Ansbach

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Dieser Artikel beschreibt die mittelfränkische Bezirkshauptstadt in Bayern. Zu weiteren Bedeutungen siehe Ansbach (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Ansbach
Ansbach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Ansbach hervorgehoben
49.30083333333310.571666666667405Koordinaten: 49° 18′ N, 10° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Höhe: 405 m ü. NHN
Fläche: 99,92 km²
Einwohner: 39.684 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 397 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91522
Vorwahlen: 0981, 09802 (Katterbach, Obereichenbach), 09805 (Claffheim, Hohe Fichte, Winterschneidbach), 09820 (Neudorf, Steinersdorf), 09823 (Höllmühle), 09825 (Käferbach)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: AN
Gemeindeschlüssel: 09 5 61 000
Stadtgliederung: 54 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Johann-Sebastian-Bach-Platz 1
91522 Ansbach
Webpräsenz: www.ansbach.de
Oberbürgermeisterin: Carda Seidel (parteilos)
Lage der Stadt Ansbach in Bayern
Weiden in der Oberpfalz Straubing Würzburg Schwabach Schweinfurt Regensburg Rosenheim Nürnberg Nürnberg Passau Landshut Memmingen Kaufbeuren Kempten Ingolstadt Fürth Hof Erlangen Coburg Bayreuth Bamberg Augsburg München Aschaffenburg Amberg Ansbach Landkreis Würzburg Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Landkreis Weilheim-Schongau Landkreis Unterallgäu Landkreis Traunstein Landkreis Tirschenreuth Landkreis Straubing-Bogen Landkreis Starnberg Landkreis Schweinfurt Landkreis Schwandorf Landkreis Rottal-Inn Landkreis Roth Landkreis Rosenheim Landkreis Rhön-Grabfeld Landkreis Regensburg Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Landkreis Regen Landkreis Passau Landkreis Ostallgäu Landkreis Oberallgäu Landkreis Nürnberger Land Landkreis Neu-Ulm Landkreis Neustadt an der Waldnaab Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Landkreis München Landkreis Mühldorf am Inn Landkreis Miltenberg Landkreis Miesbach Landkreis Main-Spessart Landkreis Lindau (Bodensee) Landkreis Lichtenfels Landkreis Landshut Landkreis Landsberg am Lech Landkreis Kulmbach Landkreis Kronach Landkreis Kitzingen Landkreis Kelheim Landkreis Hof Landkreis Haßberge Landkreis Günzburg Landkreis Garmisch-Partenkirchen Landkreis Fürth Landkreis Fürstenfeldbruck Landkreis Freyung-Grafenau Landkreis Freising Landkreis Forchheim Landkreis Erlangen-Höchstadt Landkreis Erding Landkreis Eichstätt Landkreis Ebersberg Landkreis Donau-Ries Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Dillingen an der Donau Landkreis Deggendorf Landkreis Dachau Landkreis Coburg Landkreis Cham Landkreis Berchtesgadener Land Landkreis Bayreuth Landkreis Bamberg Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Landkreis Bad Kissingen Landkreis Augsburg Landkreis Aschaffenburg Landkreis Ansbach Landkreis Amberg-Sulzbach Landkreis Altötting Landkreis Aichach-Friedberg Bodensee Schweiz Österreich Baden-Württemberg Hessen Tschechien Sachsen ThüringenKarte
Über dieses Bild

Ansbach, bis ins 18. Jahrhundert als Onolzbach bezeichnet (umgangssprachlich: Anschba;[2] historisch: Anspach[3]), ist eine kreisfreie Stadt, Sitz der Regierung und der Bezirksverwaltung von Mittelfranken sowie des Landratsamtes Ansbach.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt etwa 40 Kilometer südwestlich von Nürnberg an der Fränkischen Rezat im Einzugsgebiet des Mains. Sie ist flächenmäßig nach München, Nürnberg, Augsburg und Ingolstadt die fünftgrößte Stadt des Freistaates Bayern.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet grenzt an die Gemeinden (im Uhrzeigersinn, im Norden beginnend) Weihenzell, Petersaurach, Sachsen bei Ansbach, Lichtenau, Weidenbach, Burgoberbach, Herrieden, Leutershausen und Lehrberg.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zur Stadt Ansbach gehören 54 Stadtteile:[4]

Klima[Bearbeiten]

Durch seine Lage in Mitteleuropa befindet sich Ansbach in der warmgemäßigten Klimazone. Dabei liegt der Ort im Übergangsbereich zwischen dem feuchten atlantischen und dem trockenen Kontinentalklima.


