Anna Schaffelhuber

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Anna Schaffelhuber Ski Alpin
Anna Schaffelhuber
Nation DeutschlandDeutschland Deutschland
Geburtstag 26. Januar 1993
Geburtsort Regensburg, Deutschland
Größe 150 cm
Karriere
Disziplin Ski Alpin Sitzend (LW 10-2)
Verein TSV Bayerbach
Medaillenspiegel
Winter-Paralympics 5 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
Alpine Ski-WM der Behinderten 4 × Gold 3 × Silber 2 × Bronze
Logo der Paralympics Winter-Paralympics
Bronze 2010 Vancouver Super-G
Gold 2014 Sotschi Abfahrt
Gold 2014 Sotschi Super-G
Gold 2014 Sotschi Slalom
Gold 2014 Sotschi Super-Kombination
Gold 2014 Sotschi Riesenslalom
WeltmeisterschaftVorlage:Medaillen_Wintersport/Wartung/unerkannt
Gold 2011 Sestriere Super-Kombination
Gold 2011 Sestriere Slalom
Gold 2011 Sestriere Riesenslalom
Silber 2011 Sestriere Team-Wettbewerb
Gold 2013 La Molina Slalom
Silber 2013 La Molina Riesenslalom
Silber 2013 La Molina Super-G
Bronze 2013 La Molina Abfahrt
Bronze 2013 La Molina Super-Kombination
letzte Änderung: 16. März 2014

Anna Katharina Schaffelhuber (* 26. Januar 1993 in Regensburg) ist eine querschnittgelähmte deutsche Monoskibobfahrerin.

Karriere[Bearbeiten]

Anna Schaffelhuber beim Training am Hintertuxer Gletscher, November 2010

Im Alter von fünf Jahren fuhr Anna Schaffelhuber erstmals auf Monoskibob.[1] 2007 absolvierte sie einen Sichtungslehrgang beim Deutschen Paralympic-Skiteam und wurde in den Rennkader aufgenommen. Nachdem sie beim Europacup in Kühtai im Dezember 2008 erstmals auf das Podest gefahren war, gelangen ihr Anfang Februar 2009 im schwedischen Sollefteå zwei Siege im Slalom. In der Gesamtwertung des Europacups 2008/2009 belegte sie den zweiten Rang und qualifizierte sich damit für den Weltcup des Folgejahres. Als Höhepunkt ihrer ersten Weltcupsaison beendete sie die Gesamtwertung des Slalomweltcups nach drei zweiten Plätzen in dieser Disziplin auf Rang zwei. Zudem war sie im Europacup erfolgreich und siegte Ende Januar 2010 im spanischen La Molina in der Super-Kombination sowie im Riesenslalom. Bei ihrer ersten Teilnahme an den Paralympics 2010 krönte Schaffelhuber als 17-Jährige ihre Saison mit dem Gewinn der Bronzemedaille im Super-G. Darüber hinaus verbuchte sie zwei vierte Plätze in der Super-Kombination und im Slalom.

Schaffelhuber steigerte sich in der Weltcupsaison 2010/2011 erneut und erreichte mehrere Podestplätze in Europacup- und Weltcuprennen. Mit Siegen in den letzten drei Wettkämpfen im italienischen Arta Terme triumphierte sie Mitte Januar 2011 zum ersten Mal im Gesamtweltcup. Bei der Alpinen Skiweltmeisterschaft der Behindertensportler 2011 in Sestriere gewann Schaffelhuber anschließend drei Goldmedaillen und eine Silbermedaille. Dabei verwies sie die Österreicherin Claudia Lösch jeweils in der Super-Kombination, im Slalom und im Riesenslalom auf Platz zwei. Ende März 2011 errang sie zusammen mit Nachwuchsathletin Anna-Lena Forster zwei Doppelsiege beim Europacupfinale in La Molina und sicherte sich nach dem Weltcuperfolg auch die Gesamtwertung im Europacup.

Bei der Weltmeisterschaft 2013 sicherte sie sich den Titel im Slalom, sowie Silber im Super-G und Riesenslalom. Zudem gewann sie in der Super Kombination und in der Abfahrt die Bronzemedaille.

Am 8. März 2014 holte Schaffelhuber bei den Winter-Paralympics 2014 in Sotschi ihre erste Goldmedaille bei Winter-Paralympics in der alpinen Abfahrt. Auch den Super-G-Wettkampf konnte sie zwei Tage später für sich entscheiden. Schaffelhuber wurde beim Slalom-Wettbewerb wegen eines angeblichen Startfehlers disqualifiziert, jedoch wurde ihr am Grünen Tisch somit ihre dritte Goldmedaille zugesprochen. Dadurch verdrängte sie ihre Teamkollegin Anna-Lena Forster auf den zweiten Platz.[2] Auch in der Super-Kombination und im Riesenslalom gewann Schaffelhuber Gold. Damit gewann sie bei fünf Starts im Ski Alpin fünf Goldmedaillen, nur der russische Biathlet und Skilangläufer Roman Petuschkow gewann eine Goldmedaille mehr.

Persönliches[Bearbeiten]

Schaffelhuber wurde mit einer inkompletten Querschnittlähmung geboren und ist auf den Rollstuhl angewiesen.[3]

Im Mai 2011 machte sie ihr Abitur am Burkhart-Gymnasium in der niederbayerischen Marktgemeinde Mallersdorf-Pfaffenberg und begann fünf Monate später das Studium der Rechtswissenschaft an der LMU in München.[4] Bis zu ihrem Umzug in die bayerische Metropole im Sommer 2011 lebte sie zusammen mit ihrer Familie in Bayerbach bei Ergoldsbach.

