Ansbach

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Ansbach, bis ins 18. Jahrhundert als Onolzbach bezeichnet, ist eine kreisfreie Stadt, Sitz der Regierung von Mittelfranken sowie des Landratsamtes Ansbach.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Geografische Lage

Kreisfreie StadtAnsbach in Bayern
Kreisfreie Stadt
Ansbach in Bayern

Die Stadt liegt etwa 40 km südwestlich von Nürnberg an der Fränkischen Rezat, im Einzugsgebiet des Mains. Sie ist flächenmäßig die fünftgrößte Stadt des Freistaates Bayern. Das Stadtgebiet grenzt an die umliegenden Gemeinden (im Norden beginnend, Umlauf im Uhrzeigersinn) Weihenzell, Petersaurach, Sachsen bei Ansbach, Lichtenau, Weidenbach, Burgoberbach, Herrieden, Leutershausen und Lehrberg.

[Bearbeiten] Ausdehnung des Stadtgebietes

Zur Stadt Ansbach gehören die Orte:

  • Bernhardswinden
  • Brodswinden
  • Claffheim
  • Dautenwinden
  • Deßmannsdorf
  • Dombach im Loch
  • Dornberg
  • Egloffswinden
  • Elpersdorf
  • Eyb
  • Gösseldorf
  • Hennenbach
  • Höfen
  • Höfstetten
  • Käferbach
  • Kaltengreuth
  • Kammerforst
  • Katterbach
  • Kurzendorf
  • Untereichenbach
  • Wallersdorf
  • Wasserzell
  • Wengenstadt
  • Windmühle (bei Elpersdorf)
  • Windmühle (bei Pfaffengreuth)
  • Winterschneidbach
  • Wolfartswinden
  • Wüstenbruck

sowie weitere, kleinere Orte (Weiler und Einöden). Einige der oben genannten Orte sind baulich mit Ansbach zusammengewachsen.

[Bearbeiten] Geschichte

Im Jahre 748 wurde zwischen dem Onoldsbach (daher der spätere Name Ansbach) und der Rezat ein Benediktinerkloster gegründet. In den folgenden Jahrhunderten wuchsen das Kloster und die danebenliegende Siedlung zu einer Stadt zusammen. Ansbach wurde 1221 das erste Mal als Stadt erwähnt.

Die Stadt wurde 1331 den Hohenzollern unterstellt. 30 Jahre darauf war Ansbach die Hauptstadt der verschiedenen zollerschen Herrschaftsbereiche.

Als die Hohenzollern zu Kurfürsten von Brandenburg aufstiegen, wurde Ansbach nicht mit Brandenburg vereinigt und blieb als Brandenburg-Ansbach unabhängig. 1791 verzichtete der letzte Markgraf Karl Alexander von Brandenburg-Ansbach gegen eine jährliche Leibrente auf sein Herrschaftsgebiet und trat seine beiden Fürstentümer Ansbach und Bayreuth an Preußen ab, um sich fortan mit seiner jungen Geliebten ein schönes Leben in England zu machen. Später fielen beide Landesteile an das Königreich Bayern, 1806 zunächst das Ansbacher Gebiet im Austausch für das wittelsbachische Herzogtum Berg, 1810 auch das zwischenzeitlich französisch verwaltete Bayreuther Teilfürstentum.

Karte der Residenzstadt Ansbach im 18. Jahrhundert
Karte der Residenzstadt Ansbach im 18. Jahrhundert

Im Jahre 1796 wählte Maximilian Joseph, Herzog von Zweibrücken und bayerischer Kurprätendent Ansbach zu seiner Exilresidenz, nachdem Zweibrücken von Frankreich besetzt worden war. Preußen hatte sich 1795 im Frieden von Basel vom Reichskrieg gegen das revolutionäre Frankreich zurückgezogen und seine Neutralität erklärt. Damit war das preußische Ansbach ein sicherer Zufluchtsort. Maximilian von Montgelas entwickelte hier für seinen landlosen Fürsten Maximilian Joseph ein umfassendes Konzept einer künftigen radikalen politischen Neugestaltung Bayerns. Die Denkschrift wurde durch Eberhard Weis als „Ansbacher Mémoire“ ediert. Nach dem Erbfall von 1799 und dem Regierungsantritt des nunmehrigen bayerischen Kurfürsten Maximilian IV. Joseph und späteren (ab 1806) Königs Max I. Joseph wurde das Ansbacher Mémoire zur konzeptuellen Grundlage des modernen bayerischen Staates.

