Anschi Machatschkala

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Anschi Machatschkala
FK Anzhi Makhachkala Logo.svg
Voller Name Futbolny Klub Anschi Machatschkala
Gegründet 1991
Stadion Anschi-Arena
Plätze 30.000
Präsident RusslandRussland Suleiman Kerimow
Trainer RusslandRussland Sergei Taschujew
Homepage fc-anji.ru
Liga 1. Division
2013/14 16. Platz in der Premjer-Liga (Abstieg)
Heim
Auswärts

Der FK Anschi Machatschkala (russisch Футбольный Клуб Анжи Махачкала/Futbolny Klub Anschi Machatschkala) ist ein 1991 gegründeter russischer Fußballverein aus Machatschkala, der Hauptstadt Dagestans, der von 2010 bis 2014 in der Premjer-Liga spielte.

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits im Gründungsjahr 1991 qualifizierte sich der Club als dagestanischer Republikmeister für die zweite russische Division (dritte Liga). 1996 stieg das Team weiter in die erste russische Division (zweite Liga) auf. Nach weiteren drei Jahren wurde die Mannschaft Meister der Liga und stieg in die höchste russische Spielklasse auf. Im ersten Jahr in der Premjer-Liga gelang dem Verein direkt der vierte Platz und damit die Qualifikation für den UEFA-Pokal 2001/02. Wegen der prekären Sicherheitslage aufgrund der Nähe zur Krisenrepublik Tschetschenien beschloss die UEFA, dass anstelle des üblichen Hin- und Rückspiels ein einziges Spiel auf neutralem Platz durchzuführen sei; dies ging in Warschau gegen die Glasgow Rangers mit 0:1 verloren.[1] Ebenfalls 2001 stand der Club im Finale des russischen Pokals, das mit 3:4 nach Elfmeterschießen gegen Lokomotive Moskau verloren ging. Nach der Saison 2002 stieg der Club jedoch wieder ab. Die Saison 2009 beendete das Team auf dem ersten Platz in der 1. Division und schaffte somit den erneuten Aufstieg in die russische Eliteklasse.

Übernahme und Investitionen[Bearbeiten]

Im Januar 2011 übernahm der russische Milliardär Suleiman Kerimow den Club. Nachdem Anfang 2011 bereits Roberto Carlos ablösefrei von Corinthians Paulista verpflichtet wurde,[2] wurde im August 2011 Samuel Eto’o von Inter Mailand für ca. 27 Millionen Euro verpflichtet.[3] Am 17. Februar 2012 wurde der bekannte holländische Trainer Guus Hiddink als Cheftrainer unter Vertrag genommen.[4]

Als Fünftplatzierter der russischen Liga 2011/12 qualifizierte sich Anschi für die Europa League. Dort trat der Klub am 19. und 26. Juli 2012 gegen Honvéd Budapest an. Die UEFA verbot dem Klub jedoch, das Heimspiel im Stadion in Machatschkala auszutragen, und begründete dies mit der Sicherheitslage im Nordkaukasus. Als Ersatzspielort wählte der Verein daher das zwei Flugstunden entfernte Ramenskoje nahe Moskau[5], wo die Mannschaft auch ihren ständigen Wohn- und Trainingsort hat. Anschi gewann das Hin- und Rückspiel mit 1:0 bzw. 4:0. In der 3. Qualifikationsrunde setzte sich Anschi mit zwei 2:0-Siegen gegen Vitesse Arnheim durch, traf dann in den Play-offs zur Gruppenphase auf AZ Alkmaar und konnte sich mit 1:0 und 5:0 durchsetzen. In der Zwischenrunde der Europa League schlug Anschi im Heimspiel (das erneut in Moskau ausgetragen wurde) Hannover 96 mit 3:1 und erzielte im Rückspiel am 21. Februar 2013 ein 1:1. Damit zog die Mannschaft in das Achtelfinale ein. Dort traf Anschi auf Newcastle United, spielte zuhause 0:0 (vor 5.000 Zuschauern), danach auswärts 0:1 (vor über 45.000 Zuschauern, Torschütze: Papiss Demba Cissé (90.+ 4 Minute)) und schied damit aus. In der heimischen Liga wurde die bisher erfolgreichste Saison gespielt, als der 3. Platz in der Meisterschaft errungen wurde.

Senkung des Spieleretats[Bearbeiten]

Vor der Saison 2013/14 trat Cheftrainer Guus Hiddink zurück. Als Nachfolger wurde Gadschi Gadschijew, der Anschi bereits von April 2010 bis September 2011 trainiert hatte, vom Ligakonkurrenten Krylja Sowetow Samara verpflichtet. Prominenteste Neuzugänge waren die russischen Nationalspieler Alexander Kokorin (von Dynamo Moskau, ca. 19 Mio. Euro Ablöse), Igor Denissow (Zenit St. Petersburg, ca. 15 Mio. Euro) und Alexei Ionow (FK Kuban Krasnodar, ca. 5 Mio. Euro). Zudem wurde Christopher Samba, der erst im Januar zu den Queens Park Rangers gewechselt war, nach deren Abstieg in die 2. Liga für 11–12 Mio. Euro zurückgekauft, wodurch die Mannschaft mit gut 50 Mio. Euro verstärkt wurde. Anfang August verkündete der Verein, dass viele teure Spieler den Verein verlassen werden, um den Spieleretat um 50 bis 70 Mio. US-Dollar zu senken und man in Zukunft vermehrt auf Jugendspieler setzen werde. Offiziell wurde der ausbleibende Erfolg seit 2011 und das Financial Fairplay der UEFA für die Neuausrichtung angegeben.[6] Zudem werden finanzielle Schwierigkeiten von Klubbesitzer Suleiman Kerimow vermutet, dessen Aktien bei der Firma Uralkali um bis zu einem Viertel eingebrochen waren.[7][8] Als erster Spieler wurde Oleg Schatow an Zenit St. Petersburg abgegeben. Es folgten die Verkäufe der erst kurz zuvor verpflichteten Alexander Kokorin, Igor Denissow, Christopher Samba und Alexei Ionow sowie von Juri Schirkow und Wladimir Gabulow jeweils an Dynamo Moskau. Des Weiteren verließen Mbark Boussoufa, Lassana Diarra, Arseni Logaschow (alle zu Lokomotive Moskau), João Carlos (Spartak Moskau), Willian, Samuel Eto'o (beide FC Chelsea) und Mehdi Carcela-Gonzalez (Standard Lüttich) den Verein.

