Antemurale Christianitatis

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Als Antemurale Christianitatis (Bollwerk der Christenheit, lat. wörtlich „antemurale“ für „Vormauer“) bezeichnete Papst Leo X. die Kroaten im Jahr 1519 anerkennend, weil sie gegen die Ausbreitung des Osmanischen Reiches gen Europa Widerstand leisteten.

Als die Osmanen im Jahr 1453 Konstantinopel eroberten, rief Papst Kalixt III. die Christenheit zum Kreuzzug auf.

Im christlichen Heer, das im Jahr 1456 das Osmanische Heer in der Schlacht bei Belgrad besiegte, befand sich auch eine große Zahl an Kroaten, die der Franziskaner Johannes von Kapistran anführte. Kapistran starb im Jahr 1456 in Ilok und wurde später heiliggesprochen.

Im 16. und 17. Jahrhundert führten die Kroaten die heftigsten Kämpfe gegen die vorrückenden Osmanen. Diese Epoche wurde nach einem 1703 erschienenen Gedicht Paul Ritter-Vitezovićs als Plorantis Croatiae saecula duo („die zwei traurigen Jahrhunderte Kroatiens“) bekannt.

Zu jener Zeit kamen sehr viele Kroaten im Abwehrkämpfen um. Insbesondere im Jahr 1493, als an der verlorenen Schlacht auf dem Krbavsko Polje etwa 10.000 Kroaten und ein Großteil der damaligen Aristokratie umkam.

Analog dazu wurden später auch andere Abwehrsituationen mit diesem Begriff umschrieben, zum Beispiel der Kampf der russischen Christen gegen den Mongolensturm oder der polnischen Katholiken gegen die russische Orthodoxie und den Islam, im Falle der Polen wie der Kroaten wurde die Vorstellung, "Bollwerk der Christenheit" zu sein, Teil des nationalen Selbstverständnisses.

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