Von 1523 bis 1603 waren die Markgrafen von Ansbach auch Herzöge von Jägerndorf (siehe Patenstadt).

Ansbach ist Heimatstadt des Astronomen Simon Marius, der die Monde des Jupiter von den Türmen des dortigen Schlosses aus noch vor Galileo Galilei entdeckt haben soll.

Von 1769 bis zu seinem Tod im Jahr 1787 wirkte das Mitglied der Hofkapelle Bernhard Joachim Hagen als Violinist und Lautenist am Ansbacher Hof.

Von 1831 bis 1833 lebte Kaspar Hauser in Ansbach und wurde dort im Hofgarten ermordet.

Nach zunehmenden Problemen bei der Trinkwasserversorgung ging 1900 das städtische Wasserwerk im 25 km entfernten Gersbach, das bis heute gemeinsam dem 1966 errichteten zweiten Werk in Schlauersbach 98 % des Trinkwasser liefert, in Betrieb.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Ansbach zur Amerikanischen Besatzungszone. Die amerikanische Militärverwaltung richtete in einer ehemaligen Lungenheilanstalt im heutigen Stadtteil Strüth ein DP-Lager ein zur Unterbringung so genannter Displaced Persons.

[Bearbeiten] Die Landesherren des Fürstentums Ansbach

[Bearbeiten] Die Fayence-Manufaktur Ansbach

Dank eines 1709 von Markgraf Wilhelm Friedrich erlassenen Privilegs wurde ab 1710 produziert. Zunächst (bis etwa 1725) übernahm Ansbach das blauweiße Dekor aus Rouen, später erweiterte man die Palette um Mangan, Grün und Gelb. Unter J. G. Ch. Popp gelang das Kopieren des chinesischen Dekors der Grünen Familie - dies machte Ansbach berühmt. Besonders kostbar sind die Stücke dieser Familie und kalt bemalte Stücke mit Kirschblüten und Vögeln in Reliefdekor. Die Manufaktur bestand mit einer kurzen Unterbrechung 1806/07 bis 1839.

[Bearbeiten] Eingemeindungen

In die Stadt Ansbach wurden eingemeindet:

[Bearbeiten] Politik

Bei der Oberbürgermeisterwahl am 2. März 2008 erreichte die parteilose Nürnbergerin Carda Seidel, die von einem Bündnis aus BAP (Bürgerinitiative Ansbacher Parteiloser e.V.), ödp und Freie Wähler Ansbach unterstützt wurde, 38,9% der Stimmen und lag damit noch vor dem Amtsinhaber Ralf Felber (SPD), der auf 32,8% kam. Wolfgang Bartusch (GRÜNE) erzielte 26,0% und Rüdiger Silberer (FDP) 2,2%. Bei der daraufhin folgenden Stichwahl am 16. März 2008 erreichte Carda Seidel 67,0% und Ralf Felber 33,0%.

[Bearbeiten] Stadtrat

2008-2014[1]: CSU SPD BAP (Bürgerinitiative Ansbacher Parteiloser e.V.) ödp GRÜNE FW Offene Linke Liste Gesamt
13 9 7 3 5 2 1 40

[Bearbeiten] Oberbürgermeister

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

[Bearbeiten] Patenstadt

Ansbach ist seit dem 21. Juni 1954 Patenstadt für Krnov (Jägerndorf) [2] in Tschechien. Die Patenschaft entstand hauptsächlich aus der alten geschichtlichen Verbindung mit dem Herzogtum Jägerndorf und aus den Bemühungen des Freistaates Bayern, die Sudetendeutschen wirtschaftlich, kulturell und sozial einzugliedern. Der Gründer des Jägerndorfer Heimatarchivs in der Patenstadt Ansbach, Professor Ernst Kober, geboren am 4. September 1885, verstarb am 30. November 1963 in Ansbach und wurde am Stadtfriedhof beerdigt. Er war der Vater der Patenschaft. Zusammen mit dem Fachlehrer Konorza, welcher 1953 über den Bund der Vertriebenen (BdV) in den Ansbacher Stadtrat gewählt wurde, konnte unter dem damaligen Oberbürgermeister Burkhardt – dem späterem Bezirksratspräsidenten – der Weg zur Patenschaft vorbereitet werden.