Trotz zahlreicher, namhafter Abgänge schaffte es das neu zusammengestellte Team die Gruppenphase der Europa League zu überstehen und sogar im Sechzehntelfinale den KRC Genk zu bezwingen.[9] Im anschließenden Achtelfinale traf Anschi auf AZ Alkmaar, verlor auswärts 0:1 und spielte danach zuhause 0:0. Somit schied der dagestanische Verein aus dem weiteren Wettbewerb aus.[10] In der Premjer-Liga konnte sich die Mannschaft nicht halten und stieg als Tabellenletzter erneut in die zweitklassige 1. Division ab.

Spielstätte[Bearbeiten]

Von 1991 bis 2003 und von 2006 bis März 2013 trug Anschi Machatschkala seine Heimspiele im Dinamo-Stadion aus, das 1927 gebaut und am 31. Mai desselben Jahres eröffnet wurde. Im März 2013 zog das Team in die modernisierte und auf 30.000 Zuschauer erweiterte Anschi-Arena um, in der schon von 2003 bis 2006 die Heimspiele ausgetragen wurden.

Erfolge[Bearbeiten]

National[Bearbeiten]

International[Bearbeiten]

Aktueller Kader[Bearbeiten]

Tor Abwehr Mittelfeld Angriff
1 RusslandRussland Jewgeni Pomasan 31.01.1989
22 RusslandRussland Alexander Kerschakow 28.01.1987
27 RusslandRussland Mechti Dschenetow 26.01.1992
2 RusslandRussland Andrei Jeschtschenko 09.02.1984
3 RusslandRussland Ali Gadschidekow 06.08.1989
4 KamerunKamerun Benoît Angbwa 01.01.1982
5 GeorgienGeorgien Gia Grigalawa 05.08.1989
7 RusslandRussland Kamil Agalarow 11.06.1988
13 RusslandRussland Rassim Tagirbekow 04.05.1984
37 BrasilienBrasilien Ewerton Almeida 23.03.1989
44 RusslandRussland Murad Kurbanow 22.03.1992
8 UkraineUkraine Olexandr Alijew 03.02.1985
15 RusslandRussland Dinijar Biljaletdinow 27.02.1985
16 ArmenienArmenien Karlen Mkrttschjan 25.11.1988
17 RusslandRussland Scharif Muchammad 21.03.1990
20 RusslandRussland Wladimir Sobolew 30.07.1991
33 RusslandRussland Anwar Gasimagomedow 11.05.1988
80 RusslandRussland Alexander Troschetschkin 23.04.1996
87 RusslandRussland Ilja Maximow 02.02.1987
91 RusslandRussland Machatsch Gadshiew 18.10.1987
10 RusslandRussland Fjodor Smolow 09.02.1990
28 RusslandRussland Serder Serderow 10.03.1994
39 ArgentinienArgentinien Gustavo Blanco 05.11.1991
99 RusslandRussland Islamnur Abdulawow 07.03.1994

Platzierungen[11][Bearbeiten]

Premjer-Liga 1. Fußball-Division (Russland) Premjer-Liga 1. Fußball-Division (Russland) 2. Fußball-Division (Russland)

(grün = Höchste Spielstufe (Oberste Liga/Oberste Division/Premjer-Liga), gelb = 2.-höchste Spielstufe (1. Liga/1. Division), pink = 3.-höchste Spielstufe (2. Liga); grau = Dagestanische Republikmeisterschaft (Amateure))

Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten]

Russland und ehemalige Sowjetunion

Europa

Rest der Welt

Bekannte ehemalige Trainer[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rangers seal late victory“, Meldung von BBC Sport vom 27. September 2001 (englisch, besucht am 27. April 2008)
  2. ESPN: Roberto Carlos joins Anzhi
  3. kicker online: Perfekt: Anschi angelt sich Eto'o
  4. Mit dem Flugzeug zum Heimspiel, Süddeutsche Zeitung online vom 21. Februar 2012
  5. http://www.stern.de/sport/fussball/anschi-spielt-nahe-moskau-1854166.html
  6. Information message about club`s development strategy (englisch)
  7. kicker online: Umbruch bei Machatschkala: Stars vor dem Absprung
  8. Fußball in Russland: Anschi plant den Radikalumbau
  9. [1]
  10. [2]
  11. Anzhi (Mahachkala). In: klisf.info. Klub ljubitelei istorii i statistiki futbola, abgerufen am 14. Januar 2010 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Anschi Machatschkala – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien