Anoura caudifer

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Anoura caudifer
Systematik
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Fledermäuse (Microchiroptera)
Familie: Blattnasen (Phyllostomidae)
Unterfamilie: Blütenfledermäuse (Glossophaginae)
Gattung: Anoura
Art: Anoura caudifer
Wissenschaftlicher Name
Anoura caudifer
(Geoffroy, 1818)

Anoura caudifer ist eine Fledermausart aus der Familie der Blattnasen (Phyllostomidae), welche in Südamerika beheimatet ist.

Verbreitungsgebiet von Anoura caudifer

Beschreibung[Bearbeiten]

Anoura caudifer ist eine relativ kleine Fledermausart mit einer Gesamtlänge von 47 bis 70 mm. Die Schnauze und Zunge ist lang, die Ohren klein und rund. Das Fell ist dicht, seidig und meist dunkelbraun. Der Schwanz ist kurz und in die Schwanzflughaut eingebettet. Anoura caudifer unterscheidet sich von Anoura cadenai und Anoura latidens durch das Vorhandensein des winzigen Schwanzes. Im Gegensatz zu Anoura geoffroyi besitzt Anoura caudifer einen voll entwickelten Calcar.

Lebensweise[Bearbeiten]

Kolonien von Anoura caudifer bestehen meistens aus 5–15 Individuen, können aber eine Größe von bis zu 100 Tieren erreichen. Tagsüber werden Baumhöhlen, Tunnel und Höhlen als Schlafplatz genutzt. In Höhlen findet man diese Art oft zusammen mit Anoura geoffroyi, Anoura cultrata, Carollia perspicillata und Pteronotus parnellii.

Anoura caudifer ernährt sich hauptsächlich von Nektar verschiedener Pflanzen, unter anderem von verschiedenen neotropischen Hülsenfrüchtlern, Passionsblumen und der Marcgravia, wobei wahrscheinlich kleinere Blüten bevorzugt werden. Dies macht sie zu einem wichtigen Bestäuber dieser Pflanzen. Um den Energiebedarf zu decken, muss Anoura caudifer während 4 Stunden rund 800 Blüten besuchen [1]. Dabei legt sie jede Nacht eine Strecke von etwa 50 km zurück.

Über die Fortpflanzung von Anoura caudifer ist relativ wenig bekannt, und der Zeitpunkt scheint lokal unterschiedlich zu sein.

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Die Verbreitung von Anoura caudifer reicht von Kolumbien bis Argentinien, wobei das Amazonasbecken Brasiliens ausgelassen wird. Ihr Bestand wird von der IUCN dank der weiten Verbreitung und wahrscheinlich großen Populationen als stabil und ungefährdet eingestuft [2]. Jedoch ist auch diese Art wie die meisten neotropischen Fledermäuse von der Zerstörung ihres Lebensraums betroffen.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. O. von Helversen, H.U. Reyer (1984): Nectar Intake and Energy Expenditure in a Flower Visiting Bat. Oecologia, 63. S. 178–184
  2. Anoura caudifer in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN