Annette Funicello

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Disney 118.jpg

Annette Joanne Funicello (* 22. Oktober 1942 in Utica, New York, USA; † 8. April 2013[1] in Bakersfield, Kalifornien) war eine US-amerikanische Popmusik-Sängerin und Schauspielerin.

Leben[Bearbeiten]

Die Familie Funicello zog in Annettes früher Kindheit nach Los Angeles um, da ihr Vater sich dort bessere berufliche Möglichkeiten erhoffte. Ihre Mutter meldete Annette zum Tanzunterricht an und legte damit unbewusst den Grundstein Annettes Künstlerkarriere. Bei einer öffentlichen Tanzvorstellung wurde Walt Disney auf Annette aufmerksam und engagierte sie 1955 als Musketier für seine populäre Fernsehsendung The Mickey Mouse Show. Bis 1957 entwickelte sich Annette zu einem der beliebtesten Musketiere, und erhielt schon zu dieser Zeit zahlreiche Fanpost.

In einer Fernsehshow sang Anette das Lied How Will I Know My Love, das Disney so gefiel, dass er es für seine neu gegründete Plattenfirma Disneyland Records auf Schallplatte herausbrachte. Im Sommer 1959 landete die 16-jährige Annette mit dem Titel Tall Paul auf Platz 7 der Billboard-Singelcharts, und stieg damit in Amerika zum Teeniestar auf. In diese Zeit fällt auch die Veröffentlichung ihrer Langspielplatte Annette Sings Anka, eine Folge ihrer kurzen Liebschaft mit Paul Anka, der ihr vorher schon seinen Hit Puppy Love gewidmet hatte. Da Disneyland Records vorwiegend auf das Kinderpublikum ausgerichtet war, wechselte Annette noch 1959 zur pop-orientierten Schwesterfirma Buena Vista. Auch dort waren ihre Platten, die weiterhin nur unter ihrem Vornamen veröffentlicht wurden, bis 1961 sämtlich erfolgreich. Mit O Dio Mio erreichte sie noch einmal Platz 10 bei Billboard. Bis 1965 blieb Annette bei Vista unter Vertrag, wechselte dann zu Tower Records, aber große Hits kamen nicht mehr zustande.

Mitte der sechziger Jahre startete Annette Funicello eine weitere Karriere, nun als Filmschauspielerin. Nachdem sie bereits vorher in zahlreichen Disney-TV-Serien mitgespielt hatte, übernahm sie die weibliche Hauptrolle in der Filmserie Beach, die 1964 mit Beach Party begann. Ihr Partner war Sängerkollege Frankie Avalon. 1987 traten beide noch einmal in dem Beach-Revival Back To The Beach auf. Die Musikauskopplungen aus dem ebenfalls 1964 erschienenen Film Monkey’s Uncle wurden Annettes erfolgreichste Langspielplatte. Im gleichnamigen Film begleiteten sie die Beach Boys in der Eröffnungsszene. Nach ihrer Hauptrolle 1968 in dem Monkees-Kultfilm Head zog sich Funicello weitgehend aus dem Showgeschäft zurück und widmete sich vorwiegend ihrer Familie. Sie hatte 1965 ihren Manager geheiratet und wurde 1966 zum ersten Mal Mutter, 1974 wurde ihr drittes Kind geboren. 1987 erkrankte Annette an Multiple Sklerose, was sie aber nicht daran hinderte, einige Jahre später eine Teddybärfirma zu gründen und das selbst kreierte Parfüm „Cello“ herauszubringen. Darüber hinaus engagierte sie sich in karitativen Organisationen, so z. B. im Annette Funicello Fonds für Neurologische Erkrankungen. 1993 erhielt sie einen Stern auf dem Walk of Fame, ein Jahr später veröffentlichte sie ihre Autobiografie A Dream is a Wish Your Heart Makes: My Story, die 1995 auch als Fernsehfilm veröffentlicht wurde.

2013 verstarb sie im Alter von 70 Jahren an Komplikationen der MS-Erkrankung.[1]

Top 100-Singles bei Billboard[Bearbeiten]

Jahr Titel Platzierung
1959 Tall Paul 07.
1959 Jo-Jo the Dog-Faced Boy 73.
1959 Lonely Guitar 50.
1960 First Name Initial 20.
1959 My Heart Became of Age 74.
1960 O Dio Mio 10.
1960 Train of Love 36.
1960 Pineapple Princess 11.
1961 Dream Boy 87.

Diskografie (45-rpm-Singles)[Bearbeiten]

Titel Kat.Nr. veröffentlicht
Disneyland
How Will I know My Love / Don't Jump to Conclusions 102 1958
Crazy Place from Outer Space / Gold Doubloons and Pieces of Eight 114 1958
Tall Paul / Ma, He's Making Eyes at Me 118 1958
Buena Vista
Jo-Jo, the Dog Faced Boy / Love Me Forever 336 1959
Wild Willie / Lonely Guitar 339 1959
My Heart Became of Age / Especally for You 344 1959
First Name Initial / My Heart Became of Age 349 1959
O Dio Mio / It Took Dreams 354 1960
Train of Love / Tell Me Who's the Girl 359 1960
Pineapple Princess / Luau Cha Cha Cha 362 1960
Talk to Me Baby / I Love You Baby 369 1960
Dream Boy / Please, Please Signore 374 1961
Indian Giver / Mama Rosa 375 1961
The Parent Trap / Let's Get Together (& Tommy Sands) 802 1961
Hawaiian Love Talk / Blue Muu Muu 384 1961
Dreamin' About You / Strummin' Song 388 1961
Crazy Place from Outer Space / Seven Moons 392 1962
The Truth About Youth / I Can't Do the Sum 394 1962
My Little Grass Shack / Hukilau Song 400 1962
He's My Ideal / Mr. Piano Man 405 1962
Bella Bella Florence / Canzone D' Amore' 407 1962
Teenage Wedding / Walking and Talking 414 1963
Treat Him Nicely / Promise Me Anything 427 1963
Merlin Jones / The Scrambled Egghead 431 1964
Custom City / Rebel Rider 432 1964
Muscle Beach Party / I Dream About Frankie 433 1964
Bikini Beach Party / The Clyde 436 1964
The Wah Watusi / The Clyde 437 1964
Something Borrowed Something Blue / How Will I Know My Love 438 1965
The Monkeys Uncle & Beach Boys / How Will I Know My Love 440 1965
Boy to Love / No One Could Be Prouder 442 1965
No Way to Go But Up / Crystal Ball 450 1966
Epic
Baby Needs Me Now / Moment of Silence (&Cecil Null) 9829 1965
Tower
What's A Girl to Do / When You Get What You Want 326 1967

Filmografie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Frank Laufenberg: Rock- und Poplexikon Bd. 1, Econ Taschenbuch Verlag, Düsseldorf 1998, S. 46, ISBN 3-612-26206-8
  • Annette Funicello / Patricia Romanowski: A Dream is a Wish Your Heart Makes: My Story, Disney Editions Hyperion 1995, ISBN 978-0-7868-8092-8

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b cnn.com Artikel zum Tod Funicellos (engl.)

Weblinks[Bearbeiten]