Anhaltisches Theater

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Das Anhaltische Theater
Landestheater Dessau, 1949
Die Rückansicht des Theaters

Das Anhaltische Theater Dessau ist ein Mehrspartentheater mit Schauspiel, Musiktheater (Oper, Operette, Musical), Ballett, Konzert (Anhaltische Philharmonie) sowie Puppentheater.

Das Theater verfügt heute über ein Fassungsvermögen von rund 1100 Zuschauern und ist mit einer der größten Drehbühnen Deutschlands ausgestattet. Im Oktober 2013 wurde das Mehrspartentheater in die Rote Liste Kultur des Deutschen Kulturrates aufgenommen und in die Kategorie 2 als gefährdet eingestuft.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Theaterleben in Dessau sieht auf eine lange Tradition zurück. Bereits 1794 gab es in Dessau ein festes Schauspielensemble. Erste Spielstätte war die Fürstliche Reitbahn, erster Theaterdirektor Friedrich Wilhelm Bossann. Auch wurde in dieser Zeit die Anhaltische Philharmonie gegründet.

Bis 1798 wurde durch Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff (Wörlitzer Park) das erste Theatergebäude errichtet. Als Herzog Leopold III. Friedrich Franz das Theater 1810 aus finanziellen Gründen infolge der Kriegsereignisse schließen ließ, gewann das konkurrierende Societätstheater sowie deren Idee für kurze Zeit an Bedeutung.

Nach zwei Bränden 1855 (wiederaufgebaut) und 1922 war wieder die Fürstliche Reitbahn Spielstätte.

Die Ansiedlung des Bauhauses Dessau 1925 in Dessau wirkt auch auf die künstlerischen Konzepte des Theaters. Ebenso wirkt sich der Sieg der Nationalsozialisten bei den Landtagswahlen 1932 aus, denn der Ministerpräsident übernahm laut Stiftungssatzung automatisch deren Vorsitz und damit waren die Weichen für eine politische Einflussnahme auf die Theaterpolitik gestellt.

Nach dreijähriger Bauzeit wurde im Jahre 1938 das jetzige Gebäude als damals größte Bühne nördlich der Alpen mit 1250 Sitzplätzen fertiggestellt. Der Architekt war Friedrich Lipp. Die Eröffnung fand in Anwesenheit von Adolf Hitler und Joseph Goebbels am 29. Mai 1938 statt. Man gab die Oper Der Freischütz.

Nach der fast vollständigen Zerstörung im Bombenhagel des Zweiten Weltkrieges am 30. Mai 1944 wurde das Theater 1949 nach dem Wiederaufbau mit Mozarts Die Zauberflöte neu eröffnet. In der Zeit ab 1945 wurde von den verbliebenen Theaterleuten ein provisorischer Proben- und Aufführungsraum gefunden und man begann bereits im November des Jahres 1945 wieder mit der Probenarbeit. Im Dezember fand so schon eine erste Aufführung von Beethovens Fidelio statt.

1994 erhielt das bis dahin Landestheater Dessau genannte Haus den Namen Anhaltisches Theater.

Seit der Spielzeit 2009/2010 ist André Bücker Generalintendant am Anhaltischen Theater Dessau.

Durch kurzfristig angekündigte massive Kürzungen des Landeszuschuss seitens der Landesregierung Sachsen-Anhalt 2013 sieht das Theater seinen Fortbestand als gefährdet an. Selbst durch Schließung dreier Sparten seien die Einsparziele nicht zu bewältigen.[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

1954 erhielt das Theater den Vaterländischen Verdienstorden in Silber.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hartmut Runge: Dessauer Theaterbilder. Zur 200-jährigen Geschichte des Theaters in Dessau. Anhaltische Verlagsgesellschaft, Dessau 1994, ISBN 3-910192-27-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Anhaltisches Theater, Dessau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Land will drei Millionen Euro streichen, Mitteldeutsche Zeitung, 12. Juni 2013
  2. Neues Deutschland, 7. Oktober 1954

51.83666666666712.236388888889Koordinaten: 51° 50′ 12″ N, 12° 14′ 11″ O