Angolanische Streitkräfte

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Flagge von Angola Forças Armadas Angolanas
FAA
Führung
Oberbefehlshaber
de jure:
José Eduardo dos Santos, Staatspräsident
Oberbefehlshaber de facto: Geraldo Sachipengo Nunda, Stabschef[1]
Verteidigungsminister: Cândido Pereira Van-Dúnem[2]
Sitz des Hauptquartiers: Ministério da Defesa Nacional, Rua 17 de Setembro, Luanda
Militärische Stärke
Aktive Soldaten: 130.500 (2007)
Wehrpflicht: ja
Wehrtaugliche Bevölkerung: ca.3.041.069 (Männer und Frauen, Alter 16-49; 2010)[3]
Wehrtauglichkeitsalter:
Haushalt
Militärbudget: 1,654 Mrd. US-Dollar
Anteil am Bruttoinlandsprodukt: 3,6 %[4] (2009)
Geschichte
Gründung: 1991

Angolanische Streitkräfte oder kurz FAA (Forças Armadas Angolanas) sind das Militär des südwestafrikanischen Landes Angola. Die angolanische Armee wurde 1991 gegründet. Generalstabschef der FAA ist seit 2010 General Geraldo Sachipengo Nunda,[5] ein ehemaliger Kommandant der UNITA. Dank seines Erdölreichtums hat Angola die FAA systematisch hochgerüstet. Sie umfassen 130.500 Mann (2007). Die laufenden Ausgaben dürften jährlich über 1,654 Mrd. US-Dollar (geschätzt) betragen, bei erheblichen Anschaffungen an Kriegsgerät.

Von Befreiungsarmee zur Militärstreitmacht[Bearbeiten]

Vorgänger der FAA waren die FAPLA (Forças Armadas de Libertação de Angola), der bewaffnete Arm der Unabhängigkeitsbewegung MPLA, die seit 1975 als politische Partei die Macht im Lande hat. Während einer Unterbrechung des 27 Jahre dauernden Bürgerkriegs von 1975 bis 2002 wurden die FAA als überparteiliche Streitkräfte 1991 gegründet, als Angola vom Einparteien- zum Mehrparteienstaat überging. Sie standen zunächst jedoch ausschließlich im Dienst des MPLA; nach dem Ende des Bürgerkriegs nahmen sie erhebliche Kontingente von Militärs ihres Rivalen und Gegners UNITA auf, von den Mannschaftsgraden bis zum Generalsrang.

Struktur[Bearbeiten]

Es gibt drei Teilstreitkräfte: Heer, Marine sowie Luftwaffe[6] und Luftabwehrkräfte, wovon das Heer zahlenmäßig mit 120.000 Soldaten bei weitem die größte darstellt. Militärisches Gerät stammte ursprünglich vor allem aus der ehemaligen Sowjetunion. Inzwischen gibt es eine militärisch-technische Zusammenarbeit mit der Volksrepublik China, die auch wirtschaftlich sehr stark in Angola engagiert ist.[7] Darüber hinaus wird jedoch zunehmend Ausrüstung aus westlichen Ländern gekauft, so aus Deutschland eine Reihe von kleineren Kriegsschiffen für die Küstenwache der Marine der FAA.[8]

Im Jahr 2000 wurden acht Su-27 Kampfjets aus Russland angeschafft. Eine Maschine wurde 2002 von der UNITA abgeschossen. Für die verschiedenen Aufgaben der Luftwaffe (Seeraumüberwachung, Luftraumüberwachung) stehen geeignete Flugzeuge bereit. Dies ist sehr ungewöhnlich für ein Land in dieser Region, das von der Bevölkerungszahl her noch nicht einmal sonderlich groß ist. Die Verfügbarkeit des militärischen Geräts soll allerdings in den letzten Jahren stark nachgelassen haben. Vernachlässigbar ist die Marine. Denn obwohl Angola eine lange Küste hat, stehen nur 2.500 Soldaten mit sieben Binnenschnellbooten bereit. Es gibt Pläne zur Lieferung von Patrouillenbooten aus Deutschland.[9]

Einsätze im Ausland[Bearbeiten]

Kleine Kontingente der FAA sind in der Republik Kongo und der Demokratischen Republik Kongo stationiert. Eine Präsenz während der Unruhen in der Elfenbeinküste, 2010/2011, wurden offiziell nicht bestätigt. Grundsätzlich ist Angola an der Beteiligung der FAA an Einsätzen der Afrikanischen Union interessiert und hat zu diesem Zweck Sondereinheiten gebildet.

Die angolanische Armee hat heute noch rund 29.000 eingeschriebene Mitglieder, die in den Reihen der FAA eingeschrieben bleiben und daher ein Gehalt erhalten.[10]

Übersicht[Bearbeiten]

Die FAA besteht aus folgenden Streitkräften und Geräten:[11]

Landstreitkraft Luftstreitkraft Seestreitkraft
120.000 (Heer) 8.000 (Luftwaffe) 2.500 (Marine)
460 Panzer und Panzerwagen 229 Kampf-, Transportflugzeuge und Helikopter 7 Schnellboote
298 Artilleriegeschütze - -

Marine[Bearbeiten]

2013 kaufte Angola den Flugzeugträger Príncipe de Asturias (R-11) von Spanien. Spanien hat nach dem Platzen einer Immobilienblase, einer Bankenkrise und einer Wirtschaftskrise (siehe Eurokrise#Spanien) seine Militärausgaben deutlich verringert.

Die Angolanische Marine schützt die etwa 1600 km lange Küstenlinie Angolas.[12]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ministério da Defesa Nacional, Geraldo Sachipengo Nunda (pt) aufgerufen 21. August 2011
  2. Ministério da Defesa Nacional, Cândido Pereira Van-Dúnem aufgerufen 21. August 2011 (pt)
  3. https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/gm.html
  4. The World Factbook
  5. ANGOP: Bericht über die Gründung einer Marineakademie aufgerufen 21. August 2011 (pt)
  6. CH Aviation: Flotte der Força Aérea Nacional Angolana aufgerufen 6. August 2011 (en)
  7. Bericht Rádio Ecclesia (pt)
  8. Die Welt: Merkel erlebt wie schwierig Deals mit Schurken sind aufgerufen 14. Juli 2011
  9. Die Welt: Heftige Kritik an Rüstungsgeschäften mit Angola aufgerufen 15. Juli 2011
  10. Radio Ecclesia: 18 anos das Forças Armadas Angolanas aufgerufen 7. August 2011 (pt)
  11. GlobalDefence.net aufgerufen 21. August 2011
  12. siehe auch den Artikel in der englischen Wikipedia

Quellen[Bearbeiten]