Annett Müller

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Annett Müller, geborene Moeck (* 1968[1] in Schwedt) ist eine „nationale Liedermacherin“ der rechtsextremen Musikszene[2] und Mitglied der NPD. Sie gilt als „die einzige Frau, die zum Szenestar wurde“.[3] Die tageszeitung bezeichnete sie als „bekannt“.[4]

Wirken[Bearbeiten]

Annett Müller trat nach ihrem Auftritt beim 2000 von der NPD in Passau veranstalteten „Zweiten Tag des Nationalen Widerstands“ in den Folgejahren mehrfach auf deren Parteiveranstaltungen auf. Sie ist Mitglied der „Kulturrevolutionären Offensive“ (KRO), einer Unterorganisation der Partei. Nachdem sie bereits einige Zeit mit dem rechtsextremen Liedermacher Michael Müller zusammenlebte, heirateten beide im Juli 2005.

In ihren Texten kommt das klassische konservative Bild der Frau in der Reduktion auf die Rolle als treue Gefährtin und Mutter zum Ausdruck. Dem entsprach auch ihr ursprüngliches Image vom „deutschen Mädel“ im Dirndl und mit blonden Zöpfen. Mittlerweile tritt sie mit schwarz gefärbten Haaren und neuem Outfit auf und füllt so die Rolle einer jugendlichen Rebellin aus. Die Musik, die sie bis zu seinem Tod im Mai 2009 meist gemeinsam mit ihrem Ehemann schrieb, geht etwas ab vom „Liedermachen“ und eher in die Richtung Hardrock. Auch ihr textliches Repertoire hat sich erweitert. So werden parteipolitische Themen der NPD besungen, aber auch der Tod eines fiktiven „blonden Knaben im fernen Polenland“, der Kampf von deutschen Bomberformationen in der Luft, der „kulturelle Tod“ des „Deutschen Reiches“. Außerdem bekannte sie sich mit „Oi, Oi, das ist unser Lied“ zum rechtsextremen Teil der Skinhead-Szene. 2008 wurde sie zur Landtagswahl in Niedersachsen für die NPD als Direktkandidatin nominiert, wurde auf der Landesliste aber nur mit einem hinteren Platz bedacht.

Mittlerweile hat sie sich nach eigenen Angaben aus der rechtsextremen Szene zurückgezogen, tritt nicht mehr auf politischen Veranstaltungen auf und produziert keine CDs mehr.[5]

Diskografie[Bearbeiten]

  • „Eine Mutter klagt an…“ 2000 bei Pühse Records/Deutsche-Stimme-Verlag
  • „Weil es so ist…“ 2004 bei Pühse Records/Deutsche-Stimme-Verlag
  • „So lang mein Herz noch schlägt! (2005)“ bei D.F.V. Records Brüggen
  • „Das Volk steht auf!“ (Annett & Michael) (2007)
  • „Es ist an der Zeit“ 2008
  • „Wohin der Weg uns führt“ 2010

Weitere Beiträge erschienen auf anderen Rechtsrock- und Liedermacher-Compilations wie der CD „Gemeinschaftswerk Funkenflug - Rufe ins Reich“ mit den Liedermachern Jörg Hähnel und Lars Hellmich. Zusammen mit der Stuttgarter Rechtsrock-Band „Noie Werte“ betreibt sie das Projekt „Faktor Widerstand“, deren CD „Wir sind dabei“ 2004 bei G.B.F Records erschien.[6] Musikalisch erinnert diese CD teilweise an Ina Deter, jedoch sind die Texte rechtsextrem, vor allem sozialchauvinistisch.

Unter dem leicht veränderten Projekttitel „Faktor Deutschland“ produzierte sie zusammen mit ihrem mittlerweile verstorbenen Ehemann Michael Müller die CD „Das Volk steht auf“, ein originalgetreues Zitat aus dem Lied „Männer und Buben“ von Theodor Körner, einem deutschen Schriftsteller aus der Zeit der Befreiungskriege. Abgewandelt wurde es in der Sportpalastrede von Joseph Goebbels („Nun, Volk, steh auf und Sturm brich los!“) verwendet.

Annett Müller ist auf beiden „Schulhof-CDs“ der NPD von 2004 und 2005 mit je einem Lied vertreten, 2005 auch zusätzlich mit „Faktor Widerstand“.

Das Video ihres Liedes „Wir hassen Kinderschänder“ wurde knapp 1.200.000-mal aufgerufen.[7][8]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatAnnett Müller auf abgeordnetenwatch.de. Abgerufen am 8. September 2008.
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAnnett Müller. Netz gegen Nazis, 2. April 2008, abgerufen am 29. November 2011.
  3.  Andrea Röpke/Andreas Speit: Mädelsache! Frauen in der Neonazi-Szene. Bundeszentrale für politische Bildung (Lizenzausgabe), Bonn 2011, ISBN 978-3-8389-0146-6, S. 154.
  4. Neonazi-Musikkultur: Mit Hitlergruß und Mikrofon auf taz.de vom 9. Juli 2010
  5. Andrea Röpke: Wichtig für den Stimmenfang? Oder nur zum Wäschewaschen? Rechte Frauen in der Männerwelt der NPD, Bundeszentrale für politische Bildung, 11. Oktober 2007
  6.  Andrea Röpke/Andreas Speit: Mädelsache! Frauen in der Neonazi-Szene. S. 153.
  7. Rechtsextremismus Braune Fänger im Mitmach-Netz auf vorwaerts.de vom 22. Juli 2011
  8. Neonazi-Hetze 2.0: Youtube und Facebook sollen Hochladen blockieren auf golem.de vom 21. Juli 2011