Durchschnittliche Temperatur- und Niederschlagswerte von 1971 bis 2000
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 1,7 3,6 8,4 12,6 18,1 20,7 23,3 23,4 18,8 12,7 5,8 2,7 Ø 12,7
Min. Temperatur (°C) -3,8 -3,5 -0,1 2,2 6,8 10,0 12,0 11,7 8,2 4,2 0,3 -2,2 Ø 3,9
Temperatur (°C) -1,0 -0,1 3,8 7,2 12,5 15,5 17,7 17,4 13,1 8,1 3,0 0,3 Ø 8,2
Niederschlag (mm) 50 44 50 47 65 77 68 63 53 57 56 59 Σ 689
T
e
m
p
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1,7
-3,8
3,6
-3,5
8,4
-0,1
12,6
2,2
18,1
6,8
20,7
10,0
23,3
12,0
23,4
11,7
18,8
8,2
12,7
4,2
5,8
0,3
2,7
-2,2
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
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65
77
68
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57
56
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Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 748 wurde zwischen dem Onoldsbach (daher der spätere Name Ansbach) und der Rezat ein Benediktinerkloster gegründet. In den folgenden Jahrhunderten wuchsen das Kloster und die daneben liegende Siedlung zu einer Stadt zusammen. Ansbach wurde 1221 das erste Mal als Stadt erwähnt.

Die Stadt wurde 1331 den Hohenzollern unterstellt. 30 Jahre darauf war Ansbach die Hauptstadt der verschiedenen zollerschen Herrschaftsbereiche.

Als die Hohenzollern zu Kurfürsten von Brandenburg aufstiegen, wurde Ansbach nicht mit Brandenburg vereinigt, sondern blieb als Brandenburg-Ansbach unabhängig. 1791 verzichtete der letzte Markgraf Karl Alexander von Brandenburg-Ansbach gegen eine jährliche Leibrente auf sein Herrschaftsgebiet und trat seine beiden Fürstentümer Ansbach und Bayreuth an Preußen ab, um sich fortan mit seiner jungen Geliebten ein schönes Leben in England zu machen. Später fielen beide Landesteile an das Königreich Bayern, 1806 zunächst das Ansbacher Gebiet im Austausch für das wittelsbachische Herzogtum Berg, 1810 auch das zwischenzeitlich französisch verwaltete Bayreuther Teilfürstentum.

Karte der Residenzstadt Ansbach im 18. Jahrhundert

Im Jahre 1796 wählte Maximilian Joseph, Herzog von Zweibrücken und bayerischer Kurprätendent, Ansbach zu seiner Exilresidenz, nachdem Zweibrücken von Frankreich besetzt worden war. Preußen hatte sich 1795 im Frieden von Basel vom Reichskrieg gegen das revolutionäre Frankreich zurückgezogen und seine Neutralität erklärt. Damit war das preußische Ansbach ein sicherer Zufluchtsort. Maximilian von Montgelas entwickelte dort für seinen landlosen Fürsten Maximilian Joseph ein umfassendes Konzept einer künftigen radikalen politischen Neugestaltung Bayerns. Die Denkschrift wurde durch Eberhard Weis als Ansbacher Mémoire ediert. Nach dem Erbfall von 1799 und dem Regierungsantritt des bayerischen Kurfürsten Maximilian IV. Joseph und späteren (ab 1806) Königs Max I. Joseph wurde das Ansbacher Mémoire zur konzeptuellen Grundlage des modernen bayerischen Staates.

Von 1523 bis 1603 waren die Markgrafen von Ansbach auch Herzöge von Jägerndorf.

Ansbach ist Heimatstadt des Astronomen Simon Marius, der die Monde des Jupiter von den Türmen des dortigen Schlosses aus noch vor Galileo Galilei entdeckt haben soll.

