Antarktischer Zirkumpolarstrom

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Der antarktische Zirkumpolarstrom ist das stärkste Strömungssystem der Weltmeere. Courtesy NASA/JPL-Caltech

Der antarktische Zirkumpolarstrom (engl. Antarctic Circumpolar Current (ACC)) ist eine kalte Meeresströmung um Antarktika, die einzige, die den Atlantischen, Indischen und Pazifischen Ozean direkt verbindet und die mächtigste der Erde. In Richtung der Erdrotation wird der ACC durch die Westwinddrift angetrieben. In der Drakestraße zwischen Antarktika und Südamerika ist er besonders markant und transportiert dort zwischen 56° und 61° südlicher Breite und zwischen der Meeresoberfläche und über 4000 m Tiefe etwa die 140fache Wassermenge aller Flüsse der Erde, 140 Sv. Sein Einfluss auf das Klima ist enorm.

Das Wasser des ACC ist kälter und weniger salzhaltig als das nördlich von ihm großräumig zirkulierende Wasser der subtropischen Stromwirbel. Er enthält südlich der sogenannten Polarfront oberflächennah besonders kaltes, wenig salziges Wasser. Der ACC erhält diese Temperaturunterschiede durch seine östliche Strömung aufrecht. Bevor zwischen 30 und 40 Mio. Jahren die Tasmanische Passage und die Drakestraße sich öffneten und den ACC zuließen, wies Antarktika ein gemäßigt kaltes Klima auf.[1]

Südlich vom ACC steigt sehr salziges Tiefenwasser auf. Der Unterdruck, der das schwere Tiefenwasser hebt, entsteht durch die Corioliskraft, die den ACC von der Erdachse weg nach Norden treibt. Beide Kräfte stehen weitgehend im Gleichgewicht. In Bodennähe jedoch wird der Strom durch Reibung gebremst, die Corioliskraft fällt ab. Dort findet der Einstrom von Tiefenwasser aus den Ozeanbecken statt. In geringer Tiefe mischt sich dieses salzige Wasser mit dem des ACC, das wichtigste Element des globalen Förderbandes.

Literatur[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Helen Briggs: Fossil gives clue to big chill., BBC News, Stand 11. Februar 2008.