nationalismes et revoltes en Angola (1926–1961), Montamets/Orgenval: Selbstverlag, 1978
  46. http://www.bancoquantum.com/en/angola/petroleum-sector/history-of-the-petroleum-sector-in-angola
  47. Elisete Marques da Silva, O papel societal do sistema de ensino na Angola colonial, 1926–1974, Revista Internacional de Estudos Africanos (Lissabon), 16/17, 1992–1994, S. 103–130 (Wiederabdruck in Kulonga (Luanda), Sondernummer 2003, S. 51–82)
  48. Johanna Götz: Ethnische Grenzen und Frontlinien in Angola, Köln: Rüdiger Köpppe, 2002
  49. Eine detaillierte Rekonstruktion findet sich in Franz-Wilhelm Heimer: Der Entkolonisierungskonflikt in Angola. Weltforum Verlag. München 1979.
  50. Siehe M.R. Bhagavan, Angola’s Political Economy 1975–1985. Nordiska Afrikainstitutet, Uppsala 1986, sowie Philippe Le Billon, Angola’s economy of war. The role of oil and diamonds, African Affairs, 100, 2001, S. 55–80 und ders., Thriving on war: The Angolan conflict and private business, Review of African Political Economy, 90, 2001, S. 629–652. Die konkreten Lebensbedingungen, die damals herrschten, illustriert Edith Laudowicz, Ich werde arbeiten und kämpfen: Frauen in Angola, in: dies. (Hg.), Befreites Land — befreites Leben? Frauen in Befreiungsbewegungen und Revolutionen, Kölm: Pahl-Tugenstein, 1987, S. 57–93
  51. Leonid Futini, The collapse of the socialist state: Angola and the Soviet Union: in: W. Zartman (Hg.), Collapsed states: The disintegration and restoration of legitimate authority, Boulder: Lynne Rienner, 1995, S. 143–156
  52. Hermann Pössinger, Angola: ein Neuanfang?, in: Peter Meyns (Hg.), Demokratie und Strukturreformen im portugiesischsprachigen Afrika, Freiburg: Arnold-Bergstraesser-Institut, 1992, S. 97–117
  53. Margaret Anstee, Orphan of the Cold War: The inside story of the collapse of the Angolan peace process, 1992–1993, New York: St. Martin’s Press, 1996, Die Verquickung von Bürgerkrieg und Ölförderung analysieren George Jedrzy Frynas & Geoffrey Wood, Oil and war in Angola, Review of African Political Economy, 90, 2001, S. 587–606. Die internationale Dimension wird angesprochen in Dominic Johnson, Warlords außer Kontrolle: Angolas andauernde Tragödie und der Krieg in der Region, Blätter für deutsche und internationale Politik, 44 (3), 1999, S. 121–134
  54. Der Generalstabschef der Armee ist seit 2010 ein ehemaliger General der UNITA, Geraldo Ndunda
  55. Zur Situation Angolas am Ende des Bürgerkriegs siehe die Bilanz angolanischer Autoren in Manuel Ennes Ferreira (Hrsg.), Angola à procura do seu passo, Sondernummer der Zeitschrift Política Internacional (Lissabon), 25/2002. Ein Beispiel für Neuaufbau findet sich in Luanda Sul
  56. Uni Bern, siehe auch englische Wikipedia und wipo.int
  57. Vgl. das ausführliche Fachgutachten des bekannten portugiesischen Verfassungsrechtlers Jorge Miranda, das unbestritten geblieben ist: Jorge Miranda, A Constituição de Angola de 2010, veröffentlicht in der Zeitschrift O Direito (Lissabon), 142. Jahrgang, 2010 – 1 (Juni).
  58. Siehe sein Angola: O futuro já começou, Luanda: Nzila, 2005. Eine kritische Bilanz zieht einige Jahre später Didier Péclard (Hg.), L’Angola dans la paix: Autoritarisme et reconversions, Sondernummer der Zeitschrift Politique africaine, 110, 2008
  59. Beobachter ziehen nach Wahl in Angola positive Bilanz, 8. September 2008
  60. Teilweise frei – aber keinesfalls fair. Die Parlamentswahlen in Angola 2008, 11. September 2008
  61. Angola’s ruling MPLA wins parliamentary poll, 10. September 2008
  62. Bericht der Tagesschau 9. September 2008
  63. Novo Jornal (Luanda), 2/3/2012.
  64. http://eleicoes2012.cne.ao/inicio.htm
  65. Jahresbericht 2008 von Amnesty International
  66. Bericht auf Webseite von Amnesty International (Abgerufen am 13. Januar 2010)
  67. Reisewarnung des Außenministeriums Österreichs
  68. Artikel in der Süddeutschen Zeitung (Abgerufen am 13. Januar 2010)
  69. Reisewarnung des Auswärtigen Amts von Deutschland
  70. Verein der Schwulenbewegung „Rosa Lüste“ (Abgerufen am 13. Januar 2010)
  71. Wikileaks: Cablegate, REQUEST FOR INFORMATION ON CHINESE ENGAGEMENT IN ANGOLA AND POTENTIAL AREAS FOR COOPERATIONVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter, (ID:10LUANDA84) Kabel vom 26. Februar 2010, veröffentlicht am 8. Dezember 2010, abgerufen am 19. Dezember.
