Fundus-Gruppe

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Logo der Fundus-Gruppe

Die Fundus-Gruppe von Anno August Jagdfeld (* 30. Dezember 1946) zählt zu den größten Immobilienunternehmen in Deutschland. Der Firmensitz ist Düren und Disternich. Geschäftsführer sind Anno August Jagdfeld, Helmut Jagdfeld und Jürgen Haschtmann.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Projekte

Mit der Fundus Fonds-Verwaltungen GmbH werden geschlossene Immobilienfonds aufgelegt. Diese umfassen meist gehobene Objekte (so genannte Luxus-Immobilien), wie z. B.

Rathaus-Center Pankow

Zur Fundus-Gruppe gehören auch Wohnanlagen und Büro-/Geschäftshäuser in ganz Deutschland, wie z. B.

  • Rathauscenter Pankow (Einkaufscentrum Berlin)
  • Spreebogen Plaza (Büroimmobilie Berlin)
  • CCB City Center Bergedorf (Einkaufscentrum mit Wohnturm Hamburg)
  • Plaza Frankfurter Allee, Berlin (Fundus-Fonds 28)
  • Gutenberg-Galerie, Leipzig (Fundus-Fonds 29)
  • Die Pyramide (Hochhaus), Berlin, verkauft 2006

Projekte in der Entwicklung:

[Bearbeiten] Geschäftsentwicklung einzelner Fonds und öffentliche Wahrnehmung

Über Fonds der Fundus-Gruppe wird in den Medien häufiger berichtet, Schwerpunkte bilden dabei die Fonds 31 und 34:

[Bearbeiten] Hotel Deutscher Kaiser, München (Fundus-Fonds 12)

Der Fonds hat mit Ausnahme von drei Jahren Ausschüttungen an seine Gesellschafter gezahlt, die jedoch deutlich hinter den Prospektangaben zurück blieben. 97 Prozent der Stimmrechte werden durch Anno August Jagdfelds Treuhandgesellschaft Jagdfeld & Partner Steuerberatungs-GmbH (aufgrund der Stimmrechtsanweisungen der Treugeber) vertreten.[2] Ende November 2010 meldete der Fonds den Verkauf der Immobilie für 38,5 Mio. Euro. Der Fonds kann damit über die bereits erfolgten 30 Prozent[3] (andere Quellen nennen 69 Prozent)[4] im Zuge seiner Abwicklung weitere 130 bis 135 Prozent des Kommanditkapitals ausschütten.[3] Berechnet auf 26 Jahre Laufzeit entspricht dies einer jährlichen Verzinsung von etwa 2,31 Prozent (bzw. knapp 4 Prozent) bei vollständigem Kapitalrückfluss.

[Bearbeiten] Plaza Frankfurter Allee, Berlin (Fundus-Fonds 28)

2002 sollten die Gesellschafter des Fundus Fonds 28 entscheiden, 4,8 Millionen Euro an die Bredero Deutschland GmbH zu zahlen, die zur Gruppe von Anno August Jagdfeld gehört. Hintergrund war eine Mietgarantie im Fondsprospekt, die nur für Verluste bei Vollvermietung, aber nicht bei Leerstand gelte. In den Jahren 1996 bis 1999 hatte Bredero, mit der Vermarktung des Objekts betraut, deshalb rund 14,7 Millionen Euro an den Fonds gezahlt. Rund ein Drittel wurde 2002 mit der Begründung zurückgefordert, die Mietgarantie hätte nur für Verluste bei Vollvermietung, aber nicht bei Leerstand gegolten. Kritiker äußerten deshalb die Meinung, es wäre für Bredero günstiger gewesen, das Objekt nicht zu vermieten, als Erträge unterhalb der Prospektversprechen zu erzielen. Auch die Investoren des Fundus Fonds 29 (Gutenberg-Galerie, Leipzig) sollen an Bredero zurückzahlen.[5]

[Bearbeiten] Gutenberg-Galerie, Leipzig (Fundus-Fonds 29)

