Anne Conway

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Anne Conway mit ihrem Hund

Lady Anne Conway, Viscountess Conway, geb. Anne Finch (* 14. Dezember 1631 in London; † 18. Februar 1679) war eine englische Philosophin.

Biografie[Bearbeiten]

Conway war die Tochter von Sir Heneage Finch, Anwalt und Politiker, der kurz vor ihrer Geburt verstarb, und dessen zweiter Ehefrau Elizabeth. Conway wuchs als jüngstes Kind der Familie in dem Anwesen auf, das in seiner heutigen Form als Kensington Palace bekannt ist und das vor seinem Umbau im Besitz der Familie Finch war. 1651 kam es zur Heirat mit Edward Conway, später 1. Earl of Conway.

Durch ihren Stiefbruder John Finch, der an der University of Cambridge studierte, kam sie in Kontakt mit Henry More, einem der führenden Vertreter der Cambridger Platoniker. Von ihm wurde sie in Briefkontakt philosophisch, vor allem über das Werk René Descartes′, unterrichtet, entwickelte sich aber bald von der Schülerin zur freundschaftlichen Diskussionspartnerin. Mores 1653 erschienenes Buch Antidote against Atheism ist ihr gewidmet.

Über Franciscus Mercurius van Helmont, Sohn des Naturforschers Johan Baptista van Helmont, lernte sie das Quäkertum, zu dem sie kurz vor ihrem Tod konvertierte, sowie die jüdische Kabbala kennen.

Bereits in der Jugend oft von starker Krankheit gezeichnet, starb Conway 1679 im Alter von 47 Jahren.

Ihr einziges erhaltenes Werk erschien unter dem Titel Prinicipia philosophiae antiquissimae et recentissimae in lateinischer Übersetzung und ohne Autorennennung 1690 in Amsterdam. Als The Principles of the Most Ancient and Modern Philosophy wurde es 1692 in einer rückübersetzten englischen Ausgabe in London veröffentlicht. Gottfried Wilhelm Leibniz besaß ein Exemplar der Abhandlung und wurde etwa im Begriff der Monade von ihr beeinflusst.

Ehrungen

  • Die Anne-Conway-Straße in Bremen, Stadtteil Horn-Lehe, wurde 1997 nach ihr benannt.

Werk[Bearbeiten]

The Principles of the Most Ancient and Modern Philosophy. Translated and edited by Allison P. Coudert and Taylor Corse. Cambridge 1996.

The Principles of the Most Ancient and Modern Philosophy. Edited with an Introduction by Peter Loptson. (Archives Internationales d’Histoire des Idées 101). The Hague; Boston; London 1982.

Nicolson, Marjorie Hope: The Conway Letters. The Correspondence of Viscountess Anne Conway, Henry More and their Friends (1930). Überarb. v. S. Hutton. Oxford 1992.

Literatur[Bearbeiten]

Hutton, Sarah: Anne Conway. A woman philosopher. Cambridge 2004.

Christian Hengstermann, Ulrike Weichert (Hg.): Anne Conways "Principia philosophiae" - Materialismuskritik und Alleinheits-Spekulation im neuzeitlichen England. LIT-Verlag (Pontes: Bd. 52). Berlin, Münster, Wien 2012.

Weblinks[Bearbeiten]