Von 1831 bis zu seinem Tod 1833 lebte Kaspar Hauser in Ansbach. Er starb an einer im Hofgarten erlittenen Stichwunde.

Nach zunehmenden Problemen bei der Trinkwasserversorgung ging 1900 das städtische Wasserwerk im 25 Kilometer entfernten Gersbach in Betrieb. Es liefert (gemeinsam mit dem 1966 errichteten zweiten Werk in Schlauersbach) 98 % des Trinkwassers.

Mindestens seit dem Ende des 18. Jahrhunderts waren jüdische Familien im Ort ansässig. Sie errichteten einen Jüdischen Friedhof in der Rügländer Straße, der während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft geschändet und eingeebnet wurde. 1946 wiederhergestellt, wurde er seither mehrmals erneut geschändet. Eine Tafel an der Friedhofsmauer erinnert an diese Barbarei. Die Jüdische Gemeinde erbaute in der Rosenbadstraße 3 ihre Synagoge, die beim Novemberpogrom 1938 ebenfalls von SA-Männern geschändet, aber zum Schutz benachbarter Gebäude nicht niedergebrannt wurde. Heute dient sie als „symbolisches Gotteshaus“. Eine Gedenktafel im Vorraum erinnert an die Synagoge und an die jüdischen Einwohner, die dem Völkermord an den Juden durch die Nationalsozialisten zum Opfer fielen.

Aus der Heil- und Pflegeanstalt Ansbach wurden im Jahre 1940 im Rahmen der Euthanasie-Tötungsaktion T4 mindestens 500 Patienten in die als psychiatrische Anstalten getarnten Mordanstalten Sonnenstein und Hartheim verschleppt und dort vergast. In der Ansbacher Anstalt selbst wurden in einer „Kinderfachabteilung“ etwa 50 behinderte Kinder mit dem Präparat Luminal zu Tode gespritzt. Seit 1988 erinnert im Bezirkskrankenhaus Feuchtwangerstraße 38 eine Gedenktafel an diese Todesopfer.

Nur etwa drei Wochen lang vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Deutschland existierte im Ort ein Außenlager des KZ Flossenbürg, dessen Häftlinge Zwangsarbeit für die Reichsbahn verrichten mussten. Auf dem Waldfriedhof sind 58 KZ-Opfer begraben, wobei ungewiss ist, ob sie aus dem Ansbacher Lager stammen. Mit einem Gedenkstein wird ihrer dort gedacht. Bei Kriegsende setzte sich der neunzehnjährige Student Robert Limpert aktiv für die kampflose Übergabe der Stadt an die US-Truppen ein. Durch Hitlerjungen verraten, wurde er vom Kampfkommandanten der Stadt, Oberst Meyer, persönlich am Tor des Rathauses aufgehängt. Mehrere Gedenkzeichen im Ort zur Erinnerung an seine Rettertat konnten gegen große Widerstände aus der Bürgerschaft im Laufe der Jahre angebracht werden: in der Ludwigskirche, im Gymnasium Carolinum Reuterstraße 9 und in der Kronenstraße 6.[5]

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Ansbach zur Amerikanischen Besatzungszone. Die amerikanische Militärverwaltung richtete in einer ehemaligen Lungenheilanstalt im heutigen Stadtteil Strüth ein DP-Lager zur Unterbringung so genannter Displaced Persons ein.

Die Landesherren des Fürstentums Ansbach[Bearbeiten]

Die hohenzollernschen Markgrafen von Brandenburg-Ansbach

Die Fayence-Manufaktur Ansbach[Bearbeiten]

Dank eines 1709 von Markgraf Wilhelm Friedrich erlassenen Privilegs produzierte die Fayence-Manufaktur Ansbach ab 1710. Zunächst (bis etwa 1725) übernahm Ansbach das blauweiße Dekor aus Rouen, später erweiterte man die Palette um Mangan, Grün und Gelb. Unter J. G. Ch. Popp gelang das Kopieren des chinesischen Dekors der Grünen Familie – dies machte Ansbach berühmt. Besonders kostbar sind die Stücke dieser Familie und kalt bemalte Stücke mit Kirschblüten und Vögeln in Reliefdekor. Die Manufaktur bestand mit einer kurzen Unterbrechung 1806/07 bis 1839.