Rund 1300 Investoren zeichneten 1994 Anteile im Wert von 56 Millionen Euro. Hinzu kamen Fremdmittel, so dass sich eine Gesamtinvestitionssumme von 78 Millionen Euro ergab. 2002 forderte die Bredero Deutschland GmbH gezahlte Mietgarantien zurück (siehe Fundus-Fonds 28). 2006, als die finanzierende Bank die Rückzahlung der Darlehen in Höhe von 25 Millionen Euro forderte, wies die Fondsbilanz etwa 22 Millionen Euro aus.[6] Ein Verkehrswertgutachten vom 15. Dezember 2006 taxierte das Objekt mit einem Wert von 17,5 Millionen Euro. Anfang 2009 wurde die Gutenberg-Galerie für 12,25 Millionen Euro versteigert und von einer der Gläubigerbanken, der Westdeutsche Landesbank AG erworben.[7]

[Bearbeiten] Hotel Adlon Kempinski (Fundus-Fonds 31)

Hotel Adlon in Berlin(2004).

Rund 5000 Anleger besitzen Anteile des Fonds. Bei Abstimmungen auf der Gesellschafterversammlung stimmen nur ca. 12 Prozent individuell, 88 Prozent kontrolliert Anno August Jagdfeld über seine Treuhandgesellschaft Jagdfeld & Partner Steuerberatungs-GmbH aufgrund des Treuhandvertrages § 2 nach „plichtgemäßem Interesse“. Das Hotel wird von der Kempinski-Gruppe betrieben, der Vertrag läuft bis 2016. Vereinbart ist die Zahlung von zwölf Millionen Euro Miete jährlich sowie die Hälfte der Einnahmen, die über diesen Betrag hinaus erwirtschaftet werden. Diese Mehreinnahmen wurden seit 1999 nicht erwirtschaftet.[8] Seit etwa 2008 betreibt die Adlon Holding mit dem Geschäftsführer Julius Jagdfeld, Sohn von Anno August Jagdfeld, im südlichen Gebäudeteil vier Restaurants und die Wellnesslandschaft Adlon Day-Spa. Inhaber dieser Betriebe ist die Jagdfeld-Gruppe. Aufgrund der Verluste, die diese Holding schreibt, soll diese frühestens 2012 die volle Jahresmiete zahlen können; bisher wurde keine Miete gezahlt. Ein Besserungsschein steht Ende 2009 bereits bei 3,57 Millionen Euro. Die Zustimmung für den weiteren Mietverzicht zugunsten der Adlon Holding konnte Anno August Jagdfeld mit seiner Stimmmehrheit beschließen. Im Auftrag von rund 120 Anlegern laufen derzeit drei Gerichtsverfahren gegen die Geschäftsführung des Fonds vor dem Landgericht Aachen. Die Anteilseigner des Fonds erhielten 2009 keine Ausschüttung.[9] Ebenso wird auch 2010 keine Ausschüttung gezahlt.[10] Das Landgericht verurteilte die Fondsgeschäftsführung, die Namen der rund 5000 Anleger den anderen Anlegern bekannt zu geben, um eine gemeinsame Interessenvertretung organisieren zu können. Die Fondsgeschäftsführung kündigte die Revision gegen das Urteil an.[11] Der Bundesgerichtshof urteilte in anderer Sache,[12] dass Gesellschafterdaten auf Verlangen anderer Gesellschafter herausgegeben werden müssen, und die rund 4.400 Gesellschafter des Fundus-Fonds 31 wurden in der Folge anderen Gesellschaftern offen gelegt.[13] Eine Interessensgemeinschaft aus Gesellschaftern hat für die Gesellschafterversammlung am 26. August 2011 die Abwahl und Neuberufung der Geschäftsführung auf die Tagesordnung der Versammlung setzen lassen,[13] August Jagdfeld konnte jedoch 74 % der Stimmen hinter sich sammeln, so dass die Abwahl scheiterte.[14] Zudem steht ein Rechtsstreit über die Namensrechte „Adlon“ im Raum.[8]

[Bearbeiten] Grand Hotel Heiligendamm (Fundus-Fonds 34)

Kurhaus und Haus Mecklenburg im Ensemble in Heiligendamm (2007).