In den Jägerndorfer Heimatstuben sind in sechs Räumen Exponate aus der Geschichte des Herzogtums Jägerndorf zu besichtigen. Sie befinden sich im Rückgebäude des alten Rathauses am Martin-Luther-Platz. Das „Jägerndorfer Heimatarchiv“ befindet sich im Kulturzentrum (Stadtarchiv) am Karlsplatz.

[Bearbeiten] Religion

Neben der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und dem Stadtdekanat Ansbach innerhalb des Erzbistums Bamberg sind in Ansbach folgende Freikirchen vertreten:

Ebenfalls haben die Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage (Mormonen) eine Gemeinschaft in Ansbach konstituiert.

Mit dem Zuzug von Gastarbeitern aus den mehrheitlich muslimischen Ländern gibt es auch einige kleine muslimische Gemeinschaften. Seit 2005 gibt es einen kleinen buddhistischen Tempel, ebenso wie eine kleine hinduistische Gemeinde seit 2007.[3]

Neben den oben genannten Glaubensgemeinschaften bestehen noch weitere Freikirchen und Religionsgemeinschaften in Ansbach.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Museen

  • Markgrafen-Museum (mit Kaspar-Hauser-Abteilung)

[Bearbeiten] Bauwerke

Orangerie
Orangerie
Herrieder Torturm, erbaut von Johann Steingruber im 18. Jhd.
Herrieder Torturm, erbaut von Johann Steingruber im 18. Jhd.
St.-Gumbertus-Kirche Ansbach
St.-Gumbertus-Kirche Ansbach

[Bearbeiten] Naturdenkmäler

[Bearbeiten] Sport

Deutschlandweit bekannt wurde Ansbach in den 60er Jahren, als der TSV 1860 Ansbach zwischen 1960 und 1962 zweimal die deutsche Feldhandball-Meisterschaft gewann. Des Weiteren wurden die Ansbacher Grizzlies 1981, 1982 und 1985 Deutscher Meister im American Football. Die Basketballabteilung spielt als hapa Ansbach in der Pro B-Liga. Ansbach war zudem mehrmals Etappenort bedeutender deutscher Radrennen. In den Jahren 2000 und 2003 endete jeweils eine Etappe der Deutschland-Tour in Ansbach, 2001 war die Internationale Bayernrundfahrt für Radprofis zu Gast in der Residenzstadt.

Weitere bedeutende Vereine:

  • SpVgg Ansbach (Fußballverein)
  • Ansbach Grizzlies (American Football)
  • hapa Ansbach (Basketball)
  • Radsportgemeinschaft (RSG) Ansbach (Radsport, Volksradfahren, Triathlon)
  • HG Ansbach (Handball)
  • TSV 1860 Ansbach (Leichtathletik, Tennis...)
  • TSV Fichte Ansbach (Fußball, Tennis...)
  • ESV Ansbach-Eyb (Fußball, Tennis...)
  • SV Schalkhausen
  • TSV Brodswinden
  • TSV Elpersdorf

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

  • Bachwoche Ansbach
  • Ansbacher Altstadtfest (um Himmelfahrt oder Fronleichnam)
  • Rokokofestspiele
  • Kaspar-Hauser-Festspiele
  • Internationale Gitarrenkonzerte Ansbach (Mai-Oktober)
  • Ansbacher Weihnachtsmarkt (immer ab dem Freitag vor dem 1. Advent bis 23. Dezember)
  • LesArt (Vorlesungen bekannter Autoren, an verschieden Orten in Ansbach und 3 weiteren Städten)


[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Ansbach hat durch den Sitz der Bezirksregierung, überregionaler Behörden und Gerichte (wie dem Verwaltungsgericht und einem Senat des bayerischen Verwaltungsgerichtshofes) einen hohen Anteil der Beschäftigten im öffentlichen Sektor.

