Anschlag (Halver)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

51.1652694444447.4795305555556404Koordinaten: 51° 9′ 55″ N, 7° 28′ 46″ O

Anschlag
Stadt Halver
Höhe: 404 m ü. NN
Einwohner: 100
Postleitzahl: 58553
Vorwahlen: 02355, 02353
Anschlag (Halver)
Anschlag

Lage von Anschlag in Halver

Anschlag ist ein Ortsteil im Süden der Stadt Halver in Nordrhein-Westfalen.

Lage[Bearbeiten]

Der Ort liegt im Märkischen Kreis direkt an der Grenze zur Stadt Wipperfürth im Oberbergischen Kreis. Hier verläuft auch die Grenze zwischen dem Rheinland und Westfalen, die aus der historischen Territorialgrenze zwischen der Grafschaft Mark und dem Herzogtum Berg entstammt.

Das Zentrum von Halver befindet sich ca. drei Kilometer nordöstlich, das der Nachbarstadt Wipperfürth ca. acht Kilometer südwestlich. Anschlag liegt auf einer Höhe von 400 Metern über Normalnull.

Durch den Ort hindurch führt der interregionale Radrundweg Radroute Wasserquintett, der im Rahmen der Regionale 2010 entstand.

Etymologie und Geschichte[1][Bearbeiten]

Anschlag wurde erstmals 1630 urkundlich erwähnt, die Entstehungszeit der Siedlung wird aber für den Zeitraum zwischen 1500 und 1600 vermutet. Somit gehört Anschlag zu den jüngeren Siedlungen in Halver. Anschlag ist ein Abspliss der Hofschaft Lausberge.

An Anschlag verlief eine Altstraße von Köln über Wipperfürth, Halver, Lüdenscheid, Werdohl und Arnsberg nach Soest vorbei, ein bedeutender frühmittelalterlicher (nach anderen Ansichten bereits vorgeschichtlicher) Handels-, Pilger- und Heerweg. Eine weitere frühgeschichtliche Altstraße über Radevormwald nach Schwelm mit Verlauf über die heutige Landesstraße L284 und Kreisstraße K3, die als Eisen- und Kohlenstraße genutzt wurde, kreuzte in Anschlag den Heerweg.

An der Grenze gab es in der frühen Neuzeit eine Zollstelle mit einem Schlagbaum. Dieser Tatsache verdankt der Ort den Namen. Auf alten Karten erscheint er als „Tollen Anschlag“ (= Zoll veranschlagen / Zollstelle mit Schlagbaum).

Im 20. Jahrhundert besaß Anschlag einen Abzweigebahnhof an der Wuppertalbahn. Von dort zweigte die Bahnstrecke Anschlag–Wipperfürth zur Wippertalbahn ab. Die Verbindung nach Radevormwald wurde als erste am 30. Juni 1910 eröffnet; wenig später folgten weitere Teilinbetriebnahmen. Der Abschnitt Wipperfürth–Anschlag wurde bereits 1960 stillgelegt, auf dem Abschnitt Radevormwald–Anschlag–Oberbrügge wurde 1964 der Personenverkehr und 1968 der Güterverkehr eingestellt. Der Abbau der Strecke erfolgte von 1972 bis 1974.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alfred Jung: Halver und Schalksmühle. Untersuchung und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum. Freunde der Burg Altena, Altena 1978 (Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Heimatkunde der ehemaligen Grafschaft Mark 13, ISSN 0516-8260).