Rund 2000 Anleger besitzen Anteile des 1999 aufgelegten Fonds. Im Frühjahr 2003 wurde das Hotel vom Betreiber Kempinski eröffnet. Im Februar 2009 kündigte Kempinski den Betreibervertrag nach Streitigkeiten mit dem Eigentümer. In diesen Jahren konnte lediglich 2007, dem Jahr des G8-Gipfels, ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt werden. In den übrigen Jahren erwirtschaftete der Fonds Verluste. Die finanzierende HypoVereinsbank hat einer späteren Rückzahlung einer Tranche des Kredites von 15 Millionen Euro zugestimmt. Bisher konnte Fundus keine andere Finanzierung sicherstellen. Nun sollen 24 Zimmer in der Orangerie mit durchschnittlich 60 m² an interessierte Stammkunden verkauft werden, um neues Kapital zu gewinnen.[9] Für März 2011 wird zu einer Gesellschafterversammlung eingeladen, die auf Grundlage eines Gutachtens von Jones Lang LaSalle Hotels und einer Restrukturierungsempfehlung von PricewaterhouseCoopers beschließen soll, das Gesamtkapital der Gesellschaft von 127 Mio. auf 53,6 Mio. Euro zu reduzieren. Gleichzeitig soll frisches Kapital in Höhe von 40,9 Mio. Euro gezeichnet werden. Durch den Kapitalschnitt hält dann künftig das neue Kapital rund 76,4 % der Gesellschaftsanteile, die Altgesellschafter halten die übrigen 23,6 %. Erstmalig seit Eröffnung 2003 konnte 2010 ein signifikant positives Hotelbetriebsergebnis von plus 400.000 Euro erzielt werden; damit ist 2010 das erfolgreichste Jahr.[15] [16] [17] Im März 2011 beschloss die Gesellschafterversammlung, das Gesellschaftskapital entsprechend dem überarbeiteten Restrukturierungskonzept von 127 Mio. auf 12,7 Mio. Euro zu reduzieren und 32,6 Mio. neues Kapital bis Jahresende 2011 einzuwerben. Die Kapitaleinwerbung gelang bis zum 13. Dezember 2011 nicht, so dass die Gesellschafterversammlung angesichts der drohenden Insolvenz der Fondsgesellschaft zustimmte, den Zeitraum zu verlängern. Die drei Gläubigerbanken Kreissparkasse Heinsberg, HypoVereinsbank und die OstseeSparkasse Rostock stunden die Schulden bis zum 30. Juni 2012, gehen aber schon jetzt davon aus, die Forderungen teilweise abschreiben zu müssen. Sowohl 2009 wie 2010 konnte die Fondsgesellschaft einen Gewinn von rund 800.000 Euro erwirtschaften.[18]

[Bearbeiten] Die Pyramide, Berlin

Die Pyramide in Berlin-Marzahn von Norden gesehen.

Die Pyramide wurde 1994/95 errichtet. Die Vermietung lief schleppend an.[19] 2004 nahm die Staatsanwaltschaft Köln Ermittlungen wegen des Verdachts auf Betrug auf, weil die vermietbare Fläche deutlich kleiner gewesen sein sollte, als im Verkaufsprospekt ausgewiesen. Statt der dort angegebenen 43800 m² seien maximal 38200 m² (das sind 5100 m² weniger) vermietbar. Weil auf dieser Grundlage nicht die prognostizierten Einnahmen erzielt werden hätten können, erstatten Rechtsanwälte einiger Anleger Anzeige.[20] 2006 wurde das Objekt verkauft.

