Ansett Australia

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Ansett Australia
Logo der ehemaligen Ansett Australia
Airbus A320 der Ansett Australia
IATA-Code: AN
ICAO-Code: AAA
Rufzeichen: ANSETT
Gründung: 1935
Betrieb eingestellt: 2001
Sitz: Melbourne, AustralienAustralien Australien
Drehkreuz:

Flughafen Melbourne,
Kingsford Smith International Airport Sydney

Heimatflughafen:

Flughafen Melbourne

Leitung: Sir Reginald Ansett
Allianz: Star Alliance
Vielfliegerprogramm: Global Rewards
Flottenstärke: 77
Ziele: Nationale und international
Ansett Australia hat den Betrieb 2001 eingestellt. Die kursiv gesetzten Angaben beziehen sich auf den letzten Stand vor Einstellung des Betriebes.

Ansett Australia war eine australische Fluggesellschaft mit Sitz in Melbourne und Mitglied der Luftfahrtallianz Star Alliance. Sie hat im Jahr 2001 Insolvenz angemeldet und daraufhin den Betrieb eingestellt.

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Jahre[Bearbeiten]

Ansett-ANA Douglas DC-6B in Adelaide International Airport in den frühen 1960er Jahren.

1931 gründete der Australier Reginald Ansett ein Transportunternehmen und begann mit Bus- und LKW-Fahrten in Victoria. 1936 schuf er die neue Fluglinie als Ansett Airways Pty. Ltd, die bald den Flugbetrieb zwischen Melbourne und Hamilton mit einer Fokker Universal aufnahm. In der folgenden Zeit kaufte Ansett viele kleinere Fluggesellschaften auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Ansett durch die Zwei-Fluglinien-Strategie (Two-Airlines-Policy) der australischen Regierung benachteiligt und investierte infolgedessen stärker in den Schiffs- und Hotelsektor. Dies änderte sich am 4. Oktober 1957, als Ansett den bisherigen Hauptkonkurrenten ANA aufkaufen durfte, die Australian National Airways. Danach dominierte Ansett gemeinsam mit dem staatlichen Anbieter TAA den inneraustralischen Passagierflugverkehr. Die Fusion mit ANA blieb bis 1969 durch den Namen Ansett-ANA sichtbar, danach wurde der Name Ansett Australia gewählt, und weiterhin kleinere Firmen aufgekauft und teilweise als Tochterfirmen weiterbetrieben. Die älteren, aber günstigen Flugzeuge Vickers Viscount und Lockheed L-188 Electra kamen zum Einsatz, weil Ansett durch die Übernahme zunächst finanziell geschwächt blieb.

Das Jet-Zeitalter[Bearbeiten]

Die Boeing 727 war ab November 1964 Ansetts erster Jet. Neben Australien war auch Port Moresby im damaligen Treuhandgebiet Neuguinea ein zentraler Einsatzschwerpunkt von Ansett. 1981 bestellte man eine völlig neue Flotte u. a. Boeing 767 und Boeing 737.

Nach der Deregulierung des Passagierflugmarktes von 1990 wurden die Fluggesellschaften East-West Airlines, Ansett WA und Ansett Express zu Ansett Australia zusammengefasst, die zwei Jahre darauf die ersten internationalen Flüge aufnahm, wie beispielsweise nach Hongkong. Die internationale Expansion erfolgte vorsichtig und langsam, da man nun in ein Geschäftsfeld vordrang, in dem bisher nur Qantas Airways tätig war.

Seit März 1999 war Ansett Australia Mitglied der Luftfahrtallianz Star Alliance.

Im Februar 2000 übernahm die bisher mit 50 % an der Ansett Australia beteiligte Air New Zealand von der News Corporation die bisher dort verbliebenen 50 % der Anteile.

Insolvenz[Bearbeiten]

Mehrere Airbus A320 der ehemaligen Ansett Australia

Im September 2001 musste Ansett Australia Insolvenz anmelden und stellte bald darauf den Flugbetrieb ein — auch Ansett Australia war von dem Passagierrückgang aufgrund der Terroranschläge vom 11. September betroffen und machte zwischenzeitlich täglich 800.000 Euro Verlust. Aus diesen Gründen wurde am 13. September 2001 das Management an PricewaterhouseCoopers übertragen, bevor der Flugverkehr am 14. September eingestellt wurde.[1] Dadurch entstand in Australien eine chaotische Situation an den Flughäfen, da nahezu sämtliche Flugverbindungen der Airline annulliert wurden und es für diese Fluggäste zunächst keinen Ersatz gab. Schließlich konnten die restlichen australischen Fluggesellschaften die fehlenden Kapazitäten durch gecharterte Flugzeuge kompensieren. Dieses Unterfangen bedeutete einen enormen Kraftaufwand, da Ansett Australia den Inlandsflugverkehr zuvor beherrscht hatte. Mehrere Rettungsversuche schlugen fehl. Auch das Ansett-Terminal am Kingsford Smith International Airport in Sydney musste verkauft werden. Der Erlös diente zur Tilgung der Schulden der Muttergesellschaft von Ansett Australia.

Heute stehen viele Flugzeuge der Gesellschaft eingemottet auf Flugzeugfriedhöfen in Arizona. Die Muttergesellschaft Ansett hat noch mit den Schulden ihrer ehemaligen Fluggesellschaft zu kämpfen.

Zeitlinie[Bearbeiten]

Vereinfachte Zeitlinie zur Geschichte der australischen Luftfahrtlinien (zum detaillierten Schaubild)

Ziele[Bearbeiten]

Ansett Australia bediente zuletzt zahlreiche Ziele innerhalb Australiens, beispielsweise Alice Springs, Brisbane und Hobart, und führte darüber hinaus Flüge zu asiatischen Zielen durch, darunter Shanghai, Ōsaka und Seoul.

Flotte[Bearbeiten]

Ansett Australa Airbus A320-200 zur Förderung der 2000 Olympischen Spielen in Sydney
Eine ausgeschlachtete Boeing 767-200 der ehemaligen Ansett Australia

Zuletzt betriebene Flotte[Bearbeiten]

Zum Zeitpunkt der Einstellung des Flugbetriebs bestand die Flotte der Ansett Australia aus 77 Flugzeugen[2]:

Alle Maschinen verfügten mit Business und Economy über zwei Beförderungsklassen. Darüber hinaus wurden durch mehrere Fluggesellschaften, darunter Skywest Airlines und Aeropelican Air Services, mit kleinerem Fluggerät Regional- und Zubringerflüge für Ansett Australia durchgeführt.

Historische Flotte[Bearbeiten]

(bereits vor der Einstellung des Flugbetriebs ausgemustert)[3]

Zwischenfälle[Bearbeiten]

  • Am 30. November 1961 stürzte eine Vickers Viscount kurz nach dem Start vom Flughafen Kingsford Smith in Sydney aufgrund strukturellen Versagens ins Meer, wobei alle 15 Menschen an Bord ums Leben kamen.[4]
  • Am 22. September 1966 stürzte erneut eine Vickers Viscount bei Winton ab, als ein Feuer an Bord ausbrach. Alle 21 Personen an Bord starben bei diesem Unglück.[5]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ansett Chronologie
  2. ansett.com.au: Aircraft Status (englisch) abgerufen am 2. September 2010
  3. jp airline fleets international 1967-2001
  4. Flugunfalldaten und -bericht des Unglückes vom 30. November 1961 im Aviation Safety Network, abgerufen am 2. September 2010
  5. Flugunfalldaten und -bericht des Unglückes vom 30. November 1961 im Aviation Safety Network, abgerufen am 2. September 2010

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ansett Australia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien