Anna Maria Corazza Bildt

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Anna Maria Corazza Bildt mit Carl Bildt (2009)
Anna Maria Corazza Bildt 2014

Anna Maria Corazza Bildt (* 10. März 1963 in Rom) ist eine schwedisch-italienische Politikerin (Moderaterna), Unternehmerin und frühere Diplomatin. Seit der Europawahl 2009 ist sie Mitglied des Europäischen Parlaments. Sie ist sei 1998 mit dem früheren schwedischen Ministerpräsidenten Carl Bildt verheiratet, mit dem sie ein Kind hat.

Leben[Bearbeiten]

Diplomatische Karriere[Bearbeiten]

Corazza Bildt studierte Politikwissenschaft an der Universität La Sapienza in Rom und machte Aufbaustudien in Konfliktbewältigung an der University of San Diego und in Strategie an der Columbia University in New York.

Nach ihrem Studium war sie bei der Unesco in Paris tätig und begann 1988 als Experte für Entwicklungsfragen beim italienischen Außenministerium zu arbeiten. 1989 wurde zur Ständigen Vertretung Italiens bei der OECD in Paris versetzt, wo sie für die Verhandlungen mit der Weltbank zuständig war.

1991 ließ sich Corazza Bildt zum Sekretariat der Vereinten Nationen in Genf abordnen, wo sie für den für Menschenrechte zuständigen stellvertretenden Generalsekretär, den Schweden Jan Mårtensson, arbeitete. Von 1992 bis 1998 war sie mit unterschiedlichen Aufträgen für die Vereinten Nationen in Jugoslawien tätig. Dies umfasste Arbeiten bei der UNPROFOR in Kroatien sowie eine Stationierung beim Büro der Vereinten Nationen in Sarajewo in der Zeit, in der die Stadt belagert wurde. Während dieser Zeit in Jugoslawien lernte Corazza Bildt auch ihren späteren Mann Carl Bildt kennen, der von 1995 bis 1997 Hoher Repräsentant für Bosnien und Herzegowina war.

Später war sie von 2001 bis 2003 noch einmal im Auftrag der Europäischen Kommission in Bosnien und Herzegowina.

Beginn der politischen Aktivitäten[Bearbeiten]

Nach ihrer Hochzeit mit Carl Bildt begann Corazza Bildt sich in der schwedischen konservativen Partei Moderaterna zu engagieren, deren Vorsitzender Carl Bildt bis 1999 war. Seit 2003 ist sie Vorstandssprecherin der Partei. 2003 engagierte sie sich für das letztlich gescheiterte Referendum über die Einführung des Euro in Schweden. 2006 unterzeichnete sie den Aufruf Bevara äktenskapet („Rettet die Ehe“), eine letztlich ebenfalls erfolglose Kampagne gegen die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe in Schweden.

Daneben war Corazza Bildt von 2003 bis 2008 Vorstandssprecherin des Schwedischen Roten Kreuzes.

Tätigkeit als Unternehmerin[Bearbeiten]

Im Jahr 2000 gründete Corazza Bildt das Familienunternehmen Italian Tradition, das italienische Delikatessen über das Internet verkauft. 2006 gründete sie zusammen mit ihrem Bruder den Hotelbetrieb Relais de Charme Tabiano Castello. Sie ist Vorstandssprecherin der italienischen Auslandshandelskammer in Schweden.

Zusammen mit der schwedischen Journalistin und Schriftstellerin Magdalena Ribbing verfasste Corazza Bildt außerdem einen Reiseführer über die Stadt Parma.

Mitglied des Europäischen Parlaments[Bearbeiten]

Bei der Europawahl in Schweden 2009 wurde Corazza Bildt in das Europäische Parlament gewählt. Dabei erreichte sie 14,3 % der Vorzugsstimmen auf der Liste der Moderaterna, das zweitbeste Ergebnis nach Spitzenkandidat Gunnar Hökmark.

Im Parlament schloss sie sich der christdemokratisch-konservativen EVP-Fraktion an und ist Mitglied im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz.

Weblinks[Bearbeiten]