[Bearbeiten] Bekannte Personen mit Führungsverantwortung in der Fundus-Gruppe

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Nina Apin: Kunsthaus vor dem Aus – Tacheles an der Oranienburger, in: Die Tageszeitung vom 17. Januar 2008, abgerufen am 4. Februar 2010
  2. Varinia Bernau: Gebrochene Versprechen, in: Süddeutsche Zeitung online vom 9. August 2010, abgerufen am 1. September 2010
  3. a b Fundus-Anleger mit gutem Gewinn – Hotel Deutscher Kaiser verkauft, Pressemeldung vom 26. November 2010, abgerufen am 21. Dezember 2010
  4. Der Platow Brief Immobilien Nr. 139 vom 1. Dezember 2010, S.6
  5. Streit um Mietgarantien bei Fonds, in: Focus Magazin Nr. 17 vom 22. April 2002, abgerufen am 1. September 2010
  6. Thieler Rechtsanwaltsgesellschaft mbH: Gutenberg-Galerie: Fundus-Immobilienfonds Nr. 29 geht schweren Zeiten entgegen, in: OpenPR.de vom 12. Oktober 2006, abgerufen am 1. September 2010
  7. fairvesta steigt aus Bieterverfahren beim FUNDUS-Objekt "Gutenberggalerie" aus, Meldung vom 29. Januar 2009, abgerufen am 1. September 2010
  8. a b Alexander Krex: Krach ums "Adlon" – Kempinski zieht vor Gericht. In: Die Welt vom 10. Februar 2009, abgerufen am 8. April 2010
  9. a b Wo eine schwarze Null das Höchste der Gefühle ist, in: Immobilien-Zeitung Nr. 11 vom 18. März 2010, S. 3
  10. Peter Maurer: Kein Geld für Adlon-Anleger, in: Immobilien Zeitung online vom 2. Dezember 2010, Ausgabe 48/2010, S. 3, abgerufen am 21. Dezember 2010
  11. Daniel Schönwitz: Jagdfeld mauert weiter, in: Wirtschaftswoche online vom 7. Juli 2010 unter Bezugnahme auf das Urteil 8 O 466/09 des Landgerichts Aachen, abgerufen am 1. September 2010
  12. Urteil des Bundesgerichtshofes Az. II ZR 187/09 vom 11. Januar 2011
  13. a b Steffen Uttich/Nadine Oberhuber: Machtkampf um das Adlon, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung Online vom 13. Juli 2011, abgerufen am 20. Juli 2011
  14. Adlon-Unternehmer Jagdfeld setzt sich durch, in: Handelsblatt online vom 27. August 2011, abgerufen am 27. August 2011
  15. Steffen Uttich: Grandhotel Heiligendamm. Ein Traum mit Macken. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 11. Februar 2011, abgerufen am 11. Februar 2011 (www.faz.net).
  16. Peter Maurer: Heiligendamm-Fonds: Gesellschafteranteile werden entwertet, in: Immobilien-Zeitung online vom 11. Februar 2011, abgerufen am 11. Februar 2011
  17. Hermann-Josef Delonge: Wie geht es mit dem Grand Hotel weiter?. In: Aachener Zeitung. (www.az-web.de).
  18. Marlon Gego: Immer noch keine guten Aussichten in Heiligendamm, in: Aachener Zeitung online, 14. Dezember 2011, abgerufen am 30. Dezember 2011
  19. Erst 30 Mieter in der Pyramide – Drei Viertel der Büros stehen leer / Betreiber dennoch optimistisch, Berliner Zeitung, 27. April 1995, abgerufen am 1. September 2010
  20. „Pyramide“-Anleger wittern Betrug – Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Immobilienfonds Fundus, Die Welt, 27. März 2004, abgerufen am 1. September 2010
  21. BerlinBabylon, Film von Hubertus Siegert, Piffl Medien & S.U.M.O. Film, Deutschland 1996-2001
  22. Ex-Bausenator Nagel geht in die Immobilienbranche, in: Berliner Zeitung vom 17. April 1996, abgerufen am 1. September 2010
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