Antenor

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel erläutert den Trojaner Antenor, für das Pseudonym Antenor siehe Johann Balthasar Schupp.

Antenor (griechisch Ἀντήνωρ), Sohn des Aisyetes und der Kleomestra und Gemahl der Theano, war nach der Überlieferung von Homer einer der weisesten unter den greisen Trojanern.

Antenor nahm Menelaos und Odysseus, als diese vor dem Ausbruch des Trojanischen Kriegs als Friedensgesandte nach Troja kamen, gastfreundlich auf und schützte ihr Leben.[1] Mit ihm fuhr Priamos aus, um zwischen beiden Völkern den Waffenstillstand zustande zu bringen und zu vereinbaren, dass ein Zweikampf zwischen Paris und Menelaos dem Krieg ein Ende machen solle. Als schließlich Hektor und Aias einander im Zweikampf gegenüberstanden, schlug er vor, durch Rückgabe der Helena Frieden zu schließen.

Weiter trat Antenor bei Homer nicht handelnd auf. Spätere haben andere sein freundliche Verhältnis zu den Griechen als Verrat bezeichnet,[2] indem sie ihn gegen große Versprechungen vonseiten der griechischen Fürsten die Tore Trojas öffnen ließen. Bei der Zerstörung der Stadt wurde sein Haus, das mit einem Pantherfell gekennzeichnet war, auf Agamemnons Befehl verschont.[3]

Nach Trojas Fall soll er entweder auf den Trümmern der alten eine neue Stadt gegründet haben oder nebst seinen Söhnen (unter anderem mit Glaukos) mit Menelaos unter Segel gegangen sein und sich in Kyrene niedergelassen haben.[4] Nach römischer Überlieferung[5] führte er die aus Paphlagonien vertriebenen Heneter (Veneter) nach Italien an die Mündung des Po und gründete dort die Stadt Patavium (Padua).

Er hatte 11 Söhne (sieben davon sind im Trojanischen Krieg gefallen), u.a.

Literatur[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Homer, Ilias 3, 203; Bibliotheke des Apollodor, Epitome 3, 28; Aelian, De natura animalium 14, 8; Scholien zu Homer, Ilias 3, 201 und 3, 206; u. a.
  2. Lykophron, Alexandra 340; u. a.
  3. Scholien zu Homer, Ilias 3, 201 und 3, 206; Servius zu Vergil, Aeneis 1, 242; u. a.
  4. Pindar, Pythien 5, 83ff.
  5. Titus Livius, Ab urbe condita 1, 1, 1-3; Vergil, Aeneis 1, 242-249; Aelian, De natura animalium 14, 8.