Religionen[Bearbeiten]

Neben der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und dem katholischen Stadtdekanat Ansbach innerhalb des Erzbistums Bamberg sind in Ansbach folgende Freikirchen vertreten:

Es gibt in Ansbach drei Gemeinden der Zeugen Jehovas, wovon eine ihre Zusammenkünfte in Englisch abhält. Auch die Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage (Mormonen) ist vertreten. Mit dem Zuzug von Gastarbeitern aus den muslimischen Ländern gibt es auch einige kleine muslimische Gemeinschaften. Seit 2005 gibt es einen kleinen buddhistischen Tempel, und seit 2007 eine kleine hinduistische Gemeinde.[6]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

In die Stadt Ansbach wurden eingemeindet:[7]

Politik[Bearbeiten]

Oberbürgermeister[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Stadtratswahl 2014[8][9]
Wahlbeteiligung: 49,1 (2008: 54,5 %)
 %
40
30
20
10
0
30,6 %
20,1 %
15,4 %
10,5 %
8,3 %
7,7 %
6,2 %
1,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
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  -4
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-1,5 %p
-0,8 %p
-2,0 %p
+0,6 %p
+7,7 %p
+3,2 %p
+1,2 %p

Die letzten Kommunalwahlen führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Stadtrat:[8][9]

2002 2008 2014
CSU 16 13 12
SPD 11 9 8
Bürgerinitiative Ansbacher Parteiloser (BAP) 8 7 6
Grüne 2 5 4
ödp 3 3 4
Freie Wähler (FW) 0 2 3
Offene Linke Ansbach (OLA) 0 1 3
FDP/Piraten 0 0 0
Summe 40 40 40

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Vier Städtepartnerschaften:[10]

  • Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mit Bay City in den USA wurde schon 1960 eine Partnerschaft vereinbart.
  • FrankreichFrankreich Seit dem 17. Juli 1968 besteht die Partnerschaft mit der Stadt Anglet in Frankreich.[11]
  • China VolksrepublikChina 2004 wurde eine neue Partnerschaft mit dem chinesischen Ort Jing Jiang geschlossen.
  • ItalienItalien 2006 kam mit der italienischen Stadt Fermo eine weitere Partnerschaft hinzu.

Patenstadt[Bearbeiten]

Ansbach ist seit dem 21. Juni 1954 Patenstadt von Krnov (Jägerndorf)[12] in Tschechien. Die Patenschaft entstand hauptsächlich aus der alten geschichtlichen Verbindung mit dem Herzogtum Jägerndorf und aus den Bemühungen des Freistaates Bayern, die Sudetendeutschen wirtschaftlich, kulturell und sozial einzugliedern. Der Gründer des Jägerndorfer Heimatarchivs in der Patenstadt Ansbach, Professor Ernst Kober, geboren am 4. September 1885, verstarb am 30. November 1963 in Ansbach und wurde am Stadtfriedhof beerdigt. Er war der Vater der Patenschaft. Zusammen mit dem Fachlehrer Konorza, der 1953 über den Bund der Vertriebenen (BdV) in den Ansbacher Stadtrat gewählt wurde, konnte unter dem damaligen Oberbürgermeister Burkhardt – dem späteren Bezirksratspräsidenten – der Weg zur Patenschaft vorbereitet werden.

In den Jägerndorfer Heimatstuben im Rückgebäude des alten Rathauses am Martin-Luther-Platz sind in sechs Räumen Exponate aus der Geschichte des Herzogtums Jägerndorf zu besichtigen. Das Jägerndorfer Heimatarchiv befindet sich im Kulturzentrum (Stadtarchiv) am Karlsplatz.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

St. Johannis
Am Martin-Luther-Platz, im Hintergrund St. Gumbertus
Residenzschloss
Orangerie
Herrieder Torturm, erbaut von Johann David Steingruber im 18. Jahrhundert

Theater und andere Einrichtungen[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

  • Markgrafenmuseum (mit Kaspar-Hauser-Abteilung)

Bauwerke[Bearbeiten]