[Bearbeiten] Verkehr

[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen

Comicbörse im Brücken-Center
Comicbörse im Brücken-Center

Die Stadt ist weiterhin bekannt für ihre kunststoffverarbeitenden Unternehmen (Oechsler AG, u. a.) und die Automobilzulieferindustrie. Die Firma Robert Bosch GmbH stellt mit seinen ca. 2500 Mitarbeitern einen der wichtigsten Arbeitgebern im Raum Ansbach dar. Mit der PIGROL Farben GmbH, die ihrerseits im Jahr 2002 die KULBA BAUCHEMIE übernommen hat, ist in Ansbach ein namhafter Holz- und Bautenschutzhersteller beheimatet. In Ansbach-Eyb hat die HYDROMETER GmbH, ein weltweit bekannter Hersteller von Wasser- und Wärmezählern ihren Hauptsitz. Der örtliche Einzelhandel wird mehrheitlich durch die Interessenvertretung der Ansbacher Innenstadt „PRO City“ vertreten. Nordwestlich von der Altstadt befindet sich das 1997 errichtete Einkaufszentrum Brücken-Center.

[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen

[Bearbeiten] Bildung

  • Landesfinanzschule Bayern
  • Fachhochschule Ansbach
  • Theresien-Gymnasium
  • Platen-Gymnasium
  • Gymnasium Carolinum
  • Staatliche Realschule Ansbach (Johann-Steingruber-Schule)
  • Maschinenbauschule Ansbach
  • Staatliche Fach- und Berufsoberschule
  • Städtische Wirtschaftsschule
  • Staatliche Berufsschule I mit Berufsfachschule für Technische Assistenten für Informatik
  • Staatliches Berufliches Schulzentrum, bestehend aus Berufsschule II und Berufsfachschulen für Hauswirtschaft, Kinderpflege und Sozialpflege
  • Evangelische Schule Ansbach
  • Bündnis Ansbacher Schülerinnen und Schüler (BASS e.V.)
  • Friedrich-Güll-Schule Ansbach
  • Waldschule Ansbach Grund- und Hauptschule: Kooperation mit der bundesweiten Initiative Wissensfabrik

[Bearbeiten] Medien

[Bearbeiten] Sender Ansbach

Ansbach ist der Standort dreier Senderanlagen, der Ludwigshöhe, dem Senderstandort Katterbach der amerikanischen Truppen und dem Senderstandort Galgenmühle.

Frequenz
(MHz)
Programm RDS PS Regionalisierung ERP
(kW)
Sendediagramm
rund [ND]/gerichtet [D]
Polarisation
horizontal [H]/vertikal [V]
Vom Sender Ansbach/Ludwigshöhe abgestrahlte Radioprogramme
89,4 Radio 8 RADIO_8 - 0,5 kW ND H
105,8 Radio Galaxy GALAXY Ansbach 0,1 kW D V
Vom Sender Ansbach/Katterbach abgestrahltes Radioprogramm
107,3 AFN − The Eagle - Bavaria 0,25 kW D H
Vom Sender Ansbach/Galgenmühle abgestrahlte Radioprogramme
92,7 Deutschlandfunk DLF - 0,2 kW D H
102,7 Deutschlandradio Kultur DKULTUR - 0,2 kW D H

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Ehrenbürger

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Weitere Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Quellen

Bruckmann's Fayence-Lexikon. Majolika, Fayence, Steingut. Hrsg.: Eleonore Pichelkastner, Eckhart Hölzl. München 1981.

  1. Endergebnis Stadtratswahl am 02.03.2008
  2. Patenschaft Ansbach-Jägerndorf
  3. Bericht der Bezirksregierung Mittelfranken über die Religionszugehörigkeit, Nürnberg 2007

[Bearbeiten] Literatur

  • Fitz, Diana: Ansbach unterm Hakenkreuz; Ansbach 1994.
  • Dallhammer, Hermann: Ansbacher Chronik; Kleine Residenz, Große weite Welt; erschienen 1979
  • Heidingsferlder, Georg: Der unbekannte Platen, Eine Auswahl aus seinen Gedichten; erschienen 1966

[Bearbeiten] Weblinks

Commons
 Commons: Ansbach – Bilder, Videos und Audiodateien
Wiktionary
 Wiktionary: Ansbach – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
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