Annabel Chong

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Annabel Chong (2000)

Annabel Chong (eigentlicher Name Grace Quek, * 22. Mai 1972 in Singapur) ist eine ehemalige Pornodarstellerin, die in den USA lebt. Sie errang mit dem Pornofilm The World's Biggest Gang Bang Berühmtheit, in dem sie innerhalb von zehn Stunden mit etwa 70 Männern 251-mal Sex vor der Kamera hatte, was als „Weltrekord im Gangbang“ vermarktet wurde. Ihre Lebensgeschichte wurde 1999 zum Thema des Dokumentarfilms Sex: The Annabel Chong Story und diente als Vorlage für ein Theaterstück und einen Roman.

Leben[Bearbeiten]

Grace Quek wurde in Singapur als Tochter einer Klavierlehrerin und eines Schullehrers geboren. Nach Abschluss ihrer schulischen Ausbildung am College studierte sie als Stipendiatin am King’s College London Rechtswissenschaften. Sie führte ihr Studium hier bis zum Alter von 21 Jahren fort und zog dann, nachdem sie Opfer einer Massenvergewaltigung geworden war, in die Vereinigten Staaten. In den Vereinigten Staaten studierte sie im Grundstudium erfolgreich an der Universität von Südkalifornien (USC) Fotografie, Kunst und Gender Studies und machte einen herausragenden Abschluss. Daneben arbeitete sie als Pornodarstellerin, um ihr Studium zu finanzieren. Nach Abschluss ihres Studiums setzte sie ihre Ausbildung mit einem Graduiertenstudium im Bereich Gender Studies fort.[1]

Quek verstand ihre Arbeit als Darstellerin als Versuch, die vorgefassten Meinungen und Annahmen der Betrachter über die weibliche Sexualität herauszufordern. Beispielsweise verstand sie die Darstellung eines Gangbangs als eine Allegorie zu Messalina, Frau des römischen Kaisers Claudius. Messalinas Ruf unter den römischen Historikern war aufgrund ihres ausschweifenden sexuellen Lebens nicht sehr gut, auch wenn sie durchaus auch andere Seiten hatte. Chong stellt diese Doppelzüngigkeit heraus, die den Frauen die Fähigkeit zum offenen Ausleben ihrer Sexualität verbietet, die Männern oft ganz selbstverständlich zuerkannt wird.

Karriere als Pornodarstellerin[Bearbeiten]

Quek antwortete auf eine Anzeige in der Zeitung LA Weekly, welche zu Fotoshootings und einem anschließenden Vorstellungsgespräch mit dem Regisseur John T. Bone aufrief. Bone erkannte schnell Queks Hang zu extremen sexuellen Handlungen und engagierte sie für eine Reihe von Filmen.[1]

Im Januar 1995 wurde The World's Biggest Gang Bang realisiert und von Bone verfilmt. Queks Motivation an dieser Verfilmung teilzunehmen, basierte unter anderem auf ihrem Wunsch, die Geschlechterrolle in Frage zu stellen.[1] Quek erhielt zwar niemals die 10.000 Dollar, die ihr für den Gangbang versprochen worden waren[2] und die ihre Studiengebühren an der Universität decken sollten, wurde jedoch im Anschluss ein gefragter Talkshow-Gast, u. a. in der Jerry Springer Show.[3] Für ihre Darstellung erhielt sie vom Magazin Esquire einen „dubious achievement award“. Im 1996 entstandenen Sequel World's Biggest Gang Bang 2, an dem auch Quek mitwirkte, wurde der Rekord von Jasmin St. Claire mit 300 Männern überboten. Quek drehte in der Folgezeit als Pornodarstellerin mehrere Filme und zog sich nach 2000 weitgehend aus der Branche zurück. Nach einigen weiteren Filmen aus dem BDSM-Genre beendete sie schließlich ihre Karriere als Pornodarstellerin und arbeitet seither als Webdesignerin.[1]

Rezeption[Bearbeiten]

Ihr Leben wurde 1999 Gegenstand des Dokumentarfilm Sex: The Annabel Chong Story von Gough Lewis. Der Film wurde auf dem Sundance Film Festival aufgeführt und dort für den großen Preis des Festivals nominiert.[4] Insbesondere ihre Auffassung von Sexualität wurde einerseits als erniedrigend empfunden, von anderen als kämpferischer Feminismus interpretiert.[5] Der Schriftsteller Chuck Palahniuk griff ihre Rolle in The World's Biggest Gang Bang in seinem Roman Snuff auf. Die darin beschriebene fiktionale Protagonistin versucht den von Quek aufgestellten Rekord mit 600 Männern zu überbieten. Im Jahre 2007 schrieb Ng Yi-Sheng das Theaterstück 251, das ebenfalls auf der Lebensgeschichte Annabel Chongs basiert und in Singapur unter der Regie von Loretta Chen uraufgeführt wurde.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Annabel Chong – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d David Chew:The meaning of 251. In: Today Online vom 29. März 2007 (englisch)
  2. Lawrence van Gelder: Movie Review – Sex: the Annabel Chong Story – FILM REVIEW; Champ (Briefly) of the Sexual Olympics In: N.Y. Times – Movies vom 11. Februar 2000 (englisch)
  3. Ausschnitt aus der Jerry Springer Show mit Annabel Chong, verfügbar über youtube (englisch)
  4. Paul Clinton: Sex sobers in controversial Sundance documentary. In: CNN.com – Movies vom 10. Februar 1999 (englisch)
  5. Tom Brook: Shockumentary hits cinemas. In: BBC News vom 12. Februar 2000 (englisch)