Die Residenz entwickelte sich aus einer mittelalterlichen Anlage. Um 1400 entstand die große Gotische Halle mit ihrem Kreuzrippengewölbe. Hier ist die größte Sammlung von Fayencen und Porzellan aus der ehemaligen Ansbacher Manufaktur ausgestellt. Die letzten Umbauten erfolgten zwischen 1705 und 1730, die Innenausstattung stammt aus der Zeit zwischen 1734 und 1745 (Architekt Leopoldo Retti). Da der letzte Markgraf von Brandenburg-Ansbach 1791 die Residenz bei seiner Abdankung dem Königreich Preußen übergab, war das Schloss ab diesem Zeitpunkt kein Herrschersitz mehr, die Räume wurden nicht mehr nach dem Zeitgeschmack modernisiert und sind deshalb weitgehend unverändert erhalten. Sehenswert sind das Deckenfresko von Carlo Carlone im Festsaal, die Gemäldegalerie des Rokoko, Gemälde aus der ehemaligen markgräflichen Galerie und eine Sammlung Meißner Porzellan im Spiegelkabinett.

Liste der Baudenkmäler in Ansbach

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Skulpturenmeile[Bearbeiten]

Seit 2003 finden in Ansbach Skulpturenmeilen statt. Dabei werden Werke von wechselnden Künstlern im öffentlichen Raum in der Innenstadt in den Sommermonaten ausgestellt und präsentiert. Von 2003 bis 2009 fand die Skulpturenmeile jährlich statt, seitdem im Zwei-Jahres-Turnus.

Liste der Künstler:

  • 2003: Jürgen Goertz (Skulpturen), Christa Goertz (Bilder)
  • 2004: Thomas Röthel, Bettina Schlüsselburg
  • 2005: Claude Viseux
  • 2006: Walter Kopp
  • 2007: Kurt Laurenz Metzler
  • 2008: Quirin Mayer
  • 2009: Ernst Steinacker
  • 2010: –
  • 2011: Rolf Szymanski
  • 2013: Ottmar Hörl

Sport[Bearbeiten]

Deutschlandweit bekannt wurde Ansbach in den 60er Jahren, als der TSV 1860 Ansbach zwischen 1960 und 1962 zweimal die deutsche Feldhandball-Meisterschaft gewann. Des Weiteren wurden die Ansbacher Grizzlies 1981, 1982 und 1985 Deutscher Meister im American Football. Die Basketballabteilung spielte als hapa Ansbach in der Pro B-Liga. Ansbach war zudem mehrmals Etappenort bedeutender deutscher Radrennen. In den Jahren 2000 und 2003 endete jeweils eine Etappe der Deutschland-Tour in Ansbach, 2001 war die Internationale Bayernrundfahrt für Radprofis zu Gast in der Residenzstadt.

Weitere bedeutende Vereine:

  • SpVgg Ansbach (Fußballverein)
  • Ansbach Grizzlies (American Football)
  • hapa Ansbach (Basketball)
  • Radsportgemeinschaft (RSG) Ansbach (Radsport, Volksradfahren, Triathlon)
  • HG Ansbach (Handball)
  • Judo-Team Ansbach (Judo)
  • TSV 1860 Ansbach (Leichtathletik, Tennis, …)
  • TSV Fichte Ansbach (Fußball, Tennis, …)
  • ESV Ansbach-Eyb (Fußball, Tennis, …)
  • SV Schalkhausen
  • TSV Brodswinden
  • TSV Elpersdorf
  • SV Meinhardswinden

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Ansbach hat durch den Sitz der Bezirksregierung, überregionaler Behörden und Gerichte wie dem Verwaltungsgericht und einem Senat des bayerischen Verwaltungsgerichtshofes einen hohen Anteil an Beschäftigten im öffentlichen Sektor.

Comicbörse im Brücken-Center

Die Stadt ist bekannt für ihre kunststoffverarbeitenden Unternehmen (Oechsler AG, Heinlein Plastik, u. a.) und die Automobilzulieferindustrie. Die Firma Robert Bosch GmbH ist mit ihren ca. 2500 Mitarbeitern einer der wichtigsten Arbeitgeber im Raum Ansbach. Mit der Pigrol Farben GmbH, die im Jahr 2002 die Kulba Bauchemie übernommen hat, ist in Ansbach ein namhafter Holz- und Bautenschutzhersteller beheimatet. In Ansbach-Eyb hat die zum Diehl-Konzern gehörende[13] Hydrometer GmbH, ein weltweit bekannter Hersteller von Wasser- und Wärmezählern, ihren Hauptsitz. Der örtliche Einzelhandel wird mehrheitlich durch die Interessenvertretung der Ansbacher Innenstadt PRO City“ vertreten. Nordwestlich der Altstadt befindet sich das 1997 errichtete Einkaufszentrum Brücken-Center.

