Annalista Saxo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Annalista Saxo ist der anonyme Verfasser einer bedeutenden Reichschronik, die im Kloster Nienburg in Anhalt entstand. Er wird häufig mit Arnold, Abt der Klöster Berge und Nienburg identifiziert.

Allgemeines[Bearbeiten]

Die Chronik des Annalista Saxo ist eine Sammlung von Daten und Fakten über die mittelalterlichen deutschen Könige und ihre karolingischen Vorgänger sowie zeitgenössische Ereignisse, beginnend mit dem Jahr 741 und fortgeführt bis 1139.

Das Buch entstand in den Jahren 1148 bis 1152. Dem anonymen Verfasser standen weit über 100 handschriftliche alte Quellen zur Verfügung, die zum Teil heute nicht mehr existieren. Die Eintragungen sind chronologisch nach Jahren geordnet.

Die Identität des Chronisten, wohl eines Nienburger Mönches, ist bis heute ungeklärt.[1] Der Band umfasst 237 Pergamentseiten. Der Einband stammt aus dem 16. Jahrhundert. 1993 wurde das Buch restauriert. Der Buchdeckel ist in braunem Rindsleder, der Buchrücken in Schafsleder gebunden. 16 Schmuckbuchstaben verzieren das Innere des Buches.

Das Original der Chronik des Annalista Saxo befindet sich heute in der Bibliothèque nationale de France in Paris. Es ist hochempfindlich und wird daher unter Verschluss gehalten. Eine Kopie wird ausgestellt. Wie das Buch nach Frankreich gelangte, ist bisher noch unbekannt.

Textbeispiele[Bearbeiten]

1040
  • Erklärung der Familienverhältnisse des königlichen Kapellans Suitger
1104
  • Am Weihnachtstage findet ein großes Unwetter statt, bei dem mehrere Personen sterben
  • Das Kloster in Alesleve (= Alsleben an der Saale) brennt ab
  • Der Bremer Erzbischof Humbert stirbt, sein Nachfolger wird Friderich

Editionen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Naß: Die Reichschronik des Annalista Saxo und die sächsische Geschichtsschreibung im 12. Jahrhundert. Hannover 1996 (MGH Schriften 41).

Weblinks[Bearbeiten]

  • Annalista Saxo im Repertorium „Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters“

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Klaus Naß 2006.