  72. Artikel in der Onlineausgabe des Magazins Focus (Abgerufen am 13. Januar 2010)
  73. Artikel im Tagesspiegel (Abgerufen am 13. Januar 2010)
  74. Original Aufruf Amnesty Internationals an die EU auf Englisch (Abgerufen am 13. Januar 2010; PDF; 45 kB)
  75. http://revolucaoangolana.webs.com/ Siehe auch Público (Lissabon) 2. März 2011
  76. http://de.globalvoicesonline.org/2011/03/05/angola-reaktionen-zum-aufruf-zur-revolution UNITA und PRS kündigten an, dass sie sich nicht beteiligen würden, um keinen Vorwand zur Repression zu geben.
  77. http://www.publico.pt/Mundo/manifestacao-em-angola-travada-violentamente-pela-policia_1510401
  78. „Manifestantes presos em Luanda vão ter julgamento sumário“, Público (Lissabon), 5. September 2011.
  79. Der Fischer Weltalmanach 2008, Fischer Taschenbuch-Verlag, Frankfurt 2007, ISBN 978-3-596-72008-8
  80. http://www.dw.de/angola-l%C3%A4sst-ex-mutterland-portugal-abblitzen/a-17163260
  81. Publico-Artikel (portugiesisch)
  82. BIP nach Ländern. Webseite der Weltbank. Abgerufen am 18. Juli 2013.
  83. Dubai in Afrika. In: Die Zeit. Nr. 40, 29. September 2011. Abgerufen am 18. Juli 2013.
  84. „Viele Menschen werden in die Armut zurückfallen“. In: domradio.de. 11. Mai 2009, abgerufen am 27. Mai 2009.
  85. Siehe dazu etwa die Interviews in der Zeitschrift Infra-Estruturas África 7, 2010.
  86. Siehe die Zeitschrift Angola Exame vom 12. November 2010, online http://www.exameangola.com/pt/?det=16943&id=2000&mid=
  87. Siehe Cristina Udelsmann Rodrigues, O Trabalho Dignifica o Homem: Estratégias de Sobrevivência em Luanda, Lissabon: Colibri: 2006
  88. Siehe etwa Luanda: A vida na cidade dos extremos, in: Visão, 11/11/2010, S. 88–106
  89. Der HDI 2010 führt Angola an 146. Stelle unter 169 erfassten Ländern; Haiti steht an 145. Stelle. Siehe Human Development Index and its components. undp.org
  90. Siehe die aus VN-Daten zusammengestellte Liste im Artikel „List of countries by income inequality“ in der englischsprachigen Wikipedia.
  91. Portugal Turns to Angola to Grow. Website der New York Times vom 14. Juli 2010. Abgerufen am 14. Juli 2010.
  92. Sabine Fandrych, China in Angola: Nachhaltiger Wiederaufbau, kalkulierte Wahlkampfhilfe oder globale Interessenpolitik?, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2006
  93. Siehe Daniel dos Santos, The Second Economy in Angola: „Esquema“ and „Candonga“, in: Maria Los, The Second Economy in Marxist States, Houndsmilles/Basingstoke & London: Macmillan, 1990, S. 157–174.
  94. Siehe Carlos Manuel Lopes, Roque Santeiro: Entre a ficção e a realidade, Lissabon: Princípia, 2007
  95. Siehe Steven Kyle: The political economy of Angolan growth. Social and regional structure. In: Review of African Political Economy, 104/5, 2005, S. 269–293.
  96. Siehe Manuel Alves, da Rocha, Desigualdades e assimetrias regionais em Angola: Os factores da competitividade territorial, Luanda: Centro de Estudos e Investigação Científica/Unidade Católica de Angola, 2010.
  97. Siehe Manuel Alves da Rocha, Desigualdades e assimetrias regionais em Angola: Os factores da competitividade territorial, Luanda: Centro de Estudos e Investigação Científica da Universidade Católica de Angola, 2010.
  98. 2010 steht es unter 178 Ländern an 168. Stelle. Siehe http://www.transparency.de/Tabellarisches-Ranking.1745.0.html
  99.  Ian Taylor: China’s oil diplomacy in Africa. In: International Affairs 82. 2006, S. 946.
  100. Siehe O País vom 30/12/2010 http://www.opais.co.ao/pt/opais/?id=1929&det=18144.
  101. Angola Energy Data, Statistics and Analysis: Oil, U.S. Energy Information Administration, Januar 2010
  102. a b International Trade Center: Trade Competitiveness Map – Außenhandelsstatistik.
  103. Reuters: Erdölproduktion Angola 2010, drittletzter Absatz 3. März 2011 (englisch)
  104. OPEC press information on decisions of December 2006 Abuja conference
  105. Deutsch-Angolanische Wirtschafts-Initiative, Zahlen Angola (2.Abschnitte, 3.Absatz) abgerufen 7. Juli 2011
  106. Entwicklung des BIP von Angola bfai, 2006, siehe: Wirtschaftsdaten kompakt
  107. Angola Wirtschaft Profil 2011 Quelle: CIA World Factbook – Version März 11, 2011
  108. Länderreport Angola Wirtschaftskammer Österreich, Juni 2011
  109. Entwicklung des BIP von Angola (absolut): bfai 2006, siehe: Wirtschaftsdaten kompakt
  110. Entwicklung der Inflationsrate von Angola: bfai 2006, siehe: Wirtschaftsdaten kompakt
  111. Entwicklung des Außenhandels von Angola: bfai 2006, siehe: Wirtschaftsdaten kompakt
  112. a b c The World Factbook
  113. Angolas Schuldenstand Deutsch-Angolanische Wirtschaftsinitiative, Dezember 2011
  114. Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4
  115. Siehe „A força do kwanza“, Visão (Lissabon), 993, 15/3/2012, S. 50–54
  116. indexmundi.com (englisch), abgerufen am 10. Dezember 2010

-12.3517.35Koordinaten: 12° S, 17° O