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Ansbach liegt an der Bundesautobahn 6. Die Bundesstraße 13 und die Bundesstraße 14 durchziehen Ansbach.

Folgende Kreisstraßen befinden sich ebenfalls in Ansbach:

Bahnverkehr[Bearbeiten]

Ansbach ist Ausgangsbahnhof der S-Bahnlinie S4 Richtung Nürnberg Hauptbahnhof

Der Bahnhof Ansbach liegt an der Bahnstrecke Nürnberg–Crailsheim und an der Bahnstrecke Treuchtlingen–Würzburg.

Über die Bahnstrecke Nürnberg-Crailsheim ist Ansbach als Teil des Verkehrsverbundes Großraum Nürnberg mit der Linie S4 an das Schnellverkehrsnetz der Metropolregion Nürnberg angeschlossen.

Busverkehr[Bearbeiten]

Der städtische Busverkehr wird von der Ansbacher Bäder und Verkehr GmbH betrieben.

Flugverkehr[Bearbeiten]

Der Flugplatz Ansbach-Petersdorf ist ein kleiner Flugplatz zwischen den Nachbargemeinden Bruckberg und Weihenzell. Der nächste internationale Flughafen befindet sich in Nürnberg.

Medien[Bearbeiten]

Senderanlagen[Bearbeiten]

Sender Ansbach

Ansbach ist der Standort dreier Sendeanlagen, der Ludwigshöhe, des Senderstandorts Katterbach der amerikanischen Truppen und des Senderstandorts Galgenmühle.

Hauptartikel: Sender Ansbach
Frequenz
(MHz)
Programm RDS PS Regionalisierung ERP
(kW)
Sendediagramm
rund [ND]/gerichtet [D]
Polarisation
horizontal [H]/vertikal [V]
Vom Sender Ansbach/Ludwigshöhe abgestrahlte Radioprogramme
89,4 Radio 8 RADIO_8 0,5 kW ND H
105,8 Radio Galaxy GALAXY Ansbach 0,1 kW D H
Vom Sender Ansbach/Katterbach abgestrahltes Radioprogramm
107,3 AFN – The Eagle Bavaria 0,25 kW D H
Vom Sender Ansbach/Galgenmühle abgestrahlte Radioprogramme
92,7 Deutschlandfunk DLF 0,2 kW D H
102,7 Deutschlandradio Kultur DKULTUR 0,2 kW D H

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

  • Landesfinanzschule Bayern
  • Hochschule Ansbach
  • Staatsinstitut Ansbach für die Ausbildung von Fachlehrern an allgemein bildenden Schulen (Abteilung III) und an beruflichen Schulen (Abteilung IV)
  • Theresien-Gymnasium
  • Platen-Gymnasium
  • Gymnasium Carolinum
  • Staatliche Realschule Ansbach (Johann-Steingruber-Schule)
  • Maschinenbauschule Ansbach (mit Fachschule für Maschinenbautechnik und Fachakademie für Medizintechnik)
  • Staatliche Fach- und Berufsoberschule
  • Städtische Wirtschaftsschule
  • Staatliche Berufsschule I mit Berufsfachschule für Technische Assistenten für Informatik
  • Staatliche Berufsschule zur sonderpädagogischen Förderung (Schwerpunkt Lernen)
  • Staatliches Berufliches Schulzentrum, bestehend aus Berufsschule II und Berufsfachschulen für Hauswirtschaft, Kinderpflege und Sozialpflege
  • Evangelische Schule Ansbach
  • Friedrich-Güll-Schule Ansbach
  • Weinbergschule Ansbach Grund- und Hauptschule
  • Waldschule Ansbach Grund- und Hauptschule: Kooperation mit der bundesweiten Initiative Wissensfabrik
  • Luitpoldschule Ansbach
  • Grundschule Brodswinden