Seit Januar 2011 ist Schaffelhuber Mitglied des TSV Bayerbach. Als Sportbotschafterin unterstützte sie die Bewerbung Münchens für die Olympischen Winterspiele 2018.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der damalige Bundespräsident Horst Köhler verlieh Schaffelhuber am 30. April 2010 zusammen mit den anderen deutschen Medaillengewinnern der Olympischen Winterspiele in Vancouver das Silberne Lorbeerblatt.[5] Bei der Schlussfeier der Paralympics trug sie die deutsche Fahne.[6]

Im Oktober 2010 gewann sie bei der Wahl zum Juniorsportler des Jahres den Sonderpreis Behindertensport.[3]

Das Internationale Paralympische Komitee kürte sie 2010 zur Welt-Behindertensportlerin des Monats November.[7]

Von der Stiftung Deutsche Sporthilfe wurde sie Anfang Februar 2011 vor Skispringer Severin Freund und Rennrodlerin Tatjana Hüfner zur Sportlerin des Monats Januar gewählt.[8]

Am 21. März 2011 erhielt sie den vom Bayerischen Fernsehen vergebenen Winterstar in der Kategorie Herausragende Leistungen im Behindertensport.[9] Im Rahmen dieser Veranstaltung überreichte Randolf Rodenstock außerdem den Preis Bayerische Behindertensportlerin des Jahres 2010, der vom Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Bayern (BVS) in Kooperation mit der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) gestiftet wurde.[10]

Bei der Gala des Sports am 10. April 2011 in Bodenmais gewann sie die Leser-, Hörer- und Zuschauerwahl zur niederbayerischen Behindertensportlerin des Jahres. In den beiden Folgejahren lag sie ebenfalls vorn.[11]

Ende Juni 2011 nahm sie von Landrat Josef Eppeneder die Medaille des Landkreises Landshut in Empfang. Bei dem Anlass trug sie sich auch in das Goldene Buch des Landkreises ein.[12]

In den Jahren 2011 und 2013 wurde Schaffelhuber in Köln jeweils als Behindertensportlerin des Jahres ausgezeichnet.[13]

Erfolge[Bearbeiten]

Anna Schaffelhuber auf dem Podium nach Platz zwei beim Weltcupslalom am Patscherkofel bei Rinn, 9. Januar 2010

2008/2009

  • Europacup-Gesamtwertung: 2. Platz

2009/2010

  • Europacup-Gesamtwertung: 2. Platz

Winter-Paralympics 2010

  • Super-G: Bronze
  • Super-Kombination: 4. Platz
  • Slalom: 4. Platz
  • Riesenslalom: 7. Platz

2010/2011

  • Weltcup-Gesamtwertung: 1. Platz
  • Europacup-Gesamtwertung: 1. Platz

Weltmeisterschaften 2011

  • Super-Kombination: Gold
  • Slalom: Gold
  • Riesenslalom: Gold
  • Team-Wettbewerb: Silber
  • Abfahrt: 4. Platz
  • Super-G: 4. Platz

2011/2012

  • Weltcup-Gesamtwertung: 1. Platz
  • Europacup-Gesamtwertung: 1. Platz

2012/2013

  • Weltcup-Gesamtwertung: 1. Platz
  • Europacup-Gesamtwertung: 1. Platz

Weltmeisterschaften 2013

  • Super-Kombination: Bronze
  • Slalom: Gold
  • Riesenslalom: Silber
  • Team-Wettbewerb: 5. Platz
  • Abfahrt: Bronze
  • Super-G: Silber

Winter-Paralympics 2014

  • Abfahrt: Gold
  • Super-G: Gold
  • Slalom: Gold
  • Super-Kombination: Gold
  • Riesenslalom: Gold

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Anna Schaffelhuber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Beate Schaffelhuber: Anna Schaffelhuber – mein Weg – meine Ziele. In: Konzepte für Barrierefreiheit. 10. März 2010, abgerufen am 23. März 2011.
  2. Gold am Grünen Tisch! Schaffelhuber jubelt doch. Focus Online, 13. März 2014, abgerufen am 13. März 2014.
  3. a b 2010 – Sonderpreis Behindertensport. Stiftung Deutsche Sporthilfe, 2010, abgerufen am 22. März 2011.
  4. Weltmeisterin und kommende Staatsanwältin. SPORT1, 28. November 2011, abgerufen am 29. November 2011.
  5. Olympioniken erhalten Silbernes Lorbeerblatt. Deutscher Olympischer Sportbund, 30. April 2010, abgerufen am 8. Oktober 2011.
  6. Sport-Informations-Dienst: Ski alpin: Schaffelhuber zur Fahnenträgerin auserkoren. FOCUS Online, 20. März 2010, abgerufen am 22. März 2011.
  7. Anna Schaffelhuber – Athlete of the Month November 2010. International Paralympic Committee, November 2010, abgerufen am 11. August 2012 (englisch).
  8. Anna Schaffelhuber ist „Sportlerin des Monats“ Januar. Stiftung Deutsche Sporthilfe, 2011, abgerufen am 22. März 2011.
  9. „WinterStar“ für die WM-Organisatoren. Münchner Merkur Online, 22. März 2011, abgerufen am 22. März 2011.
  10. SPOKA, 57. Jahrgang, Ausgabe 2/2011. Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Bayern (BVS), April 2011, abgerufen am 8. Oktober 2011 (PDF: 3,28 MB).
  11. Gala des Sports. DONAU TV Regionalfernsehen, abgerufen am 31. Mai 2013.
  12. Landkreis-Medaille für große Sportlerin. Landkreis Landshut, 22. Juni 2011, abgerufen am 9. Juli 2011.
  13. Anna Schaffelhuber: Behindertensportlerin des Jahres. Deutscher Behindertensportverband, 30. November 2013, abgerufen am 4. Dezember 2013.