Annemarie Griesinger

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Annemarie Griesinger neben Lothar Späth beim Bundesparteitag der CDU 1978 in Ludwigshafen
Annemarie Griesinger in ihrer Heimatstadt Markgröningen am 23. August 2008

Annemarie Griesinger, geborene Roemer, (* 21. April 1924 in Markgröningen, Freier Volksstaat Württemberg; † 20. Februar 2012 in Bad Urach, Baden-Württemberg) war eine deutsche Sozialpolitikerin (CDU).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Annemarie Griesinger wuchs als jüngstes Kind und einzige Tochter mit fünf älteren Brüdern in einer evangelischen Pfarrfamilie auf. Ihr Vater gründete nach dem Zweiten Weltkrieg in Markgröningen den Ortsverband der CDU. Sie wurde 1956 Mitglied der Jungen Union und zwei Jahre später der CDU. Sie übernahm später Vorstandspositionen in der nordwürttembergischen Jungen Union, CDU und der CDU-Frauenvereinigung.

Beruflich wurde sie Fürsorgerin; diese Berufsbezeichnung ist heute am ehesten mit dem Beruf der Sozialarbeiterin vergleichbar. Sie arbeitete als Berufsberaterin und später als Kreisfürsorgerin im Landkreis Ludwigsburg.

1961 kandidierte sie auf der Landesliste für den Deutschen Bundestag, zunächst erfolglos, rückte dann aber 1964 für Wilhelm Hahn nach, als dieser zum Kultusminister von Baden-Württemberg ernannt wurde. Ihr Mandat wurde 1965 und 1969 bestätigt. Bei der Wahl 1969 gewann sie den bisherigen SPD-Wahlkreis Ludwigsburg für die CDU.[1] 1969 wurde sie zu einer der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewählt.

Annemarie Griesinger war ab 1972 als erste Frau im Kabinett des Landes Baden-Württemberg vertreten. Ministerpräsident Hans Filbinger berief sie nach der Landtagswahl als Ministerin für Arbeit, Gesundheit und Sozialordnung in sein Kabinett. Dieses Amt hatte sie bis 1980 inne. Sie setzte sich in dieser Zeit unter anderem für ein flächendeckendes System von Sozialstationen und Behindertenwerkstätten ein.[2] Danach war sie als Ministerin für Bundesangelegenheiten und Bevollmächtigte des Landes in Bonn sowie als Europabeauftragte der Landesregierung tätig. Aufgrund ihrer Geselligkeit erhielt sie den Beinamen "Feschtles-Marie" (schwäbische Betonung auf der ersten Silbe von Marie).

Von 1976 bis 1984 war Annemarie Griesinger Landtagsabgeordnete für den Landtagswahlkreis Vaihingen. 1984 ging sie in den Ruhestand, blieb aber sozialpolitisch aktiv. Sie war bis 1996 Vorsitzende der Lebenshilfe Deutschland.[3]

Griesinger war verheiratet mit Prof. Dr. Heinz Griesinger. Die Ehe blieb kinderlos. 1965 erwarb sie als erste Abgeordnete das Goldene Sportabzeichen.

[Bearbeiten] Literatur

  • Martin Hohnecker (Hg.): Heidenei, Frau Minister. Lachen ist die beste Medizin. Hohenheim, Stuttgart/Leipzig 2006, ISBN 3-89850-140-X

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Annemarie Griesinger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Liste der Abgeordneten des Deutschen Bundestages auf der Seite des Deutschen Bundestages, abgerufen am 22. Februar 2012
  2. Thomas Breining: Die erste Frau im Ministeramt. stuttgarter-zeitung.de vom 21. Februar 2012, abgerufen am 22. Februar 2012
  3. Nachruf auf lkz.de vom 21. Februar 2012, abgerufen am 22. Februar 2012
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