Anne of Green Gables (1919)

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Filmdaten
Originaltitel Anne of Green Gables
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1919
Länge 60 Minuten
Stab
Regie William Desmond Taylor
Drehbuch Frances Marion
Kamera Hal Young
Besetzung
Mary Miles Minter spielte die Rolle der Anne Shirley.

Anne of Green Gables ist ein US-amerikanischer Spielfilm von William Desmond Taylor aus dem Jahr 1919. Der Stummfilm, der lose auf den Anne-Romanen von Lucy Maud Montgomery basiert, wird mittlerweile zu den verschollenen Filmen gezählt.[1]

Handlung[Bearbeiten]

Das ältliche Geschwisterpaar Matthew und Marilla Cuthbert adoptieren ein rothaariges Mädchen namens Anne Shirley. Anne lebt mit Matthew und Marilla auf deren Farm Green Gables. Annes lebhafte und widerspenstige Natur macht sie nicht überall beliebt. Besonders Mrs. Pie und deren Tochter Josie können Anne nicht ausstehen. Nach einigen Abenteuern in Kindheit und Schulzeit absolviert Anne erfolgreich ein Studium und wird an der Dorfschule als Lehrerin angestellt. Einer ihrer Schüler, Anthony Pie, behauptet, Anne hätte ihn furchtbar verprügelt und ihm den Arm gebrochen. Reverend Figtree kann die aufgebrachte Dorfgemeinschaft aber beruhigen – er sah, wie Anthony Pie von einem Heuwagen fiel und sich dabei den Arm brach. Am Ende des Films heiratet Anne ihren Freund Gilbert Blythe.

Hintergrund[Bearbeiten]

Als Vorlage für den Film dienten die Romane Anne auf Green Gables, Anne in Avonlea und Anne in Kingsport. Die Autorin Lucy Maud Montgomery war mit der Umsetzung ihrer Romane nicht zufrieden. Sie fand die Anne in Taylors Film zu „zuckersüß“[2] und ärgerte sich über den Drehort New England, die Verwendung einer amerikanischen Flagge und erklärte, wenn sie nicht gewusst hätte, dass der Film auf ihren Romanen basiert, hätte sie es nicht erkannt.[3]

Die Außenaufnahmen für den Film fanden von August bis Oktober 1919 in Dedham, Massachusetts statt, die Veröffentlichung erfolgte nur wenige Wochen später am 23. November.

Der zum Zeitpunkt der Dreharbeiten 17-jährigen Mary Miles Minter wurde eine Affäre mit dem 30 Jahre älteren Regisseur Taylor nachgesagt. Nach Taylors Ermordung 1922 kam die Affäre in die Schlagzeilen, als sowohl Minter als auch ihre Mutter zu den Tatverdächtigen gezählt wurden. Minter stritt die Affäre nach Taylors Ermordung ab. Der Mord an Taylor wurde nie aufgeklärt.[4][5]

Kritik[Bearbeiten]

Die New York Times bemängelte, Minter würde nur wenig mehr tun als süß auszusehen.[6] Julian Johnson schrieb im Februar 1920 in Photoplay, Taylors Regie sei angemessen, ohne originell zu sein. Die beste schauspielerische Leistung hätte Marcia Harris als Marilla erbracht.[7]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Liste verschollener Filme auf silentera.com, abgerufen am 18. November 2009.
  2. Clarence Karr: Authors and Audiences. Popular Canadian Fiction in the Early Twentieth Century. McGills-Queen's University Press, Montreal u. a. 2001, ISBN 0-7735-2076-7, GoogleBooks, abgerufen am 18. November 2009.
  3. Faye Hammill: Literary culture and female authorship in Canada 1760–2000 (= Cross Cultures. Bd. 63). Rodopi, Amsterdam u. a. 2003, ISBN 90-420-0915-2, GoogleBooks, abgerufen am 18. November 2009.
  4. William Desmond Taylor auf classichollywoodbios.com, abgerufen am 21. November 2009.
  5.  Urs Jenny: Millions, Murder, Misery. In: Der Spiegel. Nr. 14, 1987 (online).
  6. Kritik auf movies.nytimes.com, abgerufen am 19. November 2009.
  7. Abschrift von Johnsons Kritik auf silent-movies.com, abgerufen am 19. November 2009.