Anhalt-Köthen

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Territorium im Heiligen Römischen Reich

Anhalt-Köthen
Wappen
Herzogswappen Anhalt Cöthen.PNG
Bestehen 1396-1847
Entstanden aus Fürstentum Anhalt-Zerbst
Herrschaftsform Fürstentum
ab 1806 Herzogtum
Herrscher/Regierung Fürst / Herzog
Heutige Region/en DE-ST
Dynastien Askanier
Konfession/Religionen lutherisch
Aufgegangen in 1847 Anhalt-Bernburg

1863 Herzogtum Anhalt

Das Fürstentum Anhalt-Köthen war ein deutsches Territorium. Es bestand mit Unterbrechungen von 1396 bis 1847, war seit 1807 Herzogtum und fiel nach Erlöschen der eigenen Nebenlinie des Hauses Anhalt 1847 an die Senioratslinie Anhalt-Dessau. Nachdem auch die letzte Nebenlinie (Anhalt-Bernburg) 1863 ausstarb, wurde das nun einheitliche Herzogtum Anhalt neu administrativ gegliedert. Landesherren waren die Fürsten von Anhalt-Köthen aus dem Hause der Askanier, Hauptstadt des Fürstentums war die Stadt Köthen.

Geschichte[Bearbeiten]

Zwischen 1382 und 1392 wurde das Fürstentum Anhalt-Zerbst von den drei Brüdern Sigismund I., Albrecht III. und Waldemar III. regiert, bis Waldemar III. im Jahre 1392 starb. Die Doppelregentschaft Sigismunds und Albrechts endete 1396 durch Erbteilung des Fürstentums Anhalt-Zerbst in Anhalt-Köthen und Anhalt-Dessau. 1475 erlosch die regierende Fürstenfamilie.

Im Jahr 1525 führte Anhalt-Köthen unter Wolfgang nach dem Kurfürstentum Sachsen als zweites Fürstentum im Reich die Reformation ein. Mit Wolfgangs Tod 1566 erlosch die regierende Fürstenfamilie erneut.

1570 wurde das Fürstentum Anhalt unter dem Fürstentum Anhalt-Dessau wiedervereinigt, zerfiel aber 1603 durch Erbteilung wiederum in Anhalt-Dessau, Anhalt-Bernburg, Anhalt-Köthen, Anhalt-Plötzkau (1611) und Anhalt-Zerbst. Im Jahr 1665 kam Anhalt-Köthen durch Erbschaft an Anhalt-Plötzkau. Die Linie nannte sich nun Anhalt-Köthen-Plötzkau.

Als Förderer von Johann Sebastian Bach ist Fürst Leopold bekannt geworden. Der jüngere Bruder des Fürsten Karl Georg Lebrecht, Friedrich Erdmann, erhielt 1765 als Schenkung zu Lebzeiten von seinem kinderlosen Onkel Graf Johann Erdmann von Promnitz die Standesherrschaft Pleß in Oberschlesien und gründete die Sekundogenitur Anhalt-Köthen-Pleß.

1806 wurde Anhalt-Köthen zum Herzogtum erhoben. Der letzte, noch minderjährige Herzog Ludwig August aus der Linie Anhalt-Köthen-Plötzkau starb im Jahr 1818. Fürst Friedrich Ferdinand von Anhalt-Köthen-Pleß wurde daraufhin Herzog von Anhalt-Köthen.

Die regierende Herzogsfamilie erlosch 1847. Das Herzogtum kam an Anhalt-Bernburg und wurde in Abstimmung mit diesem von Anhalt-Dessau mitverwaltet. Nach Erlöschen der Anhalt-Bernburger Linie war Anhalt 1863 unter Herzog Leopold IV. Friedrich von Anhalt-Dessau wiedervereint.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Edgar Liebmann: Die Verfassung des Herzogtums Anhalt-Köthen von 1810/11. In: Hartwig Brandt/Ewald Grothe (Hrsg.): Rheinbündischer Konstitutionalismus (= Rechtshistorische Reihe, Bd. 350). Frankfurt am Main 2007, S. 105–116, ISBN 978-3-631-56489-9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Constitution vom 28. Dec. 1810 – Quellen und Volltexte