Zugabewasser

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Anmachwasser)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Zugabewasser (veraltet auch Anmachwasser) bezeichnet man das Wasser, welches bei der Mischung und Aufbereitung von zum Beispiel Beton, Mörtel oder Gips zusätzlich eingebracht werden muss, um das Material verarbeitbar zu machen und den Abbindeprozess in Gang zu bringen. Die gesamte Wassermenge in der Mischung setzt sich demnach zusammen aus der Menge, die mit dem Zuschlagsmaterial (Sand, Kies) in die Mischung gelangt ist und dem Zugabewasser.

Zusammensetzung[Bearbeiten]

Im Allgemeinen kann jedes in der Natur vorkommende Wasser als Zugabewasser verwendet werden, sofern es keine starken Verunreinigungen aufweist. Nicht geeignet sind Wasser, die Öle, Fette, Salze, Säuren oder Zucker enthalten, ebenso wie Meerwasser oder Moorwasser. Diese Inhaltsstoffe können den Abbindeprozess stören oder beim Stahlbeton zu erhöhter Korrosion der Bewehrung führen. Es wird die gewünschte Festigkeit nicht erreicht und es kann zu Schäden kommen.

Gemäß der Norm DIN EN 1008 ist es zulässig, Restwasser aus der Betonherstellung und dem Betonrecycling zu verwenden. Die im Restwasser enthaltene Feinstoffkonzentration muss dabei berücksichtigt werden.

Menge[Bearbeiten]

Zugabewasser wird nur in der Menge zugegeben, dass die zur Verarbeitung erforderliche Konsistenz erreicht und die Festigkeit des abgebundenen Materials nicht zu stark beeinträchtigt wird. Während des Abbindeprozesses entweicht das überflüssige Wasser. Das für den Abbindeprozess notwendige Wasser wird chemisch gebunden. Beide Vorgänge führen zur Volumenreduktion (Schwinden) des Bauteils.

Zu viel Zugabewasser kann zum „Ausbluten“ und/oder Entmischen führen.

Temperatureinfluss[Bearbeiten]

Bei warmen Temperaturen als auch bei Zugluft sind Bauteile gegen zu schnelles Entweichen des Wassers zu schützen, da dies den Abbindeprozess zum Erliegen bringen kann. Auch eine nachträgliche Befeuchtung des ausgetrockneten Bauteiles setzt den Abbindeprozess nicht wieder in Gang.

Im Winter besteht bei Frost die Gefahr, dass es bei Gefrieren des noch nicht gebundenen Wassers durch Eisdruck zu Schäden kommt. Da nur flüssiges Wasser den Abbindeprozess ermöglicht, wird dieser bei Frost unterbrochen. Der Prozess setzt sich jedoch fort, nachdem das Wasser wieder flüssig geworden ist.