Garnison[Bearbeiten]

Bis zu Errichtung der Hochschule Ansbach befand sich auf dem Gelände eine Kaserne. In der Zeit der Markgrafen erbaut und von berittenen Truppen belegt, lagen nach ihrer Erweiterung dort im Königreich Bayern nacheinander (von 1815 bis 1867) das K. B. 2. Chevaulegers-Regiment und (von 1868 bis 1919) das K. B. 2. Ulanen-Regiment „König von Bayern“. Zur Zeit der Weimarer Republik lagen keine Truppen in Ansbach. Von 1936 bis 1945 war in der Kaserne das Artillerie-Regiments 53 der Wehrmacht stationiert. Danach wurden die Anlagen von der US Army Europe genutzt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Westmittelfranken – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Westmittelfranken

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann Dallhammer: Ansbacher Chronik: Kleine Residenz, Große weite Welt. Ansbacher Museums-Verlag, 1979, DNB 800254988.
  • Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Erlangen 1955, DNB 480570132, S. 39ff.
  • Diana Fitz: Ansbach unterm Hakenkreuz. Ansbach 1994, DNB 943208262.
  • August Gebeßler: Ansbach. (Deutsche Lande – Deutsche Kunst). München/ Berlin 1964, DNB 451450906.
  • Aaron Bär Grünbaum: Das Erbtheil der Väter. Predigt gehalten am Säkularfeste der Synagoge zu Ansbach. Nebst einigen Notizen zur Geschichte der israelitischen Gemeinde. Ansbach 1846.
  • Lara Hausleitner: "60 Jahre danach: Luftangriffe & Kriegsende in Ansbach. Zeitzeugen berichten." Ansbach 2005. 51 Seiten. Hrsg.: Fränkische Landeszeitung und Stadt Ansbach.
  • Lara Hausleitner: "60 Jahre danach: Neubeginn im Frieden. Zeitzeugen berichten." Ansbach 2006. 71 Seiten. Hrsg.: Fränkische Landeszeitung und Stadt Ansbach.
  • Ingenieuroffiziere in Ansbach In: Norbert Hierl-Deronco: Es ist eine Lust zu Bauen, von Bauherren, Bauleuten und vom Bauen im Barock in Kurbayern-Franken-Rheinland. Krailling 2001, ISBN 3-929884-08-9.
  • Wolfgang Wüst: Leben zwischen höfischem Luxus und ökonomischer Enge. Die Residenzen der Bischöfe von Augsburg und der fränkischen Hohenzollern im Absolutismus. In: ZHVS 99. (2006) S. 111–134.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ansbach – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Ansbach – Reiseführer
 Wikisource: Ansbach – Quellen und Volltexte
 Wiktionary: Ansbach – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. 1955, S. 39.
  3. Anspach-Baireuth. Abgerufen am 24. Juni 2013.
  4. Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek
  5. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation. Band 1, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 113f.
  6. Bericht der Bezirksregierung Mittelfranken über die Religionszugehörigkeit, Nürnberg 2007.
  7.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 600.
  8. a b Vorläufiges Ergebnis zur Stadtratswahl 2014 am 16.03.2014. Stadt Ansbach, 17. März 2014, abgerufen am 4. April 2014.
  9. a b Wahl zum Stadtrat in 561 Ansbach. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, 17. März 2014, abgerufen am 4. April 2014.
  10. [1]
  11. Städtepartnerschaften von Anglet
  12. Patenschaft Ansbach-Jägerndorf
  13. Auf der Homepage der Diehl-Gruppe
  14. Online-Magazin. Ansbach Plus, abgerufen am 23. Oktober 2013.
  15. Uwe Schaper: Krafft Graf von Crailsheim: das Leben und Wirken des bayerischen Ministerpräsidenten. Stadtarchiv Nürnberg, Nürnberg 1991, ISBN 3-87432-117-7 (zugleich Dissertation, Universität Erlangen, 1988), hier S. 61
  16. Ehrenbürger der Stadt Ansbach. Ansbach Plus, abgerufen am 24. Juni 2013.