Annette Kolb

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Annette Kolb,
Kohlezeichnung von Günter Rittner 1965

Annette Kolb, mit bürgerlichem Namen Anna Mathilde Kolb, (* 3. Februar 1870 in München; † 3. Dezember 1967 ebenda) war eine deutsche Schriftstellerin. Sie setzte sich nachhaltig für den Frieden ein und erwarb sich Verdienste um die deutsch-französische Verständigung. In Romanen beschäftigte sie sich kapriziös-anmutig mit dem High-Society-Leben.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Geboren als dritte Tochter des Münchner Gartenarchitekten Max Kolb und der Pariser Pianistin Sophie Kolb Danvin prägten deutsch-französische Einflüsse Leben und Werk. Ihr Vater Max Kolb war ein illegitimer Sprößling der Wittelsbacher. Verschiedenen Überlieferungen zufolge war entweder der spätere König Maximilian II oder Herzog Max Joseph in Bayern sein Vater. Im ersten Fall wäre der Vater Annette Kolbs ein Halbbruder Ludwigs des II. gewesen, im zweiten Fall ein Halbbruder der Kaiserin Elisabeth von Österreich. Annette Kolb wuchs in München auf und verbrachte erste Schuljahre in der Klosterschule Thurnfeld bei Hall in Tirol. Sie entdeckte ihre Lust am Schreiben und gab 1899 ihr erstes, von ihr selbst finanziertes Buch heraus.

Im Ersten Weltkrieg trat sie entschieden für den Pazifismus ein. Ein vehementes Plädoyer für die Anwendung von Vernunft und für eine europäische Völkerverständigung löste nach einem Vortrag in Dresden am 11. Januar 1915 Tumulte aus. Das Bayerische Kriegsministerium verhängte gegen sie 1916 "wegen pazifistischer Umtriebe" eine Brief- und Reisesperre. Auf Betreiben von Walther Rathenau konnte Annette Kolb ins Schweizer Exil gehen.

1923 ließ sich die Schriftstellerin in Badenweiler nieder, wo ihr im Vorjahr Paul Schmitthenner ein Wohnhaus errichtet hatte. In den zwanziger Jahren spielte sie eine bedeutende Rolle im deutschen Literaturleben. Rainer Maria Rilke war von ihren Romanen begeistert, mit René Schickele, den sie seit 1914 kannte, ihrem Nachbarn in Badenweiler, einem Elsässer Schriftsteller und Befürworter deutsch-französischen Interessenausgleichs, verband sie eine Freundschaft bis zu seinem Tode im Jahr 1940. 1929 porträtierte die Literatin in einem Buch den französischen Ministerpräsidenten und Friedensnobelpreisträger Aristide Briand.

1933 emigrierte Annette Kolb nach Paris und löste sich damit völlig vom Deutschland der Nationalsozialisten; 1936 wurde sie französische Staatsbürgerin. 1941 floh die 71-jährige nach New York. Nach dem Krieg lebte sie bis 1961 sowohl in Paris wie in München und Badenweiler. Ihren letzten Wohnsitz nahm sie in München. Annette Kolb war bis ins hohe Alter hinein literarisch, musikalisch, journalistisch und politisch aktiv. Ihr Grab befindet sich auf dem kleinen Bogenhausener Friedhof an der Neuberghauser Straße in München (Grab Mauer rechts Nr. 10).

[Bearbeiten] Auszeichnungen und Ehrungen

Sonderbriefmarke von 1975

[Bearbeiten] Werke

  • 1899: Kurze Aufsätze, ihr erstes Buch
  • 1906: L’Ame aux deux patries, gesammelte Feuilletonartikel
  • 1913: Das Exemplar, Roman
  • 1917: Briefe einer Deutsch-Französin
  • 1921: Zarastro. Westliche Tage, Erinnerungen an 1917/18
  • 1924: Wera Njedin, Erzählungen und Skizzen
  • 1928: Daphne Herbst, Roman
  • 1929: Versuch über Briand, Porträt des Staatsmannes
  • 1932: Beschwerdebuch, Essays
  • 1934: Die Schaukel, Roman
  • 1937: Mozart. Sein Leben., Biografie
  • 1941: Schubert. Sein Leben., Biografie
  • 1947: König Ludwig II. von Bayern und Richard Wagner, Skizzierung
  • 1954: Blätter in den Wind, Essays
  • 1960: Memento, Erinnerungen an die Emigration

[Bearbeiten] Literatur

  • Armin Strohmeyr: "Annette Kolb - Dichterin zwischen den Völkern" Deutscher Taschenbuch Verlag (München 2002).
  • Jürgen Schwalm: "Ich mußte es auf meine Weise sagen". Annette Kolb - Leben und Werk. Verlag Literarische Tradition. ISBN 978-3-86672-019-0
  • Charlotte Marlo Werner: "Annette Kolb - Biographie einer literarischen Stimme Europas" Ulrike Helmer Verlag (April 2000) ISBN 3897410370

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

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